Code-Hosting

Code-Hosting

Code-Hosting bezeichnet Onlinedienste, auf denen Programmierer den Text ihrer Programme speichern, gemeinsam bearbeiten und veröffentlichen. Die bekannteste Plattform dafür ist GitHub, das Microsoft 2018 für rund 7,5 Milliarden US-Dollar gekauft hat.

Jedes Programm besteht aus Text, den ein Mensch geschrieben hat: Zeile für Zeile Anweisungen für den Computer. Dieser Text heißt Quellcode. Code-Hosting bedeutet, dass dieser Quellcode nicht nur auf dem eigenen Laptop liegt, sondern zusätzlich auf einem Rechner im Internet. Dort können mehrere Leute gleichzeitig daran arbeiten, ohne sich die Dateien per E-Mail zu schicken. Der Dienst merkt sich außerdem jede Änderung: wer sie gemacht hat, wann und warum. Große Anbieter solcher Dienste sind GitHub, GitLab und Bitbucket.

Warum Software heute selten allein entsteht

Ein modernes Programm hat oft Millionen Zeilen Code. Daran arbeiten dutzende oder hunderte Menschen, verteilt über verschiedene Länder und Zeitzonen. Ohne einen gemeinsamen Ort für den Code würde das im Chaos enden. Zwei Leute würden dieselbe Datei unterschiedlich ändern, und niemand wüsste, welche Version die richtige ist.

Code-Hosting löst genau dieses Problem. Es gibt eine verbindliche Hauptversion, und jede Änderung wird nachvollziehbar dokumentiert. Wenn ein Programm nach einem Update abstürzt, kann das Team die letzten Änderungen durchsehen und den Fehler finden. Im Notfall lässt sich der Code auf den Stand von letzter Woche zurücksetzen.

Wirtschaftlich ist das inzwischen eine eigene Branche. Der Quellcode ist bei einem Softwareunternehmen das wertvollste Gut überhaupt. Wer ihn hostet, sitzt an einer sehr zentralen Stelle. Das erklärt, warum Microsoft für GitHub Milliarden gezahlt hat, obwohl die Plattform selbst kaum Gewinn machte.

Repositorys, Commits und Pull Requests

Ein Projekt liegt auf so einer Plattform in einem sogenannten Repository, kurz Repo. Das ist ein Ordner mit allen Dateien plus der komplettenn Änderungsgeschichte. Speichert jemand eine Änderung ab, entsteht ein Commit: ein Schnappschuss mit Datum, Name und kurzer Notiz. Die Reihe aller Commits ist die Geschichte des Projekts, und man kann jederzeit zu jedem Punkt zurückspringen.

Damit sich Leute nicht gegenseitig überschreiben, arbeitet man in Zweigen, englisch Branches. Ein Zweig ist eine Kopie des Projekts, in der man frei experimentieren kann. Ist die neue Funktion fertig, stellt man einen Pull Request: die Bitte, den Zweig in die Hauptversion einzubauen. Andere lesen den Code vorher durch und kommentieren ihn. Diese gegenseitige Kontrolle heißt Code Review.

Die Technik dahinter ist meist Git, ein Programm von 2005 zur Versionsverwaltung. Wichtig ist die Abgrenzung: Git läuft auf dem eigenen Rechner, GitHub ist nur der Dienst im Netz. Man kann Git also ohne Plattform nutzen. Die Plattform steuert Zusatzdinge bei, etwa eine Fehlerliste, Diskussionen und automatische Tests bei jeder Änderung.

Von Open Source bis zu KI-Assistenten

Fast alle freie Software liegt öffentlich auf solchen Plattformen. Der Browser Firefox, das Betriebssystem Linux und die Werkzeuge hinter fast jeder KI-Anwendung sind dort einsehbar. Jeder darf hineinschauen und Verbesserungen vorschlagen. Für Bewerbungen in der IT ist ein öffentliches Profil mit eigenen Projekten oft mehr wert als ein Zeugnis.

In den Nachrichten tauchen Code-Hosting-Plattformen aus zwei Gründen auf. Erstens bei Sicherheitsvorfällen: Wenn ein Unternehmen versehentlich Passwörter im öffentlichen Code stehen lässt, finden Angreifer sie binnen Minuten. Zweitens bei künstlicher Intelligenz. Programmierhilfen wie GitHub Copilot wurden mit riesigen Mengen öffentlichen Codes trainiert, was Streit über Urheberrechte auslöste.

Ein verbreiteter Irrtum ist, öffentlicher Code sei automatisch frei verwendbar. Sichtbar heißt nicht rechtefrei. Jedes Projekt hat eine Lizenz, die genau festlegt, was erlaubt ist. Manche Lizenzen verlangen, dass eigene Erweiterungen ebenfalls offengelegt werden.

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