
Artboard
Ein Artboard ist eine einzelne Zeichenfläche innerhalb eines Grafikprogramms, auf der ein Entwurf Platz findet. Weil eine Datei mehrere Artboards nebeneinander enthalten kann, lassen sich viele Bildschirme oder Formate eines Projekts gleichzeitig überblicken und bearbeiten.
Wer am Computer etwas gestaltet, braucht eine Fläche, auf der das Ergebnis entsteht. Genau diese Fläche heißt in vielen Gestaltungsprogrammen Artboard, auf Deutsch Zeichenfläche. Sie hat eine feste Größe, zum Beispiel die Maße eines Handybildschirms oder eines DIN-A4-Blatts. Der entscheidende Punkt: In einer Datei liegen oft viele solcher Flächen nebeneinander auf einem endlosen Hintergrund. Man arbeitet also nicht an einem Blatt Papier, sondern eher an einem großen Tisch, auf dem viele Blätter ausgebreitet sind. Alles außerhalb der Flächen ist bloß Ablage und wird später nicht mit ausgegeben.
Warum Designer mehrere Flächen nebeneinander brauchen
Eine App besteht selten aus einem einzigen Bildschirm. Es gibt einen Startbildschirm, eine Suche, ein Profil, eine Fehlermeldung. Wenn jeder dieser Bildschirme ein eigenes Artboard bekommt, sieht man alle Zustände gleichzeitig. So fällt sofort auf, wenn ein Knopf auf der einen Seite blau und auf der anderen grün ist.
Der zweite Grund sind unterschiedliche Formate. Eine Werbeanzeige braucht oft eine quadratische Version, eine hochkante für das Handy und eine breite für den Desktop. Früher legte man dafür drei getrennte Dateien an. Das führte regelmäßig dazu, dass eine Korrektur nur in zwei von drei Dateien landete. Mit Artboards liegt alles in einem Dokument, und der Vergleich ist eine Frage des Hinschauens.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Ebene. Eine Ebene ist ein einzelnes Element, etwa ein Text oder ein Foto, das über oder unter anderen liegt. Ein Artboard ist dagegen der Rahmen, in dem viele solcher Ebenen zusammen ein fertiges Bild ergeben. Ebenen stapeln sich in die Tiefe, Artboards liegen nebeneinander.
Was beim Anlegen und Exportieren passiert
Beim Erstellen eines Artboards gibt man zuerst die Größe an, meist in Pixeln oder Millimetern. Viele Programme bieten dafür Vorlagen an, etwa 1080 mal 1920 Pixel für eine Instagram-Story. Danach zieht man Formen, Texte und Bilder in diese Fläche. Jedes Element merkt sich, zu welchem Artboard es gehört.
Der praktische Nutzen zeigt sich beim Export, also beim Erzeugen der fertigen Bilddateien. Das Programm schneidet jede Zeichenfläche einzeln aus und speichert sie als eigene Datei, oft benannt nach dem Artboard. Aus einem Dokument mit zwölf Bildschirmen werden so mit einem Klick zwölf PNG-Dateien. Elemente, die über den Rand hinausragen, werden dabei abgeschnitten.
Ein typischer Irrtum ist die Annahme, Artboards seien einfach nur Seiten. Sie sind unabhängiger: Jede Fläche kann eine andere Größe und ein anderes Seitenverhältnis haben. Ein Dokument darf ein Plakat, ein Visitenkartenformat und einen Handybildschirm zugleich enthalten.
Von Figma bis zum KI-Bildgenerator
Den Begriff trifft man in fast jedem professionellen Gestaltungswerkzeug. Adobe Illustrator hat ihn populär gemacht, Figma und Sketch nutzen ihn ebenfalls, dort teils unter dem Namen Frame. Wer eine Werbeagentur oder ein Produktteam von innen sieht, wird solche Dateien mit dutzenden Flächen sofort erkennen.
Interessant wird das Konzept durch KI-Werkzeuge. Bildgeneratoren und Design-Assistenten füllen inzwischen mehrere Artboards auf einmal, etwa alle Formatvarianten einer Kampagne. Die Fläche dient dabei als klare Vorgabe: Sie sagt der Software, welches Seitenverhältnis und welcher Ausschnitt gewünscht ist. In Firmenmeldungen von Adobe oder Canva taucht der Begriff deshalb regelmäßig auf, wenn es um automatisierte Formatanpassung geht.
Für Schüler ist das vor allem beim Erstellen von Präsentationen oder Plakaten relevant. Wer einmal verstanden hat, dass die Zeichenfläche den späteren Ausschnitt bestimmt, vermeidet den häufigsten Anfängerfehler: dass wichtige Teile des Entwurfs im fertigen Bild fehlen, weil sie außerhalb des Rahmens lagen.