Synthszr Lexikon
Fachbegriffe aus unseren Artikeln, kurz und verständlich erklärt.
1
- 1260H-Liste
Die 1260H-Liste ist ein vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichtes Verzeichnis chinesischer Unternehmen, die aus Sicht der USA mit dem chinesischen Militär verbunden sind. Ein Eintrag bringt kein direktes Verkaufsverbot, schadet aber dem Ruf der Firmen und schließt sie ab 2026 von Aufträgen des US-Militärs aus.
3
- 3D NAND
3D NAND ist eine Bauweise für Speicherchips, bei der die Speicherzellen in vielen Ebenen übereinander gestapelt werden statt nur nebeneinander. Dadurch passen auf gleich großen Chips deutlich mehr Daten – die Technik steckt heute in fast jeder SSD, in Smartphones und in Speicherkarten.
- 3D-White-Model
Ein 3D-White-Model ist eine räumliche Rohfassung eines Objekts oder Gebäudes, die nur Form und Größe zeigt und einheitlich weiß bleibt. Farben, Materialien und Details kommen erst später dazu, wenn die Grundform sitzt.
4
- 4-Bit Floating Point
4-Bit Floating Point ist ein extrem sparsames Zahlenformat, bei dem eine einzelne Zahl nur vier Bit Speicher belegt und damit lediglich 16 verschiedene Werte annehmen kann. KI-Modelle nutzen es, um mit deutlich weniger Speicher und Strom zu rechnen, wobei sie einen kleinen Verlust an Genauigkeit in Kauf nehmen.
- 4D-Creation
4D-Creation bezeichnet Verfahren, mit denen Computerprogramme aus einem Text oder einem Video ein räumliches Objekt erzeugen, das sich zusätzlich über die Zeit bewegt. Das Ergebnis ist kein flaches Video, sondern eine bewegte 3D-Szene, die man von allen Seiten betrachten kann.
8
- 800G
800G bezeichnet Netzwerkverbindungen, die 800 Gigabit pro Sekunde übertragen — also rund 800 Milliarden Signalzustände je Sekunde. Solche Leitungen verbinden in Rechenzentren die Computer, die KI-Modelle trainieren.
A
- A-Series-Chip
Der A-Series-Chip ist der zentrale Rechenbaustein, den Apple selbst für iPhones und einige iPads entwerfen lässt. Er vereint Hauptprozessor, Grafikeinheit und einen eigenen Rechenteil für KI-Aufgaben auf einem einzigen Stück Silizium.
- A/B-Test
Ein A/B-Test ist ein Vergleich, bei dem zwei Versionen einer Sache gleichzeitig an zufällig aufgeteilte Nutzergruppen ausgeliefert werden. So lässt sich messen, welche Version das gewünschte Verhalten häufiger auslöst, statt es nur zu vermuten.
- Aarhus-Konvention
Die Aarhus-Konvention ist ein internationaler Vertrag, der Bürgern drei Rechte in Umweltfragen sichert: Zugang zu Umweltinformationen, Beteiligung an Entscheidungen und den Weg vor Gericht. Sie wurde 1998 im dänischen Aarhus unterzeichnet und gilt in der EU und in Deutschland als geltendes Recht.
- Ablationsstudie
Eine Ablationsstudie ist ein Test, bei dem man einzelne Teile eines KI-Systems absichtlich entfernt oder abschaltet, um zu sehen, wie stark die Leistung darunter leidet. So findet man heraus, welche Bestandteile wirklich zum Erfolg beitragen und welche nur mitlaufen.
- Abrufverstärkung
Abrufverstärkung bedeutet, dass ein KI-Sprachprogramm vor dem Antworten passende Textstellen in einer Dokumentensammlung nachschlägt und diese Fundstücke in seine Antwort einbaut. So kann es auch Fragen zu aktuellen oder firmeninternen Inhalten beantworten, die es beim Lernen nie gesehen hat.
- Abschreibungszyklus
Der Abschreibungszyklus ist der Zeitraum, über den ein Unternehmen die Kosten einer teuren Anschaffung rechnerisch verteilt. Bei KI-Rechenzentren ist er zur zentralen Streitfrage geworden: Halten die Grafikkarten drei Jahre oder sechs?
- Access to Justice
Access to Justice bezeichnet die Frage, ob Menschen ihr Recht tatsächlich durchsetzen können – und nicht daran scheitern, dass Anwälte zu teuer, Verfahren zu lang oder Formulare zu kompliziert sind. Digitale Werkzeuge und KI-Programme sollen diese Hürden senken, werfen aber neue Fragen nach Verlässlichkeit und Verantwortung auf.
- Account Executive
Ein Account Executive ist im Vertrieb eines Unternehmens dafür zuständig, aus einem interessierten Gegenüber einen zahlenden Kunden zu machen. In der Tech-Branche verkaufen Account Executives vor allem Software-Abos an andere Firmen und tragen dafür ein festes Umsatzziel.
- Account-Based Marketing
Account-Based Marketing ist eine Vertriebsstrategie, bei der ein Unternehmen nicht möglichst viele Kunden anspricht, sondern gezielt einzelne Wunschkunden. Für jede dieser Firmen wird eine eigene, maßgeschneiderte Ansprache entwickelt.
- ACP-Anbindung
Eine ACP-Anbindung verbindet ein Computerprogramm mit einem KI-Assistenten über das Agent Communication Protocol, eine festgelegte gemeinsame Sprache für solche Gespräche. Dadurch können Programme verschiedener Hersteller Aufträge austauschen, ohne für jede Kombination eigene Zusatzarbeit.
- Acqui-Hire
Ein Acqui-Hire ist der Kauf einer Firma, bei dem es dem Käufer vor allem um deren Mitarbeiter geht und kaum um das Produkt. Besonders in der KI-Branche zahlen große Konzerne so hohe Summen, um erfahrene Entwicklerteams als Ganzes zu bekommen.
- Acquihire
Ein Acquihire ist ein Firmenkauf, bei dem es dem Käufer vor allem um die Mitarbeiter geht und nicht um das Produkt. Besonders in der KI-Branche zahlen große Konzerne so hohe Summen für kleine Teams mit seltenem Fachwissen.
- Action Prediction
Action Prediction bezeichnet Verfahren, die aus laufenden Beobachtungen vorhersagen, welche Handlung ein Mensch oder eine Maschine als Nächstes ausführt. Solche Vorhersagen stecken in selbstfahrenden Autos, in Robotern und in Kameras, die Bewegungen auswerten.
- Activation Capping
Activation Capping ist eine Technik beim Bau von KI-Systemen, bei der die Zwischenergebnisse im Inneren eines Netzes nach oben und unten begrenzt werden. Das verhindert, dass einzelne extrem große Zahlen die Rechnung stören oder das Lernen zum Absturz bringen.
- Active Directory
Active Directory ist ein Verzeichnisdienst von Microsoft, der in Unternehmen alle Benutzerkonten, Passwörter und Computer zentral verwaltet. Es entscheidet bei jeder Anmeldung, wer sich einloggen darf und auf welche Daten diese Person zugreifen kann.
- Active Parameters
Active Parameters bezeichnen den Teil der einstellbaren Zahlenwerte eines KI-Modells, der bei einer einzelnen Anfrage tatsächlich mitrechnet. Bei modernen Sprachmodellen ist das oft nur ein Bruchteil der Gesamtzahl, was den Betrieb deutlich billiger macht.
- Activity Metrics
Activity Metrics sind Zahlen, die messen, wie oft und wie intensiv Menschen ein Produkt tatsächlich benutzen. Sie zeigen Aktivität, sagen aber für sich genommen nichts darüber, ob ein Unternehmen damit Geld verdient.
- ActivityPub
ActivityPub ist eine gemeinsame Sprache, mit der verschiedene soziale Netzwerke Beiträge und Abos austauschen können. Wer bei einem Dienst angemeldet ist, kann damit Menschen bei einem ganz anderen Dienst folgen.
- Adam-Optimierer
Der Adam-Optimierer ist ein Rechenverfahren, das beim Training von KI-Modellen bestimmt, wie stark die internen Einstellwerte nach jedem Lernschritt verändert werden. Er passt die Schrittweite für jeden Wert einzeln an und ist seit 2015 das Standardverfahren beim Training neuronaler Netze.
- Adapter (Parameter-effizientes Fine-Tuning)
Adapter sind kleine zusätzliche Bausteine, die man in ein bereits trainiertes KI-Modell einsetzt, um es für eine neue Aufgabe anzupassen. Statt das gesamte Modell neu zu trainieren, verändert man nur diese wenigen Bausteine – das spart Rechenzeit, Speicher und Geld.
- Adapter-Pattern
Das Adapter-Pattern ist eine bewährte Lösung in der Softwareentwicklung: Ein Zwischenstück übersetzt die Sprache eines Programmteils in die Sprache eines anderen, damit beide zusammenarbeiten können, ohne verändert zu werden. Der Name kommt vom Reiseadapter, der einen deutschen Stecker in eine britische Steckdose passen lässt.
- Adaptives Reasoning
Adaptives Reasoning bedeutet, dass ein KI-System selbst entscheidet, wie viel Denkarbeit eine Aufgabe verdient: Einfaches wird sofort beantwortet, Schwieriges bekommt mehr Rechenzeit. Das spart Kosten und verbessert gleichzeitig die Qualität bei kniffligen Fragen.
- ADAS
ADAS ist die Sammelbezeichnung für elektronische Helfer im Auto, die den Fahrer beim Lenken, Bremsen und Beobachten der Umgebung unterstützen. Dazu gehören Notbremsassistent, Spurhalteassistent und adaptiver Tempomat – der Mensch bleibt aber verantwortlich.
- Add-in
Ein Add-in ist ein kleines Zusatzprogramm, das ein bestehendes Programm um neue Funktionen erweitert, ohne dass man dessen Grundgerüst verändert. Bekannt sind Add-ins vor allem aus Office-Programmen wie Excel oder Word, wo sie heute oft KI-Funktionen nachrüsten.
- Admission Handshake
Ein Admission Handshake ist ein kurzer Austausch von Nachrichten, mit dem ein Computerdienst vorab klärt, ob er eine neue Anfrage überhaupt annehmen kann. Erst wenn beide Seiten zustimmen, beginnt die eigentliche Arbeit — sonst wird die Anfrage sofort abgelehnt oder in eine Warteschlange gestellt.
- Adoptionsrate
Die Adoptionsrate misst, welcher Anteil einer Gruppe eine neue Technologie tatsächlich nutzt. Sie zeigt, ob sich eine Neuheit wirklich durchsetzt oder nur viel Aufmerksamkeit bekommt.
- Adressierbarer Markt
Der adressierbare Markt ist der Umsatz, den ein Unternehmen mit einem Produkt theoretisch erreichen könnte, wenn es alle möglichen Kunden gewinnen würde. Die Zahl ist eine Schätzung und beschreibt eine Obergrenze, keinen realistischen Umsatz.
- ADS-B
ADS-B ist ein Funkverfahren, mit dem Flugzeuge ihre eigene Position, Höhe und Geschwindigkeit ständig selbst aussenden. Weil diese Signale unverschlüsselt sind, kann sie jeder mit einem günstigen Empfänger mitlesen – davon leben Flugverfolgungs-Seiten wie Flightradar24.
- AdTech
AdTech ist die Sammelbezeichnung für alle Programme und Systeme, mit denen Werbung im Internet automatisch ausgewählt, versteigert und ausgeliefert wird. Sie entscheidet in Sekundenbruchteilen, welche Anzeige ein einzelner Nutzer auf einer Webseite oder in einer App zu sehen bekommt.
- Advanced Encryption Standard
Der Advanced Encryption Standard, kurz AES, ist ein weltweit genutztes Verfahren, um Daten unlesbar zu machen und später wieder lesbar zu machen. Er sichert Bankgeschäfte, WLAN-Verbindungen, Messenger-Nachrichten und verschlüsselte Festplatten.
- Advanced Packaging
Advanced Packaging bezeichnet moderne Verfahren, mit denen mehrere Chips extrem dicht zu einem einzigen Bauteil zusammengesetzt werden. Weil sich einzelne Chips kaum noch verkleinern lassen, entscheidet dieser Zusammenbau heute mit darüber, wie schnell KI-Beschleuniger rechnen.
- Advantage+
Advantage+ ist eine Produktfamilie von Meta, bei der Software statt Menschen entscheidet, wem eine Werbeanzeige auf Facebook und Instagram gezeigt wird. Der Werbetreibende gibt nur Ziel, Budget und Material vor, die Feinsteuerung übernimmt das System automatisch.
- Adversariales Beispiel
Ein adversariales Beispiel ist eine Eingabe, die für Menschen völlig normal aussieht, ein Computerprogramm zur Bilderkennung oder Textanalyse aber gezielt in die Irre führt. Schon winzige, kaum sichtbare Änderungen an einem Foto können dazu führen, dass das Programm etwas völlig anderes erkennt.
- Adversariales Training
Adversariales Training ist ein Verfahren, bei dem ein KI-System gezielt mit manipulierten Beispielen geübt wird, die es normalerweise täuschen würden. Dadurch wird es robuster gegen absichtliche Angriffe und gegen ungewöhnliche Eingaben.
- Aeroderivativ-Gasturbine
Eine Aeroderivativ-Gasturbine ist ein Stromerzeuger, dessen Technik von Flugzeugtriebwerken abgeleitet ist. Sie ist kleiner und leichter als klassische Kraftwerksturbinen und liefert innerhalb weniger Minuten volle Leistung.
- AES
AES ist das weltweit meistgenutzte Verfahren, um Daten so zu verschlüsseln, dass nur jemand mit dem passenden Schlüssel sie lesen kann. Es steckt in WLAN, Messengern, Bankkarten und Festplattenverschlüsselung — meist unsichtbar im Hintergrund.
- Affiliate-Marketing
Affiliate-Marketing ist eine Form der Werbung, bei der ein Partner Kunden zu einem Anbieter schickt und nur dann Geld bekommt, wenn daraus tatsächlich ein Kauf oder eine Anmeldung wird. Bezahlt wird also nicht die Werbefläche, sondern das Ergebnis.
- Agency Quotient
Der Agency Quotient ist ein vorgeschlagener Kennwert dafür, wie selbstständig ein Computerprogramm handelt – also wie viel es ohne Nachfrage beim Menschen entscheidet und ausführt. Er ist kein einheitlich genormter Messwert, sondern eine Denkfigur, die in Debatten über selbstständig arbeitende KI-Systeme auftaucht.
- Agency-as-a-Service
Agency-as-a-Service bezeichnet Dienstleistungen, die früher eine Agentur mit Menschen erbracht hat und die heute größtenteils von Software mit künstlicher Intelligenz übernommen werden. Kunden buchen dabei kein Werkzeug und keine Arbeitsstunden, sondern ein fertiges Ergebnis zum Monatspreis.
- Agent
Ein Agent ist ein KI-System, das nicht nur antwortet, sondern eine Aufgabe selbst in Schritte zerlegt und dabei Werkzeuge wie Suchmaschinen, Programme oder Datenbanken benutzt. Er arbeitet also weiter, bis ein Ziel erreicht ist, statt nach einer Antwort zu stoppen.
- Agent Client Protocol
Das Agent Client Protocol (ACP) ist eine gemeinsame Sprache, über die ein Programmier-Werkzeug mit einem KI-Assistenten redet. Es sorgt dafür, dass derselbe Assistent in ganz verschiedenen Editoren funktioniert, ohne für jeden neu angepasst zu werden.
- Agent Hooks
Agent Hooks sind festgelegte Haltepunkte im Ablauf eines KI-Assistenten, an denen automatisch eigener Programmcode ausgeführt wird. Entwickler nutzen sie, um das Verhalten des Assistenten zu prüfen, zu protokollieren oder gezielt zu stoppen.
- Agent Memory
Agent Memory bezeichnet die Fähigkeit eines selbstständig arbeitenden KI-Programms, Informationen aus früheren Aufgaben und Gesprächen zu speichern und später wieder zu verwenden. Ohne dieses Gedächtnis beginnt ein solches Programm bei jedem Start wieder bei null.
- Agent Mode
Der Agent Mode ist eine Betriebsart von KI-Programmen, in der die Software eine Aufgabe nicht nur beantwortet, sondern sie in Schritten selbst abarbeitet. Sie darf dabei Werkzeuge benutzen, etwa im Internet suchen, Dateien ändern oder Programme starten.
- Agent-as-a-Judge
Agent-as-a-Judge bedeutet: Ein Computerprogramm mit Künstlicher Intelligenz bewertet die Arbeit eines anderen solchen Programms — und darf dafür selbst tätig werden, also Dateien öffnen, Code ausführen oder nachfragen. Es ist die Weiterentwicklung von Verfahren, bei denen eine KI nur den fertigen Antworttext eines anderen Systems beurteilt.
- Agent-Framework
Ein Agent-Framework ist eine fertige Softwaresammlung, mit der Entwickler Programme bauen, die eine Aufgabe selbstständig in Teilschritte zerlegen und diese Schritte nacheinander abarbeiten. Es liefert die immer gleichen Bausteine dafür: Gedächtnis, Zugriff auf Werkzeuge wie Suchmaschinen und eine Schleife, die den Ablauf kontrolliert.
- Agent-Gerüst
Ein Agent-Gerüst ist das Programm, das um ein KI-Sprachmodell herumgebaut wird, damit dieses nicht nur Text ausgibt, sondern mehrschrittige Aufgaben selbst erledigt. Es legt fest, welche Werkzeuge das Modell benutzen darf, in welcher Reihenfolge es arbeitet und wann es aufhört.
- Agent-Harness
Ein Agent-Harness ist das Programmgerüst um ein KI-Sprachmodell herum, das dessen Antworten in echte Arbeitsschritte umsetzt: Dateien lesen, Befehle ausführen, Ergebnisse zurückmelden. Das Modell denkt, der Harness handelt und kontrolliert.
- Agent-Identifikation
Agent-Identifikation bezeichnet Verfahren, mit denen ein Computerprogramm, das selbstständig Aufgaben im Internet erledigt, sich gegenüber anderen Systemen ausweist. Sie soll klären, wer hinter einem automatischen Zugriff steht und was dieses Programm überhaupt tun darf.
- Agent-Laufzeit
Die Agent-Laufzeit ist die Software, die ein KI-Programm während seiner Arbeit steuert: Sie ruft das Sprachmodell auf, führt dessen Werkzeugbefehle aus und gibt die Ergebnisse zurück. Ohne sie könnte ein Modell zwar Antworten formulieren, aber nichts davon tatsächlich ausführen.
- Agent-Loop
Ein Agent-Loop ist der Kreislauf, in dem ein KI-Programm eine Aufgabe schrittweise abarbeitet: Es überlegt, führt eine Aktion aus, sieht sich das Ergebnis an und entscheidet dann neu. Diese Schleife wiederholt sich, bis das Ziel erreicht ist oder eine Grenze greift.
- Agent-Plugins
Agent-Plugins sind Zusatzmodule, mit denen ein KI-Programm Dinge tun kann, die es von sich aus nicht kann: rechnen, im Netz suchen, eine Bestellung auslösen. Sie erweitern ein Sprachmodell also von einem reinen Textautomaten zu einem Werkzeug, das in anderer Software wirklich etwas bewirkt.
- Agent-Runtime
Eine Agent-Runtime ist die Software, die ein KI-Programm während seiner Arbeit steuert: Sie ruft das Sprachmodell auf, führt dessen Werkzeugaufrufe aus und merkt sich den Zwischenstand. Sie ist damit die Umgebung, in der aus einem Textmodell ein handelndes Programm wird.
- Agent-to-Agent-Kommunikation
Agent-to-Agent-Kommunikation bezeichnet den direkten Austausch zwischen zwei oder mehr KI-Programmen, die selbstständig Aufgaben erledigen. Statt dass ein Mensch jeden Zwischenschritt anstößt, geben die Programme Aufträge, Zwischenergebnisse und Rückfragen untereinander weiter.
- Agent-zu-System-Konnektivität
Agent-zu-System-Konnektivität bezeichnet die technische Verbindung zwischen einem KI-Programm, das selbstständig Aufgaben erledigt, und der Software eines Unternehmens, in der die eigentlichen Daten und Vorgänge liegen. Sie entscheidet darüber, ob ein solches Programm nur Texte schreibt oder tatsächlich Bestellungen auslöst, Termine einträgt und Rechnungen prüft.
- Agenten-Framework
Ein Agenten-Framework ist eine fertige Software-Grundlage, mit der Entwickler Programme bauen, die Aufgaben selbstständig in mehreren Schritten abarbeiten. Es liefert die Bausteine dafür: Planung, Gedächtnis, Zugriff auf Werkzeuge wie Suchmaschinen und die Wiederholung von Schritten, bis das Ziel erreicht ist.
- Agenten-Loop
Ein Agenten-Loop ist ein wiederholter Ablauf, in dem ein KI-Programm überlegt, eine Aktion ausführt, das Ergebnis anschaut und daraufhin den nächsten Schritt plant. Diese Schleife läuft so lange, bis die Aufgabe erledigt ist oder eine Grenze erreicht wird.
- Agenten-Schwarm
Ein Agenten-Schwarm ist eine Gruppe von KI-Programmen, die an einer Aufgabe zusammenarbeiten, statt dass ein einzelnes Programm alles allein macht. Jedes Programm übernimmt einen Teilschritt, gibt sein Ergebnis weiter und kontrolliert manchmal die Arbeit der anderen.
- Agenten-Workspace
Ein Agenten-Workspace ist eine abgeschottete digitale Arbeitsumgebung, in der ein KI-Programm selbstständig Aufgaben erledigt: mit eigenen Dateien, eigenen Werkzeugen und eigenem Speicher. Er trennt das, was die Software anfassen darf, vom Rest des Systems.
- Agentenkoordination
Agentenkoordination beschreibt, wie mehrere selbstständig arbeitende KI-Programme eine gemeinsame Aufgabe untereinander aufteilen und ihre Zwischenergebnisse zusammenführen. Sie regelt, wer was tut, in welcher Reihenfolge gearbeitet wird und wie am Ende ein einziges Resultat entsteht.
- Agentic Commerce
Agentic Commerce bezeichnet Einkäufe, die ein Computerprogramm im Auftrag eines Menschen selbstständig erledigt: Es sucht Produkte, vergleicht Angebote und schließt den Kauf ab. Der Mensch gibt nur noch das Ziel und die Grenzen vor, etwa ein Budget.
- Agentic Development Environment
Ein Agentic Development Environment ist ein Programm zum Schreiben von Software, in dem KI-Assistenten Aufgaben selbstständig über mehrere Schritte ausführen. Der Mensch beschreibt das Ziel, prüft die Ergebnisse und gibt sie frei, statt jede Zeile selbst zu tippen.
- Agentic Ransomware
Agentic Ransomware ist Erpressungssoftware, die ein KI-Programm als selbstständigen Helfer nutzt: Es sucht auf einem fremden Computer eigenständig nach wertvollen Dateien, verschlüsselt sie und verlangt Geld. Anders als bei älteren Schadprogrammen sind die einzelnen Schritte nicht fest vorgegeben, sondern werden während des Angriffs entschieden.
- Agentic Search
Agentic Search bezeichnet eine Suche, bei der ein KI-Programm die Recherche selbst steuert: Es formuliert eigene Suchanfragen, liest die Treffer, bemerkt Lücken und sucht so lange weiter, bis es eine Antwort zusammenstellen kann. Statt einer Trefferliste bekommt man ein Ergebnis mit Quellenangaben.
- Agentic-as-a-Service
Agentic-as-a-Service bezeichnet fertig gebuchte KI-Programme, die Aufgaben selbstständig in mehreren Schritten abarbeiten, statt nur Texte auszugeben. Der Anbieter betreibt sie in seinen Rechenzentren, der Kunde bezahlt pro Nutzung oder pro erledigter Aufgabe.
- Agentische KI
Agentische KI beschreibt Computerprogramme, die eine Aufgabe nicht nur beantworten, sondern selbst in Schritte zerlegen und diese Schritte nacheinander ausführen. Sie dürfen dabei Werkzeuge benutzen, etwa im Internet suchen, Dateien öffnen oder E-Mails verschicken.
- Agentische Modelle
Agentische Modelle sind KI-Systeme, die eine Aufgabe nicht nur beantworten, sondern selbstständig in Schritte zerlegen und diese Schritte mit Hilfsmitteln wie Websuche oder Programmcode abarbeiten. Sie handeln also, statt nur zu antworten.
- Agentische Schleife
Die agentische Schleife ist das Grundmuster, nach dem KI-Programme selbstständig arbeiten: nachdenken, eine Aktion ausführen, das Ergebnis ansehen, weitermachen. Dieser Kreislauf wiederholt sich, bis die Aufgabe erledigt ist.
- Agentischer Harness
Ein agentischer Harness ist das Programm, das ein Sprachmodell zu einem selbstständig arbeitenden Assistenten macht: Es ruft das Modell wiederholt auf, führt dessen Vorschläge aus und speist die Ergebnisse zurück. Ohne diesen Rahmen könnte ein Modell nur Text ausgeben, aber nichts tun.
- Agentisches Betriebssystem
Ein agentisches Betriebssystem ist eine Software-Schicht, die selbstständig handelnde KI-Programme verwaltet: Sie startet sie, teilt ihnen Rechenzeit und Rechte zu und protokolliert, was sie tun. Der Begriff überträgt die Rolle von Windows oder Android auf eine Welt, in der nicht Menschen, sondern KI-Programme die Aufgaben ausführen.
- Agentisches KI-System
Ein agentisches KI-System beantwortet nicht nur Fragen, sondern verfolgt ein Ziel über mehrere Schritte und benutzt dabei selbstständig Werkzeuge wie Suchmaschinen, Kalender oder Programmcode. Es plant, handelt, prüft das Ergebnis und korrigiert sich, bis die Aufgabe erledigt ist.
- Aggregation
Aggregation bedeutet, viele Einzelwerte zu wenigen Gesamtwerten zusammenzufassen — etwa tausend Messwerte zu einem Durchschnitt. In der KI und in der Datenverarbeitung ist sie ein Grundwerkzeug, weil sie Datenmengen handhabbar macht und dabei Muster sichtbar werden lässt.
- Aggregator
Ein Aggregator ist ein Dienst, der Inhalte oder Angebote aus vielen fremden Quellen an einer Stelle sammelt und geordnet anzeigt. Google, Booking.com oder ein Nachrichten-Feed sind typische Beispiele: Sie produzieren selbst kaum etwas, kontrollieren aber den Zugang zu den Anbietern.
- AGI
AGI steht für eine Künstliche Intelligenz, die nicht nur eine Aufgabe beherrscht, sondern beliebige geistige Aufgaben auf menschlichem Niveau lösen könnte. Bisher existiert so ein System nicht — der Begriff beschreibt ein Ziel, über dessen Definition selbst Fachleute streiten.
- AGPL
Die AGPL ist eine Lizenz für frei verfügbaren Programmcode, die verlangt, dass Änderungen wieder offengelegt werden. Ihre Besonderheit: Diese Pflicht gilt auch dann, wenn die Software nur als Online-Dienst angeboten und gar nicht verteilt wird.
- AGPL-3.0
AGPL-3.0 ist eine Lizenz für frei verfügbare Software. Sie verlangt, dass jeder, der das Programm verändert und über das Internet anbietet, den veränderten Programmtext offenlegt.
- AI Act
Der AI Act ist das Gesetz der Europäischen Union für künstliche Intelligenz. Es sortiert Anwendungen nach ihrem Risiko und schreibt vor, welche verboten sind und welche nur unter strengen Auflagen erlaubt bleiben.
- AI Action Plan
Der AI Action Plan ist ein Regierungsprogramm, das festlegt, wie ein Staat künstliche Intelligenz fördern und regeln will. Der bekannteste ist der Plan der US-Regierung von Juli 2025, der vor allem auf Tempo, Rechenzentren und wenig Bürokratie setzt.
- AI Before Design
AI Before Design bezeichnet eine Arbeitsweise, bei der zuerst geklärt wird, was eine künstliche Intelligenz in einem Produkt leisten kann, und erst danach die Bedienoberfläche entworfen wird. Der Ansatz kehrt die übliche Reihenfolge um, bei der ein Produkt fertig gestaltet wird und KI später eingebaut wird.
- AI Control Problem
Das AI Control Problem ist die Frage, wie Menschen sehr leistungsfähige Computersysteme dauerhaft unter Kontrolle behalten können. Es geht darum, dass ein System genau das tut, was gemeint war – und dass man es notfalls korrigieren oder abschalten kann.
- AI Debt
AI Debt bezeichnet die versteckten Folgekosten, die entstehen, wenn Firmen KI-Systeme schnell einbauen und die Aufräumarbeit auf später verschieben. Der Begriff ist an Schulden angelehnt: Man spart heute Zeit und zahlt später mit Zinsen.
- AI Discoverability
AI Discoverability beschreibt, wie gut ein Unternehmen, eine Marke oder ein Text von Chat-Assistenten wie ChatGPT gefunden, verstanden und in deren Antworten erwähnt wird. Sie tritt neben die klassische Sichtbarkeit in Suchmaschinen, weil immer mehr Menschen Fragen direkt an ein Programm statt an eine Trefferliste stellen.
- AI Flywheel
Das AI Flywheel beschreibt einen Kreislauf, in dem ein KI-Produkt durch seine Nutzer besser wird: mehr Nutzer erzeugen mehr Daten, mit denen sich das Produkt verbessern lässt, was wieder mehr Nutzer anzieht. Der Begriff stammt aus der Wirtschaft und erklärt, warum Vorsprünge bei KI-Firmen oft immer größer werden.
- AI Gateway
Ein AI Gateway ist eine Software-Zwischenstelle, durch die alle KI-Anfragen eines Unternehmens laufen. Sie verteilt die Anfragen an die passenden KI-Anbieter, zählt die Kosten mit und blockiert unerwünschte Inhalte.
- AI Gigafactory
Eine AI Gigafactory ist ein extrem großes Rechenzentrum, das eigens für das Training sehr großer KI-Systeme gebaut wird. Der Begriff stammt aus der EU-Politik und beschreibt Anlagen mit zehntausenden Spezialchips, eigenem Stromanschluss und Investitionen im Milliardenbereich.
- AI Governance
AI Governance bezeichnet alle Regeln, Zuständigkeiten und Kontrollen, mit denen ein Unternehmen oder ein Staat den Einsatz künstlicher Intelligenz steuert. Es geht nicht um die Technik selbst, sondern um die Frage, wer entscheidet, wer haftet und was erlaubt ist.
- AI Infidelity
AI Infidelity beschreibt den Fall, dass jemand in einer Beziehung eine enge, oft romantische oder sexuelle Bindung zu einem Computerprogramm aufbaut, das menschliche Gespräche nachahmt. Der Begriff ist keine juristische Kategorie, sondern eine Beschreibung eines neuen Konflikts in Partnerschaften.
- AI Mode
AI Mode ist eine Betriebsart der Google-Suche, in der man keine Linkliste bekommt, sondern eine ausformulierte Antwort von einem Programm, das Texte selbst erzeugt. Man kann anschließend weiterfragen, so wie in einem Chat.
- AI Overviews
AI Overviews sind von Google automatisch erzeugte Zusammenfassungen, die bei vielen Suchanfragen ganz oben stehen und die Frage direkt beantworten. Sie ersetzen einen Teil der klassischen Ergebnisliste und verändern damit, wie viele Besucher noch auf Webseiten klicken.
- AI Slop
AI Slop bezeichnet massenhaft von Software erzeugte Texte, Bilder oder Videos ohne erkennbaren Wert, die vor allem Klicks und Werbeeinnahmen bringen sollen. Der Begriff ist abwertend gemeint und beschreibt ein Mengenproblem: Solche Inhalte verstopfen Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Onlineshops.
- AI-Crawler
Ein AI-Crawler ist ein Programm, das automatisch Webseiten abruft und deren Inhalte sammelt, damit Firmen damit KI-Systeme trainieren oder Fragen von Nutzern beantworten können. Weil dabei fremde Texte und Bilder ohne Gegenleistung genutzt werden, streiten Medienhäuser, Behörden und KI-Firmen seit Jahren über diese Bots.
- AI-Factory
Eine AI-Factory ist ein Rechenzentrum, das fast ausschließlich für künstliche Intelligenz gebaut wird: Tausende Spezialchips arbeiten dort rund um die Uhr an einer einzigen Aufgabe. Der Begriff betont, dass solche Anlagen wie eine Fabrik funktionieren, die aus Strom und Daten fertige KI-Antworten und KI-Modelle produziert.
- AI-First
AI-First beschreibt die Haltung eines Unternehmens, jedes Produkt und jeden Arbeitsablauf zuerst mit künstlicher Intelligenz zu denken statt sie nachträglich einzubauen. Der Begriff ist kein technisches Verfahren, sondern eine strategische Entscheidung – und in Firmenmitteilungen oft auch ein Werbeversprechen.
- AI-Hochleistungschips
AI-Hochleistungschips sind besonders schnelle Rechenbausteine, die auf die Mathematik hinter künstlicher Intelligenz zugeschnitten sind. Sie erledigen extrem viele einfache Rechnungen gleichzeitig und sind deshalb die teuerste und knappste Zutat moderner KI-Systeme.
- AI-Native
AI-Native beschreibt Produkte oder Unternehmen, die von Anfang an um künstliche Intelligenz herum gebaut wurden, statt sie später zu ergänzen. Der Begriff grenzt solche Angebote von klassischer Software ab, die eine KI-Funktion nachträglich eingebaut bekommt.
- AI-PC
Ein AI-PC ist ein Computer mit einem zusätzlichen Spezialchip, der KI-Aufgaben direkt im Gerät berechnet. Dadurch laufen Funktionen wie Übersetzen, Bildbearbeitung oder Sprachassistenten ohne Umweg über Rechenzentren im Internet.
- AI-Personas-Badges
AI-Personas-Badges sind sichtbare Kennzeichen an Profilen oder Chatfenstern, die anzeigen, dass hinter einer Figur kein Mensch steckt, sondern eine Software. Sie sollen verhindern, dass Nutzer eine künstliche Gesprächspartnerin für eine echte Person halten.
- AI-Referrals
AI-Referrals sind Besucher, die eine Webseite über einen KI-Chatbot erreichen, weil dieser in seiner Antwort einen Link auf die Seite gesetzt hat. Sie gelten als neue Quelle für Website-Besuche neben der klassischen Suchmaschine – bislang jedoch in sehr geringer Menge.
- AIME
AIME ist ein schwerer amerikanischer Mathematikwettbewerb für Schülerinnen und Schüler, dessen Aufgaben heute auch benutzt werden, um KI-Systeme zu testen. Weil jede Antwort eine ganze Zahl zwischen 0 und 999 ist, lässt sich maschinell eindeutig prüfen, ob ein Modell richtig gerechnet hat.
- Aktive Parameter
Aktive Parameter sind der Teil der einstellbaren Zahlenwerte eines KI-Modells, der für eine einzelne Anfrage wirklich mitrechnet. Bei manchen Modellen ist das nur ein Bruchteil der Gesamtzahl, was den Betrieb deutlich billiger macht.
- Aktive Parameter bei Mixture-of-Experts
Aktive Parameter sind der Teil eines KI-Modells, der bei einer einzelnen Anfrage wirklich mitrechnet. Bei Modellen mit Expertenaufteilung ist diese Zahl viel kleiner als die Gesamtzahl der Parameter — und sie bestimmt, wie schnell und wie teuer das Modell antwortet.
- Aktivierte Parameter
Aktivierte Parameter sind der Teil der gelernten Stellwerte eines KI-Modells, der für eine einzelne Anfrage wirklich mitrechnet. Die Zahl sagt mehr über Geschwindigkeit und Kosten aus als die oft genannte Gesamtgröße des Modells.
- Aktivierte Parameterzahl
Die aktivierte Parameterzahl gibt an, wie viele der eingestellten Werte eines KI-Modells bei einer einzelnen Anfrage tatsächlich mitrechnen. Sie kann deutlich kleiner sein als die Gesamtzahl und entscheidet mit darüber, wie schnell und wie teuer ein Modell im Betrieb ist.
- Aktivierung
Eine Aktivierung ist der Zahlenwert, den eine einzelne Recheneinheit in einem künstlichen neuronalen Netz gerade ausgibt. Diese Zwischenergebnisse wandern Schicht für Schicht durch das Netz und bestimmen am Ende, welche Antwort herauskommt.
- Aktivierung (neuronales Netz)
Eine Aktivierung ist der Zahlenwert, den eine einzelne Recheneinheit in einem künstlichen neuronalen Netz gerade ausgibt. Alle Aktivierungen zusammen bilden den Zwischenstand, mit dem das Netz eine Eingabe schrittweise in eine Antwort verwandelt.
- Aktivierungsenergie
Die Aktivierungsenergie ist die Mindestenergie, die eine chemische Reaktion braucht, um überhaupt in Gang zu kommen. Sie erklärt, warum Holz bei Zimmertemperatur nicht von selbst verbrennt, obwohl das Verbrennen insgesamt Energie freisetzt – und warum ein Streichholz reicht, um es doch zu tun.
- Aktivierungsraum
Der Aktivierungsraum ist der Zahlenraum, in dem ein KI-System seine Zwischenergebnisse ablegt, während es eine Eingabe verarbeitet. Ähnliche Inhalte landen dort an ähnlichen Stellen, weshalb Forscher diesen Raum untersuchen, um zu verstehen, was ein Modell intern eigentlich denkt.
- Akzeptanzrate
Die Akzeptanzrate misst, welcher Anteil der Vorschläge eines Computerprogramms von den Nutzern tatsächlich übernommen wird. Sie ist besonders bei Programmierhilfen wie GitHub Copilot die wichtigste Kennzahl dafür, ob ein System im Alltag wirklich nützt.
- Alexa
Alexa ist der Sprachassistent von Amazon: ein Programm, das gesprochene Befehle versteht und darauf reagiert, etwa Musik abspielt oder Lampen schaltet. Bekannt wurde es durch die Lautsprecher der Echo-Reihe, seit 2025 arbeitet dahinter zusätzlich eine neuere KI-Technik.
- Algebraische Zahlentheorie
Die algebraische Zahlentheorie untersucht ganze Zahlen und ihre Teilbarkeit, indem sie den Zahlbereich gezielt erweitert. Sie liefert unter anderem die mathematische Grundlage für moderne Verschlüsselung.
- Algorithmic Bias
Algorithmic Bias bezeichnet eine systematische Schieflage in automatisch getroffenen Entscheidungen: Ein Computerprogramm behandelt bestimmte Gruppen von Menschen regelmäßig schlechter als andere. Ursache sind meist die Daten, aus denen das Programm gelernt hat, nicht eine böse Absicht der Entwickler.
- Algorithmic Monoculture
Algorithmic Monoculture beschreibt eine Lage, in der viele Unternehmen oder Behörden dieselbe automatische Entscheidungsregel verwenden. Weil dann alle nach denselben Maßstäben urteilen, treffen dieselben Menschen überall auf dieselbe Absage — und ein Fehler in der Regel wirkt sich sofort flächendeckend aus.
- Alignment
Alignment bezeichnet die Aufgabe, ein KI-System so auszurichten, dass es tatsächlich das tut, was Menschen von ihm wollen — und nicht nur das, was zufällig in seiner Aufgabenbeschreibung steht. Der Begriff umfasst sowohl technische Verfahren als auch die Frage, an welchen Werten man ein System überhaupt ausrichtet.
- Alignment-Vortraining
Alignment-Vortraining bedeutet, dass ein KI-System schon während des ersten großen Lernprozesses auf erwünschtes Verhalten hin geformt wird — nicht erst durch Nachbesserungen am Ende. Erwünschte und unerwünschte Beispiele werden dabei von Anfang an unterschiedlich behandelt.
- Allow-List
Eine Allow-List ist eine Liste, die genau festlegt, wer oder was erlaubt ist – alles andere wird automatisch abgelehnt. Sie ist das Gegenstück zur Sperrliste, die umgekehrt nur einzelne Dinge verbietet und den Rest durchlässt.
- Alpha-Phase
Die Alpha-Phase ist der frühe Abschnitt in der Entwicklung eines Programms, in dem es zwar schon läuft, aber noch unfertig und fehleranfällig ist. Getestet wird meist nur intern oder von einer kleinen ausgewählten Gruppe.
- AlphaGenome
AlphaGenome ist ein KI-Modell der Google-Tochter DeepMind, das vorhersagt, welche Wirkung einzelne Stellen im menschlichen Erbgut haben. Es soll Forschenden helfen zu verstehen, warum bestimmte Abweichungen im Erbgut Krankheiten auslösen können.
- AlphaGo-Moment
Als AlphaGo-Moment bezeichnet man den Zeitpunkt, an dem ein Computerprogramm eine Aufgabe plötzlich besser löst als der beste Mensch – und dabei Lösungen findet, auf die Fachleute nie gekommen wären. Der Ausdruck geht auf das Brettspielprogramm AlphaGo zurück, das 2016 den Weltklassespieler Lee Sedol schlug.
- Altersverifikation
Altersverifikation bezeichnet alle technischen Verfahren, mit denen ein Onlinedienst prüft, wie alt eine Nutzerin oder ein Nutzer wirklich ist. Sie reicht vom simplen Klick auf "Ich bin über 18" bis zum Abgleich mit dem Personalausweis oder einer Schätzung per Gesichtsanalyse.
- Always-on-Agent
Ein Always-on-Agent ist ein Computerprogramm mit künstlicher Intelligenz, das dauerhaft im Hintergrund läuft und selbst entscheidet, wann es aktiv wird. Anders als ein Chatbot wartet es nicht auf eine Frage, sondern beobachtet Ereignisse und handelt von sich aus.
- Always-on-Sensorik
Always-on-Sensorik bezeichnet Sensoren in Geräten wie Handys, Uhren oder Lautsprechern, die dauerhaft messen, statt nur nach dem Einschalten. Sie verbrauchen dabei extrem wenig Strom und wecken das restliche Gerät erst, wenn wirklich etwas passiert.
- Ambient Agent
Ein Ambient Agent ist ein KI-Programm, das im Hintergrund mitläuft und selbst bemerkt, wann es etwas tun soll – statt auf eine Eingabe zu warten. Es reagiert auf Ereignisse wie neue E-Mails, Kalendereinträge oder Codeänderungen und meldet sich nur, wenn es wichtig wird.
- Ambient Computing
Ambient Computing bezeichnet die Idee, dass Technik unsichtbar in der Umgebung mitläuft und im Hintergrund reagiert, statt dass man sie bewusst bedient. Statt ein Gerät in die Hand zu nehmen, spricht, geht oder handelt man einfach – und die Technik zieht daraus ihre Schlüsse.
- Ambient Intelligence
Ambient Intelligence beschreibt Räume, die mit Sensoren und Computertechnik ausgestattet sind und sich unaufgefordert an die Menschen darin anpassen. Die Technik bleibt dabei möglichst unsichtbar: Man bedient kein Gerät, sondern lebt einfach in der Umgebung.
- Amdahls Gesetz
Amdahls Gesetz beschreibt, wie viel schneller eine Aufgabe wird, wenn man sie auf mehrere Rechenwerke verteilt. Der Kern: Der Teil der Arbeit, der zwingend Schritt für Schritt ablaufen muss, begrenzt den Gewinn — egal wie viele Prozessoren man hinzufügt.
- American Depositary Receipt
Ein American Depositary Receipt ist ein Wertpapier, das an einer US-Börse gehandelt wird und Aktien eines Unternehmens außerhalb der USA vertritt. Es erlaubt amerikanischen Anlegern, in Firmen wie SAP oder Alibaba zu investieren, ohne an einer ausländischen Börse kaufen zu müssen.
- Amicus Brief
Ein Amicus Brief ist eine schriftliche Stellungnahme, die jemand bei einem Gericht einreicht, obwohl er selbst nicht am Prozess beteiligt ist. In Verfahren rund um KI nutzen Unternehmen, Verbände und Forscher dieses Mittel, um Richter auf technische Folgen eines Urteils hinzuweisen.
- Android Auto
Android Auto ist ein Dienst von Google, der Inhalte eines Handys auf dem Bildschirm im Auto anzeigt und dabei stark vereinfacht darstellt. Der Bildschirm im Wagen wird so zur Bedienfläche für Navigation, Musik und Nachrichten, während das Handy selbst in der Tasche bleiben kann.
- Android Open Source Project
Das Android Open Source Project, kurz AOSP, ist die frei verfügbare Grundversion des Handy-Betriebssystems Android. Google veröffentlicht dort den Bauplan des Systems, sodass Hersteller und Entwickler ihn kostenlos nutzen und verändern dürfen.
- Angriffsvektor
Ein Angriffsvektor ist der konkrete Weg, über den jemand unerlaubt in ein Computersystem eindringt – etwa eine gefälschte E-Mail, ein gestohlenes Passwort oder ein Fehler in einer Software. Fachleute zählen und bewerten diese Wege, um die gefährlichsten zuerst zu schließen.
- Annotation
Annotation bedeutet, Daten mit zusätzlichen Informationen zu versehen, damit eine Maschine daraus lernen kann. Auf einem Foto markiert ein Mensch zum Beispiel, wo ein Auto zu sehen ist – und liefert der Software damit die richtige Antwort zum Üben.
- Annual Recurring Revenue
Annual Recurring Revenue, kurz ARR, ist der Umsatz, den ein Unternehmen aus laufenden Abonnements pro Jahr sicher erwartet. Die Kennzahl zeigt, wie viel Geld verlässlich hereinkommt, wenn kein Kunde kündigt und kein neuer dazukommt.
- Annual Recurring Revenue
Annual Recurring Revenue, kurz ARR, ist der Umsatz, den ein Unternehmen aus laufenden Abonnements in einem Jahr erwartet. Die Kennzahl gilt als wichtigster Maßstab dafür, wie schnell Software- und KI-Firmen wachsen.
- Annualisierter wiederkehrender Umsatz
Der annualisierte wiederkehrende Umsatz, kurz ARR, rechnet die regelmäßigen Zahlungen eines Unternehmens auf ein volles Jahr hoch. Er ist die wichtigste Kennzahl für Firmen, die Software im Abo verkaufen – und in KI-News die Zahl, an der Wachstum gemessen wird.
- Answer Engine
Eine Answer Engine ist ein Suchsystem, das auf eine Frage direkt eine ausformulierte Antwort liefert, statt nur eine Liste von Links anzuzeigen. Bekannte Beispiele sind Perplexity, ChatGPT mit Websuche und die KI-Übersichten in der Google-Suche.
- Answer Engine Optimization
Answer Engine Optimization (AEO) bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Firmen dafür sorgen wollen, dass Programme wie ChatGPT ihre Inhalte in fertigen Antworten erwähnen. Es ist die Weiterentwicklung der klassischen Suchmaschinen-Optimierung für eine Welt, in der viele Nutzer keine Trefferliste mehr anklicken.
- Anthropomorphe KI
Anthropomorphe KI bezeichnet Computerprogramme, die absichtlich menschlich wirken – durch Sprache, Stimme, Namen oder Aussehen. Der Begriff meint auch die Neigung von Menschen, solchen Programmen Gefühle und Absichten zuzuschreiben, die sie nicht haben.
- Antibiotikaresistenz
Antibiotikaresistenz bedeutet, dass Bakterien von einem Medikament nicht mehr abgetötet werden, das früher gegen sie wirkte. Sie entsteht durch zufällige Veränderungen im Erbgut der Bakterien und breitet sich aus, wenn Antibiotika zu häufig oder falsch eingesetzt werden.
- Antwortzeit
Die Antwortzeit ist die Spanne zwischen einer Anfrage und der Antwort des Systems. Bei KI-Diensten entscheidet sie darüber, ob sich ein Chatbot flüssig anfühlt oder zäh — und sie kostet Geld.
- Anwendungsschicht
Die Anwendungsschicht ist die oberste Ebene eines geschichteten Computersystems – dort, wo Programme sitzen, mit denen Menschen direkt arbeiten. In der KI-Branche meint der Begriff die Firmen, die aus fremden Basismodellen fertige Produkte für Endkunden bauen.
- Apache 2.0
Apache 2.0 ist ein weit verbreiteter Nutzungsvertrag für Software, den der Urheber vorab festlegt. Er erlaubt jedem, den Programmcode kostenlos zu verwenden, zu verändern und auch kommerziell weiterzugeben, solange der ursprüngliche Urheber genannt wird.
- Apache-2.0-Lizenz
Die Apache-2.0-Lizenz ist ein Standardvertrag, mit dem Entwickler ihre Software zur freien Nutzung freigeben – auch für kommerzielle Zwecke. Sie ist besonders in der KI-Welt verbreitet, weil viele frei verfügbare Sprachmodelle unter ihr veröffentlicht werden.
- API
Eine API ist eine festgelegte Schnittstelle, über die ein Programm Daten oder Funktionen eines anderen Programms nutzen kann. Sie regelt genau, welche Anfragen erlaubt sind und in welcher Form die Antwort zurückkommt.
- API-Aufruf
Ein API-Aufruf ist eine Anfrage, die ein Programm über das Internet an ein anderes Programm schickt, um dort eine Leistung abzurufen. Bei KI-Diensten ist der API-Aufruf die übliche Art, ein Modell zu benutzen — und die Einheit, nach der abgerechnet wird.
- API-Dokumentation
Die API-Dokumentation ist die Bedienungsanleitung für eine Programmierschnittstelle: Sie beschreibt, welche Anfragen ein Programm an einen fremden Dienst schicken darf und welche Antworten es dafür bekommt. Ohne sie müsste jeder Entwickler durch Ausprobieren herausfinden, wie ein Dienst funktioniert.
- API-Endpoint
Ein API-Endpoint ist eine feste Internetadresse, an die ein Programm eine Anfrage schickt, um von einem anderen Programm eine Antwort zu bekommen. Wer heute ein KI-Modell wie GPT oder Claude in eine eigene App einbaut, spricht genau so einen Endpoint an.
- API-Erweiterung
Eine API-Erweiterung fügt einer bestehenden Programmschnittstelle neue Funktionen hinzu, über die fremde Programme einen Dienst nutzen können. Sie ist der übliche Weg, mit dem Anbieter wie OpenAI oder Google ihre KI-Dienste für Entwickler öffnen, ohne alte Anwendungen zu zerstören.
- API-Funktion
Eine API-Funktion ist ein einzelner, klar definierter Dienst, den ein Programm einem anderen Programm anbietet — zum Beispiel „übersetze diesen Text". Man ruft sie über das Internet oder innerhalb eines Rechners auf, schickt Daten mit und bekommt ein Ergebnis zurück.
- API-Gateway
Ein API-Gateway ist eine zentrale Eingangsstelle, über die alle Anfragen an die Programmbausteine eines Online-Dienstes laufen. Es prüft, verteilt, bremst und protokolliert diese Anfragen, damit die dahinterliegenden Programme entlastet und geschützt bleiben.
- API-Key
Ein API-Key ist eine lange Zeichenfolge, mit der sich ein Programm bei einem fremden Dienst ausweist. Der Anbieter erkennt daran, wer die Anfrage stellt, was diese Person darf und wem er die Nutzung in Rechnung stellt.
- API-Ökonomie
Die API-Ökonomie beschreibt ein Geschäftsmodell, bei dem Unternehmen ihre Software-Funktionen über technische Schnittstellen an andere Firmen vermieten statt an Endkunden verkaufen. Bezahlt wird meist pro Abruf, weshalb große Teile heutiger Apps aus zugekauften Bausteinen fremder Anbieter bestehen.
- API-Schnittstelle
Eine API-Schnittstelle ist ein festgelegter Weg, über den ein Programm Daten oder Funktionen eines anderen Programms nutzen kann. Sie ist die Grundlage dafür, dass Apps, Webseiten und KI-Dienste miteinander zusammenarbeiten können.
- Apollo-Programm
Das Apollo-Programm war das US-amerikanische Raumfahrtprogramm der 1960er- und frühen 1970er-Jahre, mit dem erstmals Menschen auf dem Mond landeten. Zwischen 1969 und 1972 betraten zwölf Astronauten die Mondoberfläche.
- Apoptose
Apoptose ist der geordnete Selbstabbau einer Zelle nach einem festen inneren Programm. Der Körper entfernt damit alte, überflüssige oder beschädigte Zellen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
- Apple Silicon
Apple Silicon ist der Name für die Computerchips, die Apple seit 2020 selbst entwirft und in Macs, iPads und iPhones einbaut. Die Chips vereinen Hauptprozessor, Grafikeinheit und Speicheranbindung auf einem einzigen Bauteil und gelten als besonders sparsam.
- Applicant Tracking System
Ein Applicant Tracking System ist eine Software, mit der Unternehmen eingehende Bewerbungen sammeln, sortieren und durch den Auswahlprozess begleiten. Sie liest Lebensläufe automatisch aus, ordnet sie Stellen zu und filtert oder sortiert Kandidaten nach vorgegebenen Kriterien.
- Application Layer
Der Application Layer ist die oberste Ebene eines technischen Systems – dort, wo Menschen es tatsächlich benutzen. In der KI-Welt bezeichnet der Begriff Produkte, die auf fremden Modellen aufbauen, statt eigene zu trainieren.
- Application Programming Interface
Ein Application Programming Interface, kurz API, ist eine festgelegte Schnittstelle, über die ein Programm Dienste eines anderen Programms nutzen kann. Es legt genau fest, welche Anfragen erlaubt sind und welche Antworten zurückkommen.
- Approximate Nearest Neighbour
Approximate Nearest Neighbour ist ein Suchverfahren, das in riesigen Datenmengen sehr schnell Einträge findet, die einem gesuchten Eintrag ähnlich sind. Es verzichtet bewusst auf die Garantie, den allerbesten Treffer zu finden, und wird dadurch hunderte Male schneller.
- Apps SDK
Das Apps SDK ist eine von OpenAI veröffentlichte Sammlung von Werkzeugen, mit der Entwickler eigene Anwendungen direkt in ChatGPT einbauen können. Statt eine eigene Website zu öffnen, ruft der Nutzer die App im Chatfenster auf, wo sie auch eine eigene Bedienoberfläche anzeigen darf.
- AR-Diffusion
AR-Diffusion bezeichnet KI-Modelle, die zwei Erzeugungsprinzipien verbinden: Sie erzeugen Inhalte abschnittweise der Reihe nach, verfeinern aber jeden Abschnitt in mehreren Überarbeitungsschritten. Damit sollen Texte, Bilder und Videos schneller entstehen, ohne dass der rote Faden verloren geht.
- Arbeitsvertragsgesetz
Ein Arbeitsvertragsgesetz ist ein Gesetzentwurf, der die verstreuten Regeln zum Arbeitsvertrag in einem einzigen Gesetzbuch bündeln soll. In Deutschland gibt es ein solches Gesetz bisher nicht – das Arbeitsvertragsrecht steht in vielen verschiedenen Gesetzen und in Gerichtsurteilen.
- ARC-AGI
ARC-AGI ist ein Test für Computerprogramme, der aus bunten Gitterrätseln besteht. Er prüft, ob ein Programm eine völlig neue Regel aus wenigen Beispielen erkennen kann, statt Gelerntes abzurufen.
- Arena-Ranking (LLM Arena)
Das Arena-Ranking ist eine Rangliste von KI-Chatprogrammen, die durch direkte Vergleiche entsteht: Nutzer stellen eine Frage, sehen zwei Antworten ohne Namen und wählen die bessere. Aus Millionen solcher Abstimmungen wird eine Punktzahl berechnet, ähnlich wie bei Schachwertungen.
- ARM
ARM ist ein Bauplan für Prozessoren, also für die Rechenchips in Computern und Handys. Die britische Firma Arm entwirft diesen Bauplan und verkauft Lizenzen daran, statt selbst Chips herzustellen — fast jedes Smartphone der Welt rechnet damit.
- ARM64
ARM64 ist der 64-Bit-Befehlssatz der ARM-Prozessorfamilie, also die Sprache, in der Programme mit dem Chip reden. Fast alle Smartphones nutzen ihn, und seit einigen Jahren erobert er auch Notebooks und Rechenzentren.
- Artificial General Intelligence
Artificial General Intelligence (AGI) bezeichnet ein Computersystem, das jede geistige Aufgabe lösen könnte, die auch ein Mensch bewältigt – und nicht nur einzelne Spezialaufgaben. Ob so etwas möglich ist und wann, ist offen; der Begriff ist deshalb vor allem ein Ziel und ein Streitpunkt, kein existierendes Produkt.
- Artikel 40
Artikel 40 ist der Abschnitt im europäischen Gesetz über digitale Dienste, der große Online-Plattformen verpflichtet, Daten an geprüfte Forscherinnen und Forscher herauszugeben. Er soll unabhängige Untersuchungen darüber ermöglichen, welche Risiken Plattformen für die Gesellschaft erzeugen.
- arXiv
arXiv ist eine kostenlose Internetplattform, auf der Forscher ihre Aufsätze veröffentlichen, bevor eine Fachzeitschrift sie geprüft hat. In der KI-Forschung erscheinen dort die meisten wichtigen Arbeiten zuerst.
- Ascend
Ascend ist eine Reihe von Computerchips des chinesischen Konzerns Huawei, die speziell für die Rechenarbeit künstlicher Intelligenz gebaut sind. Sie gilt als wichtigste chinesische Alternative zu den Chips des US-Marktführers Nvidia.
- Ascend-Chip
Ascend ist eine Reihe von Spezial-Chips des chinesischen Konzerns Huawei, die für das Rechnen künstlicher Intelligenz gebaut wurden. Sie gelten als Chinas wichtigste eigene Antwort auf die dominierenden KI-Chips des US-Herstellers Nvidia.
- ASI
ASI steht für „Artificial Superintelligence“, also eine künstliche Intelligenz, die den Menschen in praktisch allen Denkaufgaben deutlich übertrifft. Bis heute existiert so etwas nicht – ASI ist ein Zukunftsszenario, über das Forscher und Unternehmen streiten.
- ASIC
Ein ASIC ist ein Computerchip, der fest für eine einzige Aufgabe gebaut wird und nichts anderes kann. Weil er nichts Überflüssiges enthält, erledigt er diese eine Aufgabe schneller und sparsamer als ein normaler Prozessor.
- Asset-Pipeline
Eine Asset-Pipeline ist die automatisierte Kette von Arbeitsschritten, die Rohmaterial wie Bilder, 3D-Modelle, Musik oder Texte in genau das Format bringt, das ein Spiel, eine App oder eine Website am Ende laden kann. Sie sorgt dafür, dass aus riesigen Originaldateien schnelle, geprüfte und einheitlich benannte Endprodukte werden.
- AT Protocol
Das AT Protocol ist ein offenes Regelwerk für soziale Netzwerke, bei dem Nutzerkonto, Inhalte und App voneinander getrennt sind. Bekannt wurde es durch Bluesky, den ersten großen Dienst, der darauf aufbaut.
- Atomic Answers
Atomic Answers sind sehr kurze, in sich abgeschlossene Antworten, die eine einzelne Frage direkt beantworten, ohne dass man weiterlesen oder klicken muss. Sie sind zum bevorzugten Format geworden, weil Suchmaschinen und Chatbots genau solche Textstücke aus Webseiten herausgreifen und anzeigen.
- Atomic Design
Atomic Design ist eine Methode, um die Oberfläche einer Website oder App aus kleinen, wiederverwendbaren Bausteinen zusammenzusetzen. Die Bausteine werden dabei in fünf Stufen geordnet, von einem einzelnen Knopf bis zur fertigen Seite.
- Attention
Attention ist ein Rechenverfahren, mit dem ein KI-Programm für jedes Wort in einem Text entscheidet, welche anderen Wörter dafür wichtig sind. Sie ist der Kern moderner Sprachmodelle wie ChatGPT und der Grund, warum diese Programme längere Zusammenhänge verstehen.
- Attribution
Attribution beantwortet die Frage, welcher Werbekontakt einen Kauf ausgelöst hat. Sie verteilt den Verdienst für einen Verkauf auf die verschiedenen Anzeigen, Mails und Suchtreffer, die ein Kunde vorher gesehen hat.
- Attributionskrise
Als Attributionskrise bezeichnet man die wachsende Schwierigkeit, verlässlich zu sagen, wer oder was einen Inhalt oder einen Angriff verursacht hat. Weil KI-Systeme Texte, Bilder und Stimmen täuschend echt nachbilden, verlieren die üblichen Belege für Urheberschaft ihre Beweiskraft.
- Audio-Zusammenfassung
Eine Audio-Zusammenfassung ist eine gesprochene Kurzfassung eines längeren Textes, die ein Computerprogramm automatisch erzeugt. Aus einem Dokument, einer Studie oder mehreren Nachrichtenartikeln entsteht so eine Tonspur von wenigen Minuten, oft im Stil eines Gesprächs zwischen zwei Stimmen.
- Audit-Log
Ein Audit-Log ist eine fortlaufende Liste, in der ein Computersystem festhält, wer wann was getan hat. Sie dient dazu, Vorgänge im Nachhinein nachvollziehen und überprüfen zu können.
- Augmented Reality
Augmented Reality bedeutet, dass ein Gerät zusätzliche Bilder oder Texte in die echte Umgebung einblendet, während man sie ansieht. Man sieht also weiterhin den realen Raum, ergänzt um Inhalte, die ein Computer dazurechnet.
- Augmented-Reality-Brille
Eine Augmented-Reality-Brille ist eine Brille, die zusätzliche Bilder und Texte in das Sichtfeld einblendet, während man die echte Umgebung weiter sieht. Sie kombiniert durchsichtige Gläser, Kameras und Sensoren mit einem kleinen Computer, der versteht, wo sich der Träger gerade befindet.
- Ausrichtung (KI-Alignment)
Ausrichtung bezeichnet die Aufgabe, ein KI-System so zu bauen, dass es wirklich das tut, was Menschen von ihm wollen – und nicht etwas, das nur äußerlich danach aussieht. Der englische Begriff dafür ist Alignment, und er gehört zu den zentralen Streitthemen der KI-Forschung.
- Auth-Token
Ein Auth-Token ist eine Zeichenkette, die ein Programm als Nachweis vorzeigt, dass es sich vorher erfolgreich angemeldet hat. Statt bei jeder Anfrage erneut Passwort oder Schlüssel zu senden, schickt man dieses befristete Stück Text mit.
- Auto-Dubbing
Auto-Dubbing bezeichnet die automatische Übersetzung gesprochener Sprache in Videos, bei der eine Software die neue Tonspur erzeugt. Die Stimme klingt dabei oft wie die der ursprünglichen Sprecherin oder des Sprechers.
- Auto-Labeling
Auto-Labeling bedeutet, dass ein Computerprogramm Trainingsdaten selbst mit Beschreibungen versieht, statt dass Menschen das von Hand tun. Die Ergebnisse sind schneller und billiger, aber weniger zuverlässig als menschliche Arbeit.
- Auto-Layout
Auto-Layout ist eine Funktion in Design- und App-Programmen, bei der Elemente ihre Position und Größe selbst anpassen, statt an festen Koordinaten zu kleben. Ändert sich ein Text oder die Fenstergröße, ordnet sich das Layout automatisch neu.
- Autograd
Autograd ist eine Technik, mit der ein Computerprogramm automatisch ausrechnet, wie stark sich ein Ergebnis ändert, wenn man an einer Stellschraube dreht. In der KI ist das die Grundlage dafür, dass ein Modell aus seinen Fehlern lernen kann.
- Automatisierungsbenchmark
Ein Automatisierungsbenchmark ist ein standardisierter Test, der messen soll, wie gut ein Computerprogramm echte Arbeitsaufgaben selbstständig erledigt. Statt einzelne Fragen zu beantworten, muss das Programm eine komplette Aufgabe zu Ende bringen — etwa eine Tabelle auswerten oder eine Buchung im Browser abschließen.
- Autonome Agenten
Autonome Agenten sind KI-Programme, die ein Ziel nicht nur beantworten, sondern in eigenen Schritten abarbeiten. Sie planen, benutzen Werkzeuge wie Suchmaschinen oder Kalender und prüfen ihre Zwischenergebnisse selbst.
- Autonomes Fahren
Autonomes Fahren bedeutet, dass ein Fahrzeug seine Umgebung selbst erfasst und ohne menschliches Eingreifen lenkt, beschleunigt und bremst. Wie viel der Mensch dabei noch tun muss, beschreibt eine international genutzte Skala von Stufe 0 bis Stufe 5.
- Autonomous Knowledge Platform
Eine Autonomous Knowledge Platform ist ein Softwaresystem, das das verstreute Wissen eines Unternehmens einsammelt, ordnet und auf Nachfrage in Antworten verwandelt. Anders als eine klassische Suche wartet sie nicht nur auf Suchbegriffe, sondern arbeitet selbstständig weiter: Sie sortiert neue Dokumente ein, prüft Widersprüche und stößt Aufgaben von sich aus an.
- Autoregressives Modell
Ein autoregressives Modell erzeugt seine Ausgabe Stück für Stück und benutzt dabei immer das schon Erzeugte als Grundlage für den nächsten Schritt. Fast alle heutigen Chatbots arbeiten so: Sie schreiben Text Wort für Wort, statt eine Antwort in einem Zug fertigzustellen.
- Availability Zone
Eine Availability Zone ist ein eigenständiger Standort eines Cloud-Anbieters, der aus einem oder mehreren Rechenzentren besteht und über eigenen Strom, eigene Kühlung und eigene Netzanbindung verfügt. Mehrere solcher Zonen in einer Region ermöglichen es, Dienste so zu verteilen, dass sie weiterlaufen, wenn ein Standort ausfällt.
- AWS Trainium
AWS Trainium ist ein Spezialchip, den Amazon selbst entwickelt hat, um KI-Systeme zu trainieren. Er ist Amazons Versuch, beim Rechnen für künstliche Intelligenz weniger von den teuren Chips des Marktführers Nvidia abhängig zu sein.
- AX Design
AX Design bedeutet, Websites, Programme und Dienste so zu gestalten, dass nicht nur Menschen sie gut bedienen können, sondern auch selbstständig arbeitende Computerprogramme. Der Begriff ist die Antwort darauf, dass immer häufiger Software statt Menschen auf Seiten klickt, Formulare ausfüllt und Bestellungen auslöst.
- Axion
Das Axion ist ein bisher nicht nachgewiesenes, extrem leichtes Elementarteilchen, das Physiker vorgeschlagen haben, um ein Rätsel im Aufbau der Atomkerne zu lösen. Es gilt zugleich als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Dunkle Materie, also für den unsichtbaren Stoff, der den Großteil der Masse im Weltall ausmacht.
B
- B2B
B2B steht für „Business-to-Business“ und bezeichnet Geschäfte, bei denen ein Unternehmen an ein anderes Unternehmen verkauft statt an Privatpersonen. In der Tech-Branche ist B2B das häufigste Geschäftsmodell, weil Firmenkunden verlässlicher zahlen als einzelne Nutzer.
- B300
Der B300 ist ein Spezialchip der Firma Nvidia, der für das Rechnen künstlicher Intelligenz gebaut wurde. Er ist die verbesserte Fassung des Vorgängerchips B200 und gehört zu den teuersten und begehrtesten Bauteilen in modernen Rechenzentren.
- Backdoor (Machine Learning)
Eine Backdoor ist eine versteckte Fehlfunktion, die jemand einem lernenden Computerprogramm absichtlich beibringt: Normalerweise arbeitet es korrekt, doch bei einem geheimen Auslöser liefert es das vom Angreifer gewünschte Ergebnis. Weil das Programm in allen normalen Tests unauffällig bleibt, sind solche Hintertüren extrem schwer zu entdecken.
- Backend
Das Backend ist der Teil einer App oder Webseite, der unsichtbar auf fremden Computern läuft und dort Daten speichert, prüft und berechnet. Sichtbar ist nur das Frontend – die Oberfläche auf dem eigenen Bildschirm.
- Background Model
Ein Background Model ist ein Rechenmodell, das beschreibt, wie der normale, uninteressante Untergrund aussieht — also alles, was gerade nicht gesucht wird. Erst durch diesen Vergleichsmaßstab lässt sich erkennen, was an einer Beobachtung wirklich auffällig ist.
- Background-Agent
Ein Background-Agent ist ein KI-Programm, das eine Aufgabe eigenständig im Hintergrund abarbeitet, während der Nutzer etwas anderes tut. Statt Antwort für Antwort im Chat zu reagieren, arbeitet es eine Aufgabe über Minuten oder Stunden ab und meldet sich mit dem Ergebnis.
- Backtracking
Backtracking ist eine Problemlösestrategie in der Informatik: Man probiert einen Weg aus, und sobald er sich als falsch erweist, geht man den letzten Schritt zurück und versucht die nächste Möglichkeit. So lässt sich eine riesige Zahl möglicher Lösungen systematisch durchsuchen, ohne jede einzelne komplett zu prüfen.
- Base-Modell
Ein Base-Modell ist die Rohfassung eines KI-Sprachmodells: Es hat riesige Textmengen gelesen und kann Text fortsetzen, wurde aber noch nicht darauf getrimmt, Anweisungen zu befolgen oder höflich zu antworten. Aus dieser Rohfassung entstehen später durch zusätzliche Trainingsschritte die Chat-Programme, die man aus dem Alltag kennt.
- Baseline
Eine Baseline ist ein einfacher Vergleichsmaßstab, an dem man misst, ob ein neues Verfahren wirklich besser ist. Ohne diesen Referenzpunkt sagt eine Erfolgszahl wie „92 Prozent richtig" nichts aus.
- Bash
Bash ist ein Programm, mit dem man einen Computer über getippte Befehle statt über Fenster und Symbole steuert. Es ist die Standardsteuerung auf vielen Linux-Servern und deshalb ein Grundwerkzeug in der Softwareentwicklung.
- BASIC
BASIC ist eine 1964 entwickelte Programmiersprache, die absichtlich so einfach gehalten wurde, dass Anfänger sie in wenigen Stunden lernen konnten. Sie war jahrzehntelang die Standardsprache auf Heimcomputern und machte das Programmieren erstmals für Millionen Menschen zugänglich.
- Basismodell
Ein Basismodell ist ein sehr großes KI-Programm, das auf riesigen Datenmengen allgemein trainiert wurde und danach für viele verschiedene Aufgaben weiterverwendet werden kann. Statt für jede Anwendung bei null anzufangen, bauen Entwickler ihre Produkte auf einem solchen fertigen Modell auf.
- Batch-Verarbeitung
Batch-Verarbeitung bedeutet, dass ein Computer viele Aufgaben sammelt und sie gemeinsam in einem Rutsch abarbeitet, statt jede einzeln sofort zu erledigen. Das ist deutlich effizienter und billiger, dafür muss man auf das Ergebnis warten.
- Bauhaus-Emigration
Als Bauhaus-Emigration bezeichnet man die Auswanderung der Lehrer und Schüler der Kunstschule Bauhaus nach deren Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933. Die Vertriebenen verbreiteten ihre Ideen von schlichtem, funktionalem Design in den USA, Israel und vielen anderen Ländern.
- Bayessche Priorisierung
Bayessche Priorisierung ist ein Verfahren, bei dem man eine Rangfolge von Aufgaben oder Optionen laufend an neue Beobachtungen anpasst. Grundlage ist die Regel von Bayes, die vorhandene Erwartungen mit frischen Daten zu einer aktualisierten Einschätzung verrechnet.
- Bayesscher Ansatz
Der Bayessche Ansatz ist eine Denkweise, bei der man eine anfängliche Vermutung durch neue Beobachtungen Schritt für Schritt korrigiert. Statt einer festen Ja-oder-Nein-Antwort liefert er eine Wahrscheinlichkeit, die sich mit jedem neuen Hinweis verändert.
- BDR
Ein BDR ist ein Mitarbeiter im Vertrieb, der neue mögliche Kunden anspricht und herausfindet, ob sich ein Verkaufsgespräch überhaupt lohnt. Er schließt selbst keine Verträge ab, sondern übergibt vielversprechende Kontakte an Kollegen — und genau diese Arbeit wird gerade zunehmend von KI-Software unterstützt.
- Beam-Breite
Die Beam-Breite legt fest, wie viele mögliche Satzanfänge ein Sprachprogramm gleichzeitig weiterverfolgt, bevor es sich für eine Ausgabe entscheidet. Ein größerer Wert liefert oft bessere Ergebnisse, kostet aber mehr Rechenzeit.
- Behind-the-Meter
Behind-the-Meter bezeichnet eine Stromerzeugung, die direkt beim Verbraucher steht und deren Strom nicht durch den Zähler des öffentlichen Netzes läuft. Rechenzentren nutzen das Prinzip, um Kraftwerke direkt neben ihre Serverhallen zu stellen und den langen Weg über das Stromnetz zu umgehen.
- Belohnungsfunktion
Eine Belohnungsfunktion ist eine Regel, die dem Verhalten eines Computerprogramms eine Punktzahl gibt: gut gemacht heißt viele Punkte, schlecht gemacht wenig. Das Programm probiert danach so lange herum, bis es möglichst viele Punkte sammelt — deshalb entscheidet die Belohnungsfunktion darüber, was es am Ende tatsächlich tut.
- Benchmark
Ein Benchmark ist ein standardisierter Test, mit dem man die Leistung von Computerprogrammen oder KI-Systemen vergleichbar messen kann. Alle Kandidaten bearbeiten dieselben Aufgaben, und das Ergebnis wird meist als Punktzahl oder Prozentwert angegeben.
- Benchmark-Harness
Ein Benchmark-Harness ist ein Programm, das ein KI-Modell automatisch durch eine feste Sammlung von Testaufgaben schickt und die Ergebnisse auszählt. Es sorgt dafür, dass verschiedene Modelle unter exakt denselben Bedingungen geprüft werden und ihre Punktzahlen vergleichbar sind.
- Benchmark-Kontamination
Von Benchmark-Kontamination spricht man, wenn die Aufgaben eines Tests für KI-Systeme schon im Lernmaterial des Systems standen. Das getestete Programm kann die Lösungen dann teilweise auswendig wiedergeben, und das Testergebnis sagt weniger über sein echtes Können aus.
- Benchmarking
Benchmarking heißt: Man lässt verschiedene Computerprogramme dieselben Testaufgaben lösen und vergleicht die Ergebnisse. In der KI-Branche entscheiden solche Vergleiche darüber, welches Programm als das beste gilt.
- Berechtigungsprincipal
Ein Berechtigungsprincipal ist der Handelnde in einem Computersystem, dem Rechte zugewiesen werden – also ein Benutzerkonto, eine Gruppe, ein Gerät oder ein Programm. Alles, was ein System an Zugriff erlaubt oder verweigert, hängt daran, welchem Principal eine Anfrage zugerechnet wird.
- Best-of-Breed-Integration
Best-of-Breed-Integration bedeutet, dass ein Unternehmen für jede Aufgabe das jeweils beste Einzelprogramm auswählt und diese Programme anschließend miteinander verbindet. Der Gegenentwurf ist ein einziges Rundum-System eines Anbieters, das alles abdeckt, aber in Einzelbereichen oft schwächer ist.
- Beta
Beta bezeichnet eine Programmversion, die schon benutzbar ist, aber noch nicht fertig getestet wurde. Der Hersteller gibt sie absichtlich an Nutzer heraus, um Fehler zu finden, bevor die endgültige Fassung erscheint.
- Beta-Header
Ein Beta-Header ist eine kurze Zusatzangabe, die ein Programm beim Aufruf eines Online-Dienstes mitsendet, um eine noch nicht fertige Testfunktion freizuschalten. Ohne diese Angabe verhält sich der Dienst wie gewohnt, mit ihr bekommt der Aufrufer bewusst eine experimentelle Version.
- Beta-Phase
Die Beta-Phase ist der Abschnitt in der Entwicklung eines Programms, in dem eine fast fertige Version an echte Nutzer geht, um Fehler im Alltag zu finden. Sie liegt zwischen dem internen Test und der offiziellen Veröffentlichung.
- Beta-Version
Eine Beta-Version ist eine noch nicht fertige Fassung eines Programms, die schon an Nutzer verteilt wird, damit Fehler auffallen. Sie funktioniert weitgehend, ist aber ausdrücklich als unfertig gekennzeichnet und kann abstürzen oder sich noch ändern.
- Beweisassistent
Ein Beweisassistent ist ein Computerprogramm, das mathematische Beweise Schritt für Schritt auf Fehler prüft. Der Mensch formuliert die Argumente, die Software akzeptiert nur, was lückenlos aus den Voraussetzungen folgt.
- BF16
BF16 ist ein Format, in dem Computer Kommazahlen mit 16 Stellen statt 32 Stellen speichern. Es ist bei KI-Modellen zum Standard geworden, weil es Speicher und Rechenzeit halbiert, ohne das Training instabil zu machen.
- Bias in KI-Modellen
Bias in KI-Modellen bezeichnet systematische Verzerrungen: Ein Computerprogramm behandelt bestimmte Gruppen oder Fälle regelmäßig anders, ohne dass es dafür einen sachlichen Grund gibt. Die Ursache liegt meist in den Daten, aus denen das Programm gelernt hat.
- Bidding-Agent
Ein Bidding-Agent ist ein Computerprogramm, das für einen Käufer oder Verkäufer automatisch Gebote in Auktionen abgibt. Es entscheidet in Sekundenbruchteilen, ob und wie viel geboten wird – nach Regeln oder auf Basis gelernter Vorhersagen.
- Bidirektionaler Transformer
Ein bidirektionaler Transformer ist ein Sprachmodell, das jedes Wort eines Satzes gleichzeitig im Zusammenhang mit allen anderen Wörtern betrachtet – auch mit denen, die danach kommen. Das macht ihn stark im Verstehen von Texten, aber ungeeignet zum Schreiben neuer Sätze.
- Bidirektionalität
Bidirektionalität bedeutet, dass ein Sprachmodell einen Text gleichzeitig von links und von rechts betrachtet und jedes Wort aus seinem gesamten Umfeld deutet. Das macht solche Modelle stark im Verstehen von Texten, aber ungeeignet zum freien Weiterschreiben.
- Bildgenerator
Ein Bildgenerator ist ein Computerprogramm, das aus einer Beschreibung in normaler Sprache ein neues Bild erzeugt. Es sucht das Bild nicht im Internet, sondern rechnet es Pixel für Pixel aus dem, was es aus Millionen Beispielbildern gelernt hat.
- Bildmodell
Ein Bildmodell ist ein Computerprogramm, das aus einer geschriebenen Beschreibung ein neues Bild erzeugt oder vorhandene Bilder verändert. Es hat dafür Millionen von Bildern samt Bildunterschriften ausgewertet und daraus statistische Zusammenhänge zwischen Wörtern und Bildinhalten gelernt.
- Bill of Materials
Eine Bill of Materials ist eine vollständige Liste aller Bestandteile, aus denen ein Produkt zusammengesetzt ist. In der Technik wird sie heute vor allem für Software geführt, damit Hersteller und Kunden wissen, welche fremden Bauteile in einem Programm stecken.
- Binärrauschen
Binärrauschen ist eine zufällige Störung, die nur zwei mögliche Werte kennt: an oder aus, 0 oder 1. In der Technik entsteht es als Fehler bei der Übertragung von Daten, in der KI wird es absichtlich erzeugt, um Modelle robuster zu machen.
- Binärsystem
Das Binärsystem ist eine Zahlenschreibweise, die nur die Ziffern 0 und 1 kennt. Computer rechnen und speichern in dieser Form, weil sich zwei Zustände technisch am zuverlässigsten unterscheiden lassen.
- Biometrische Authentifizierung
Biometrische Authentifizierung prüft die Identität eines Menschen an körperlichen Merkmalen wie Fingerabdruck, Gesicht oder Stimme. Statt ein Passwort einzugeben, zeigt man also sich selbst — was bequem ist, aber eigene Risiken mitbringt.
- Biometrische Daten
Biometrische Daten sind Messwerte körperlicher oder verhaltensbezogener Merkmale, mit denen sich eine bestimmte Person erkennen lässt — etwa Fingerabdruck, Gesicht, Iris oder Stimme. Weil man sie im Gegensatz zu einem Passwort nicht ändern kann, gelten sie rechtlich als besonders schützenswert.
- Biometrische Kategorisierung
Biometrische Kategorisierung bezeichnet Software, die Menschen anhand von Körpermerkmalen wie Gesicht oder Stimme in Gruppen einteilt, etwa nach Alter oder Geschlecht. Sie erkennt also nicht, wer jemand ist, sondern behauptet, was jemand ist – und ist in der EU deshalb teils verboten.
- Biosicherheit
Biosicherheit umfasst alle Regeln und Vorkehrungen, die verhindern sollen, dass Krankheitserreger Schaden anrichten – durch Unfälle oder durch Absicht. In der KI-Debatte geht es vor allem um die Frage, ob Sprachmodelle Laien beim Bau gefährlicher Erreger helfen könnten.
- Biotech
Biotech ist die Kurzform für Biotechnologie: die Nutzung von Lebewesen und ihren Bausteinen, um Medikamente, Lebensmittel oder Materialien herzustellen. An der Börse bezeichnet Biotech eine Branche mit hohen Forschungskosten und sehr großen Kurssprüngen.
- Bitter Lesson
Die Bitter Lesson ist eine bekannte These des KI-Forschers Richard Sutton aus dem Jahr 2019. Sie besagt: Verfahren, die einfach viel Rechenleistung und viele Daten nutzen, schlagen langfristig fast immer Verfahren, in die Menschen ihr Fachwissen von Hand eingebaut haben.
- Black Hat
Als Black Hat bezeichnet man jemanden, der in fremde Computersysteme eindringt, um sich selbst zu bereichern oder Schaden anzurichten. Der Begriff grenzt diese kriminellen Angreifer von Fachleuten ab, die dieselben Techniken mit Erlaubnis zur Absicherung von Systemen einsetzen.
- Blackboard-Architektur
Die Blackboard-Architektur ist ein Bauplan für Software, bei dem mehrere spezialisierte Programmteile an einem gemeinsamen Datenspeicher arbeiten. Jeder Teil liest, was schon dort steht, ergänzt eigene Zwischenergebnisse und bringt die Lösung so Schritt für Schritt voran.
- Blacklist
Eine Blacklist ist eine Liste von Dingen, die ausdrücklich verboten oder gesperrt sind – etwa Webadressen, Absender oder Wörter. Alles, was nicht auf der Liste steht, bleibt erlaubt; genau darin liegt die Stärke und die Schwäche dieses Prinzips.
- Blackwell
Blackwell ist der Name einer Chip-Generation der Firma NVIDIA, die für das Training und den Betrieb großer KI-Systeme gebaut wurde. Sie löste ab 2024 die Vorgängergeneration Hopper ab und gilt als wichtigster Gradmesser für den Boom rund um künstliche Intelligenz.
- BLEU-Score
Der BLEU-Score ist eine Kennzahl, die misst, wie ähnlich eine maschinell erzeugte Übersetzung einer von Menschen angefertigten Musterübersetzung ist. Er wird seit 2002 verwendet, um Übersetzungsprogramme automatisch und ohne menschliche Bewertung zu vergleichen.
- Blindbox
Eine Blindbox ist eine verschlossene Verpackung, bei der man vor dem Kauf nicht weiß, welche Figur oder welcher Artikel darin steckt. Das Prinzip ist die Grundlage eines Milliardenmarkts für Sammelspielzeug und ähnelt in seiner Wirkung den Zufallskäufen in Videospielen.
- Blindtest
Ein Blindtest ist ein Vergleich, bei dem die Testperson nicht weiß, welche der geprüften Sachen sie gerade vor sich hat. So beeinflussen Erwartungen und Markennamen das Urteil nicht — in der KI-Branche werden auf diese Weise Sprachmodelle gegeneinander bewertet.
- Blindtest (Modellevaluation)
Ein Blindtest ist ein Vergleich von KI-Antworten, bei dem die bewertende Person nicht weiß, welches Programm welche Antwort geschrieben hat. So soll verhindert werden, dass ein bekannter Name die Bewertung beeinflusst.
- Bloatware
Bloatware sind Programme, die beim Kauf schon auf einem Handy oder Computer installiert sind, obwohl der Käufer sie nie verlangt hat. Sie belegen Speicher, laufen oft im Hintergrund mit und lassen sich häufig nicht vollständig löschen.
- Bloom-Filter
Ein Bloom-Filter ist eine sehr platzsparende Methode, um zu prüfen, ob ein Element schon einmal gespeichert wurde. Er antwortet entweder mit „sicher nicht dabei" oder mit „wahrscheinlich dabei" – ein Irrtum ist also nur in eine Richtung möglich.
- Blueprints (Unreal Engine)
Blueprints sind das visuelle Programmiersystem der Spiele-Software Unreal Engine: Statt Programmzeilen zu tippen, verbindet man Kästchen mit Linien zu einem Ablaufplan. Damit lassen sich Spielregeln, Figuren und Menüs bauen, ohne eine Programmiersprache zu beherrschen.
- Boilerplate-Code
Boilerplate-Code ist immer gleich aussehender Programmtext, den man in vielen Projekten neu hinschreiben muss, obwohl er nichts Eigenes leistet. Er ist nötig, damit ein Programm überhaupt startet oder mit anderer Software zusammenpasst – gedacht hat man sich dabei nichts Neues.
- Book-to-Bill-Ratio
Die Book-to-Bill-Ratio vergleicht die neu eingegangenen Bestellungen eines Unternehmens mit dem, was es im selben Zeitraum ausgeliefert und in Rechnung gestellt hat. Ein Wert über 1 bedeutet: Es kommt mehr Arbeit herein, als abgearbeitet wird — ein Frühsignal für wachsende Nachfrage.
- Bookings
Bookings sind der Gesamtwert aller Verträge, die ein Unternehmen in einem Zeitraum neu abgeschlossen hat — unabhängig davon, ob das Geld schon geflossen ist. Die Kennzahl zeigt, wie gut der Verkauf gerade läuft, und gilt bei Software- und KI-Firmen als Frühindikator für künftige Umsätze.
- Bootstrap (Software)
Bootstrap bezeichnet den Vorgang, bei dem sich ein System aus einem winzigen Startprogramm selbst hochzieht, bis es voll arbeitsfähig ist. Der bekannteste Fall ist das Starten eines Computers, doch das Prinzip taucht auch bei Programmiersprachen, Firmen und KI-Modellen auf.
- Bootstrapping-Compiler
Ein Bootstrapping-Compiler ist ein Übersetzungsprogramm für eine Programmiersprache, das selbst in genau dieser Sprache geschrieben ist. Damit ein solcher Compiler überhaupt entstehen kann, braucht es eine erste, einfache Version, die in einer anderen Sprache gebaut wurde.
- Bot
Ein Bot ist ein Programm, das eine Aufgabe im Internet automatisch und ohne Menschen am Bildschirm erledigt. Bots durchsuchen Webseiten, beantworten Fragen im Chat, kaufen Tickets oder verbreiten Falschmeldungen – nützlich und schädlich zugleich.
- Bot (KI-Agent)
Ein Bot ist ein Programm, das eine Aufgabe selbstständig und wiederholt erledigt, ohne dass ein Mensch jeden Schritt auslöst. Moderne Bots mit KI im Hintergrund nennt man oft KI-Agenten: Sie planen Zwischenschritte selbst und benutzen dabei andere Programme wie Suchmaschinen oder Kalender.
- Bot-Traffic
Als Bot-Traffic bezeichnet man alle Zugriffe auf eine Website, die nicht von Menschen kommen, sondern von automatisch laufenden Programmen. Auf vielen Websites machen diese maschinellen Zugriffe inzwischen etwa die Hälfte aller Aufrufe aus.
- Bounding Box
Eine Bounding Box ist ein Rechteck, das ein Objekt in einem Bild umschließt und damit angibt, wo es sich befindet. Sie ist die häufigste Art, Bildinhalte für Computerprogramme zu markieren, die Objekte erkennen sollen.
- Brain-Computer-Interface
Ein Brain-Computer-Interface ist eine Verbindung zwischen dem Gehirn und einem Gerät, die Nervenaktivität direkt in Steuerbefehle übersetzt. Damit lassen sich Computer, Prothesen oder Rollstühle ohne Muskelbewegung bedienen.
- Branch
Ein Branch ist eine abgezweigte Arbeitslinie in einem Projekt, an der man Änderungen ausprobieren kann, ohne die bestehende Version zu gefährden. Der Begriff stammt aus der Software-Entwicklung und ist dort der übliche Weg, wie mehrere Leute gleichzeitig an demselben Programm arbeiten.
- Branch (Versionskontrolle)
Ein Branch ist ein abgetrennter Arbeitsstand eines Softwareprojekts, in dem man Änderungen ausprobieren kann, ohne die bisherige Version zu beschädigen. Bewährt sich die Arbeit, wird der Branch wieder mit dem Hauptstand zusammengeführt.
- Breach-Response
Breach-Response bezeichnet das geordnete Vorgehen eines Unternehmens, nachdem Unbefugte in seine Computersysteme eingedrungen sind oder Daten gestohlen haben. Dazu gehören das Stoppen des Angriffs, die Aufklärung des Vorfalls, gesetzlich vorgeschriebene Meldungen und die Information der Betroffenen.
- Break-even
Break-even ist der Punkt, an dem die Einnahmen eines Unternehmens genau die Kosten decken – es entsteht also weder Gewinn noch Verlust. In der Tech- und KI-Branche ist der Begriff wichtig, weil viele Firmen jahrelang mehr ausgeben, als sie einnehmen.
- Break-up-Fee
Eine Break-up-Fee ist eine im Voraus vereinbarte Zahlung, die fällig wird, wenn ein geplanter Firmenkauf oder eine Fusion doch nicht zustande kommt. Sie soll die Seite entschädigen, die viel Zeit und Geld in den gescheiterten Deal gesteckt hat.
- Breaking Change
Ein Breaking Change ist eine Änderung an einer Software, nach der bisher funktionierende fremde Programme nicht mehr laufen. Solche Änderungen werden meist angekündigt und in großen Versionssprüngen gebündelt, weil alle Nutzer nachbessern müssen.
- Bring Your Own Key
Bring Your Own Key (BYOK) bedeutet: Ein Kunde nutzt einen Online-Dienst, verwaltet den geheimen Code zum Ver- und Entschlüsseln seiner Daten aber selbst. Der Anbieter speichert die Daten, kann sie ohne diesen Code jedoch nicht lesen.
- Broken Object Level Authorization
Broken Object Level Authorization ist eine Sicherheitslücke, bei der ein Programm zwar prüft, wer jemand ist, aber nicht, ob diese Person die angeforderten Daten überhaupt sehen darf. Angreifer ändern dann einfach eine Nummer in der Anfrage und erhalten fremde Datensätze.
- Broken-Windows-Theorie
Die Broken-Windows-Theorie besagt, dass sichtbare kleine Missstände größere Probleme nach sich ziehen. Ursprünglich stammt sie aus der Kriminologie, heute wird sie auch in der Softwareentwicklung und bei KI-Systemen als Bild für schleichenden Qualitätsverfall benutzt.
- BrowseComp
BrowseComp ist ein Test von OpenAI, der prüft, wie gut ein KI-System schwer auffindbare Informationen im Internet aufspürt. Die Fragen sind so gebaut, dass die Antwort kurz und eindeutig ist, das Finden aber viele Suchschritte kostet.
- Browser-Erweiterung
Eine Browser-Erweiterung ist ein kleines Zusatzprogramm, das man in ein Surfprogramm wie Chrome oder Firefox einbaut und das dessen Verhalten verändert. Erweiterungen blenden zum Beispiel Werbung aus, verwalten Passwörter oder legen einen KI-Assistenten über jede besuchte Seite.
- Browser-Extension
Eine Browser-Extension ist ein kleines Zusatzprogramm, das man in ein Surfprogramm wie Chrome oder Firefox einbaut und das dessen Verhalten verändert. Sie kann Werbung ausblenden, Passwörter verwalten oder KI-Funktionen direkt in jede Webseite bringen — hat dafür aber oft weitreichenden Zugriff auf alles, was man im Netz tut.
- Brute-Force-Analyse
Die Brute-Force-Analyse löst ein Problem, indem sie einfach alle Möglichkeiten der Reihe nach ausprobiert, statt clever nachzudenken. Sie ist immer erfolgreich, wenn man ihr genug Zeit lässt – nur wächst diese Zeit bei großen Aufgaben ins Unbezahlbare.
- Brute-Force-Suche
Die Brute-Force-Suche ist ein Lösungsverfahren, das einfach alle denkbaren Möglichkeiten der Reihe nach ausprobiert, bis eine passt. Sie ist immer korrekt, aber oft unbezahlbar langsam — und genau deshalb schützt sie auch Passwörter und Verschlüsselung.
- Bruttogewinn
Der Bruttogewinn ist der Umsatz eines Unternehmens abzüglich der Kosten, die direkt für die verkauften Produkte oder Leistungen anfallen. Er zeigt, wie viel Geld vom Verkauf übrig bleibt, bevor Miete, Gehälter der Verwaltung, Forschung, Zinsen und Steuern abgezogen werden.
- Bruttogewinnmarge
Die Bruttogewinnmarge zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes einem Unternehmen übrig bleiben, nachdem die direkten Kosten für das verkaufte Produkt abgezogen sind. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen, um Software-, Hardware- und KI-Geschäftsmodelle zu vergleichen.
- Bruttomarge
Die Bruttomarge zeigt, wie viel von den Einnahmen eines Unternehmens übrig bleibt, nachdem die direkten Kosten der verkauften Ware oder Leistung abgezogen sind. Sie wird in Prozent angegeben und gilt als schneller Hinweis darauf, wie profitabel ein Geschäftsmodell im Kern ist.
- Bruttoreichweite
Die Bruttoreichweite zählt alle Kontakte, die eine Werbekampagne erzeugt — auch mehrfache Kontakte derselben Person. Sie ist deshalb fast immer größer als die Zahl der tatsächlich erreichten Menschen.
- Buchgewinn
Ein Buchgewinn ist ein Gewinn, der nur auf dem Papier existiert: Der Wert eines Besitzes ist gestiegen, aber verkauft wurde noch nichts. Erst beim Verkauf wird daraus echtes Geld – bis dahin kann der Gewinn auch wieder verschwinden.
- Bug-Bounty-Programm
Ein Bug-Bounty-Programm ist ein öffentliches Angebot einer Firma: Wer einen Fehler in ihrer Software findet und ihn vertraulich meldet, bekommt Geld dafür. So sucht das Unternehmen absichtlich Hilfe von außen, statt darauf zu warten, dass Kriminelle die Schwachstelle zuerst entdecken.
- Build-Fix-Validate-Schleife
Die Build-Fix-Validate-Schleife ist ein sich wiederholender Arbeitsablauf, bei dem etwas gebaut, dann nach Fehlern durchsucht und verbessert und schließlich geprüft wird — und das Ergebnis wieder zum Ausgangspunkt der nächsten Runde. In der Softwareentwicklung und bei KI-Systemen ist sie das Grundmuster, nach dem Programme und Modelle Schritt für Schritt besser werden.
- Build-Layer
Ein Build-Layer ist eine einzelne, unveränderliche Zwischenstufe beim Zusammenbauen eines Software-Pakets: Jeder Bauschritt legt eine neue Schicht auf die vorherige. Weil unveränderte Schichten wiederverwendet werden können, verkürzt das Bauzeiten und spart Speicherplatz.
- Bull Case
Der Bull Case ist das optimistische Szenario für eine Aktie oder ein Unternehmen: die Erzählung, wie es läuft, wenn vieles gut geht. Er ist keine Prognose, sondern eine Rechnung unter bewusst günstigen Annahmen — und wird meist zusammen mit einem pessimistischen Gegenszenario gedacht.
- Bun
Bun ist ein Programm, mit dem man in der Programmiersprache JavaScript geschriebene Software auf einem Computer ausführen kann. Es gilt als schnelle Alternative zu Node.js und bündelt mehrere Werkzeuge, die Entwickler sonst einzeln installieren müssten.
- Burggraben (Moat)
Ein Burggraben ist ein dauerhafter Vorteil, der ein Unternehmen vor Konkurrenz schützt und hohe Gewinne über Jahre absichert. In der KI-Branche wird heftig darüber gestritten, ob die großen Modellanbieter überhaupt einen solchen Schutz besitzen.
- Burn-Rate
Die Burn-Rate gibt an, wie viel Geld ein Unternehmen pro Monat mehr ausgibt, als es einnimmt. Sie zeigt, wie schnell ein junges Unternehmen seine Rücklagen aufbraucht — und wie viele Monate es ohne neues Geld noch überlebt.
- Business Email Compromise
Business Email Compromise ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle per E-Mail vorgeben, ein Vorgesetzter oder Geschäftspartner zu sein, um Überweisungen auszulösen. Der Angriff setzt nicht auf Schadsoftware, sondern auf Täuschung von Mitarbeitern.
- Business Process Outsourcing
Business Process Outsourcing bedeutet, dass ein Unternehmen ganze Arbeitsabläufe von einer fremden Firma erledigen lässt, etwa die Kundenhotline oder die Buchhaltung. Diese Branche gilt als besonders stark von KI betroffen, weil viele der ausgelagerten Aufgaben Routine sind.
- Buyout-Firma
Eine Buyout-Firma sammelt Geld bei reichen Anlegern und großen Investoren ein und kauft damit ganze Unternehmen. Sie behält die Firmen einige Jahre, versucht ihren Wert zu steigern und verkauft sie danach möglichst teurer weiter.
- BYOD
BYOD steht für „Bring Your Own Device“ und bezeichnet die Regelung, dass Beschäftigte ihre privaten Geräte wie Handy oder Laptop für die Arbeit nutzen dürfen. Das spart Firmen Geräte und Kosten, wirft aber Fragen zu Datenschutz und Sicherheit auf.
- BYOK (Bring Your Own Key)
BYOK bedeutet, dass ein Kunde den geheimen Code zum Ver- und Entschlüsseln seiner Daten selbst verwaltet, statt ihn dem Anbieter zu überlassen. Wer den Schlüssel abschaltet, macht die gespeicherten Daten für den Anbieter unlesbar.
- Bytecode
Bytecode ist eine Zwischenform von Programmcode: Er steht zwischen dem lesbaren Text, den Menschen schreiben, und den Befehlen, die ein Prozessor direkt ausführt. Ein Hilfsprogramm auf dem Zielgerät liest den Bytecode und setzt ihn dort in echte Maschinenbefehle um.
C
- C-Band
Das C-Band ist ein Bereich von Funkfrequenzen zwischen etwa 3,4 und 4,2 Gigahertz. Er gilt als besonders wertvoll für schnelles Mobilfunknetz, weil er große Datenmengen überträgt und trotzdem weit reicht.
- C-End
C-End bezeichnet das Geschäft mit Privatkunden: Produkte und Dienste, die einzelne Menschen selbst nutzen und meist auch selbst bezahlen. Der Begriff stammt aus dem chinesischen Tech-Sprachgebrauch und taucht in Berichten über Firmen wie Alibaba, ByteDance oder Tencent häufig auf.
- C-Level
Als C-Level bezeichnet man die oberste Führungsebene eines Unternehmens – also die Handvoll Personen mit Titeln wie Chief Executive Officer oder Chief Financial Officer. Sie treffen die Entscheidungen über Strategie, Geld und Personal, die für das gesamte Unternehmen gelten.
- C2PA
C2PA ist ein technischer Standard, der die Herkunft von Bildern, Videos und Audiodateien fälschungssicher in der Datei mitspeichert. So lässt sich nachvollziehen, mit welchem Gerät oder Programm eine Aufnahme entstand und wer sie später bearbeitet hat.
- CAC
CAC steht für Customer Acquisition Cost, also die Kosten, die ein Unternehmen im Schnitt aufwenden muss, um einen einzigen neuen zahlenden Kunden zu gewinnen. Die Kennzahl zeigt, ob sich Werbung und Vertrieb rechnen — vor allem, wenn man sie mit dem vergleicht, was ein Kunde über die Zeit einbringt.
- Cache Hit Rate
Die Cache Hit Rate gibt an, wie oft ein Computer eine angeforderte Information bereits in seinem Zwischenspeicher liegen hat und sie nicht neu beschaffen muss. Je höher dieser Anteil, desto schneller und billiger arbeitet ein System – von der Webseite bis zum KI-Chatbot.
- Cache-Hit (LLM-Inferenz)
Ein Cache-Hit bedeutet, dass ein KI-Sprachmodell einen Teil der Eingabe schon einmal verarbeitet hat und das gespeicherte Zwischenergebnis wiederverwenden kann. Das spart Rechenzeit und senkt bei vielen Anbietern den Preis pro Anfrage deutlich.
- Cache-Miss
Ein Cache-Miss tritt auf, wenn ein Computer Daten in seinem schnellen Zwischenspeicher sucht, sie dort aber nicht findet. Er muss die Daten dann aus einem langsameren Speicher holen, was den Vorgang spürbar verzögert.
- Cached Input
Cached Input bezeichnet den Teil einer Anfrage an ein KI-System, den der Anbieter aus einem Zwischenspeicher wiederverwendet, weil er in einer früheren Anfrage schon einmal genau so vorkam. Weil das Rechenarbeit spart, kosten solche wiederverwendeten Textteile bei vielen Anbietern nur einen Bruchteil des normalen Preises.
- CAD
CAD steht für „Computer-Aided Design“, also das Konstruieren von Bauteilen und Gebäuden am Computer statt auf dem Zeichenbrett. Die entstehenden Modelle sind exakt vermaßt und lassen sich direkt für Simulationen, Fertigungsmaschinen und 3D-Druck weiterverwenden.
- Call-to-Action
Ein Call-to-Action ist eine gezielte Aufforderung an Besucher einer Webseite oder Leser einer Werbung, jetzt etwas Bestimmtes zu tun – etwa auf einen Knopf zu klicken oder sich anzumelden. Er ist das Element, an dem sich messen lässt, ob eine Seite ihr Ziel erreicht.
- Cambricon
Cambricon ist ein chinesisches Unternehmen, das spezielle Computerchips für künstliche Intelligenz entwickelt. Es gilt als wichtigster heimischer Konkurrent des US-Konzerns Nvidia auf dem chinesischen Markt.
- camelCase
camelCase ist eine Schreibweise, bei der mehrere Wörter ohne Leerzeichen zusammengeschrieben werden und jedes neue Wort mit einem Großbuchstaben beginnt. Sie wird vor allem in Programmiersprachen verwendet, weil Namen dort keine Leerzeichen enthalten dürfen.
- Canaries Dashboard
Ein Canaries Dashboard ist eine Übersichtsseite, auf der ein Team die Ergebnisse vieler automatischer Dauertests eines Computersystems auf einen Blick sieht. Schlägt einer dieser Tests fehl, wird das dort sofort sichtbar – oft bevor echte Nutzer den Fehler bemerken.
- Canary-Version
Eine Canary-Version ist eine neue Software-Fassung, die zunächst nur an einen kleinen Teil der Nutzer ausgeliefert wird. Treten dort Fehler auf, wird die Verteilung gestoppt, bevor die Mehrheit betroffen ist.
- CANN
CANN ist die Software, mit der Huaweis KI-Chips angesteuert werden. Sie übersetzt KI-Programme in Befehle für die Ascend-Prozessoren und ist damit Huaweis Gegenstück zu Nvidias Softwarepaket CUDA.
- Capability Threshold
Ein Capability Threshold ist eine vorher festgelegte Grenze für das, was ein KI-System können darf, bevor zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen greifen. Erreicht ein Modell diese Grenze in Tests, muss der Entwickler reagieren – etwa mit strengeren Schutzvorkehrungen oder einem Veröffentlichungsstopp.
- Capex
Capex sind die Ausgaben eines Unternehmens für langlebige Dinge wie Gebäude, Maschinen oder Rechenzentren. In der KI-Branche ist Capex zur wichtigsten Zahl geworden, weil der Bau von Rechenzentren inzwischen dreistellige Milliardenbeträge kostet.
- Capex-Prognose
Eine Capex-Prognose ist die Ankündigung eines Unternehmens, wie viel Geld es im kommenden Jahr für langlebige Anschaffungen wie Gebäude, Maschinen oder Rechenzentren ausgeben will. Bei Technologiekonzernen gilt sie als wichtigster Hinweis darauf, wie stark sie an den Erfolg von KI glauben.
- Capture the Flag
Capture the Flag ist ein Wettbewerb, bei dem Teilnehmer absichtlich unsichere Computersysteme knacken und dort versteckte Codewörter finden. Diese Aufgaben sind heute auch ein Standardtest dafür, wie gut KI-Systeme selbstständig Sicherheitslücken aufspüren können.
- Cargo-Kult
Ein Cargo-Kult ist das Nachahmen äußerer Formen ohne Verständnis der Ursachen, die dahinterstecken. In Technik und Wissenschaft bezeichnet der Ausdruck Arbeitsweisen, die richtig aussehen, aber wirkungslos sind.
- Causal Attention
Causal Attention ist eine Regel in Sprachmodellen, die dafür sorgt, dass jedes Wort beim Rechnen nur auf vorherige Wörter schauen darf, nie auf spätere. Ohne diese Regel könnte ein Modell beim Lernen die Lösung abschreiben, statt echtes Vorhersagen zu üben.
- CBRN
CBRN ist ein Sammelbegriff für die vier gefährlichsten Waffenarten: chemische, biologische, radiologische und nukleare. In der KI-Debatte steht die Abkürzung für die Sorge, dass Sprachmodelle beim Bau solcher Waffen helfen könnten.
- CBRN-Risiken
CBRN-Risiken sind Gefahren durch chemische, biologische, radiologische und nukleare Stoffe, mit denen sich sehr viele Menschen auf einmal schädigen lassen. In der KI-Debatte meint der Begriff die Sorge, dass ein Sprachmodell jemandem beim Bau solcher Waffen hilft.
- CBRN-Waffen
CBRN-Waffen sind chemische, biologische, radiologische und nukleare Waffen – also Waffen, die mit Giftstoffen, Krankheitserregern oder Radioaktivität sehr viele Menschen auf einmal treffen können. In der KI-Debatte steht das Kürzel dafür, dass KI-Systeme keine Anleitungen zum Bau solcher Waffen liefern dürfen.
- Chain-of-Thought
Chain-of-Thought bezeichnet die Technik, ein KI-Sprachprogramm dazu zu bringen, eine Aufgabe in Zwischenschritten durchzurechnen, statt sofort das Ergebnis zu nennen. Bei Aufgaben mit Logik, Mathematik oder mehreren Bedingungen steigt die Trefferquote dadurch deutlich.
- Change Data Feed
Ein Change Data Feed ist eine mitlaufende Liste aller Änderungen an einer Datentabelle: Was wurde neu eingefügt, was gelöscht, was geändert? Nachgelagerte Systeme lesen nur diese Änderungen statt jedes Mal die komplette Tabelle.
- Chatbot
Ein Chatbot ist ein Computerprogramm, mit dem man sich per Text oder Sprache unterhält und das automatisch antwortet. Moderne Chatbots wie ChatGPT beruhen auf Sprachmodellen, die aus riesigen Textmengen gelernt haben, welches Wort typischerweise als nächstes folgt.
- Checkpoint
Ein Checkpoint ist ein gespeicherter Zwischenstand eines KI-Modells: eine Datei, die alle gelernten Zahlenwerte zu einem bestimmten Zeitpunkt festhält. Damit lässt sich ein abgebrochenes Training fortsetzen, ein älterer Stand wiederherstellen oder ein Modell an andere weitergeben.
- Checkpointing
Checkpointing bedeutet, den aktuellen Zwischenstand eines lernenden Computerprogramms regelmäßig auf die Festplatte zu schreiben. Stürzt die Rechenanlage ab, startet man von diesem gespeicherten Stand weiter statt ganz von vorn.
- Chiplet
Ein Chiplet ist ein kleiner Baustein aus Silizium, der zusammen mit anderen solchen Bausteinen in einem gemeinsamen Gehäuse zu einem großen Prozessor zusammengesetzt wird. Diese Bauweise ist billiger und flexibler, als einen ganzen Prozessor aus einem einzigen Stück zu fertigen.
- Chips Act
Chips Act ist der Name von staatlichen Förderprogrammen, mit denen die USA und die EU den Bau von Fabriken für Computerchips im eigenen Land bezahlen. Ziel ist es, weniger von Herstellern in Asien abhängig zu sein.
- Chunking
Chunking bezeichnet das Zerlegen langer Texte in kleinere, in sich sinnvolle Abschnitte, sogenannte Chunks. Es ist ein Standardschritt, wenn KI-Systeme in großen Dokumentsammlungen nach passenden Textstellen suchen sollen.
- CI/CD-Pipeline
Eine CI/CD-Pipeline ist eine automatische Kette von Arbeitsschritten, die neuen Programmcode prüft, zusammenbaut und bis zum fertigen Produkt ausliefert. Sie sorgt dafür, dass Software-Teams täglich Änderungen veröffentlichen können, ohne dass jemand die Prüfungen von Hand durchführt.
- Circular Financing
Circular Financing bezeichnet Geschäfte, bei denen ein Unternehmen einem Kunden das Geld gibt, mit dem dieser dann seine eigenen Produkte kauft. Das Geld läuft im Kreis, der Umsatz sieht in der Bilanz aber wie echtes Wachstum von außen aus.
- Citation-Regeln
Citation-Regeln legen fest, wann und wie ein KI-System die Quellen nennen muss, aus denen seine Antwort stammt. Sie entscheiden darüber, ob man eine Aussage nachprüfen kann und ob die ursprünglichen Autoren sichtbar bleiben.
- Claim Model
Ein Claim Model ist ein Rechenmodell von Versicherungen, das vorhersagt, wie viele Schadensfälle auftreten und wie teuer sie werden. Moderne Versionen nutzen maschinelles Lernen und beeinflussen damit Preise, Rücklagen und die Bearbeitung einzelner Schadensmeldungen.
- Class-A-Aktien
Class-A-Aktien sind eine von mehreren Aktiengattungen eines Unternehmens, die sich meist im Stimmrecht unterscheiden. Wer solche Aktien besitzt, hat oft mehr oder weniger Einfluss auf Unternehmensentscheidungen als Besitzer anderer Gattungen desselben Unternehmens.
- Classifier
Ein Classifier ist ein Computerprogramm, das Dinge in vorgegebene Kategorien einordnet — zum Beispiel eine E-Mail als Spam oder nicht Spam. Er lernt diese Einteilung aus vielen Beispielen, statt festen Regeln zu folgen.
- CLAUDE.md
CLAUDE.md ist eine einfache Textdatei in einem Softwareprojekt, die dem KI-Assistenten Claude von Anthropic erklärt, wie in diesem Projekt gearbeitet wird. Sie wird automatisch mitgelesen, sobald die KI im Projektordner startet, und ersetzt so Anweisungen, die man sonst jedes Mal neu tippen müsste.
- Clean Room
Ein Clean Room ist ein Arbeitsverfahren, bei dem ein Team etwas nachbaut, ohne den Originalcode oder die Originalunterlagen je gesehen zu haben. So lässt sich beweisen, dass nichts abgeschrieben wurde – ein wichtiger Schutz vor Urheberrechtsklagen.
- Clean Room Design
Clean Room Design ist ein Arbeitsverfahren, bei dem ein Team ein fremdes Produkt nachbaut, ohne dessen Originalunterlagen je gesehen zu haben. Es dient dazu, den Vorwurf des Abschreibens vor Gericht entkräften zu können.
- Clean-Room-Reimplementation
Bei einer Clean-Room-Reimplementation baut ein Team eine Software neu, ohne den ursprünglichen Programmtext je gesehen zu haben. Es arbeitet nur mit einer Beschreibung dessen, was das Programm tun soll — so soll bewiesen werden, dass nichts abgeschrieben wurde.
- CLI
CLI steht für Command Line Interface, also eine Bedienung des Computers über eingetippte Textbefehle statt über Fenster und Mausklicks. Programmierer nutzen sie täglich, weil sich getippte Befehle exakt wiederholen, speichern und automatisieren lassen.
- Click-Through-Rate
Die Click-Through-Rate misst, wie viele Menschen auf etwas klicken, das ihnen angezeigt wurde. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Online-Werbegeschäft und steuert indirekt, was uns Empfehlungssysteme überhaupt vorsetzen.
- Client-Side Encryption
Client-Side Encryption bedeutet: Daten werden schon auf dem eigenen Gerät unlesbar gemacht und erst danach zu einem Anbieter im Internet geschickt. Der Anbieter speichert nur den unlesbaren Datensalat und besitzt den Schlüssel nicht.
- Client-Timeout
Ein Client-Timeout ist eine Zeitgrenze, die ein anfragendes Programm selbst setzt: Kommt innerhalb dieser Frist keine Antwort vom Server, bricht es die Anfrage ab. Der Server rechnet dabei oft noch weiter — er merkt vom Abbruch zunächst nichts.
- Clipper Chip
Der Clipper Chip war ein von der US-Regierung 1993 vorgestellter Verschlüsselungsbaustein für Telefone, der Gespräche geheim halten sollte – aber mit einem eingebauten Zweitschlüssel für Behörden. Nach massiver Kritik von Fachleuten und Bürgerrechtlern scheiterte das Projekt 1996, es gilt bis heute als Musterbeispiel für die Debatte um staatliche Hintertüren.
- Closed Loop (Werbeoptimierung)
Closed Loop bezeichnet in der Werbung einen geschlossenen Kreislauf: Eine Anzeige wird ausgespielt, die Reaktion der Nutzer wird gemessen, und das Ergebnis fließt sofort zurück in die Entscheidung, wem als Nächstes welche Anzeige gezeigt wird. Weil die Rückmeldung automatisch weiterverarbeitet wird, verbessert sich das System laufend selbst.
- Closed Source
Closed Source bedeutet, dass ein Unternehmen die Bauanleitung seines Programms geheim hält. Nutzer dürfen das Programm verwenden, aber nicht hineinschauen, es nicht kopieren und nicht selbst verändern.
- Closed-Loop-Kühlung
Closed-Loop-Kühlung ist ein Kühlsystem, bei dem dieselbe Flüssigkeit immer im Kreis läuft und dabei Wärme von Computerchips wegtransportiert. Weil nichts verdampft und nichts abgelassen wird, verbraucht ein solcher Kreislauf fast kein Wasser – ein wichtiges Argument in der Debatte um den Wasserverbrauch von Rechenzentren.
- CLOUD Act
Der CLOUD Act ist ein US-Gesetz von 2018. Es verpflichtet amerikanische Anbieter wie Microsoft, Google oder Amazon, Daten ihrer Kunden an US-Behörden herauszugeben — auch dann, wenn diese Daten auf Servern außerhalb der USA liegen.
- Cloud Run
Cloud Run ist ein Dienst von Google, auf dem Programme laufen, ohne dass man selbst einen Server einrichten muss. Der Dienst startet das Programm automatisch, wenn eine Anfrage kommt, und schaltet es wieder ab, wenn nichts zu tun ist.
- Cloud Summit
Ein Cloud Summit ist eine Fachkonferenz, auf der Anbieter von Rechenleistung aus dem Internet ihre Neuheiten vorstellen. Solche Veranstaltungen sind heute vor allem Bühnen für Ankündigungen rund um künstliche Intelligenz und werden entsprechend genau von Kunden, Journalisten und Anlegern verfolgt.
- Cloud-Backlog
Das Cloud-Backlog ist die Summe aller Beträge, die Kunden einem Cloud-Anbieter vertraglich zugesagt haben, aber noch nicht bezahlt bekommen hat, weil die Leistung erst in der Zukunft erbracht wird. Anleger lesen die Zahl als Vorschau darauf, wie stark der Umsatz in den kommenden Quartalen wachsen dürfte.
- Cloud-Bereitstellung
Cloud-Bereitstellung heißt: Ein Programm läuft nicht auf dem eigenen Computer, sondern auf gemieteten Rechnern in einem großen Rechenzentrum, erreichbar über das Internet. Bei KI-Diensten ist das der Normalfall, weil die nötige Rechenleistung für einzelne Nutzer viel zu teuer wäre.
- Cloud-Labor
Ein Cloud-Labor ist ein echtes Forschungslabor, in dem Roboter die Experimente ausführen und Forscher ihre Versuche über das Internet in Auftrag geben. Statt selbst am Labortisch zu stehen, schickt man eine Versuchsanweisung als Datei und erhält die Messergebnisse zurück.
- Cloud-Region
Eine Cloud-Region ist ein geografisches Gebiet, in dem ein Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google mehrere Rechenzentren betreibt. Kunden wählen die Region aus und legen damit fest, wo ihre Daten physisch liegen und wie schnell ihre Anwendungen antworten.
- Cloudflare Workers
Cloudflare Workers ist ein Dienst, mit dem Entwickler kleine Programme direkt in den weltweit verteilten Rechenzentren der Firma Cloudflare laufen lassen. Der Code startet dort, wo der Besucher gerade ist, und antwortet deshalb sehr schnell.
- Cluster (Rechencluster)
Ein Rechencluster ist eine Gruppe vieler einzelner Computer, die über ein schnelles Netzwerk verbunden sind und gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten. Für das Training großer KI-Modelle sind solche Verbünde die Grundlage, weil ein einzelner Rechner dafür viel zu langsam wäre.
- CMS
Ein CMS ist eine Software, mit der man Texte, Bilder und Videos auf einer Website veröffentlicht, ohne den Programmcode der Seite anzufassen. Bekannte Beispiele sind WordPress, Typo3 und Shopify.
- Co-Design
Co-Design bedeutet, dass zwei Dinge, die später zusammenarbeiten müssen, auch gemeinsam entworfen werden – in der Technik meist ein Chip und die Software, die darauf läuft. Statt nacheinander zu entwickeln, passt man beide Seiten von Anfang an aufeinander an.
- Co-Evolution
Co-Evolution bezeichnet die Entwicklung zweier Seiten, die sich gegenseitig antreiben: Jede Veränderung der einen Seite verändert die Bedingungen für die andere. In der Technikwelt beschreibt der Begriff etwa, wie sich KI-Systeme und ihre Nutzer, Angreifer und Abwehr oder Software und Hardware wechselseitig hochschaukeln.
- Co-Intelligence
Co-Intelligence beschreibt die Zusammenarbeit von Mensch und KI-Programm als Team, in dem beide Seiten unterschiedliche Stärken einbringen. Der Begriff wurde vom Wirtschaftsprofessor Ethan Mollick geprägt und dient heute als Leitbild dafür, wie Menschen KI im Beruf sinnvoll einsetzen.
- CO2-Neutralität
CO2-Neutralität bedeutet, dass ein Unternehmen oder ein Land unterm Strich kein Kohlendioxid mehr in die Luft abgibt. Ausgestoßene Mengen werden entweder vermieden oder an anderer Stelle wieder aus der Atmosphäre entfernt.
- COBOL
COBOL ist eine Programmiersprache aus dem Jahr 1959, die für Buchhaltung, Gehaltsabrechnung und Bankgeschäfte entworfen wurde. Sie gilt als veraltet, läuft aber bis heute in Banken, Versicherungen und Behörden und verwaltet dort täglich enorme Geldbeträge.
- Cobra-Effekt
Der Cobra-Effekt beschreibt eine Maßnahme, die genau das Gegenteil ihres Ziels bewirkt, weil Menschen oder Maschinen die Vorgabe auf unerwartete Weise ausnutzen. In der KI-Debatte steht der Begriff für Systeme, die ihre Zielvorgabe perfekt erfüllen und trotzdem etwas Unerwünschtes tun.
- Code Arena
Code Arena bezeichnet eine Online-Plattform, auf der verschiedene KI-Systeme dieselbe Programmieraufgabe lösen und Menschen anschließend die bessere Lösung auswählen. Aus vielen solcher Duelle entsteht eine Rangliste, die zeigt, welches System beim Programmieren am meisten überzeugt.
- Code Churn
Code Churn misst, wie viel neu geschriebener Programmtext kurz nach seiner Entstehung wieder geändert oder gelöscht wird. Die Kennzahl gilt als Hinweis darauf, wie ausgereift eine Software und wie klar die Anforderungen an sie sind.
- Code of Practice
Ein Code of Practice ist eine freiwillige Sammlung von Regeln, mit der eine Branche zeigt, wie sie gesetzliche Vorgaben in der Praxis umsetzt. In der KI-Welt bezeichnet der Begriff vor allem den Leitfaden, den die Europäische Union mit großen KI-Anbietern für den Umgang mit ihren Modellen ausgehandelt hat.
- Code Review
Ein Code Review ist die Prüfung neuer Programmzeilen durch andere Personen, bevor diese Änderung Teil des fertigen Produkts wird. Es ist in der Softwareentwicklung der wichtigste Filter gegen Fehler, unnötige Komplexität und Sicherheitslücken.
- Codeausführung
Codeausführung bedeutet, dass ein KI-System selbst geschriebene Programmzeilen wirklich laufen lässt und das Ergebnis abliest, statt eine Antwort nur zu formulieren. Damit werden Rechnungen, Tabellen und Diagramme zuverlässiger — der ausgeführte Code kann aber auch gefährlich sein, wenn er nicht abgeschottet läuft.
- Codebasis
Die Codebasis ist die Gesamtheit aller Textdateien, aus denen ein Programm gebaut wird. Sie ist das eigentliche Arbeitsmaterial von Software-Entwicklern und wächst bei großen Produkten auf Millionen von Zeilen an.
- Codex
Codex ist der Name, den OpenAI seinen Systemen zum Schreiben von Programmcode gibt. Aus einer Beschreibung in normaler Sprache erzeugt Codex fertigen Code, testet ihn und schlägt Änderungen an bestehenden Projekten vor.
- Codex-Agenten
Codex-Agenten sind Programme, die Software selbstständig schreiben und ändern: Man beschreibt eine Aufgabe in normaler Sprache, der Agent bearbeitet daraufhin echte Projektdateien und testet seine eigene Arbeit. Der Name stammt von OpenAIs Codex-System, wird heute aber oft allgemein für Programmierassistenten mit dieser Arbeitsweise verwendet.
- Codex-App
Die Codex-App ist ein Programm von OpenAI, das Programmieraufgaben selbstständig erledigt: Man beschreibt in normaler Sprache, was der Computer tun soll, und die App schreibt und testet den nötigen Programmtext. Sie steht als eigene Anwendung, als Kommandozeilenwerkzeug und als Dienst im Browser bereit.
- Coding Agent Index
Ein Coding Agent Index ist ein durchsuchbares Verzeichnis über den gesamten Programmcode eines Projekts, das ein KI-Assistent anlegt, bevor er beim Programmieren hilft. Es sorgt dafür, dass der Assistent die passenden Dateien findet, ohne jedes Mal Millionen Zeilen Code lesen zu müssen.
- Coding-Agent
Ein Coding-Agent ist ein KI-Programm, das Software nicht nur zeilenweise vorschlägt, sondern eine Aufgabe selbstständig in mehreren Schritten bearbeitet: Dateien lesen, Code ändern, Tests starten, Fehler korrigieren. Der Mensch beschreibt das Ziel und prüft am Ende das Ergebnis.
- Coding-Benchmark
Ein Coding-Benchmark ist ein standardisierter Test, mit dem geprüft wird, wie gut ein KI-System Programmieraufgaben löst. Die geschriebenen Programme werden automatisch ausgeführt und mit vorgegebenen Prüfungen verglichen, sodass eine Prozentzahl herauskommt.
- Cognitive Load
Cognitive Load bezeichnet die Menge an Information, die ein Mensch in einem Moment gleichzeitig im Kopf behalten und verarbeiten muss. Weil dieser Arbeitsspeicher im Gehirn sehr klein ist, entscheidet die Belastung darüber, ob wir etwas verstehen oder überfordert abbrechen.
- Cognitive Offloading
Cognitive Offloading bezeichnet das Auslagern von Denkarbeit an Hilfsmittel außerhalb des eigenen Kopfes – etwa an einen Notizzettel, ein Navigationsgerät oder einen KI-Chatbot. Der Begriff stammt aus der Psychologie und wird heute vor allem in der Debatte über den Einfluss von KI-Werkzeugen auf das Denken benutzt.
- Cognitive Surrender
Cognitive Surrender beschreibt, dass Menschen das eigene Nachdenken an Computerprogramme abgeben und deren Antworten kaum noch prüfen. Der Begriff wird vor allem dort benutzt, wo Chatprogramme im Alltag Entscheidungen vorformulieren.
- COGS (Cost of Goods Sold)
COGS steht für „Cost of Goods Sold“ und bezeichnet die Kosten, die direkt entstehen, weil ein Produkt verkauft oder ein Dienst erbracht wird. Bei KI-Unternehmen zählen dazu vor allem die Rechenkosten in Rechenzentren, weshalb COGS zur wichtigsten Kennzahl für die Frage geworden ist, ob KI-Geschäfte profitabel sein können.
- Cold Start
Cold Start bezeichnet die Situation, in der ein System noch keine Daten oder Erfahrungen hat und deshalb schlecht arbeitet. Der Begriff wird vor allem für Empfehlungssysteme benutzt, taucht aber auch bei Servern und Sprachassistenten auf.
- Cold Wallet
Eine Cold Wallet ist eine Aufbewahrung für Kryptowährungen, deren geheimer Zugangsschlüssel dauerhaft ohne Internetverbindung bleibt. Dadurch können Angreifer aus dem Netz ihn nicht stehlen, dafür ist das Bezahlen unbequemer.
- Colocation
Colocation heißt: Ein Unternehmen stellt seine eigenen Computer in ein fremdes Gebäude, das dafür gebaut ist – mit Strom, Kühlung, Internetanschluss und Bewachung. Die Geräte gehören der Firma, das Haus und die Versorgung gehören dem Anbieter.
- Colossus
Colossus ist der Name des riesigen Rechenzentrums, das die Firma xAI von Elon Musk in Memphis betreibt. Dort stehen hunderttausende Spezialchips, mit denen die KI-Modelle der Grok-Reihe trainiert werden.
- Colossus-2-Cluster
Colossus 2 ist die zweite große Rechenanlage des KI-Unternehmens xAI in Memphis, Tennessee, in der hunderttausende Spezialchips gemeinsam an einem einzigen KI-Modell rechnen. Die Anlage gilt als eines der größten Trainingsrechenzentren der Welt und steht zugleich für den enormen Strom- und Kapitalbedarf der aktuellen KI-Entwicklung.
- Command and Control
Command and Control bezeichnet die Fernsteuerung von Computern, die ein Angreifer heimlich übernommen hat. Über einen zentralen Server schickt er Befehle an die infizierten Geräte und holt sich Daten zurück.
- Command Injection
Command Injection ist eine Sicherheitslücke, bei der ein Angreifer über ein normales Eingabefeld eigene Systembefehle auf einem fremden Computer ausführen lässt. Die Ursache ist fast immer, dass ein Programm Benutzereingaben ungeprüft an das Betriebssystem weiterreicht.
- Command Line Interface (CLI)
Ein Command Line Interface ist eine Bedienoberfläche, bei der man Befehle als Text eintippt statt auf Symbole zu klicken. Es gilt als altmodisch, ist aber in der Softwareentwicklung und beim Betrieb von KI-Systemen bis heute das wichtigste Werkzeug.
- Command Validation
Command Validation bezeichnet die Prüfung eines Befehls, bevor ein Computer ihn ausführt. Sie sorgt dafür, dass nur erlaubte und sinnvolle Anweisungen durchgelassen werden — besonders wichtig, wenn KI-Programme selbstständig Befehle erzeugen.
- Command-and-Control-Server
Ein Command-and-Control-Server ist der Rechner, von dem Angreifer aus ihre Schadprogramme auf fremden Geräten steuern. Über ihn schicken sie Befehle und holen gestohlene Daten ab — und genau darum ist er das beliebteste Ziel von Ermittlern.
- Command-Line Interface
Ein Command-Line Interface ist eine Art, einen Computer zu bedienen: Man tippt Befehle als Text ein, statt mit der Maus auf Symbole zu klicken. Es gilt als altmodisch, ist aber in der Software- und KI-Entwicklung bis heute das wichtigste Werkzeug.
- Commit
Ein Commit ist ein gespeicherter Zwischenstand eines Software-Projekts, zusammen mit einer kurzen Notiz, was geändert wurde. Alle Commits hintereinander ergeben die vollständige Entwicklungsgeschichte eines Programms.
- Commit-Hook
Ein Commit-Hook ist ein kleines Programm, das automatisch startet, sobald jemand eine Änderung am Programmcode abspeichert. Es prüft die Änderung und kann das Speichern abbrechen, wenn etwas nicht stimmt.
- Commoditization
Commoditization beschreibt, wie ein Produkt vom besonderen Angebot zur austauschbaren Massenware wird. Wenn viele Anbieter fast dasselbe liefern, entscheidet nur noch der Preis — in der KI-Branche gilt das inzwischen für viele Sprachmodelle.
- Commoditization
Commoditization beschreibt, wie ein früher besonderes Produkt zur austauschbaren Massenware wird, weil viele Anbieter fast dasselbe liefern. Der Preis wird dann zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal – in der KI-Branche betrifft das gerade Sprachmodelle und Rechenleistung.
- Commodity
Eine Commodity ist ein Produkt, das überall praktisch gleich ist, sodass fast nur noch der Preis über den Kauf entscheidet. In der Tech- und KI-Branche ist es das Schlagwort dafür, dass eine einst besondere Technologie zur beliebig austauschbaren Massenware wird.
- Commodity Hedging
Commodity Hedging bezeichnet die Absicherung gegen schwankende Rohstoffpreise. Unternehmen legen dabei über Verträge den Preis für Öl, Kupfer oder Weizen im Voraus fest, um später nicht von teuren Überraschungen getroffen zu werden.
- Community Notes
Community Notes sind kurze Zusatzhinweise, die Nutzer selbst unter irreführende Beiträge in sozialen Netzwerken schreiben. Ein Hinweis wird nur öffentlich sichtbar, wenn ihn Menschen mit sonst gegensätzlichen Ansichten gemeinsam hilfreich finden.
- Compaction
Compaction bezeichnet das Zusammenfassen und Aufräumen von angesammelten Daten, damit ein System nicht an seiner eigenen Datenmenge erstickt. Der Begriff kommt aus der Datenbanktechnik und taucht heute vor allem bei KI-Assistenten auf, die lange Gespräche eindampfen müssen.
- Companion AI
Companion AI bezeichnet Programme, die sich als dauerhafte Gesprächspartner ausgeben und eine persönliche Beziehung zum Nutzer simulieren. Sie merken sich Vorlieben und frühere Gespräche, haben oft einen Namen und einen Charakter – und sind für viele Anbieter ein Abo-Geschäft.
- Compiler
Ein Compiler ist ein Programm, das von Menschen geschriebenen Programmcode in die Befehlssprache eines Computers übersetzt. Ohne diese Übersetzung könnte ein Prozessor mit Anweisungen wie "if" oder "print" nichts anfangen.
- Compliance Checker
Ein Compliance Checker ist ein Programm, das automatisch prüft, ob ein Text, eine Software oder ein Geschäftsvorgang die geltenden Regeln einhält. Es ersetzt Menschen nicht, sondern findet Verstöße schneller und meldet sie zur Kontrolle.
- Compliance-Agent
Ein Compliance-Agent ist ein Computerprogramm mit künstlicher Intelligenz, das selbstständig prüft, ob ein Unternehmen sich an Gesetze und interne Regeln hält. Es liest Dokumente, kontrolliert Vorgänge und meldet Auffälligkeiten an Menschen, die dann entscheiden.
- Compliance-Infrastruktur
Compliance-Infrastruktur ist die Summe aus Software, Abläufen und Zuständigkeiten, mit der ein Unternehmen nachweist, dass es sich an Gesetze und eigene Regeln hält. Bei KI-Produkten gehören dazu etwa Protokolle über Trainingsdaten, Prüfungen von Ausgaben und dokumentierte Freigaben.
- Composer
Composer ist eine Funktion im Programmier-Editor Cursor, bei der eine KI auf Zuruf gleich mehrere Dateien eines Programms ändert. Statt einzelner Vorschläge liefert sie einen kompletten Umbau, den der Mensch anschließend prüft und annimmt oder verwirft.
- Compositing
Compositing bezeichnet das Zusammensetzen mehrerer Bildebenen zu einem einzigen, scheinbar echten Bild. Filme, Werbespots und heute auch KI-generierte Videos entstehen fast immer aus solchen übereinandergelegten Schichten.
- Compound Engineering
Compound Engineering ist eine Arbeitsweise in der Softwareentwicklung, bei der jede gelöste Aufgabe eine dauerhafte Spur hinterlässt: eine Notiz, eine Regel, einen automatischen Test. Ziel ist, dass Teams mit KI-Werkzeugen nicht nur schneller arbeiten, sondern von Woche zu Woche weniger dieselben Fehler wiederholen.
- Compressed Sparse Attention
Compressed Sparse Attention ist ein Rechenverfahren in Sprachmodellen, das lange Texte teils zusammenfasst und teils gezielt auswählt, statt jedes Wort mit jedem anderen zu vergleichen. Dadurch können Programme wie Chatbots sehr lange Eingaben verarbeiten, ohne dass der Rechenaufwand explodiert.
- Compute
Compute ist die Menge an Rechenarbeit, die für eine Aufgabe nötig ist – bei KI vor allem für das Lernen und das Antworten großer Modelle. In der Tech-Branche ist Compute zugleich eine Kostenstelle, ein knappes Gut und ein Machtfaktor.
- Compute-Allokation
Compute-Allokation bezeichnet die Entscheidung, wie viel Rechenleistung ein Unternehmen welchem Projekt zuteilt. Weil leistungsfähige Rechenchips knapp und teuer sind, ist diese Verteilung eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen in der KI-Branche.
- Compute-Cluster
Ein Compute-Cluster ist eine große Gruppe von Computern, die über schnelle Kabel verbunden sind und gemeinsam an einer einzigen Rechenaufgabe arbeiten. In der KI-Branche sind solche Cluster die Maschinen, auf denen große Sprachmodelle trainiert werden.
- Compute-Disziplin
Compute-Disziplin bezeichnet den bewussten, sparsamen Umgang eines Unternehmens mit teurer Rechenleistung für KI. Gemeint ist die Haltung, Rechenzeit wie ein knappes Budget zu behandeln, statt sie unbegrenzt einzusetzen.
- Compute-Futures
Compute-Futures sind Verträge, mit denen man Rechenleistung für einen späteren Zeitraum schon heute zu einem festen Preis kauft oder verkauft. Sie sollen Rechenzeit ähnlich handelbar machen wie Strom, Weizen oder Öl.
- Computer Vision
Computer Vision ist das Fachgebiet, in dem Computer lernen, den Inhalt von Bildern und Videos zu erkennen. Software wandelt dabei rohe Bildpunkte in eine Aussage um, etwa „hier steht ein Fußgänger".
- Computer-Generated Imagery
Computer-Generated Imagery, kurz CGI, bezeichnet Bilder und Bewegtbilder, die vollständig im Computer entstehen statt vor einer Kamera. Die Technik steckt hinter Kinofilmen, Videospielen, Werbespots und Produktbildern im Onlineshop.
- Computer-Use-Agent
Ein Computer-Use-Agent ist ein KI-Programm, das einen Computer so bedient wie ein Mensch: Es sieht den Bildschirm, bewegt den Mauszeiger und tippt auf der Tastatur. Statt nur Text zu schreiben, führt es Aufgaben in echten Programmen und Webseiten selbst aus.
- Computing-Gutschein
Ein Computing-Gutschein ist ein Guthaben, mit dem Forschungsgruppen, Start-ups oder Behörden Rechenzeit auf fremden Hochleistungsrechnern bezahlen können, statt sie mit Geld zu kaufen. Vergeben werden solche Gutscheine meist von Staaten, der EU oder von großen Cloud-Anbietern, um KI-Entwicklung gezielt zu fördern.
- Conditional Branching
Conditional Branching bedeutet, dass ein Programm an einer Stelle prüft, ob eine Bedingung zutrifft, und je nach Ergebnis unterschiedlich weiterarbeitet. Diese bedingte Verzweigung ist ein Grundbaustein jeder Software und steuert heute auch, welchen Weg ein KI-Assistent durch seine Arbeitsschritte nimmt.
- Constitutional AI
Constitutional AI ist ein Trainingsverfahren, bei dem ein KI-Textprogramm seine eigenen Antworten anhand einer schriftlich festgelegten Liste von Regeln kritisiert und verbessert. Statt tausender menschlicher Bewertungen liefert diese Regelliste den Maßstab dafür, was eine gute Antwort ist.
- Constraints
Constraints sind feste Bedingungen, die eine Lösung erfüllen muss, damit sie überhaupt zulässig ist. In der Informatik und in der KI grenzen sie den Raum möglicher Antworten ein, bevor überhaupt nach der besten Antwort gesucht wird.
- Container
Ein Container ist ein Paket, das ein Programm zusammen mit allen Hilfsdateien enthält, die es zum Laufen braucht. Dadurch verhält sich die Software auf jedem Computer gleich, egal ob auf dem Laptop des Entwicklers oder auf einem Server im Rechenzentrum.
- Container-Pooling
Container-Pooling bedeutet, dass ein Rechenzentrum ständig eine Reihe fertig vorbereiteter Arbeitsumgebungen bereithält, statt jede einzeln neu hochzufahren. Kommt eine Anfrage, bekommt sie sofort eine freie Umgebung aus diesem Vorrat und muss nicht auf den Start warten.
- Container-Virtualisierung
Container-Virtualisierung verpackt ein Programm zusammen mit allen Dateien, die es zum Laufen braucht, in ein abgeschlossenes Paket. Dieses Paket läuft auf jedem passenden Rechner gleich – vom Laptop des Entwicklers bis zum Server im Rechenzentrum.
- Containerisierung
Containerisierung ist eine Technik, bei der ein Programm zusammen mit allem, was es zum Laufen braucht, in ein abgeschlossenes Paket gesteckt wird. Dieses Paket läuft auf jedem passenden Computer gleich – auf dem Laptop des Entwicklers ebenso wie auf einem Server im Rechenzentrum.
- Content Moderation
Content Moderation ist die Kontrolle von Inhalten, die Nutzer auf einer Plattform hochladen. Menschen und Software prüfen dabei, ob ein Beitrag gegen Gesetze oder die Regeln der Plattform verstößt, und löschen ihn im Zweifel.
- Content-Management-System
Ein Content-Management-System ist eine Software, mit der man Texte, Bilder und Videos einer Website verwalten und veröffentlichen kann, ohne selbst zu programmieren. Bekannte Beispiele sind WordPress, Shopify und TYPO3.
- Context Bleed
Context Bleed bezeichnet das ungewollte Durchsickern von Informationen aus einem früheren Teil eines Gesprächs in eine spätere, eigentlich unabhängige Antwort. Chatprogramme mit künstlicher Intelligenz vermischen dabei Themen, Rollen oder Nutzerdaten, die getrennt bleiben sollten.
- Context Engineering
Context Engineering ist die Kunst, einem KI-Textsystem genau die Informationen mitzugeben, die es für eine gute Antwort braucht – nicht mehr und nicht weniger. Es entscheidet oft stärker über die Qualität einer Antwort als die Wahl des Systems selbst.
- Context Machine
Eine Context Machine ist ein System, das einem KI-Sprachmodell automatisch die passenden Informationen zusammenstellt, bevor es antwortet. Statt besserer Fragen liefert sie besseres Material: Dokumente, Notizen, Suchergebnisse und Werkzeugausgaben, sauber sortiert und auf das Wichtigste gekürzt.
- Context Poisoning
Context Poisoning bezeichnet einen Angriff, bei dem jemand einem KI-Chatbot heimlich manipulierte Texte unterschiebt, die dieser beim Antworten mitliest. Das Programm hält die versteckten Anweisungen für echte Informationen und handelt danach.
- Context Window
Das Context Window ist die Menge an Text, die ein KI-Sprachmodell gleichzeitig im Blick behalten kann. Alles darin fließt in die Antwort ein, alles außerhalb ist für das Modell nicht vorhanden.
- Continual Learning
Continual Learning bezeichnet Verfahren, mit denen ein Computerprogramm dauerhaft aus neuen Beispielen weiterlernt, ohne das bereits Gelernte zu verlieren. Das Problem dabei: Programme dieser Art überschreiben altes Wissen sehr leicht.
- Continuous Glucose Monitor
Ein Continuous Glucose Monitor ist ein kleiner Sensor am Körper, der den Zuckergehalt im Gewebe rund um die Uhr misst und die Werte an ein Handy oder ein Lesegerät schickt. Er ersetzt für viele Menschen mit Diabetes das mehrfache Stechen in den Finger und liefert Datenreihen, die auch von Software und KI-Systemen ausgewertet werden.
- Continuous Integration
Continuous Integration, kurz CI, ist eine Arbeitsweise in der Softwareentwicklung: Jede Änderung am Programmcode wird sofort mit dem Stand des Teams zusammengeführt und automatisch getestet. So fallen Fehler innerhalb von Minuten auf und nicht erst Wochen später.
- Continuous Integration
Continuous Integration bedeutet, dass Programmierer ihre Änderungen mehrmals täglich zusammenführen und dabei automatisch prüfen lassen. So fallen Fehler nach Minuten auf statt erst nach Wochen.
- Control Plane
Die Control Plane ist der steuernde Teil eines Computersystems: Sie entscheidet, wer was wann tun darf, führt aber die eigentliche Arbeit nicht selbst aus. Ausgeführt wird die Arbeit von der Data Plane, also der Ebene, die Daten tatsächlich verarbeitet und weiterleitet.
- Controllable Effort
Controllable Effort bezeichnet die Möglichkeit, bei einem KI-Modell einzustellen, wie viel Rechenaufwand es in eine einzelne Antwort steckt. Wenig Aufwand bedeutet schnelle und billige Antworten, viel Aufwand bedeutet gründlichere Ergebnisse bei höheren Kosten.
- Convolutional Neural Network
Ein Convolutional Neural Network, kurz CNN, ist ein Rechenverfahren, das aus Bildern selbstständig Muster herausliest. Es prüft ein Bild in vielen kleinen Ausschnitten und setzt aus einfachen Formen nach und nach ganze Objekte zusammen.
- Conway's Law
Conway's Law besagt: Der Aufbau eines Produkts spiegelt den Aufbau der Organisation, die es gebaut hat. Wer in getrennten Teams arbeitet, die kaum miteinander reden, bekommt am Ende auch getrennte, schlecht zusammenpassende Produktteile.
- Coordinator Agent
Ein Coordinator Agent ist ein KI-Programm, das eine große Aufgabe in Teilaufgaben zerlegt und diese an andere Programme verteilt. Es arbeitet selbst kaum inhaltlich, sondern plant, delegiert und fügt die Ergebnisse am Ende zusammen.
- Copyleft
Copyleft ist eine Lizenzbedingung für Software und andere Werke: Man darf sie frei nutzen, verändern und weitergeben – aber nur unter denselben Bedingungen. So bleibt der Quelltext auch in allen späteren Versionen offen.
- Core Web Vitals
Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google bewertet, wie schnell und angenehm sich eine Webseite für Besucher anfühlt. Sie messen die Ladezeit des Hauptinhalts, die Reaktion auf Klicks und das ungewollte Verrutschen von Elementen.
- Cornered Resource
Eine Cornered Resource ist ein wertvoller Zugang, den ein Unternehmen exklusiv besitzt und den Wettbewerber nicht einfach nachbauen können — etwa ein Patent, ein Rohstoffvorkommen oder ein einzigartiges Datenarchiv. Der Begriff stammt aus der Strategieanalyse und wird derzeit oft benutzt, um zu erklären, warum manche KI-Anbieter kaum angreifbar sind.
- Counter-Metric
Eine Counter-Metric ist eine zweite Messgröße, die man mitverfolgt, um zu prüfen, ob die Verbesserung einer Hauptzahl an anderer Stelle Schaden anrichtet. Sie ist eine Art Warnlampe gegen Optimierung, die in die falsche Richtung läuft.
- Covered List
Eine Covered List ist ein Verzeichnis von Unternehmen oder Wertpapieren, die eine Bank, ein Analysehaus oder eine Aufsichtsbehörde regelmäßig beobachtet und für die besondere Regeln gelten. Der Begriff taucht vor allem in der Finanzanalyse und in Compliance-Vorschriften auf, wo festgelegt werden muss, welche Titel „abgedeckt“ sind.
- CPA-Optimierung
CPA-Optimierung bezeichnet die automatische Steuerung von Online-Werbung mit dem Ziel, möglichst wenig Geld pro erreichter Kundenhandlung auszugeben – etwa pro Kauf oder Anmeldung. Ein Lernsystem der Werbeplattform entscheidet dafür bei jeder einzelnen Anzeigenauslieferung neu, wie viel geboten wird.
- CPM
CPM ist der Preis, den ein Werbetreibender für tausend Einblendungen seiner Anzeige zahlt. Die Kennzahl macht Werbeplätze auf unterschiedlichen Webseiten, Apps und Plattformen vergleichbar.
- CPU
Die CPU ist der Hauptprozessor eines Computers: der Baustein, der Rechenschritte nacheinander abarbeitet und den Rest des Geräts steuert. Sie ist extrem vielseitig, aber bei den massenhaft parallelen Rechnungen moderner KI unterlegen – dort übernehmen Grafikchips.
- Crawl-Budget
Das Crawl-Budget ist die Menge an Seiten, die eine Suchmaschine auf einer Website innerhalb einer bestimmten Zeit abruft. Es entscheidet mit darüber, wie schnell neue oder geänderte Inhalte überhaupt in der Suche auftauchen.
- Crawl-to-Refer-Verhältnis
Das Crawl-to-Refer-Verhältnis vergleicht, wie oft ein Programm eines Suchmaschinen- oder KI-Anbieters eine Website automatisch ausliest, mit der Zahl der Besucher, die dieser Anbieter im Gegenzug schickt. Es ist zur zentralen Kennzahl in der Debatte darüber geworden, ob KI-Anbieter Verlage fair behandeln.
- Crawler
Ein Crawler ist ein Programm, das selbstständig Webseiten aufruft, deren Inhalt speichert und den Links auf diesen Seiten weiter folgt. Suchmaschinen und KI-Firmen bauen damit riesige Sammlungen von Texten und Bildern auf.
- Credentials
Credentials sind die Nachweise, mit denen ein Mensch oder ein Programm sich gegenüber einem Computersystem ausweist – etwa Benutzername und Passwort oder ein digitaler Schlüssel. Wer sie in die Hände bekommt, kann sich als der rechtmäßige Nutzer ausgeben, weshalb gestohlene Credentials der häufigste Einstiegspunkt bei Hackerangriffen sind.
- Credit-System
Ein Credit-System ist eine Abrechnungsform, bei der man statt Geld eine interne Guthabenwährung kauft und diese Punkte beim Benutzen eines Dienstes verbraucht. Bei KI-Anbietern ist es die übliche Art, sehr unterschiedlich teure Aufgaben mit einem einzigen Preisschild zu verrechnen.
- CRM
CRM steht für Customer Relationship Management und bezeichnet Software, in der ein Unternehmen alles über seine Kunden und Interessenten sammelt. Jeder Anruf, jede E-Mail und jedes Angebot wird dort festgehalten, damit das Verkaufsteam den Überblick behält.
- Cron
Cron ist ein Dienst auf Servern, der Programme automatisch zu festgelegten Zeiten startet – etwa jede Nacht um drei Uhr. Die einzelnen Aufträge heißen Cronjobs und werden in einer Textdatei mit fünf Zeitangaben beschrieben.
- Cron-Job
Ein Cron-Job ist eine Aufgabe, die ein Computer automatisch zu festgelegten Zeiten ausführt, zum Beispiel jede Nacht um drei Uhr. Der Name stammt vom Programm „cron", das auf Servern seit Jahrzehnten solche Zeitpläne verwaltet.
- Crowdsourcing
Crowdsourcing bedeutet, eine Aufgabe nicht an einzelne Angestellte zu vergeben, sondern öffentlich an eine große Gruppe von Freiwilligen oder bezahlten Gelegenheitsarbeitern. Viele kleine Beiträge ergeben zusammen ein Ergebnis, das eine einzelne Firma allein kaum stemmen könnte.
- CRT-Monitor
Ein CRT-Monitor ist ein Bildschirm, der sein Bild mit einer großen Glasröhre erzeugt, in der ein Elektronenstrahl eine leuchtende Schicht anregt. Diese Technik dominierte Fernseher und Computerbildschirme bis etwa 2005 und wurde dann von Flachbildschirmen abgelöst.
- CSS-Parser
Ein CSS-Parser ist der Teil eines Browsers, der Gestaltungsanweisungen für Webseiten liest und in eine Form übersetzt, mit der das Programm rechnen kann. Erst danach weiß der Browser, welche Schrift, Farbe und Größe ein Element bekommen soll.
- CSV
CSV ist ein sehr einfaches Dateiformat für Tabellen: Jede Zeile ist eine Zeile der Tabelle, und Kommas trennen die einzelnen Felder. Weil fast jedes Programm CSV lesen kann, ist es der Standardweg, um Daten zwischen Systemen auszutauschen.
- CTR
Die CTR (Click-Through-Rate) misst, wie viele Menschen auf etwas klicken, das ihnen angezeigt wurde. Sie ist die wichtigste Kennzahl der Online-Werbung und der Trainingsmaßstab vieler Empfehlungssysteme.
- CTSS
CTSS war ein Steuerprogramm für Großrechner, das ab 1961 am MIT lief und mehreren Menschen erlaubte, denselben Computer gleichzeitig zu benutzen. Es gilt als erstes praktisch eingesetztes System dieser Art und prägte fast alles, was danach kam.
- CUDA
CUDA ist eine Software-Umgebung von Nvidia, mit der Programmierer Grafikkarten für allgemeine Rechenaufgaben nutzen können. Sie ist der Grund, warum fast die gesamte KI-Forschung auf Nvidia-Hardware läuft.
- CUDA
CUDA ist eine Software-Sammlung der Firma Nvidia, mit der Programmierer Grafikkarten für allgemeine Rechenaufgaben nutzen können. Weil fast alle KI-Programme darauf aufbauen, gilt CUDA als wichtigster Grund für Nvidias Vormachtstellung im KI-Geschäft.
- Cumulative Layout Shift
Cumulative Layout Shift ist eine Messzahl dafür, wie stark Inhalte auf einer Internetseite beim Laden noch verrutschen. Je höher der Wert, desto unruhiger wirkt die Seite und desto eher klickt man versehentlich auf das Falsche.
- curl
curl ist ein kleines Programm, mit dem man über die Kommandozeile Daten aus dem Internet abruft oder hinschickt. Es ist das Standardwerkzeug, um Webadressen und Programmierschnittstellen ohne Browser zu testen.
- Curriculum Learning
Curriculum Learning ist eine Trainingsstrategie für KI-Systeme: Die Beispiele werden nicht zufällig gemischt, sondern in einer geplanten Reihenfolge gezeigt, meist von einfach nach schwer. Das Ziel ist ein Programm, das schneller lernt und am Ende zuverlässiger arbeitet.
- Cursor
Cursor ist ein Programm zum Schreiben von Software, in das eine Sprach-KI fest eingebaut ist. Entwickler beschreiben darin in normalem Deutsch oder Englisch, was ihr Programm tun soll, und die KI schlägt den passenden Programmtext vor.
- Custom Agent
Ein Custom Agent ist ein selbst eingerichtetes KI-Programm, das eine feste Aufgabe für eine bestimmte Person oder Firma erledigt. Es bekommt dafür eigene Anweisungen, eigene Daten und den Zugriff auf ausgewählte Werkzeuge wie Kalender, Datenbanken oder E-Mail.
- Custom Chip
Ein Custom Chip ist ein Rechenbaustein, den ein Unternehmen für eine einzige, genau bekannte Aufgabe entwerfen lässt statt einen fertigen Chip von der Stange zu kaufen. Weil er nichts anderes können muss, arbeitet er bei dieser Aufgabe schneller und sparsamer — dafür ist die Entwicklung teuer und langwierig.
- Custom Code
Custom Code ist selbst geschriebener Programmcode, den ein Unternehmen genau für seinen eigenen Zweck entwickelt, statt eine fertige Standardlösung zu kaufen. Er passt perfekt, verursacht aber dauerhaft Aufwand für Wartung und Pflege.
- Custom Instructions
Custom Instructions sind dauerhaft gespeicherte Vorgaben, die ein Nutzer einem KI-Chatbot einmal mitteilt und die danach automatisch für jedes Gespräch gelten. Sie legen zum Beispiel Sprache, Länge, Tonfall oder Hintergrundwissen über den Nutzer fest, ohne dass man das jedes Mal neu tippen muss.
- Custom Silicon
Custom Silicon bezeichnet Computerchips, die ein Unternehmen speziell für seine eigenen Aufgaben entwerfen lässt, statt Standardchips von der Stange zu kaufen. In der KI-Branche baut fast jeder große Konzern inzwischen solche eigenen Chips, um Kosten und Abhängigkeiten zu senken.
- CVE
CVE ist ein weltweit einheitliches Nummernsystem für bekannt gewordene Sicherheitslücken in Software. Jede Lücke bekommt eine eindeutige Kennung wie CVE-2024-3094, damit alle Beteiligten sicher über dasselbe Problem sprechen.
- CVSS-Score
Der CVSS-Score ist eine Zahl von 0 bis 10, die angibt, wie gefährlich eine Sicherheitslücke in einer Software ist. Er hilft Firmen zu entscheiden, welches Problem sie zuerst reparieren müssen.
- Cybench
Cybench ist ein standardisierter Test, mit dem Forscher messen, wie gut KI-Systeme echte Hacking-Aufgaben lösen. Er besteht aus Wettbewerbsaufgaben aus der IT-Sicherheit, die das System selbstständig auf einem Übungsrechner bearbeiten muss.
- Cyber Kill Chain
Die Cyber Kill Chain ist ein Modell, das einen Angriff auf ein Computernetzwerk in sieben aufeinanderfolgende Schritte zerlegt. Wer diese Schritte kennt, kann einen Angriff unterbrechen, bevor er sein eigentliches Ziel erreicht.
- Cyber Safety
Cyber Safety bezeichnet den Schutz von Menschen vor Schäden, die durch die Nutzung digitaler Dienste entstehen – etwa Betrug, Belästigung oder gefährliche Inhalte. Anders als die technische Cybersicherheit geht es dabei nicht um Systeme, sondern um das Wohl der Nutzer.
- Cyber-Klassifikator
Ein Cyber-Klassifikator ist ein Programm, das eingehende Texte oder Anfragen automatisch danach einsortiert, ob sie mit Angriffen auf Computer zu tun haben. Anbieter von KI-Systemen nutzen solche Sortierprogramme, um gefährliche Anfragen zu erkennen, bevor eine Antwort herausgeht.
- CyberGym
CyberGym ist ein Testverfahren, das prüft, wie gut KI-Programme echte Sicherheitslücken in Software finden. Statt Quizfragen bekommen die Programme echten Programmcode aus bekannten Open-Source-Projekten vorgelegt und sollen darin Fehler nachweisen.
- Cybersecurity Clearinghouse
Ein Cybersecurity Clearinghouse ist eine zentrale Stelle, an der Unternehmen und Behörden Informationen über Angriffe im Internet und über Sicherheitslücken zusammentragen und untereinander weitergeben. Ziel ist, dass alle Beteiligten schneller von einer Gefahr erfahren, als wenn jeder nur seine eigenen Vorfälle kennt.
D
- D-Band
Das D-Band ist ein Funkfrequenzbereich von etwa 110 bis 170 Gigahertz. Er bietet enorm viel Platz für schnelle Datenübertragung, hat aber nur eine sehr geringe Reichweite und gilt als Kandidat für künftige Mobilfunkgenerationen.
- Daemon
Ein Daemon ist ein Programm, das dauerhaft im Hintergrund eines Computers läuft und auf Aufgaben wartet, ohne dass ein Fenster oder eine Bedienoberfläche sichtbar ist. Webserver, Druckwarteschlangen und automatische Updates werden typischerweise von solchen Programmen erledigt.
- Daily Driver (Modellnutzung)
Als Daily Driver bezeichnet man das KI-Modell, das jemand im Alltag standardmäßig benutzt, ohne lange zu überlegen. Es ist selten das stärkste verfügbare Modell, sondern das mit dem besten Verhältnis aus Qualität, Tempo und Preis.
- Dark Compute
Dark Compute bezeichnet Rechenleistung in Rechenzentren, die zwar eingebaut und bezahlt ist, aber nicht genutzt wird. Der Begriff ist wichtig geworden, weil Unternehmen Milliarden in Chips für künstliche Intelligenz stecken und ein Teil davon ungenutzt bleibt.
- Dark Factory
Eine Dark Factory ist eine Fabrik, die vollständig ohne Menschen in der Produktion läuft: Maschinen und Roboter erledigen alle Arbeitsschritte selbst. Der Name kommt daher, dass in einer solchen Halle nicht einmal Licht nötig wäre, weil niemand dort etwas sehen muss.
- Dark Fiber
Dark Fiber sind verlegte Glasfaserkabel, durch die noch kein Licht geschickt wird und die deshalb ungenutzt im Boden liegen. Firmen mieten solche Fasern und betreiben sie mit eigener Technik, statt Datenleitungen von einem Netzbetreiber zu kaufen.
- Dark Output
Dark Output bezeichnet Texte, Bilder oder Code, die eine KI erzeugt hat, die aber niemand mehr liest oder prüft. Solche Inhalte sammeln sich in Firmen und im Netz an und verursachen Kosten und Risiken, ohne einen Nutzen zu bringen.
- Dark Patterns
Dark Patterns sind Gestaltungstricks in Apps und auf Webseiten, die Nutzer zu Entscheidungen drängen, die sie eigentlich nicht treffen wollten. Typische Beispiele sind versteckte Kündigungsbuttons, vorausgewählte Zusatzkosten oder künstlicher Zeitdruck beim Kauf.
- Data Clean Room
Ein Data Clean Room ist ein abgeschotteter Bereich, in dem zwei Unternehmen ihre Kundendaten zusammenführen, ohne dass eine Seite die Daten der anderen zu sehen bekommt. Erlaubt sind nur vorher festgelegte Auswertungen, herauskommen dürfen nur zusammengefasste Ergebnisse.
- Data Governance
Data Governance ist die Gesamtheit der Regeln, Zuständigkeiten und Kontrollen, mit denen ein Unternehmen seine Daten ordnet. Sie legt fest, wer welche Daten sehen, ändern und weitergeben darf und wer für ihre Richtigkeit geradesteht.
- Data Loader
Ein Data Loader ist das Programmstück, das Trainingsdaten von der Festplatte holt, portionsweise aufbereitet und an ein lernendes Programm weiterreicht. Er entscheidet mit darüber, ob teure Rechenchips ausgelastet sind oder unnötig warten.
- Data Pipeline
Eine Data Pipeline ist eine festgelegte Kette von Arbeitsschritten, die Daten automatisch von ihrem Entstehungsort zu ihrem Verwendungsort transportiert und dabei aufräumt. Ohne solche Ketten hätten Unternehmen Daten, aber keine brauchbaren Zahlen und keine KI-Modelle.
- Data Poisoning
Data Poisoning bezeichnet Angriffe, bei denen jemand absichtlich falsche oder manipulierte Beispiele in die Lernmaterialien einer KI schmuggelt. Das Programm lernt daraus die gewünschten Fehler und verhält sich später so, wie es der Angreifer geplant hat.
- Data Residency
Data Residency bezeichnet die Frage, in welchem Land die Daten eines Unternehmens oder einer Behörde physisch gespeichert werden. Viele Gesetze und Verträge schreiben vor, dass bestimmte Daten das eigene Land oder die EU nicht verlassen dürfen.
- Data Warehouse
Ein Data Warehouse ist ein zentraler Speicher, in dem ein Unternehmen Daten aus vielen einzelnen Systemen sammelt und einheitlich ordnet. Er ist nicht für das Tagesgeschäft gedacht, sondern für Auswertungen: Berichte, Kennzahlen und Analysen über lange Zeiträume.
- Database Branching
Database Branching bedeutet, von einer laufenden Datenbank in Sekunden eine eigenständige Kopie zu erzeugen, in der man gefahrlos experimentieren kann. Die Kopie belegt zunächst kaum Speicherplatz, weil sie sich die vorhandenen Daten mit dem Original teilt.
- Daten-Flywheel
Ein Daten-Flywheel beschreibt einen sich selbst verstärkenden Kreislauf: Ein Produkt wird genutzt, dabei entstehen Daten, mit diesen Daten wird das Produkt besser, und das zieht noch mehr Nutzer an. Der Begriff erklärt, warum große Anbieter im KI-Markt ihren Vorsprung oft ausbauen statt verlieren.
- Datenbankmigration
Eine Datenbankmigration ist der geplante Umzug gespeicherter Daten von einem Ablagesystem in ein anderes oder die Änderung ihrer inneren Struktur. Sie gilt als eines der riskantesten Vorhaben in der IT, weil dabei der wertvollste Besitz eines Unternehmens bewegt wird: seine Daten.
- Datenexfiltration durch Modelle
Datenexfiltration durch Modelle bezeichnet das ungewollte Abfließen vertraulicher Informationen über ein KI-System — etwa wenn ein Chatbot Firmengeheimnisse ausplaudert oder Angreifer ihn dazu bringen, Daten nach außen zu senden. Sie ist eines der zentralen Sicherheitsrisiken beim Einsatz von KI in Unternehmen.
- Datengraben
Ein Datengraben ist ein Vorsprung, den ein Unternehmen hat, weil es über Daten verfügt, die Konkurrenten nicht einfach beschaffen können. Das Bild stammt vom Wassergraben einer Burg: Er hält Angreifer auf Abstand.
- Datenknappheit
Datenknappheit bezeichnet den Zustand, dass für das Trainieren einer KI nicht mehr genug geeignete Texte, Bilder oder Messwerte verfügbar sind. Sie gilt als eine der zentralen Grenzen für den weiteren Fortschritt großer KI-Systeme.
- Datenlokalisierung
Datenlokalisierung bedeutet, dass ein Staat vorschreibt, digitale Daten über seine Bürger im eigenen Land zu speichern. Solche Regeln zwingen Technologiekonzerne dazu, teure Rechenzentren vor Ort zu bauen, statt alles zentral zu verwalten.
- Datenportabilität
Datenportabilität bedeutet, dass man die eigenen Daten von einem Anbieter mitnehmen und zu einem anderen übertragen kann. In der EU gibt es dafür seit 2018 ein gesetzliches Recht, das für Dienste wie soziale Netzwerke, Streaming-Anbieter oder Online-Shops gilt.
- Datenschutz-Grundverordnung
Die Datenschutz-Grundverordnung ist ein Gesetz der Europäischen Union, das regelt, wie Firmen und Behörden mit persönlichen Daten von Menschen umgehen dürfen. Sie gilt seit 2018 in allen EU-Ländern und erlaubt Bußgelder bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
- Datenvertrag
Ein Datenvertrag ist eine verbindliche Absprache darüber, wie Daten aussehen müssen, die ein Team an ein anderes weitergibt. Er legt Felder, Formate, Bedeutungen und Zuständigkeiten fest, damit nachgelagerte Programme nicht unbemerkt kaputtgehen.
- Dauerhafte Agenten
Dauerhafte Agenten sind Computerprogramme mit künstlicher Intelligenz, die nicht nur einmal antworten, sondern über Tage oder Monate an einer Aufgabe weiterarbeiten. Sie merken sich, was vorher passiert ist, und werden auch dann aktiv, wenn niemand sie gerade anspricht.
- DCN v2
DCN v2 ist ein Modellaufbau, mit dem Empfehlungssysteme vorhersagen, ob ein Nutzer auf etwas klickt oder etwas kauft. Seine Besonderheit ist ein Bauteil, das Merkmale wie Alter, Uhrzeit und Produktkategorie systematisch miteinander kombiniert, statt sie nur einzeln zu betrachten.
- DDoS
Ein DDoS-Angriff überlastet eine Website oder einen Onlinedienst absichtlich mit einer Flut von Anfragen aus tausenden Quellen, bis normale Nutzer nicht mehr durchkommen. Der Angreifer bricht nichts auf und stiehlt keine Daten, er macht das Angebot einfach unerreichbar.
- De-Skilling
De-Skilling bezeichnet den Verlust von Fähigkeiten, wenn Maschinen oder Software eine Tätigkeit übernehmen, die Menschen vorher selbst beherrschen mussten. Der Begriff spielt in der Debatte über KI-Werkzeuge eine große Rolle, weil viele Berufe gerade Teile ihrer Routinearbeit abgeben.
- Dealer-Prinzip
Das Dealer-Prinzip beschreibt eine Geschäftsstrategie, bei der ein Produkt zuerst kostenlos oder sehr billig angeboten wird, damit sich Nutzer daran gewöhnen. Später wird die Abhängigkeit dann in Geld umgewandelt, etwa durch steigende Preise oder kostenpflichtige Zusatzfunktionen.
- Decentralized Autonomous Organization
Eine Decentralized Autonomous Organization ist eine Gemeinschaft, die gemeinsames Geld und gemeinsame Regeln über ein öffentliches Computerprogramm verwaltet statt über eine Geschäftsführung. Entscheidungen fallen durch Abstimmungen der Mitglieder, und das Ergebnis wird automatisch ausgeführt.
- Deceptive Behavior
Deceptive Behavior bezeichnet den Fall, dass ein KI-System gegenüber Menschen etwas anderes behauptet oder zeigt, als seinen tatsächlichen Berechnungen entspricht. Der Begriff spielt in der Sicherheitsforschung eine große Rolle, weil ein täuschendes System durch normale Tests unauffällig durchkommt.
- Decoder
Ein Decoder ist der Teil eines KI-Modells, der Text erzeugt, indem er immer das nächste Wortstück vorhersagt. Fast alle heutigen Chatbots wie ChatGPT bestehen ausschließlich aus einem solchen Decoder.
- Decoding
Decoding ist das Verfahren, mit dem ein Sprachmodell aus lauter Wahrscheinlichkeiten einen fertigen Text macht. Es legt fest, welches Wort als nächstes tatsächlich ausgewählt wird — und entscheidet damit, ob eine Antwort nüchtern, kreativ oder wirr klingt.
- Deduplizierung
Deduplizierung bedeutet, Doppeltes aus einer Datensammlung zu entfernen, sodass jeder Inhalt nur einmal übrig bleibt. In der KI-Entwicklung ist das ein Standardschritt beim Aufräumen von Trainingsdaten, in der Speichertechnik spart es Platz auf Festplatten.
- Deep Learning Super Sampling
Deep Learning Super Sampling ist ein Verfahren von Nvidia, bei dem ein Computerspiel in niedriger Auflösung berechnet und anschließend von einem trainierten Programm auf eine höhere Auflösung hochgerechnet wird. So laufen Spiele deutlich flüssiger, ohne dass das Bild sichtbar schlechter aussieht.
- Deep Packet Inspection
Deep Packet Inspection ist ein Verfahren, bei dem Netzwerkgeräte nicht nur schauen, wohin Daten unterwegs sind, sondern auch, was in ihnen steckt. Die Technik wird für Sicherheit, Netzsteuerung und in manchen Ländern auch für Zensur eingesetzt.
- Deep Tech
Deep Tech bezeichnet Unternehmen, deren Produkte auf einer wissenschaftlichen oder technischen Entdeckung beruhen und die deshalb lange Entwicklungszeiten und viel Geld brauchen. Typische Felder sind Quantencomputer, neue Batterien, Biotechnologie, Halbleiter und Raumfahrt.
- Deepfake
Ein Deepfake ist ein gefälschtes Foto, Video oder Tonaufnahme, das von einem Computerprogramm erzeugt wurde und echt wirkt. Meist zeigt es Menschen, die etwas sagen oder tun, was in Wirklichkeit nie passiert ist.
- Defense in Depth
Defense in Depth ist ein Sicherheitsprinzip, bei dem mehrere unabhängige Schutzmaßnahmen hintereinander geschaltet werden. Fällt eine Schicht aus, fangen die übrigen den Angriff ab, statt dass sofort alles offensteht.
- Defense Production Act
Der Defense Production Act ist ein US-Gesetz von 1950, mit dem die Regierung Unternehmen anweisen kann, bestimmte Güter vorrangig für den Staat zu produzieren. Es wird heute nicht nur für Waffen genutzt, sondern auch für Impfstoffe, Batterien, Chips und Ausrüstung für Rechenzentren.
- DeFi
DeFi steht für „Decentralized Finance“, also Finanzgeschäfte wie Verleihen, Tauschen oder Sparen, die ohne Bank direkt über Computerprogramme in einem offenen Netzwerk ablaufen. Diese Programme sind öffentlich einsehbar und führen jede Regel automatisch aus – was Zwischenhändler ersetzt, aber auch neue Risiken schafft.
- Dekodierung
Dekodierung bezeichnet den Schritt, in dem ein Sprachmodell aus Wahrscheinlichkeiten für viele mögliche nächste Wörter tatsächlich eines auswählt. Die gewählte Strategie entscheidet darüber, ob eine Antwort nüchtern und vorhersagbar oder abwechslungsreich und überraschend klingt.
- Delphi-Methode
Die Delphi-Methode ist ein Verfahren, bei dem Fachleute in mehreren anonymen Befragungsrunden eine Frage über die Zukunft einschätzen. Nach jeder Runde sehen sie die Antworten der anderen und dürfen ihre eigene Schätzung überdenken.
- Demand Aggregation
Demand Aggregation heißt: Viele einzelne Käufer schließen sich zusammen und treten als eine große Bestellung auf. Weil große Mengen billiger und leichter zu liefern sind, sinken die Preise für alle Beteiligten.
- Demand Underwriter
Ein Demand Underwriter ist ein Unternehmen, das die künftige Nachfrage nach einem Produkt vertraglich garantiert, indem es eine feste Abnahme zusagt, bevor die Produktion überhaupt existiert. Im KI-Umfeld übernehmen große Cloud-Anbieter diese Rolle, wenn sie Rechenzentren oder Chipfabriken durch langfristige Abnahmeverträge finanzierbar machen.
- Dense Transformer
Ein Dense Transformer ist ein KI-Modell, bei dem für jede Anfrage alle gelernten Rechenbausteine benutzt werden. Diese Bauweise ist einfach und verlässlich, wird aber mit steigender Größe schnell teuer im Betrieb.
- Denylist
Eine Denylist ist eine Liste von Dingen, die ausdrücklich verboten sind — etwa Wörter, Internetadressen oder Programme. Alles, was nicht auf der Liste steht, ist erlaubt; das unterscheidet sie von der umgekehrten Allowlist.
- Dependency Confusion
Dependency Confusion ist ein Angriff auf Software-Firmen, bei dem ein Angreifer ein öffentliches Programmpaket mit demselben Namen wie ein firmeninternes Paket veröffentlicht. Der Bauprozess der Firma lädt dann versehentlich die fremde Version und führt deren Schadcode aus.
- DeployCo
DeployCo bezeichnet ein Unternehmen, das fertige KI-Modelle nicht selbst entwickelt, sondern sie in konkrete Produkte für Kunden einbaut. Der Begriff grenzt solche Firmen von den Laboren ab, die die Modelle trainieren.
- Deployment
Deployment bezeichnet den Schritt, bei dem fertige Software von den Rechnern der Entwickler auf die Server wandert, die echte Nutzer bedienen. Erst nach diesem Schritt ist eine neue Funktion für die Öffentlichkeit tatsächlich benutzbar.
- Deployment Company
Eine Deployment Company ist ein Unternehmen, das fertige KI-Systeme anderer Anbieter in konkrete Arbeitsabläufe von Firmen einbaut, statt selbst KI-Modelle zu entwickeln. Ihr Geschäft ist die Anwendung: Anpassung, Einführung, Betrieb und Betreuung beim Kunden.
- Deployment Safety Board
Ein Deployment Safety Board ist ein festes Gremium in einem KI-Unternehmen, das entscheidet, ob ein neues Modell oder eine neue Funktion veröffentlicht werden darf. Es prüft vorher Testergebnisse und Risiken und kann eine Veröffentlichung verschieben, einschränken oder ganz stoppen.
- Design Document
Ein Design Document ist ein schriftlicher Plan, in dem ein Entwicklerteam vor dem Programmieren festhält, was gebaut werden soll und warum genau so. Es beschreibt Ziel, Lösungsweg, verworfene Alternativen und offene Risiken und wird von Kolleginnen und Kollegen kommentiert, bevor die Arbeit beginnt.
- Design System
Ein Design System ist eine verbindliche Sammlung aus Bausteinen, Regeln und fertigen Code-Elementen, mit denen ein Unternehmen alle seine Apps und Webseiten einheitlich gestaltet. Es sorgt dafür, dass ein Knopf überall gleich aussieht, gleich funktioniert und nicht jedes Team ihn neu erfindet.
- Design Token
Ein Design Token ist ein benannter Wert für eine Gestaltungsentscheidung, etwa eine Farbe oder ein Abstand. Statt die Farbe überall einzeln einzutippen, steht in der App nur der Name – und der Wert lässt sich zentral ändern.
- Design-System-Import
Beim Design-System-Import übernimmt ein Programm die festgelegten Gestaltungsregeln einer Firma – etwa Farben, Schriftarten und Abstände – als maschinenlesbare Vorgabe. Das Ergebnis: neu erzeugte Bildschirmseiten sehen automatisch so aus, wie es die Marke vorschreibt.
- Destillation (KI)
Destillation ist ein Verfahren, bei dem ein großes, teures KI-Programm einem kleineren beibringt, sich möglichst ähnlich zu verhalten. Das kleine Programm braucht danach viel weniger Rechenleistung und passt oft sogar auf ein Handy.
- Detached Task
Ein Detached Task ist eine Aufgabe, die ein Programm im Hintergrund startet und danach nicht mehr überwacht. Der Aufrufer wartet nicht auf das Ergebnis und läuft sofort weiter – das ist praktisch, kann aber Fehler unbemerkt verschlucken.
- Determinismus
Determinismus bedeutet: Bei gleicher Eingabe kommt immer exakt dasselbe Ergebnis heraus. Klassische Software verhält sich meist so, KI-Chatbots dagegen oft nicht — und genau das macht sie schwer prüfbar.
- Determinismus im Training
Determinismus im Training bedeutet: Wiederholt man einen Lernvorgang einer KI mit genau denselben Daten und Einstellungen, kommt genau dasselbe Ergebnis heraus. In der Praxis ist das schwer zu erreichen, weil kleine Zufälligkeiten in der Rechentechnik jeden Lauf leicht verändern.
- Deterministisches System
Ein deterministisches System liefert bei gleicher Ausgangslage immer exakt dasselbe Ergebnis. Der Gegensatz sind Systeme mit Zufall, zu denen auch viele KI-Anwendungen gehören.
- Device Code Authentication
Device Code Authentication ist ein Anmeldeverfahren für Geräte ohne bequeme Tastatur, etwa Fernseher oder Spielkonsolen. Das Gerät zeigt einen kurzen Code an, den man am Handy oder Computer auf einer Webseite eingibt, um die Anmeldung dort abzuschließen.
- DevTool
Ein DevTool ist ein Werkzeugprogramm, das Menschen beim Schreiben, Testen und Veröffentlichen von Software unterstützt. Es ist kein Produkt für Endkunden, sondern Arbeitsgerät für die Leute, die Programme bauen.
- Diarization
Diarization ist die automatische Aufteilung einer Tonaufnahme danach, wer wann spricht. Sie beantwortet nicht, was gesagt wurde, sondern trennt die Stimmen mehrerer Personen in einzelne Redeabschnitte.
- Die-Größe
Die-Größe bezeichnet die Fläche eines einzelnen Computerchips auf der runden Siliziumscheibe, aus der er herausgeschnitten wird. Sie wird in Quadratmillimetern angegeben und entscheidet maßgeblich darüber, wie teuer ein Chip in der Herstellung ist.
- Diffusionsmodell
Ein Diffusionsmodell ist ein Computerprogramm, das Bilder erzeugt, indem es aus reinem Bildrauschen schrittweise ein klares Motiv herausarbeitet. Es steckt hinter bekannten Bildgeneratoren wie Stable Diffusion, Midjourney oder DALL·E.
- Diffusionsmodell
Ein Diffusionsmodell ist ein KI-Verfahren, das Bilder erzeugt, indem es aus reinem Bildrauschen schrittweise ein sauberes Motiv herausarbeitet. Es steckt hinter bekannten Bildgeneratoren wie Stable Diffusion, Midjourney und DALL·E sowie hinter neueren Video- und Audiogeneratoren.
- Digital Markets Act
Der Digital Markets Act ist ein Gesetz der Europäischen Union, das den größten Internetkonzernen feste Regeln vorschreibt. Es soll verhindern, dass sie ihre Marktmacht ausnutzen, und kleineren Anbietern faire Chancen sichern.
- Digital Services Act
Der Digital Services Act ist ein Gesetz der Europäischen Union, das regelt, wie Online-Plattformen mit illegalen und schädlichen Inhalten umgehen müssen. Je größer eine Plattform ist, desto strenger sind die Pflichten – bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
- Digital Worker
Ein Digital Worker ist ein Softwareprogramm, das eine feste Rolle in einem Unternehmen übernimmt und dort selbstständig wiederkehrende Aufgaben erledigt. Anders als ein einfaches Hilfsprogramm bekommt er einen eigenen Zuständigkeitsbereich, Zugriff auf Firmensysteme und eine Person, die seine Arbeit kontrolliert.
- Digitale Biologie
Digitale Biologie bezeichnet den Ansatz, Lebensvorgänge als lesbare und schreibbare Information zu behandeln und sie am Computer zu untersuchen. Statt nur im Labor zu experimentieren, sagen Programme voraus, wie sich Moleküle, Zellen oder Medikamente verhalten.
- Digitale Signatur
Eine digitale Signatur ist eine Art rechnerisch erzeugter Stempel an einer Datei oder Nachricht. Sie beweist, wer die Datei erstellt hat und dass danach kein einziges Zeichen verändert wurde.
- Digitaler Avatar
Ein digitaler Avatar ist eine künstliche Figur, die einen Menschen auf dem Bildschirm vertritt – als Bild, Comicfigur oder täuschend echt aussehende Videoperson. Moderne Avatare werden von Software gesteuert, sprechen, bewegen den Mund und wirken dadurch wie ein echtes Gegenüber.
- Digitaler Zwilling
Ein digitaler Zwilling ist ein Computermodell eines realen Objekts, das laufend mit Messdaten aus der Wirklichkeit gefüttert wird. So lässt sich am Bildschirm beobachten, berechnen und ausprobieren, was mit dem echten Objekt gerade passiert oder passieren könnte.
- Direct Preference Optimization
Direct Preference Optimization ist ein Verfahren, mit dem man einem Sprachmodell menschliche Vorlieben beibringt: Man zeigt ihm Paare von Antworten und markiert die bessere. Es ersetzt den älteren, deutlich aufwendigeren Weg über ein zusätzliches Bewertungsmodell.
- Direct-to-Device
Direct-to-Device bezeichnet Mobilfunk, bei dem ein normales Handy ohne Zusatzgerät direkt mit einem Satelliten verbindet. Damit sollen Funklöcher verschwinden, in denen kein Sendemast in Reichweite ist.
- DirectX
DirectX ist eine Sammlung von Programmierschnittstellen von Microsoft, über die Spiele und andere Programme auf Grafikkarte, Soundchip und Eingabegeräte eines Windows-PCs zugreifen. Sie erspart Entwicklern, ihre Software an jede Hardware einzeln anzupassen.
- Disassembler
Ein Disassembler ist ein Werkzeug, das ein fertiges Computerprogramm aus Zahlencode zurück in lesbare Maschinenbefehle übersetzt. So kann man nachvollziehen, was ein Programm tut, auch wenn der ursprüngliche Programmtext fehlt.
- Discovery
Discovery bezeichnet die Phase, in der ein Team herausfindet, welches Problem es überhaupt lösen soll – bevor irgendetwas gebaut wird. In Rechtsstreitigkeiten meint derselbe Begriff die Pflicht, der Gegenseite alle relevanten Dokumente offenzulegen; bei KI-Firmen betrifft das oft Millionen von Dateien.
- Discovery (US-Zivilprozess)
Discovery ist die Phase eines US-amerikanischen Zivilprozesses, in der beide Seiten voreinander offenlegen müssen, welche Dokumente, E-Mails und Daten sie zum Streitfall besitzen. Für Technologiekonzerne bedeutet das: interne Chats, Mails und Modelldaten können vor Gericht landen und öffentlich werden.
- Discovery Layer
Ein Discovery Layer ist die Zwischenschicht in einem digitalen Angebot, die dem Nutzer aus einer riesigen Menge an Inhalten oder Diensten die passenden vorschlägt. Suchleisten, Empfehlungslisten und Startseiten-Kacheln gehören dazu — und wer diese Schicht kontrolliert, entscheidet, was überhaupt gefunden wird.
- Discovery Sprint
Ein Discovery Sprint ist ein kurzer, fest terminierter Arbeitsblock, in dem ein Team klärt, ob sich eine Produktidee überhaupt lohnt. Statt sofort zu programmieren, wird die Idee getestet – oft in einer einzigen Woche.
- Discovery vs. Delivery
Discovery vs. Delivery beschreibt die Trennung zweier Arbeitsweisen in der Produktentwicklung: herauszufinden, was gebaut werden sollte, und es anschließend sauber zu bauen. Beide Aufgaben brauchen unterschiedliche Methoden, unterschiedliche Fehlerkulturen und meist auch unterschiedliche Zeitpläne.
- Diskontfenster
Das Diskontfenster ist ein Notkredit-Angebot der Zentralbank an Geschäftsbanken: Banken können sich dort kurzfristig Geld leihen, wenn sie es sonst nirgendwo bekommen. Es funktioniert als Sicherheitsnetz für das Bankensystem und wird vor allem in Krisen wichtig.
- Diskrete Geometrie
Die diskrete Geometrie ist ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit endlich vielen, klar abzählbaren geometrischen Objekten beschäftigt – etwa Punkten, Strecken oder Vielecken. Sie liefert die Grundlagen für Computergrafik, Robotik und viele Verfahren, mit denen Computer räumliche Daten verarbeiten.
- Diskrete Kosinustransformation
Die Diskrete Kosinustransformation ist ein Rechenverfahren, das ein Bild oder einen Ton in überlagerte Wellen zerlegt. Sie ist die mathematische Grundlage von JPEG-Bildern, MP3-Musik und fast jedem Video im Internet.
- Diskrete Token
Diskrete Token sind abzählbare Bausteine aus einer festen Liste, in die ein Computer Texte, Bilder oder Töne zerlegt, bevor ein KI-Modell damit rechnet. Statt beliebig feiner Zwischenwerte gibt es nur ganze Einheiten – so wie Buchstaben eines Alphabets.
- Distillation
Distillation ist ein Verfahren, bei dem ein großes, teures KI-Programm einem kleineren beibringt, ähnliche Antworten zu geben. Das kleine Modell läuft danach schneller und günstiger, oft auf einem Handy.
- DiT-Architektur
Die DiT-Architektur ist ein Bauplan für Programme, die Bilder und Videos erzeugen. Sie kombiniert das schrittweise Herausarbeiten eines Bildes aus Bildrauschen mit der Rechentechnik, die auch hinter modernen Sprachprogrammen steckt.
- DLRM
DLRM steht für Deep Learning Recommendation Model und bezeichnet eine von Facebook (heute Meta) veröffentlichte Modellarchitektur, die vorhersagt, welche Inhalte oder Produkte einen bestimmten Nutzer interessieren. Solche Empfehlungsmodelle bestimmen, was in Feeds und Shops ganz oben steht, und gehören zu den wirtschaftlich wichtigsten KI-Systemen überhaupt.
- DMA-Beschluss
Ein DMA-Beschluss ist eine förmliche Entscheidung der EU-Kommission auf Grundlage des Digital Markets Act, eines EU-Gesetzes für sehr große Digitalkonzerne. Damit legt die Kommission fest, wer unter das Gesetz fällt, ob ein Unternehmen es verletzt hat und welche Strafe oder Auflage folgt.
- DNA-Lieferkette
Die DNA-Lieferkette ist der Weg vom bestellten Erbgut-Bauplan bis zum fertigen DNA-Stück, das ein Labor per Post erhält. Sie gilt als wichtigster Kontrollpunkt, um zu verhindern, dass mit KI entworfene gefährliche Erbanlagen tatsächlich hergestellt werden.
- DNA-Synthese
DNA-Synthese ist die künstliche Herstellung von Erbmaterial im Labor, Baustein für Baustein, ohne dass ein lebender Organismus als Vorlage kopiert wird. Sie ist die technische Grundlage für Impfstoffe, gentechnisch veränderte Mikroben und Datenspeicherung in Molekülen – und ein Feld, in dem KI-Software zunehmend die Bauplände entwirft.
- DNS-Prefetching
DNS-Prefetching bedeutet, dass ein Browser die Adressdaten einer Website schon nachschlägt, bevor der Nutzer überhaupt klickt. Dadurch startet der Seitenaufbau später um einige Millisekunden bis Zehntelsekunden schneller.
- DNS-Resolver
Ein DNS-Resolver ist der Dienst, der Internetadressen wie „tagesschau.de“ in die Zahlenadresse übersetzt, die Computer zum Verbinden brauchen. Er läuft meist beim Internetanbieter oder bei Anbietern wie Google und Cloudflare und wird bei fast jedem Klick im Netz benutzt.
- Docker
Docker ist ein Programm, das eine Software zusammen mit allem, was sie zum Laufen braucht, in ein abgeschlossenes Paket packt. Dieses Paket läuft auf jedem Computer gleich – egal ob auf dem Laptop des Entwicklers oder auf einem Server im Rechenzentrum.
- Docker-Container
Ein Docker-Container ist ein Programm samt allem, was es zum Laufen braucht, in einem abgeschlossenen Paket. Dadurch verhält es sich auf jedem Computer gleich – egal ob auf einem Laptop oder auf einem Server im Rechenzentrum.
- Docstring
Ein Docstring ist ein kurzer Beschreibungstext, der direkt im Programmcode steht und erklärt, was ein bestimmter Abschnitt dieses Codes tut. Anders als eine normale Notiz am Rand bleibt er im fertigen Programm erhalten und kann von Werkzeugen und KI-Systemen ausgelesen werden.
- DOM
Das DOM ist die Struktur, in die ein Browser eine geladene Webseite im Arbeitsspeicher übersetzt: eine Baumdarstellung aus Überschriften, Absätzen, Bildern und Schaltflächen. Programme können diesen Baum lesen und verändern, wodurch sich eine Seite ändert, ohne neu geladen zu werden.
- Domain-Squatting
Domain-Squatting bezeichnet das Sichern von Internetadressen, die zu einem fremden Namen oder einer fremden Marke passen, meist um sie später teuer weiterzuverkaufen oder Besucher abzufangen. Weil Adressen nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst" vergeben werden, ist das Vorgehen technisch einfach und rechtlich oft heikel.
- Domänendaten
Domänendaten sind Daten aus einem einzelnen Fachgebiet, etwa Medizin, Recht oder Maschinenbau. Sie sind für Computerprogramme, die aus Beispielen lernen, oft wertvoller als allgemeine Texte aus dem Internet.
- DOS
DOS ist eine Familie einfacher Betriebssysteme, die von den 1980er-Jahren an auf PCs lief und komplett über eingetippte Befehle bedient wurde. Bekanntester Vertreter ist MS-DOS von Microsoft, der Vorgänger von Windows.
- Double Precision
Double Precision bezeichnet ein Zahlenformat, bei dem ein Computer eine Kommazahl mit 64 Bit speichert und dadurch sehr viele Nachkommastellen genau abbilden kann. Es gilt als Standard in Wissenschaft und Simulation, spielt bei modernen KI-Modellen aber kaum noch eine Rolle.
- Doubleshot-Verfahren
Beim Doubleshot-Verfahren wird ein Kunststoffteil aus zwei getrennt eingespritzten Kunststoffportionen hergestellt, die fest miteinander verschmelzen. Bekannt ist es vor allem von Tastaturtasten, deren Buchstaben aus einem zweiten Kunststoff bestehen und deshalb nicht abnutzen können.
- Draft-Modell
Ein Draft-Modell ist ein kleines, schnelles KI-Modell, das erste Textvorschläge macht, die ein größeres Modell danach nur noch prüft. Dieses Zusammenspiel beschleunigt Chatbots, ohne dass sich die Antworten verschlechtern.
- DRAM
DRAM ist die verbreitetste Art von Arbeitsspeicher in Computern und Smartphones. Er speichert Daten nur so lange, wie Strom fließt, ist dafür aber billig und in großen Mengen herstellbar.
- Drone Swarm
Ein Drone Swarm ist eine große Gruppe unbemannter Fluggeräte, die sich untereinander abstimmt und dadurch als eine Einheit handelt. Statt jede Drohne einzeln zu steuern, gibt ein Mensch nur das Ziel vor, und die Software verteilt die Aufgaben selbst.
- Dual-Use
Dual-Use bezeichnet Technik, die sich sowohl friedlich als auch militärisch oder schädlich einsetzen lässt. Bei KI ist das besonders heikel, weil dasselbe Programm Medikamente entwerfen oder Giftstoffe vorschlagen kann.
- Durable Object
Ein Durable Object ist ein kleines Programmstück im Internet, das eine eigene Identität und einen eigenen dauerhaften Speicher besitzt und von dem es weltweit immer nur eine einzige laufende Kopie gibt. Diese Bauweise stammt vom Anbieter Cloudflare und löst ein klassisches Problem: mehrere Server, die gleichzeitig dieselben Daten verändern wollen.
- Durable Streams
Durable Streams sind fortlaufende Datenströme, die dauerhaft gespeichert werden, statt nach der Zustellung zu verschwinden. Dadurch können Programme einen Datenstrom später erneut lesen, an einer alten Stelle weitermachen oder nach einem Absturz sauber aufsetzen.
- Durable Workflows
Durable Workflows sind Programmabläufe, die ihren Zustand dauerhaft speichern und nach einem Absturz genau dort weiterlaufen, wo sie unterbrochen wurden. Sie werden vor allem für lange, mehrstufige Prozesse eingesetzt, etwa Bestellungen, Zahlungen oder KI-Agenten.
- Dynamic Workers
Dynamic Workers sind Rechenprozesse, die ein Anbieter automatisch startet, wenn Arbeit anfällt, und wieder beendet, wenn sie erledigt ist. Das Prinzip sorgt dafür, dass KI-Dienste bei plötzlichem Ansturm nicht zusammenbrechen und in ruhigen Stunden trotzdem wenig kosten.
E
- E-Commerce
E-Commerce ist der Handel mit Waren und Dienstleistungen über das Internet. Dazu gehören große Marktplätze wie Amazon, der eigene Onlineshop einer Marke und der Verkauf über soziale Netzwerke.
- E-Ink
E-Ink ist eine Bildschirmtechnik, bei der winzige schwarze und weiße Farbteilchen in einer Folie sichtbar gemacht werden. Der Bildschirm leuchtet nicht selbst, sieht aus wie bedrucktes Papier und braucht nur Strom, wenn sich das Bild ändert.
- Early Access
Early Access bedeutet, dass ein Produkt schon verkauft oder freigegeben wird, obwohl es noch unfertig ist. Die Käufer bekommen früh Zugang und liefern im Gegenzug Rückmeldungen, mit denen der Hersteller weiterentwickelt.
- Earn-out
Ein Earn-out ist ein Teil des Kaufpreises beim Unternehmensverkauf, der erst später gezahlt wird – und nur dann, wenn die Firma vorher vereinbarte Ziele erreicht. Käufer und Verkäufer nutzen ihn, wenn sie sich über den Wert des Unternehmens nicht einig werden.
- Ebene (Bildbearbeitung)
Eine Ebene ist eine durchsichtige Schicht in einem Bildbearbeitungsprogramm, auf der ein Teil des Bildes liegt. Weil die Schichten übereinander gestapelt werden, kann man jeden Teil einzeln ändern, ohne den Rest zu beschädigen.
- EBITDA
EBITDA ist eine Kennzahl aus der Bilanz eines Unternehmens. Sie zeigt den Gewinn, bevor Zinsen, Steuern und der Wertverlust von Maschinen und Gebäuden abgezogen werden.
- Echtzeit-Tempo
Echtzeit-Tempo bedeutet, dass ein Computerprogramm schnell genug antwortet, um mit dem Geschehen mitzuhalten. Nicht die absolute Geschwindigkeit zählt dabei, sondern ob die Antwort rechtzeitig kommt.
- Economic Alignment Score
Der Economic Alignment Score ist eine Kennzahl, die messen soll, wie gut das Verhalten eines KI-Systems zu den wirtschaftlichen Interessen seiner Nutzer oder Betreiber passt. Er wird vor allem dort diskutiert, wo KI selbstständig Entscheidungen mit Geldfolgen trifft.
- Edge
Edge bezeichnet die Verarbeitung von Daten direkt dort, wo sie entstehen – auf dem Handy, im Auto, in der Kamera – statt in einem fernen Rechenzentrum. Der Vorteil sind kurze Reaktionszeiten, geringere Datenübertragung und mehr Kontrolle über persönliche Daten.
- Edge AI
Edge AI bedeutet, dass ein Gerät wie ein Handy, eine Kamera oder ein Auto seine KI-Berechnungen selbst durchführt, statt Daten an ein fernes Rechenzentrum zu schicken. Das macht Reaktionen schneller, spart Datenübertragung und hält private Daten auf dem Gerät.
- Edge Case
Ein Edge Case ist eine seltene, extreme oder unerwartete Situation, in der ein Programm oder ein KI-System anders reagiert als im Normalfall. Genau solche Ausnahmen entscheiden oft darüber, ob eine Technik im echten Einsatz zuverlässig ist.
- Edge Computing
Edge Computing bedeutet, dass Daten direkt dort verarbeitet werden, wo sie entstehen – also im Gerät selbst statt in einem weit entfernten Rechenzentrum. Das spart Wartezeit, Übertragungskosten und schützt oft die Privatsphäre.
- Edge Deployment
Edge Deployment bedeutet, dass ein KI-Programm direkt auf dem Gerät des Nutzers läuft – auf dem Handy, im Auto oder in der Kamera – statt in einem entfernten Rechenzentrum. Das macht Antworten schneller und hält persönliche Daten auf dem Gerät.
- Editor-Integration
Editor-Integration bedeutet, dass ein KI-Assistent direkt in dem Programm sitzt, mit dem Software geschrieben wird. Der Assistent sieht dadurch den geöffneten Text und kann Vorschläge an der Stelle einfügen, an der gerade gearbeitet wird.
- EdTech
EdTech ist die Kurzform für „Educational Technology“ und meint digitale Technik, die beim Lernen und Unterrichten hilft. Dazu zählen Lern-Apps, Online-Kurse, digitale Schulplattformen und zunehmend auch KI-gestützte Nachhilfeprogramme.
- Effective Output Score
Der Effective Output Score ist eine Kennzahl, die misst, welcher Anteil der Antworten eines KI-Systems tatsächlich brauchbar ist. Er bewertet also nicht die Menge der Ausgaben, sondern deren verwertbaren Ertrag.
- Effort-Setting
Ein Effort-Setting ist ein Regler, mit dem man einem KI-Textsystem vorgibt, wie viel Rechenaufwand es in eine einzelne Antwort stecken soll. Niedrige Stufen antworten schnell und günstig, hohe Stufen rechnen länger und lösen schwierige Aufgaben zuverlässiger.
- Effort-Steuerung
Die Effort-Steuerung ist ein Regler, mit dem man einem KI-System vorgibt, wie viel Rechenaufwand es in eine einzelne Antwort stecken soll. Wenig Aufwand bedeutet schnelle und billige Antworten, viel Aufwand bedeutet längeres internes Nachdenken bei höheren Kosten.
- Egosystem
Ein Egosystem ist ein digitales Umfeld, in dem ein einzelner Anbieter alle wichtigen Teile kontrolliert und Nutzer wie Partner an sich bindet. Der Begriff ist ein kritisches Wortspiel: Statt eines offenen Ökosystems mit vielen gleichberechtigten Beteiligten dreht sich alles um die Interessen einer Firma.
- Egress-Filterung
Egress-Filterung bedeutet, dass ein Netzwerk kontrolliert, welche Daten es nach außen schickt — nicht nur, was hereinkommt. Sie soll verhindern, dass gestohlene Daten oder Befehle von Angreifern unbemerkt das Firmennetz verlassen.
- Egress-Monitoring
Egress-Monitoring ist die Überwachung aller Daten, die ein Computernetz nach außen verlassen. Unternehmen nutzen es, um Diebstahl von Firmendaten und heimlichen Datenabfluss durch Schadsoftware oder KI-Systeme zu erkennen.
- Egress-Traffic
Egress-Traffic sind alle Daten, die aus dem Rechenzentrum eines Anbieters hinausfließen — zum Nutzer oder zu einem anderen Anbieter. Für dieses Hinausfließen verlangen Cloud-Firmen Geld, was Egress zu einem wichtigen Kostenfaktor und Wettbewerbsthema macht.
- Eindämmung (IT-Sicherheit)
Eindämmung ist der Schritt bei einem Computer-Angriff, in dem man die Ausbreitung stoppt, bevor man aufräumt. Betroffene Geräte werden vom Netz getrennt oder abgeschottet, damit der Schaden nicht weiterwächst.
- Einmal-Karte
Eine Einmal-Karte ist eine digitale Bezahlkarte mit eigener Nummer, die nur für eine einzige Zahlung oder einen einzigen Händler gültig ist. Fällt die Nummer nach dem Kauf in falsche Hände, ist sie wertlos, weil das echte Konto dahinter unsichtbar bleibt.
- Electron
Electron ist ein Baukasten, mit dem Entwickler Programme für Windows, macOS und Linux mit denselben Techniken bauen wie Webseiten. Jede Electron-Anwendung bringt dafür einen kompletten Browser mit, was die Entwicklung stark beschleunigt, aber viel Arbeitsspeicher kostet.
- Elektroenzephalografie
Die Elektroenzephalografie, kurz EEG, misst mit Elektroden auf der Kopfhaut die elektrische Aktivität des Gehirns. Sie ist schmerzfrei, sehr schnell und liefert die Datenbasis für Schlaflabore, Epilepsie-Diagnostik und viele Gehirn-Computer-Schnittstellen.
- Elliptic Curve Cryptography
Elliptic Curve Cryptography ist ein Verfahren, um Daten zu verschlüsseln und digitale Unterschriften zu erzeugen. Es rechnet mit Punkten auf einer speziellen mathematischen Kurve und braucht dafür viel kürzere Schlüssel als ältere Verfahren.
- Elo-Bewertung
Die Elo-Bewertung ist eine Punktzahl, die aus vielen direkten Vergleichen zweier Gegner entsteht: Wer gewinnt, nimmt dem Verlierer Punkte ab. Ursprünglich für Schach erfunden, wird sie heute genutzt, um KI-Systeme anhand von Nutzerurteilen in eine Rangliste zu bringen.
- Elo-Wert
Der Elo-Wert ist eine Punktzahl, die die Spielstärke eines Teilnehmers aus gewonnenen und verlorenen Duellen berechnet. Ursprünglich für Schach erfunden, wird er heute auch benutzt, um KI-Modelle danach zu ranken, welche Antwort Menschen im direkten Vergleich besser finden.
- Embedding
Ein Embedding ist eine Übersetzung von Wörtern, Bildern oder anderen Daten in eine lange Zahlenreihe. Ähnliche Inhalte erhalten dabei ähnliche Zahlenreihen, wodurch Computer Bedeutung rechnerisch vergleichen können.
- Embodied AI
Embodied AI bezeichnet künstliche Intelligenz, die einen physischen Körper steuert – etwa einen Roboterarm, ein Auto oder einen Laufroboter. Solche Systeme müssen nicht nur denken, sondern auch wahrnehmen und handeln, und ihre Fehler haben Folgen in der echten Welt.
- Embodied Intelligence
Embodied Intelligence bezeichnet die Idee, dass echte Intelligenz einen Körper braucht, der in der Welt handelt und dabei ständig Rückmeldung bekommt. Statt nur Texte oder Bilder zu verarbeiten, lernt ein solches System durch Greifen, Bewegen und Ausprobieren.
- Emergentes Verhalten
Emergentes Verhalten bezeichnet Fähigkeiten, die ein KI-System plötzlich zeigt, obwohl niemand sie ihm gezielt beigebracht hat. Sie tauchen meist erst auf, wenn ein System groß genug wird, und lassen sich aus den Einzelteilen kaum vorhersagen.
- Emergenz
Emergenz bezeichnet Fähigkeiten, die ein KI-System plötzlich zeigt, obwohl niemand sie ihm gezielt beigebracht hat. Typischerweise treten sie erst auf, wenn ein System eine bestimmte Größe überschreitet.
- Emotional AI
Emotional AI bezeichnet Computerprogramme, die aus Gesichtern, Stimmen oder Texten auf Gefühle schließen sollen. Die Technik steckt in Callcenter-Software, Autos und Werbeanalysen — ihre wissenschaftliche Grundlage ist allerdings stark umstritten.
- Emotionserkennung
Emotionserkennung bezeichnet Computerprogramme, die aus Gesichtern, Stimmen oder Texten auf Gefühle schließen wollen. Die Technik steckt in Werbeforschung, Callcentern und Autos, ist wissenschaftlich umstritten und in der EU teilweise verboten.
- Empfehlungssystem
Ein Empfehlungssystem ist ein Computerprogramm, das aus dem bisherigen Verhalten vieler Menschen ableitet, welche Filme, Produkte oder Beiträge einer einzelnen Person gefallen könnten. Es steckt hinter dem Startbildschirm von Netflix, dem Feed von TikTok und den Produktvorschlägen von Amazon.
- Emulation
Emulation bedeutet, dass ein Computer das Verhalten eines anderen Geräts vollständig nachbildet, damit fremde Programme darauf laufen. So kann ein moderner PC etwa Software ausführen, die für eine alte Spielkonsole geschrieben wurde.
- Emulator
Ein Emulator ist ein Programm, das einen anderen Computer oder ein anderes Gerät nachbildet, sodass dessen Software auf einer fremden Maschine läuft. So lassen sich alte Spielkonsolen, Handys oder ganze Rechnerarchitekturen auf einem normalen PC ausführen.
- End-to-End Neural Network
Ein End-to-End Neural Network ist ein lernendes Computerprogramm, das direkt von der Rohdateneingabe bis zum fertigen Ergebnis alles in einem Stück löst. Statt vieler einzeln gebauter Zwischenschritte gibt es nur ein System, das im Training als Ganzes optimiert wird.
- End-to-End-Test
Ein End-to-End-Test prüft ein fertiges Programm so, wie ein echter Nutzer es benutzt: von der ersten Eingabe bis zum sichtbaren Ergebnis. Er zeigt, ob alle beteiligten Teile zusammen funktionieren, nicht nur jedes Teil für sich.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet: Eine Nachricht wird auf dem Gerät des Absenders unlesbar gemacht und erst auf dem Gerät des Empfängers wieder lesbar. Selbst der Anbieter des Dienstes, über dessen Server die Nachricht läuft, kann den Inhalt nicht mitlesen.
- Endpoint
Ein Endpoint ist eine feste Internetadresse, an die ein Programm eine Anfrage schickt und von der es eine Antwort zurückbekommt. Bei KI-Diensten ist der Endpoint die Stelle, an der ein Modell auf fremden Servern erreichbar ist.
- Engineering Sample
Ein Engineering Sample ist ein frühes Testexemplar eines Computerchips, das der Hersteller vor dem Verkaufsstart an Partner und Testlabore gibt. Es sieht aus wie das spätere Produkt, läuft aber oft langsamer und darf offiziell nicht weiterverkauft werden.
- Ensemble
Ein Ensemble ist eine Gruppe mehrerer Computerprogramme, die dieselbe Aufgabe lösen und ihre Ergebnisse anschließend zu einer gemeinsamen Antwort zusammenfassen. Weil sich die Fehler der einzelnen Programme oft gegenseitig ausgleichen, ist die Gruppe meist zuverlässiger als jedes Mitglied allein.
- Ensemble-Methode
Eine Ensemble-Methode kombiniert mehrere Vorhersagemodelle zu einem gemeinsamen Ergebnis, statt sich auf ein einzelnes zu verlassen. Weil sich die Fehler der einzelnen Modelle teilweise gegenseitig ausgleichen, ist die Gruppe meist genauer als jedes Mitglied für sich.
- Enterprise Beta
Eine Enterprise Beta ist eine Testphase, in der ein Softwarehersteller ein noch unfertiges Produkt zuerst an ausgewählte Firmenkunden gibt. Diese Kunden dürfen es im echten Arbeitsalltag einsetzen, melden Fehler zurück und bekommen dafür einen zeitlichen Vorsprung.
- Enterprise Search
Enterprise Search ist eine Suchfunktion, die nicht das offene Internet durchsucht, sondern die Dokumente, Mails und Datenbanken einer einzelnen Firma. Sie muss dabei genau beachten, wer welche Inhalte überhaupt sehen darf.
- Enterprise Value zu Free Cash Flow
Enterprise Value zu Free Cash Flow ist eine Kennzahl, die den Gesamtpreis eines Unternehmens mit dem Geld vergleicht, das am Ende eines Jahres tatsächlich frei übrig bleibt. Sie zeigt in einer einzigen Zahl, wie viele Jahresüberschüsse an Bargeld man für ein Unternehmen bezahlt.
- Entitlement
Ein Entitlement ist die festgehaltene Erlaubnis, eine bestimmte Funktion oder einen bestimmten Inhalt zu nutzen. Software prüft vor jeder Nutzung, ob für den jeweiligen Nutzer eine solche Erlaubnis hinterlegt ist.
- Entity
Eine Entity ist ein eindeutig benennbares Ding in einem Text oder einer Datenbank – etwa eine Person, eine Firma, ein Ort oder ein Datum. Computer erkennen solche Entitäten, um aus Sätzen verwertbare Informationen zu machen.
- Entity List
Die Entity List ist eine schwarze Liste der US-Regierung. Firmen und Organisationen darauf dürfen bestimmte US-Produkte und -Technologien nur noch mit Sondergenehmigung bekommen – für die Chip- und KI-Branche eine der härtesten politischen Waffen.
- Entwickler-API
Eine Entwickler-API ist eine feste Zugangsstelle, über die ein Programm die Funktionen eines anderen Programms nutzen kann. Bei KI-Anbietern ist sie der übliche Weg, ein Sprachmodell in eine eigene App einzubauen, ohne es selbst zu betreiben.
- Environment-Variable
Eine Environment-Variable ist ein benannter Wert, den das Betriebssystem außerhalb eines Programms bereithält und den das Programm beim Start abfragen kann. So lassen sich Einstellungen und Passwörter ändern, ohne den Programmcode selbst anzufassen.
- Equalizer
Ein Equalizer ist ein Werkzeug, das bestimmte Tonhöhenbereiche eines Klangs lauter oder leiser macht. Er steckt in Musik-Apps, Kopfhörern, Autoradios und in fast jeder professionellen Tonaufnahme.
- Equity
Equity bezeichnet den Eigentumsanteil an einem Unternehmen – also den Teil, der einem selbst gehört und nicht auf Schulden beruht. Wer Equity hält, besitzt ein Stück der Firma und profitiert, wenn ihr Wert steigt.
- Equity Deal
Ein Equity Deal ist eine Vereinbarung, bei der jemand Geld in ein Unternehmen steckt und dafür Anteile am Unternehmen bekommt. Anders als bei einem Kredit wird das Geld nicht zurückgezahlt – der Geldgeber wird stattdessen Mitbesitzer und verdient nur, wenn die Firma an Wert gewinnt.
- Erdős-Problem
Ein Erdős-Problem ist eine ungelöste mathematische Frage, die der ungarische Mathematiker Paul Erdős gestellt hat. Solche Fragen sind kurz formuliert, aber extrem schwer zu beantworten – und dienen heute als Härtetest für KI-Systeme.
- Ereignisprotokoll
Ein Ereignisprotokoll ist eine Liste, in die ein Computerprogramm laufend hineinschreibt, was gerade passiert ist – mit Zeitpunkt und kurzer Beschreibung. Solche Protokolle sind die wichtigste Grundlage, um Fehler zu finden, Angriffe nachzuweisen und den Betrieb großer Systeme zu überwachen.
- Ereignisprotokollierung
Ereignisprotokollierung bedeutet, dass ein Computerprogramm laufend aufschreibt, was es tut: wer sich angemeldet hat, welche Datei geöffnet wurde, wo ein Fehler auftrat. Diese Aufzeichnungen sind die wichtigste Grundlage, um Störungen zu suchen, Angriffe zu erkennen und im Nachhinein zu beweisen, was passiert ist.
- Ereignisstrom
Ein Ereignisstrom ist eine fortlaufende Folge von Meldungen darüber, was gerade passiert ist – etwa jede Kartenzahlung oder jeder Klick. Statt Daten erst zu sammeln und später auszuwerten, verarbeiten Systeme sie hier direkt in dem Moment, in dem sie eintreffen.
- Erfindungspatent
Ein Erfindungspatent ist ein staatlich verliehenes Recht, das dem Erfinder für begrenzte Zeit erlaubt, anderen die Nutzung seiner Erfindung zu verbieten. Im Gegenzug muss er die Erfindung öffentlich und vollständig beschreiben.
- Ergebnisbasierte Abrechnung
Bei der ergebnisbasierten Abrechnung zahlt ein Kunde nicht für die Nutzung einer Software, sondern nur für ein tatsächlich erreichtes Ergebnis. Bei KI-Anbietern kostet zum Beispiel jeder gelöste Kundenfall Geld, nicht jede gestellte Frage.
- ERP
ERP steht für Enterprise Resource Planning und bezeichnet eine große Software, die alle wichtigen Abläufe eines Unternehmens in einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführt. Einkauf, Lager, Produktion, Buchhaltung und Personal arbeiten damit mit denselben Zahlen statt mit getrennten Listen.
- ETL-Pipeline
Eine ETL-Pipeline ist eine automatische Kette von Arbeitsschritten, die Daten aus verschiedenen Quellen einsammelt, in eine einheitliche Form bringt und in einen zentralen Speicher schreibt. Sie ist die unsichtbare Vorarbeit hinter fast jeder Statistik, jedem Dashboard und jedem KI-Training.
- EU AI Act
Der EU AI Act ist ein Gesetz der Europäischen Union, das den Einsatz künstlicher Intelligenz regelt. Es sortiert Anwendungen nach ihrem Risiko: Je größer der mögliche Schaden für Menschen, desto strenger die Pflichten für den Anbieter.
- EUV-Lithografie
EUV-Lithografie ist das Verfahren, mit dem die feinsten Strukturen moderner Computerchips auf Siliziumscheiben belichtet werden. Es nutzt extrem kurzwelliges Licht und stammt weltweit von einem einzigen Hersteller, dem niederländischen Konzern ASML.
- Eval
Ein Eval ist ein standardisierter Test, mit dem geprüft wird, wie gut ein KI-System bestimmte Aufgaben löst. Statt sich auf einen Eindruck zu verlassen, misst man die Trefferquote an vielen Aufgaben mit bekannter Lösung.
- Event-Stream
Ein Event-Stream ist eine fortlaufende Kette von Meldungen über Dinge, die gerade passiert sind – etwa jeder Klick in einem Onlineshop oder jeder ausgeführte Börsenauftrag. Programme lesen diese Kette in der Reihenfolge des Geschehens und reagieren sofort, statt auf einen späteren Sammelabruf zu warten.
- Eventbasierte Sensoren
Eventbasierte Sensoren sind Kameras, die keine vollständigen Bilder aufnehmen, sondern nur melden, wo sich die Helligkeit gerade verändert hat. Dadurch reagieren sie extrem schnell, brauchen wenig Strom und liefern statt Bildern einen Strom einzelner Messpunkte.
- Evergreening
Evergreening bezeichnet die Strategie, ein auslaufendes Schutzrecht durch kleine Änderungen am Produkt künstlich zu verlängern. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Pharmabranche, heute taucht er auch bei Software, Datenrechten und KI-Modellen auf.
- Evidence Ledger
Ein Evidence Ledger ist ein fortlaufendes, nachträglich nicht mehr veränderbares Verzeichnis, in dem festgehalten wird, worauf eine Entscheidung oder eine Aussage beruht. In KI-Systemen dient es dazu, später belegen zu können, welche Daten, Quellen und Zwischenschritte zu einem Ergebnis geführt haben.
- Exaflop
Ein Exaflop ist eine Trillion Rechenschritte mit Kommazahlen pro Sekunde – ein Maß für die Geschwindigkeit sehr großer Computer. Rechner, die dieses Tempo erreichen, gelten als Supercomputer der obersten Klasse und werden für Klimamodelle, Materialforschung und KI-Training gebaut.
- Exascale
Exascale bezeichnet Supercomputer, die mindestens eine Trillion Rechenschritte pro Sekunde schaffen — eine Eins mit 18 Nullen. Seit 2022 gibt es solche Maschinen wirklich; sie kosten mehrere hundert Millionen Euro und verbrauchen so viel Strom wie eine Kleinstadt.
- Excel-Plugin
Ein Excel-Plugin ist ein Zusatzprogramm, das man in die Tabellenkalkulation Excel einbaut, um sie um neue Funktionen zu erweitern. In den letzten Jahren nutzen viele solcher Erweiterungen KI, etwa um Formeln vorzuschlagen oder Texte in Tabellen auszuwerten.
- Execution Loop
Ein Execution Loop ist der wiederholte Ablauf, mit dem ein KI-Programm eine Aufgabe Schritt für Schritt abarbeitet: überlegen, handeln, Ergebnis prüfen, von vorn beginnen. Er ist der Kern moderner KI-Assistenten, die nicht nur antworten, sondern selbst etwas tun.
- Executive Order
Eine Executive Order ist eine schriftliche Anweisung des US-Präsidenten an die Behörden des Staates. Sie wirkt sofort und ohne Zustimmung des Parlaments, kann aber von einem Nachfolger genauso schnell wieder aufgehoben werden.
- ExecuTorch
ExecuTorch ist ein von Meta entwickeltes Open-Source-Werkzeug, mit dem trainierte KI-Modelle direkt auf Handys, Brillen und kleinen Geräten laufen. Es übersetzt Modelle aus der Entwicklungsumgebung PyTorch in eine sehr schlanke Form, die ohne Verbindung zu einem Rechenzentrum auskommt.
- Exfiltration
Exfiltration bezeichnet das heimliche Herausschleusen von Daten aus einem Netzwerk oder System durch Angreifer. Sie ist der Schritt, bei dem aus einem Einbruch ein echter Datendiebstahl wird.
- Exfiltrationsvektor
Ein Exfiltrationsvektor ist der konkrete Weg, über den Daten unbemerkt aus einem System nach außen gelangen. In der IT-Sicherheit und bei KI-Systemen beschreibt der Begriff, wo ein Angreifer ansetzen kann, um an vertrauliche Informationen zu kommen.
- Expedited Discovery
Expedited Discovery ist eine Anordnung eines US-Gerichts, mit der eine Partei schon vor dem normalen Zeitplan Dokumente, E-Mails oder Zeugenaussagen der Gegenseite herausverlangen darf. In Tech-Prozessen um gestohlene Geschäftsgeheimnisse oder KI-Modelle ist das oft der erste harte Schlag.
- Experiment-Design
Experiment-Design ist die Kunst, einen Test so zu planen, dass sein Ergebnis wirklich etwas beweist. Man legt vorher fest, was verglichen wird, wer verglichen wird und woran man Erfolg misst — damit am Ende nicht Zufall oder ein Denkfehler die Antwort liefert.
- Exploit
Ein Exploit ist ein Stück Code oder eine bestimmte Eingabe, die einen Fehler in einem Programm gezielt ausnutzt, um es zu etwas zu bringen, was es nicht tun sollte. Aus einem harmlosen Programmierfehler wird so ein Einfallstor für Angreifer.
- Exploit-Entwicklung
Exploit-Entwicklung bezeichnet die Arbeit, aus einem Programmierfehler in einer Software ein funktionierendes Angriffswerkzeug zu bauen. Sie ist zugleich das Handwerk von Kriminellen und ein anerkannter Teil professioneller IT-Sicherheitsprüfungen.
- ExploitGym
ExploitGym ist eine Trainings- und Testumgebung, in der Programme lernen sollen, Sicherheitslücken in Software zu finden und auszunutzen. Sie stellt dafür absichtlich unsichere Übungsprogramme bereit und bewertet automatisch, ob ein Angriff geglückt ist.
- Exponentielle erzeugende Funktion
Eine exponentielle erzeugende Funktion packt eine ganze unendliche Zahlenfolge in einen einzigen mathematischen Ausdruck, wobei jedes Folgenglied durch die Fakultät seiner Position geteilt wird. Das ist besonders praktisch, wenn man zählen will, auf wie viele Arten sich unterscheidbare Objekte anordnen oder aufteilen lassen.
- Export
Ein Export ist das Herausschreiben von Daten aus einem Programm in eine Datei, die auch andere Programme lesen können. In der KI-Welt bezeichnet der Begriff außerdem das Umwandeln eines fertig trainierten Modells in ein austauschbares Format.
- Exportkontrolle
Exportkontrolle bedeutet, dass ein Staat gesetzlich festlegt, welche Waren und Technologien überhaupt ins Ausland verkauft werden dürfen. In der KI-Branche betrifft das vor allem die schnellsten Rechenchips, deren Verkauf nach China und in andere Länder von den USA stark eingeschränkt wurde.
- Exportkontrollen
Exportkontrollen sind staatliche Regeln, die den Verkauf bestimmter Waren und Technologien ins Ausland einschränken oder verbieten. In der KI-Branche betreffen sie vor allem die leistungsstarken Rechenchips, mit denen große KI-Systeme trainiert werden.
- Exportkontrollen für KI-Chips
Exportkontrollen für KI-Chips sind staatliche Verbote und Genehmigungspflichten für den Verkauf besonders leistungsfähiger Rechenchips ins Ausland. Vor allem die USA nutzen sie, um China den Zugang zu Hardware für starke KI-Systeme zu erschweren.
- Expositions-Score
Ein Expositions-Score ist eine Kennzahl dafür, wie stark ein Beruf, ein Unternehmen oder eine Aufgabe von einer bestimmten Entwicklung betroffen sein könnte – meist von Künstlicher Intelligenz. Er sagt nicht, dass etwas verschwindet, sondern nur, wie groß die Berührungsfläche ist.
- Exposure-Score
Ein Exposure-Score ist eine Kennzahl, die angibt, wie stark etwas von einer Entwicklung betroffen ist – zum Beispiel ein Beruf von künstlicher Intelligenz oder ein Unternehmen von einem bestimmten Markt. Der Wert misst nur die Berührung mit dem Thema, nicht automatisch einen Schaden oder Nutzen.
- Extended Reasoning
Extended Reasoning bezeichnet einen Betriebsmodus von Sprachprogrammen wie ChatGPT, in dem das Programm vor der Antwort länger rechnet und Zwischenschritte notiert. Für schwierige Aufgaben steigt dadurch die Trefferquote, die Antwort dauert aber länger und kostet mehr.
- Extensions (iOS)
Extensions sind kleine Zusatzprogramme, die eine iPhone-App an anderen Stellen des Systems verfügbar machen — etwa als Tastatur, als Widget auf dem Startbildschirm oder als Eintrag im Teilen-Menü. Sie laufen getrennt von der Hauptanwendung und dürfen nur eng begrenzte Aufgaben übernehmen.
- Externalitäten
Externalitäten sind Kosten oder Vorteile, die bei Unbeteiligten anfallen, ohne dass jemand dafür zahlt oder bezahlt wird. In der Tech-Debatte tauchen sie überall dort auf, wo Rechenzentren, Datensammlung oder automatisierte Systeme Folgen für Menschen haben, die weder Kunde noch Anbieter sind.
- Extremereignis
Ein Extremereignis ist ein sehr seltener Vorfall mit sehr großer Wirkung, etwa ein Börsencrash oder eine Jahrhundertflut. Weil solche Fälle in den Daten kaum vorkommen, unterschätzen Statistik und KI-Modelle sie systematisch.
F
- F1-Score
Der F1-Score ist eine Kennzahl zwischen 0 und 1, die misst, wie gut ein Computerprogramm bei einer Ja/Nein-Entscheidung abschneidet. Er fasst zwei Fehlerarten in einer einzigen Zahl zusammen: falscher Alarm und übersehene Fälle.
- Façading
Façading bezeichnet die Praxis, ein Produkt oder Unternehmen nach außen als eigene KI-Entwicklung darzustellen, obwohl im Inneren fremde Technik oder sogar menschliche Arbeit die Aufgabe erledigt. Der Begriff fällt vor allem in Berichten über überbewertete Start-ups und irreführendes Marketing.
- Factory-to-Consumer
Factory-to-Consumer bezeichnet ein Geschäftsmodell, bei dem eine Fabrik ihre Produkte direkt an Endkunden verkauft, ohne Großhändler und Ladenketten dazwischen. Weil die Zwischenstufen wegfallen, sind die Preise oft niedriger — der Hersteller muss dafür aber selbst Marketing, Versand und Kundenservice übernehmen.
- Failover
Failover bezeichnet das automatische Umschalten auf ein Ersatzsystem, wenn ein Computer oder Dienst ausfällt. Ziel ist, dass Nutzer von der Störung möglichst nichts merken.
- Failure Recovery
Failure Recovery bezeichnet alle Verfahren, mit denen ein Computersystem nach einem Ausfall wieder in einen funktionierenden Zustand zurückkehrt. Ziel ist, dass Daten erhalten bleiben und der Betrieb möglichst schnell weiterläuft.
- Fair Use
Fair Use ist eine Regel im US-Recht, die es erlaubt, fremde Texte, Bilder oder Musik in bestimmten Fällen ohne Erlaubnis zu benutzen. Beim Training von KI-Systemen ist heftig umstritten, ob diese Ausnahme auch für das massenhafte Auswerten fremder Werke gilt.
- Fair Value
Der Fair Value ist der Preis, den ein Vermögensgegenstand heute bei einem Verkauf zwischen zwei unabhängigen, gut informierten Parteien erzielen würde. Er ist die zentrale Bewertungsgröße in modernen Bilanzen und ersetzt dort oft den historischen Kaufpreis.
- Fair-Value-Bewertung
Die Fair-Value-Bewertung setzt einen Vermögensgegenstand in der Bilanz mit dem Preis an, den er heute am Markt erzielen würde. Sie zeigt den aktuellen Wert statt des früheren Kaufpreises und lässt Bilanzen dadurch stärker schwanken.
- Fairness Collapse
Fairness Collapse beschreibt den Fall, dass ein Computerprogramm für eine bestimmte Gruppe von Menschen plötzlich deutlich schlechtere Ergebnisse liefert als für alle anderen. Das Programm wirkt insgesamt zuverlässig, versagt aber gezielt bei einer Minderheit.
- Fairness-Testing
Fairness-Testing ist die systematische Prüfung, ob ein Computerprogramm bestimmte Personengruppen schlechter behandelt als andere. Dabei vergleicht man die Ergebnisse für verschiedene Gruppen — etwa Männer und Frauen — mit festen Kennzahlen und prüft, ob der Unterschied zu groß ist.
- Faktenchecking
Faktenchecking bedeutet, eine Behauptung systematisch mit verlässlichen Quellen zu vergleichen und öffentlich zu bewerten, ob sie stimmt. Weil KI-Programme Texte schreiben, die überzeugend klingen, aber falsch sein können, ist die Prüfung von Aussagen zu einem eigenen Arbeitsfeld geworden.
- Fakultätsgrenzen
Fakultätsgrenzen sind die organisatorischen Trennlinien zwischen den großen Fachbereichen einer Universität, etwa zwischen Informatik, Medizin und Rechtswissenschaft. In der KI-Forschung gelten sie als Hindernis, weil viele wichtige Fragen nur gemeinsam von mehreren Fächern beantwortet werden können.
- Fallback-Chain
Eine Fallback-Chain ist eine festgelegte Reihenfolge von Ausweichmöglichkeiten: Scheitert der erste Versuch, probiert das System automatisch den zweiten, dann den dritten. In KI-Produkten sorgt sie dafür, dass eine Anfrage auch dann beantwortet wird, wenn das bevorzugte Modell gerade nicht antwortet.
- False Positive
Ein False Positive ist ein Fehlalarm: Ein System meldet etwas, das in Wirklichkeit nicht vorliegt. Der Rauchmelder piept, obwohl es nicht brennt — und genau solche Fehlmeldungen sind bei automatischen Prüfsystemen eine der teuersten Fehlerarten.
- Falsifizierung
Falsifizierung bedeutet, eine Behauptung durch einen Gegenbeweis zu widerlegen. Der Gedanke stammt aus der Wissenschaftstheorie und ist heute auch die Grundlage dafür, wie man KI-Systeme testet und Fehler in ihnen findet.
- Faltungsschicht
Eine Faltungsschicht ist ein Bauteil in Bilderkennungsprogrammen, das ein Bild mit einem kleinen Suchraster Stück für Stück abtastet und dabei Muster wie Kanten oder Ecken findet. Mehrere solcher Schichten hintereinander bauen aus einfachen Mustern nach und nach komplexe Formen zusammen.
- Fan-out-Query
Eine Fan-out-Query ist eine einzelne Suchanfrage, die im Hintergrund automatisch in viele kleinere Teilanfragen aufgefächert wird. Suchmaschinen und KI-Assistenten sammeln so Antworten aus mehreren Quellen und fügen sie zu einem einzigen Ergebnis zusammen.
- Farbraumumwandlung
Farbraumumwandlung bedeutet, dieselbe Farbe von einem Zahlensystem in ein anderes umzurechnen, etwa von der Beschreibung für Bildschirme in die für Druckmaschinen. Sie sorgt dafür, dass ein Foto auf Handy, Monitor und Papier möglichst gleich aussieht.
- FastText
FastText ist ein von Facebook entwickeltes Werkzeug, das Wörter in Zahlenreihen umrechnet und Texte automatisch einordnet. Es zerlegt Wörter dabei in kurze Buchstabenfolgen und versteht so auch Wörter, die es nie gesehen hat.
- FCC
Die FCC ist die US-Behörde, die Funk, Telefon, Kabel und Internet in den Vereinigten Staaten reguliert. Sie vergibt Funkfrequenzen, lässt Geräte zu und setzt Regeln für Mobilfunk-, Satelliten- und Internetanbieter.
- FD-Bench
FD-Bench ist eine standardisierte Testsammlung, mit der Forscher vergleichen, wie gut Computerprogramme das Verhalten von Flüssigkeiten und Gasen vorhersagen. Sie prüft vor allem lernende Modelle, die klassische Strömungsberechnungen ersetzen oder beschleunigen sollen.
- Feature Flag
Ein Feature Flag ist ein eingebauter Schalter in einer Software, mit dem eine neue Funktion an- oder ausgeschaltet werden kann, ohne das Programm neu ausliefern zu müssen. So lassen sich Neuerungen zuerst an kleinen Nutzergruppen testen und im Notfall sofort wieder abschalten.
- Feature-Branch
Ein Feature-Branch ist eine abgetrennte Arbeitskopie eines Software-Projekts, in der genau eine neue Funktion entwickelt wird. Erst wenn sie fertig und geprüft ist, wird die Arbeit mit der Hauptversion des Projekts zusammengeführt.
- Fediverse
Das Fediverse ist ein Verbund vieler eigenständiger sozialer Netzwerke, die sich gegenseitig Nachrichten schicken können. Wer bei einem dieser Dienste ein Konto hat, kann Leuten auf allen anderen folgen – ähnlich wie bei E-Mail.
- Feed
Ein Feed ist die endlose Liste von Beiträgen, die eine App wie Instagram, TikTok oder X anzeigt. Welche Inhalte dort oben landen, entscheidet meist nicht die Uhrzeit, sondern ein Programm, das die Reihenfolge nach erwarteter Aufmerksamkeit sortiert.
- Feedback-Loop
Ein Feedback-Loop ist ein Kreislauf, in dem das Ergebnis eines Systems wieder zu dessen Eingabe wird und so das nächste Ergebnis beeinflusst. In der KI-Welt sorgt das dafür, dass Systeme aus ihrer eigenen Wirkung lernen — im Guten wie im Schlechten.
- Feedback-Schleife
Eine Feedback-Schleife entsteht, wenn das Ergebnis eines Systems wieder zu dessen Eingang wird und das nächste Ergebnis beeinflusst. In der KI ist das ein zentrales Prinzip: Rückmeldungen von Menschen oder aus dem laufenden Betrieb verbessern ein System — oder verstärken seine Fehler.
- Feinjustierung
Feinjustierung bedeutet, ein bereits fertig trainiertes KI-Modell mit zusätzlichen, speziell ausgewählten Beispielen weiter zu trainieren. So wird aus einem Allrounder ein Spezialist für eine bestimmte Aufgabe, ohne dass man das Modell von Grund auf neu bauen muss.
- Fel-Vermutung
Die Fel-Vermutung ist eine unbewiesene Behauptung, die in Diskussionen über KI und Mathematik auftaucht. Zu diesem Namen liegen jedoch keine gesicherten Angaben vor, weshalb dieser Eintrag vor allem erklärt, was eine Vermutung überhaupt ist und wie man mit unklaren Fachbegriffen umgeht.
- Felony Bench
Felony Bench ist ein Test, mit dem geprüft wird, ob KI-Sprachprogramme bei klar strafbaren Anfragen mithelfen oder sich weigern. Solche Prüfsammlungen dienen dazu, die Sicherheitsgrenzen eines Systems messbar und vergleichbar zu machen.
- Festkörperbatterie
Eine Festkörperbatterie ist ein Akku, in dem der Strom im Inneren nicht durch eine Flüssigkeit wandert, sondern durch ein festes Material. Das soll Akkus sicherer machen und mehr Energie auf gleichem Raum unterbringen – die Serienfertigung ist aber noch schwierig.
- Few-Shot Learning
Few-Shot Learning bedeutet, dass ein Computerprogramm eine neue Aufgabe schon nach wenigen Beispielen richtig löst. Bei heutigen Sprachprogrammen reicht dafür oft, ein paar Beispiele direkt in die Anfrage zu schreiben.
- Filament
Filament ist der aufgerollte Kunststoffdraht, den die häufigste Art von 3D-Druckern als Material verwendet. Der Draht wird im Druckkopf geschmolzen und Schicht für Schicht zu einem Werkstück aufgetragen.
- Fine-Tuning
Fine-Tuning bedeutet, ein bereits fertig trainiertes KI-Modell mit zusätzlichen, speziell ausgewählten Beispielen weiter zu trainieren. So passt man ein allgemeines Modell an eine bestimmte Aufgabe, Sprache oder einen Firmenstil an, ohne es von null neu aufzubauen.
- Fingerprinting
Fingerprinting ist ein Verfahren, bei dem Webseiten aus vielen kleinen technischen Eigenschaften eines Geräts einen eindeutigen Erkennungswert berechnen. Damit lassen sich Nutzer wiedererkennen, ohne dass etwas auf dem Gerät gespeichert wird.
- Fintech
Fintech bezeichnet Finanzdienstleistungen, die vor allem über Software und Apps laufen statt über Bankfilialen und Papier. Der Begriff steht sowohl für die Technik selbst als auch für die jungen Unternehmen, die damit Banken und Versicherungen Konkurrenz machen.
- Firmware
Firmware ist das kleine Steuerprogramm, das fest in einem Gerät sitzt und dessen Elektronik überhaupt zum Laufen bringt. Ohne Firmware bleibt selbst eine funktionierende Waschmaschine, Festplatte oder Drohne ein Stück tote Technik.
- First Amendment
Das First Amendment ist der erste Zusatzartikel zur Verfassung der USA. Er verbietet dem Staat, die Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit einzuschränken, und ist damit der Grund, warum US-Plattformen bei Inhalten anders reguliert werden als europäische.
- First Loss
First Loss bezeichnet den Teil einer Finanzierung, der als Erstes ausfällt, wenn Verluste entstehen. Wer diese Position hält, schützt damit alle anderen Geldgeber und verlangt dafür eine hohe Rendite.
- First-Loss-Tranche
Die First-Loss-Tranche ist der Teil einer Finanzierung, der als Erster für Verluste haftet. Wer sie hält, verliert sein Geld zuerst — und bekommt dafür die höchste Rendite in Aussicht gestellt.
- First-Party-Daten
First-Party-Daten sind Informationen, die ein Unternehmen selbst direkt von seinen Nutzern oder Kunden sammelt – etwa beim Einkauf, beim Anmelden oder beim Klicken auf der eigenen Website. Sie gelten als besonders verlässlich und rechtlich unproblematisch, weil kein fremder Anbieter dazwischensteht.
- Fitts' Law
Fitts' Law ist eine Faustformel dafür, wie lange ein Mensch braucht, um mit Hand, Maus oder Finger ein Ziel zu treffen. Je weiter das Ziel entfernt und je kleiner es ist, desto länger dauert es — und desto häufiger geht der Klick daneben.
- Flash Crash
Ein Flash Crash ist ein extrem schneller Kurssturz an der Börse, der sich innerhalb von Minuten wieder weitgehend auflöst. Ausgelöst wird er meist nicht durch echte Nachrichten, sondern durch automatische Handelsprogramme, die sich gegenseitig hochschaukeln.
- Flatrate-Modell
Ein Flatrate-Modell ist ein Preismodell, bei dem man einen festen Betrag pro Monat zahlt und dafür ein Angebot ohne Mengenbegrenzung nutzen darf. Bei KI-Diensten ist das riskant, weil jede Anfrage den Anbieter echtes Geld kostet — Vielnutzer können ein solches Abo unrentabel machen.
- Fließkomma-Genauigkeit
Die Fließkomma-Genauigkeit gibt an, mit wie vielen Stellen ein Computer Kommazahlen speichert. In der KI entscheidet sie darüber, wie viel Speicher ein Modell braucht und wie schnell es rechnet.
- FLOPs
FLOPs sind einzelne Rechenschritte mit Kommazahlen, also etwa eine Multiplikation oder eine Addition. Sie dienen als Maßeinheit dafür, wie viel Rechenarbeit ein KI-Modell verschlingt und wie schnell ein Computerchip arbeitet.
- fMRT
Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT, englisch fMRI) ist ein Verfahren, das sichtbar macht, welche Bereiche des Gehirns gerade besonders aktiv sind. Sie misst dazu nicht die Nervenzellen selbst, sondern den Sauerstoffgehalt im Blut — und liefert damit Daten, die heute auch von KI-Systemen ausgewertet werden.
- Fork
Ein Fork ist die Abspaltung eines Softwareprojekts: Jemand nimmt den vorhandenen Programmcode und entwickelt ihn eigenständig in eine andere Richtung weiter. Bei Kryptowährungen bezeichnet der Begriff die Aufspaltung eines Netzwerks in zwei Versionen mit unterschiedlichen Regeln.
- Form 8-K
Form 8-K ist ein Pflichtbericht, den börsennotierte US-Unternehmen kurzfristig bei der US-Börsenaufsicht einreichen müssen, wenn etwas Wichtiges passiert. Anders als Quartals- oder Jahresberichte folgt er keinem Kalender, sondern dem Ereignis – meist innerhalb von vier Werktagen.
- Formale Verifikation
Formale Verifikation ist ein mathematischer Beweis, dass ein Programm oder ein Chip sich genau so verhält wie vorgeschrieben. Statt Fehler durch Ausprobieren zu suchen, schließt man sie rechnerisch für alle möglichen Fälle aus.
- Formalisierung
Formalisierung heißt, eine Aussage oder Aufgabe aus der Alltagssprache in eine streng eindeutige Schreibweise zu übersetzen, etwa in eine mathematische Formel oder in Regeln, die ein Computer prüfen kann. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Maschinen mit einem Problem überhaupt rechnen können.
- Formatkonvertierung
Formatkonvertierung bedeutet, dieselben Inhalte von einer Speicherform in eine andere zu übersetzen, etwa ein Bild von HEIC nach JPEG oder eine Tabelle von Excel nach CSV. Sie ist eine der häufigsten Arbeiten in der Datenverarbeitung, weil verschiedene Programme unterschiedliche Formen erwarten.
- Formatter
Ein Formatter ist ein Programm, das Programmtext automatisch nach festen Regeln in eine einheitliche Form bringt – etwa Einrückungen, Zeilenumbrüche und Abstände. Am Inhalt des Programms ändert er nichts, nur an dessen Aussehen.
- Forward Multiple
Ein Forward Multiple setzt den heutigen Börsenwert eines Unternehmens ins Verhältnis zu einer erwarteten Zahl der Zukunft, meist dem Gewinn oder Umsatz des kommenden Jahres. Es ist die gängigste Kennzahl, um zu beurteilen, ob eine Aktie teuer oder günstig bewertet ist – besonders bei schnell wachsenden Tech- und KI-Firmen.
- Forward Pass
Der Forward Pass ist der Rechenweg, den eine Eingabe durch ein KI-Modell von vorne bis hinten nimmt, bis am Ende ein Ergebnis herauskommt. Er ist die kleinste Recheneinheit in KI-Systemen: jede Antwort und jedes Trainingsbeispiel beginnt mit einem Forward Pass.
- Foundation Model
Ein Foundation Model ist ein sehr großes KI-Modell, das mit riesigen Mengen an Text, Bildern oder Code allgemein trainiert wurde und danach für viele verschiedene Aufgaben weiterverwendet werden kann. Es ist die gemeinsame Grundlage hinter Produkten wie Chatbots, Übersetzern oder Bildgeneratoren.
- Foundation-Modell
Ein Foundation-Modell ist ein sehr großes KI-Modell, das mit riesigen Datenmengen allgemein vortrainiert wurde und danach für viele verschiedene Aufgaben weiterverwendet werden kann. Es ist eine Art Grundausstattung, auf der Firmen ihre konkreten Produkte aufbauen, statt jedes Mal von null zu beginnen.
- Founder Mode
Founder Mode bezeichnet einen Führungsstil, bei dem der Gründer eines Unternehmens sich tief in Details einmischt, statt Aufgaben komplett an Manager abzugeben. Der Begriff stammt aus einem Text des Investors Paul Graham von 2024 und wird seither in der Tech-Branche heiß diskutiert.
- FP4
FP4 ist ein extrem sparsames Zahlenformat, das jede Zahl in einem KI-Modell mit nur vier Bits speichert. Dadurch brauchen Modelle deutlich weniger Speicher und rechnen schneller — allerdings auf Kosten der Genauigkeit.
- FP8
FP8 ist ein Zahlenformat, das jede Zahl mit nur acht Bit speichert – also mit acht Ja/Nein-Schaltern. KI-Modelle rechnen damit deutlich schneller und sparsamer als mit den früher üblichen 16 oder 32 Bit, verlieren aber etwas Genauigkeit.
- FP8-Präzision
FP8-Präzision bedeutet, dass ein KI-Modell seine Zahlen in nur acht Bit speichert statt in sechzehn oder zweiunddreißig. Das halbiert Speicherbedarf und Rechenaufwand gegenüber dem bisherigen Standard, kostet aber Genauigkeit und erfordert technische Vorkehrungen.
- FPV-Drohne
Eine FPV-Drohne ist ein kleines Fluggerät mit Kamera, dessen Bild live in eine Brille des Piloten übertragen wird. Er steuert also nicht aus der Außenansicht, sondern sieht die Welt so, als säße er selbst in der Drohne.
- Frame
Ein Frame ist ein einzelnes Standbild aus einer Bildfolge, etwa aus einem Video oder einem Computerspiel. Viele solcher Einzelbilder hintereinander ergeben für das Auge eine flüssige Bewegung; wie viele davon pro Sekunde gezeigt werden, ist die Bildrate.
- Frame-Interpolation
Frame-Interpolation erzeugt künstliche Zwischenbilder in einem Video, damit Bewegungen flüssiger wirken. Aus 24 Einzelbildern pro Sekunde werden so zum Beispiel 60 oder 120 – ohne dass die Kamera sie je aufgenommen hat.
- Framework
Ein Framework ist eine vorgefertigte Grundstruktur für Programme, die Entwicklern viele Standardaufgaben abnimmt. Sie schreiben nur noch die Teile, die ihr Projekt einzigartig machen, und fügen sie in das vorhandene Gerüst ein.
- Free Float
Der Free Float ist der Anteil der Aktien eines Unternehmens, der tatsächlich frei an der Börse gehandelt werden kann. Anteile von Großeigentümern wie Familien, Staaten oder Gründern werden dabei herausgerechnet.
- Freemium
Freemium ist ein Geschäftsmodell, bei dem eine Grundversion eines Produkts kostenlos ist und nur zusätzliche Funktionen Geld kosten. Bei KI-Diensten wie Chatbots ist es heute die übliche Art, Nutzer zu gewinnen und einen Teil von ihnen später zahlen zu lassen.
- Freiheitsgrad
Ein Freiheitsgrad ist eine Größe an einem System, die sich unabhängig von allen anderen verändern kann. Der Begriff beschreibt, wie viele Bewegungsrichtungen ein Roboterarm hat oder wie viele Stellschrauben ein statistisches Modell besitzt.
- Frequenzspektrum Ku-Band bis D-Band
Ku-Band bis D-Band bezeichnet einen Bereich von Funkfrequenzen zwischen etwa 12 und 170 Gigahertz, der für Satelliten, Richtfunk und schnelle Mobilfunkverbindungen genutzt wird. Je höher die Frequenz, desto mehr Daten passen durch die Verbindung – und desto empfindlicher wird sie gegen Regen und Hindernisse.
- Frontend-Deployment
Frontend-Deployment bezeichnet den Vorgang, mit dem der sichtbare Teil einer Website oder App vom Rechner der Entwickler auf öffentlich erreichbare Server gebracht wird. Erst danach sehen Nutzer die neue Version im Browser.
- Frontier Model
Als Frontier Model bezeichnet man die jeweils leistungsfähigsten KI-Systeme, die es zu einem Zeitpunkt gibt. Der Begriff ist keine Messgröße, sondern eine Einordnung: Diese Modelle liegen an der vorderen Grenze des technisch Machbaren.
- Frontier-Forschung
Frontier-Forschung bezeichnet die Arbeit an den leistungsfähigsten KI-Systemen, die es überhaupt gibt. Sie ist extrem teuer, wird von wenigen großen Laboren betrieben und steht im Zentrum der Debatte über Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz.
- Frontier-Modell
Ein Frontier-Modell ist ein KI-System, das zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung zu den leistungsfähigsten der Welt gehört. Der Begriff stammt aus der Debatte über Risiken und Regulierung solcher Systeme.
- FTE
FTE steht für „Full-Time Equivalent“, auf Deutsch Vollzeitäquivalent. Die Kennzahl rechnet alle Arbeitsstunden eines Unternehmens in eine Zahl gedachter Vollzeitstellen um und macht so Belegschaften vergleichbar.
- FUD
FUD steht für „Fear, Uncertainty and Doubt“ – also Angst, Unsicherheit und Zweifel. Gemeint ist das gezielte Streuen negativer oder vager Behauptungen, um Menschen von einem Produkt, einer Firma oder einer Geldanlage abzubringen.
- Fulfillment
Fulfillment bezeichnet alles, was nach einer Online-Bestellung passiert: Ware lagern, heraussuchen, verpacken, verschicken und Rücksendungen bearbeiten. Viele Händler geben diese Arbeit an spezialisierte Dienstleister ab, die ganze Lagerhallen dafür betreiben.
- Full-Body-Capture
Full-Body-Capture bezeichnet Verfahren, mit denen die Bewegungen eines kompletten menschlichen Körpers aufgezeichnet und in digitale Daten übersetzt werden. Diese Daten steuern anschließend eine Spielfigur, eine Filmfigur oder einen Avatar in einer virtuellen Umgebung.
- Full-Duplex
Full-Duplex bezeichnet eine Verbindung, bei der beide Seiten gleichzeitig senden und empfangen können — so wie bei einem normalen Telefongespräch, in dem man sich auch ins Wort fallen kann. In der KI-Welt meint der Begriff heute vor allem Sprachassistenten, die zuhören, während sie selbst sprechen.
- Full-Duplex-Architektur
Eine Full-Duplex-Architektur erlaubt es einem Sprachsystem, gleichzeitig zu hören und zu sprechen, statt streng abwechselnd. Dadurch wirken Gespräche mit Sprachassistenten natürlicher: Man kann dazwischenreden, und das System reagiert sofort darauf.
- Full-Stack
Full-Stack bezeichnet die Arbeit an allen Schichten einer Software: an der sichtbaren Oberfläche und an der Technik dahinter, die Daten speichert und verarbeitet. Ein Full-Stack-Entwickler kann eine Anwendung deshalb allein von Anfang bis Ende bauen.
- Full-Stack AI
Full-Stack AI bezeichnet Unternehmen, die alle Ebenen der künstlichen Intelligenz selbst kontrollieren: von den Chips über die Rechenzentren bis zur fertigen App für Kunden. Der Begriff beschreibt also nicht eine Technik, sondern eine Geschäftsstrategie.
- Full-Stack-Infrastruktur
Full-Stack-Infrastruktur bedeutet, dass ein Unternehmen alle Ebenen einer KI-Anlage selbst kontrolliert: von den Chips über die Rechenzentren bis zur fertigen Anwendung. Der Begriff fällt vor allem, wenn Konzerne wie Nvidia, Google oder Amazon erklären, warum sie nicht nur ein Teil der Kette sein wollen.
- Function Calling
Function Calling bedeutet, dass ein Sprachmodell nicht nur Text schreibt, sondern erkennt, wann ein fremdes Programm gebraucht wird, und dessen Aufruf sauber formuliert. Das Modell liefert Name und Werte für die Anfrage, ausgeführt wird sie außerhalb des Modells.
- Fundamentmodell
Ein Fundamentmodell ist ein sehr großes KI-Modell, das mit riesigen Mengen an Text, Bildern oder Code allgemein trainiert wurde und danach für viele verschiedene Aufgaben angepasst werden kann. Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude bauen auf solchen Modellen auf.
- Fundrate
Die Fundrate ist eine kleine Zahlung, die sich Käufer und Verkäufer bei bestimmten Krypto-Wetten gegenseitig überweisen, meist alle acht Stunden. Sie sorgt dafür, dass der Preis dieser Wetten nicht zu weit vom echten Marktpreis abdriftet.
- Funkspektrum
Das Funkspektrum ist der Bereich elektromagnetischer Wellen, über den Geräte drahtlos Daten austauschen – von Radio über Mobilfunk bis WLAN. Weil dieser Bereich begrenzt ist, teilen Staaten ihn in Abschnitte auf und versteigern oder vergeben sie an Netzbetreiber.
- Funktionale Repräsentation
Eine funktionale Repräsentation beschreibt einen Gegenstand nicht durch seine gespeicherten Daten, sondern durch eine Rechenvorschrift, die auf Anfrage den passenden Wert liefert. Statt eine Liste fertiger Werte abzulegen, speichert man also eine Regel, die diese Werte erzeugt.
- Funktionsaufruf
Beim Funktionsaufruf gibt ein Sprachmodell keine fertige Antwort aus, sondern die strukturierte Anweisung, ein externes Programm zu benutzen — etwa eine Suche, einen Taschenrechner oder eine Datenbank. Das Ergebnis dieses Programms fließt anschließend zurück in die Antwort.
- Fuzzing
Fuzzing ist ein automatisches Testverfahren, bei dem ein Programm mit riesigen Mengen zufälliger oder absichtlich fehlerhafter Eingaben beschossen wird. Stürzt es dabei ab, hat man eine Schwachstelle gefunden, die Angreifer sonst ausnutzen könnten.
G
- GAAP
GAAP ist das offizielle Regelwerk, nach dem US-Unternehmen ihre Zahlen in Geschäftsberichten aufschreiben müssen. Es legt fest, wann ein Umsatz als Umsatz zählt und wie Kosten verbucht werden, damit sich Firmen miteinander vergleichen lassen.
- GAFA
GAFA ist ein Kurzwort für die vier großen amerikanischen Technologiekonzerne Google, Apple, Facebook und Amazon. Der Begriff steht in Wirtschaftsnachrichten oft stellvertretend für die enorme Marktmacht dieser Firmen.
- Gain-of-Function-Forschung
Gain-of-Function-Forschung bezeichnet Laborversuche, in denen Krankheitserreger absichtlich verändert werden, damit sie neue Fähigkeiten bekommen – etwa sich leichter zu verbreiten. Ziel ist es, künftige Ausbrüche besser zu verstehen; gleichzeitig gilt diese Forschung als besonders risikoreich und wird streng reguliert.
- Gate
Ein Gate ist ein steuerbarer Schalter in einem künstlichen neuronalen Netz, der entscheidet, wie viel von einem Signal weitergegeben und wie viel zurückgehalten wird. Solche Schalter regeln zum Beispiel, was ein Modell sich merkt, was es vergisst und welcher Teil des Netzes für eine Eingabe überhaupt rechnet.
- Gated Capability
Eine Gated Capability ist eine Fähigkeit eines KI-Systems, die absichtlich hinter einer Zugangshürde liegt und nicht für jeden Nutzer freigeschaltet ist. Der Anbieter entscheidet, wer sie nutzen darf – etwa nach Prüfung, Vertrag oder Nachweis eines Zwecks.
- Gatekeeper
Als Gatekeeper bezeichnet die EU sehr große Digitalkonzerne, die den Zugang zu wichtigen Online-Diensten kontrollieren. Wer diesen Status trägt, muss besondere Regeln einhalten, damit kleinere Anbieter eine faire Chance haben.
- Gatekeeper-Muster
Das Gatekeeper-Muster ist ein Bauprinzip für Software: Jede Anfrage von außen läuft zuerst durch eine einzige vorgeschaltete Stelle, die prüft, filtert und erst dann weiterleitet. In KI-Systemen sitzt dieser Türsteher meist vor dem Sprachmodell und blockt schädliche Eingaben und Ausgaben.
- Gatekeeping
Gatekeeping bezeichnet die Macht, darüber zu entscheiden, wer oder was Zugang zu einem Markt, einer Plattform oder einer Öffentlichkeit bekommt. Im Tech-Bereich sind es meist große Konzerne, die als Torwächter kontrollieren, welche Apps, Inhalte oder Anbieter Nutzer überhaupt erreichen.
- Gating
Gating bezeichnet in KI-Systemen einen Mechanismus, der wie ein Tor entscheidet, welche Informationen weiterfließen und welche zurückgehalten werden. Bekannt ist Gating vor allem aus großen Sprachmodellen, in denen ein kleines Zusatznetz pro Anfrage nur einen Teil der Bausteine einschaltet.
- GDPval
GDPval ist ein von OpenAI veröffentlichter Test, der prüft, wie gut KI-Systeme echte Arbeitsaufgaben aus bezahlten Berufen erledigen. Statt Prüfungsfragen zu beantworten, müssen die Modelle Dinge abliefern, die auch ein Mensch im Job abgeben würde – etwa einen Rechtsentwurf, eine Tabelle oder eine Konstruktionszeichnung.
- Gedächtnisschicht
Eine Gedächtnisschicht ist ein Bauteil in einem KI-Modell, das Wissen in einer riesigen Nachschlagetabelle ablegt statt es über das ganze Modell zu verteilen. Das Modell holt pro Anfrage nur wenige Einträge daraus und kann so sehr viel Faktenwissen speichern, ohne beim Antworten langsamer zu werden.
- Gedächtniszerfall
Gedächtniszerfall beschreibt, wie ein KI-System frühere Informationen nach und nach verliert oder überschreibt. Das betrifft sowohl den Gesprächsverlauf eines Chatbots als auch bereits gelernte Fähigkeiten eines Modells, das neu trainiert wird.
- Gefangenendilemma
Das Gefangenendilemma ist ein berühmtes Gedankenexperiment über zwei Personen, die getrennt entscheiden müssen, ob sie zusammenarbeiten oder sich gegenseitig verraten. Es zeigt, wie beide am Ende schlechter dastehen, obwohl jeder für sich vernünftig gehandelt hat.
- GenAI
GenAI ist die Kurzform für generative künstliche Intelligenz: Computerprogramme, die auf Anfrage neue Texte, Bilder, Töne oder Programmcode erzeugen. Bekannte Beispiele sind ChatGPT für Text und Midjourney für Bilder.
- Gender Gap in Tech Adoption
Der Gender Gap in Tech Adoption bezeichnet den messbaren Unterschied darin, wie oft und wie früh Frauen und Männer neue Technologien nutzen. Bei KI-Werkzeugen wie ChatGPT liegt der Anteil der Nutzerinnen in vielen Studien deutlich unter dem der Nutzer.
- General Availability
General Availability, kurz GA, bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem ein Softwareprodukt offiziell fertig ist und von jedem Kunden regulär gekauft und eingesetzt werden kann. Vorher gibt es das Produkt meist nur in Testfassungen für ausgewählte Nutzer.
- General Purpose AI
General Purpose AI bezeichnet KI-Systeme, die nicht für eine einzige Aufgabe gebaut sind, sondern für sehr viele unterschiedliche. Der Begriff ist auch ein Rechtsbegriff: Die KI-Verordnung der EU knüpft an ihn besondere Pflichten für Anbieter.
- General-Purpose-Modell
Ein General-Purpose-Modell ist ein KI-System, das nicht für eine einzelne Aufgabe gebaut wurde, sondern für sehr viele verschiedene. Dasselbe Modell schreibt E-Mails, übersetzt Texte, erklärt Formeln und beantwortet Rückfragen dazu.
- Generative Engine Optimization
Generative Engine Optimization bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Firmen dafür sorgen, dass ihre Inhalte in den Antworten von KI-Chatbots und KI-Suchdiensten auftauchen. Es ist die Nachfolgerdisziplin der klassischen Suchmaschinenoptimierung, bei der es um gute Plätze in Google-Trefferlisten ging.
- Generative KI
Generative KI bezeichnet Computerprogramme, die neue Inhalte erzeugen: Texte, Bilder, Musik, Videos oder Programmcode. Sie erfinden diese Inhalte nicht aus dem Nichts, sondern setzen sie aus Mustern zusammen, die sie zuvor an riesigen Mengen Beispielmaterial gelernt haben.
- Generative KI
Generative KI bezeichnet Computerprogramme, die neue Inhalte erzeugen: Texte, Bilder, Musik, Videos oder Programmcode. Sie erfinden diese Inhalte nicht aus dem Nichts, sondern setzen sie aus Mustern zusammen, die sie in riesigen Mengen von Beispielmaterial gefunden haben.
- Generative Recommender
Ein Generative Recommender ist ein Empfehlungssystem, das den nächsten Klick oder Kauf eines Nutzers vorhersagt, indem es die bisherige Nutzungshistorie wie einen Text fortschreibt. Statt fertige Vorschläge nach Ähnlichkeit zu bewerten, erzeugt es die Empfehlung Schritt für Schritt selbst.
- Generative UI
Generative UI bezeichnet Benutzeroberflächen, die nicht fest programmiert sind, sondern im Moment der Nutzung von einem KI-System zusammengestellt werden. Statt einer immer gleichen Seite bekommt jeder Nutzer die Bedienelemente, die zu seiner konkreten Anfrage passen.
- Generator-Evaluator-Architektur
Die Generator-Evaluator-Architektur teilt eine KI-Aufgabe auf zwei Rollen auf: Ein Teil erzeugt Lösungsvorschläge, ein zweiter Teil bewertet sie und wählt den besten aus. Weil Prüfen oft leichter ist als Erfinden, liefert diese Aufteilung häufig zuverlässigere Ergebnisse als ein einzelner Durchgang.
- Genom
Das Genom ist die vollständige Erbinformation eines Lebewesens, gespeichert als lange Kette chemischer Bausteine in fast jeder Zelle. Beim Menschen umfasst es rund drei Milliarden dieser Bausteine, die sich heute innerhalb eines Tages auslesen und mit Computern auswerten lassen.
- Genomik
Genomik ist die Wissenschaft, die das komplette Erbgut eines Lebewesens untersucht — also alle Bauanleitungen einer Zelle auf einmal statt einzelner Gene. Weil dabei riesige Datenmengen entstehen, ist sie heute genauso ein Rechen- wie ein Laborfach.
- Genommodell
Ein Genommodell ist ein KI-System, das auf der Erbinformation von Lebewesen trainiert wurde und Muster in diesen langen Buchstabenfolgen erkennt. Es kann etwa vorhersagen, welche Abschnitte des Erbguts wichtig sind oder welche Veränderungen darin gefährlich werden könnten.
- Genomsynthese
Genomsynthese bedeutet, das komplette Erbgut eines Lebewesens im Labor chemisch zusammenzubauen, statt es aus einer Zelle zu entnehmen. Aus einer digitalen Datei am Computer wird so ein echtes, funktionsfähiges Erbgut.
- Gentherapie
Gentherapie ist ein Behandlungsverfahren, bei dem nicht ein Medikament die Beschwerden lindert, sondern die Bauanleitung in den Körperzellen selbst verändert wird. Ziel ist es, die Ursache einer Erbkrankheit zu beheben, im Idealfall mit einer einzigen Behandlung.
- GenUI
GenUI bezeichnet Benutzeroberflächen, die nicht fest programmiert sind, sondern im Moment der Nutzung von einem KI-Programm passend zur Anfrage zusammengesetzt werden. Statt einer immer gleichen Seite bekommt jeder Nutzer die Schaltflächen, Tabellen oder Formulare, die gerade zu seinem Anliegen passen.
- GEO
GEO steht für Generative Engine Optimization und bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Firmen dafür sorgen, dass Chat-Programme wie ChatGPT ihre Inhalte in Antworten übernehmen. Es ist die Nachfolge-Disziplin der klassischen Suchmaschinenoptimierung, die auf Google-Trefferlisten zielte.
- Geo-Risiko
Geo-Risiko bezeichnet die Gefahr, dass politische Konflikte zwischen Staaten Unternehmen und Anlegern schaden – etwa durch Kriege, Handelsverbote oder Sanktionen. In der Technik- und KI-Branche ist es besonders spürbar, weil Chips und Rohstoffe aus wenigen, politisch heiklen Regionen kommen.
- Geopolitische Risiken
Geopolitische Risiken sind Gefahren für Unternehmen und Märkte, die aus dem Verhalten von Staaten entstehen – etwa aus Kriegen, Handelsstreit oder Exportverboten. In der Technikbranche treffen sie besonders die Lieferketten für Computerchips, weil deren Herstellung auf wenige Länder konzentriert ist.
- Geschlossenes Modell
Ein geschlossenes Modell ist ein KI-System, dessen Innenleben die Herstellerfirma für sich behält. Nutzer können es nur über eine Schnittstelle im Internet benutzen, aber nicht herunterladen, kopieren oder verändern.
- Gesichtsgeometrie
Gesichtsgeometrie bezeichnet die vermessbare Form eines Gesichts: Abstände, Winkel und Wölbungen zwischen Punkten wie Augen, Nase und Kinn. Computer wandeln diese Maße in eine Zahlenreihe um und können damit Personen erkennen oder unterscheiden.
- getBoundingClientRect
getBoundingClientRect ist ein Befehl in der Programmiersprache JavaScript, der die Größe und die Position eines Elements auf einer Webseite ausliest. Er liefert Zahlen wie Breite, Höhe und den Abstand zum oberen Rand des sichtbaren Fensters.
- Gewicht (neuronales Netz)
Ein Gewicht ist eine einzelne Zahl in einem KI-Modell, die festlegt, wie stark ein Signal an eine nächste Stelle weitergegeben wird. Alle Gewichte zusammen bilden das gesamte Wissen eines Modells; sie werden beim Lernen millionenfach nachjustiert.
- Gewichte
Gewichte sind die vielen Zahlen im Inneren eines KI-Modells, die beim Lernen eingestellt werden und danach sein gesamtes Wissen enthalten. Wer die Gewichte einer KI besitzt, besitzt die KI selbst.
- Gewichte (Modellgewichte)
Gewichte sind die vielen Zahlen im Inneren eines KI-Modells, die beim Lernen eingestellt werden und festlegen, wie es auf eine Eingabe reagiert. Wer die Gewichtsdateien besitzt, besitzt das fertige Modell.
- Gewichte zurückrufen
„Gewichte zurückrufen" bedeutet, dass ein Unternehmen die veröffentlichte Zahlendatei eines KI-Modells nachträglich wieder einzieht, etwa weil sie fehlerhaft oder gefährlich ist. Weil solche Dateien millionenfach kopiert werden, gelingt ein solcher Rückruf technisch fast nie vollständig.
- Gigaflops pro Watt
Gigaflops pro Watt gibt an, wie viele Milliarden Rechenschritte ein Chip pro Sekunde schafft, wenn er dafür ein Watt Strom verbraucht. Die Kennzahl misst also nicht die reine Geschwindigkeit, sondern die Energieeffizienz von Prozessoren und Rechenzentren.
- Gigawatt-Maßstab (Rechenzentren)
Vom Gigawatt-Maßstab spricht man, wenn ein einzelner Rechenzentrums-Standort so viel Strom braucht wie eine Großstadt – rund eine Milliarde Watt. Solche Anlagen entstehen derzeit für das Training großer KI-Systeme und machen Strom zum wichtigsten Engpass der Branche.
- Gigawatt-Rechenzentrum
Ein Gigawatt-Rechenzentrum ist eine Computeranlage, die im Betrieb rund eine Milliarde Watt elektrische Leistung braucht — etwa so viel wie eine Großstadt. Solche Anlagen entstehen derzeit, um sehr große KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben.
- Gimbal
Ein Gimbal ist eine bewegliche Aufhängung aus mehreren drehbaren Ringen, die einen Gegenstand ruhig hält, während sich alles um ihn herum bewegt. Bekannt ist er vor allem als Halterung, die Kameras auf Drohnen oder in der Hand stabilisiert.
- Git Worktree
Ein Git Worktree ist ein zusätzlicher Arbeitsordner, der zum selben Projektarchiv gehört. So kann man an mehreren Versionen eines Programms gleichzeitig arbeiten, ohne den Ordner ständig umschalten zu müssen.
- Git-Diff
Ein Git-Diff zeigt Zeile für Zeile, was sich zwischen zwei Versionen einer Datei geändert hat. Es ist die Standardform, in der Programmiererinnen und Programmierer Änderungen prüfen, besprechen und weitergeben.
- Gitterbasierte Kryptografie
Gitterbasierte Kryptografie ist eine Familie von Verschlüsselungsverfahren, deren Sicherheit auf Rechenaufgaben in hochdimensionalen Punktgittern beruht. Sie gilt als sicher gegen Quantencomputer und bildet die Grundlage der neuen Verschlüsselungsstandards, die gerade weltweit eingeführt werden.
- Gitterkryptographie
Gitterkryptographie ist eine Familie von Verschlüsselungsverfahren, deren Sicherheit auf schwierigen Rechenaufgaben in regelmäßigen Punktmustern im Raum beruht. Sie gilt als wichtigster Kandidat für Verschlüsselung, die auch künftige Quantencomputer nicht knacken können.
- Gittertheorie
Die Gittertheorie ist ein Teilgebiet der Mathematik, das regelmäßige Punktmuster im Raum untersucht — etwa alle Punkte mit ganzzahligen Koordinaten. Sie liefert heute die Grundlage für Verschlüsselungsverfahren, die auch ein Quantencomputer nicht knacken soll.
- GKE
GKE ist ein Dienst von Google, mit dem Firmen ihre Programme auf gemieteten Rechnern im Internet betreiben lassen. Google übernimmt dabei die Aufgabe, diese Programme automatisch zu starten, zu verteilen und bei Ausfällen zu ersetzen.
- GKE Agent Sandbox
GKE Agent Sandbox ist ein Angebot von Google, mit dem KI-Programme fremden Code in einem abgeschotteten Bereich ausführen können. Der Code läuft dort isoliert, sodass er dem restlichen System des Betreibers nicht schaden kann.
- GLM
GLM ist eine Familie von KI-Sprachmodellen des chinesischen Unternehmens Zhipu AI (heute Z.ai). Die Modelle beantworten Fragen und schreiben Texte wie ChatGPT, stammen aber aus China und sind teilweise frei herunterladbar.
- GLM-5.2
GLM-5.2 ist die Bezeichnung für ein Sprachmodell aus der chinesischen GLM-Reihe, also für ein Computerprogramm, das Texte versteht und schreibt. Solche Versionsnummern stehen in News meist für einen Zwischenschritt: dieselbe Grundidee wie beim Vorgänger, aber besser trainiert und in Tests etwas stärker.
- Global Scope
Der Global Scope ist der äußerste Gültigkeitsbereich eines Programms: Namen, die dort abgelegt werden, sind im gesamten Programm sichtbar. Das ist bequem, gilt aber als riskant, weil jede Programmstelle solche Werte verändern kann.
- Global Workspace Theory
Die Global Workspace Theory ist eine Erklärung dafür, wie im Gehirn bewusstes Erleben entsteht: Viele unbewusste Prozesse laufen parallel, und nur der Gewinner darf seinen Inhalt auf eine Art gemeinsame Bühne stellen, die alle anderen sehen. In der KI-Forschung dient sie als Bauplan-Idee für Systeme, in denen viele spezialisierte Teile über einen gemeinsamen Zwischenspeicher kommunizieren.
- GMV
GMV steht für Gross Merchandise Volume und bezeichnet den Gesamtwert aller Waren, die über eine Handelsplattform verkauft werden. Die Zahl zeigt, wie viel Geschäft über eine Plattform läuft – nicht, wie viel die Plattform selbst verdient.
- Gödel-Maschine
Die Gödel-Maschine ist ein theoretisches Computerprogramm, das seinen eigenen Programmcode umschreiben darf – aber nur, wenn es vorher beweisen kann, dass die Änderung eine Verbesserung ist. Sie wurde 2003 vom KI-Forscher Jürgen Schmidhuber vorgestellt und gilt als gedankliches Ideal selbstverbessernder Software, nicht als praktisch gebautes System.
- Goodharts Gesetz
Goodharts Gesetz besagt: Sobald eine Messgröße zum Ziel wird, taugt sie nicht mehr als Maßstab. In der KI-Entwicklung erklärt es, warum Systeme oft hohe Testwerte erreichen, ohne das eigentlich Gewünschte zu tun.
- Google Zero
Google Zero beschreibt ein Szenario, in dem Websites kaum noch Besucher über die Google-Suche bekommen, weil Google die Antworten direkt selbst anzeigt. Für Verlage, Ratgeberseiten und Online-Shops bedeutet das ein Geschäftsmodell in Gefahr.
- GPL
Die GPL ist ein Lizenztext, der jedem erlaubt, ein Computerprogramm zu benutzen, zu verändern und weiterzugeben — unter der Bedingung, dass Weitergaben dieselben Freiheiten mitliefern. Sie ist die bekannteste Lizenz für frei verfügbare Software und steckt unter anderem im Betriebssystemkern Linux.
- GPLv3
Die GPLv3 ist ein Lizenztext aus dem Jahr 2007, der festlegt, unter welchen Bedingungen man ein Computerprogramm samt seinem Quelltext weitergeben darf. Ihre Kernregel: Wer das Programm verändert und verbreitet, muss den veränderten Quelltext ebenfalls offenlegen und dieselben Rechte weitergeben.
- GPQA-Diamond
GPQA-Diamond ist eine Sammlung von 198 besonders schweren naturwissenschaftlichen Prüfungsfragen, mit denen man testet, wie gut ein KI-Programm denkt. Die Fragen sind so gebaut, dass man sie auch mit einer Internetsuche kaum lösen kann.
- GPT-5
GPT-5 ist das im August 2025 veröffentlichte Spitzenmodell von OpenAI, das hinter ChatGPT arbeitet. Es kombiniert schnelle Antworten und längeres Nachdenken in einem System und wählt selbst, welcher Modus zu einer Frage passt.
- GPT-5.6
GPT-5.6 ist eine Zwischenversion aus der GPT-Modellreihe von OpenAI, also einer Familie von Programmen, die Texte schreiben und Fragen beantworten. Die Ziffer hinter dem Punkt zeigt an, dass es sich um eine Verbesserung einer bestehenden Generation handelt, nicht um einen kompletten Neuanfang.
- gpt-oss-20b
gpt-oss-20b ist ein KI-Sprachmodell von OpenAI, das die Firma im August 2025 zum freien Herunterladen veröffentlicht hat. Es ist so klein, dass es auf einem gut ausgestatteten Notebook läuft, und braucht dafür keine Verbindung zu einem fremden Rechenzentrum.
- GPU
Eine GPU ist ein Spezialchip, der sehr viele einfache Rechenschritte gleichzeitig ausführt. Ursprünglich für Computerspiele gebaut, ist sie heute das wichtigste Bauteil für das Training und den Betrieb von KI-Systemen.
- GPU-Cluster
Ein GPU-Cluster ist eine große Ansammlung spezieller Rechenchips, die über schnelle Kabel verbunden sind und gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten. Solche Anlagen sind die Maschinen, auf denen moderne KI-Modelle trainiert und betrieben werden.
- GPU-Designer
Ein GPU-Designer ist ein Unternehmen, das Grafik- und KI-Rechenchips entwirft, aber meist nicht selbst herstellt. Die bekanntesten sind Nvidia, AMD und Intel; gefertigt werden ihre Entwürfe von Auftragsfabriken wie TSMC.
- GPU-Kernel
Ein GPU-Kernel ist ein kleines Programm, das eine Grafikkarte tausendfach gleichzeitig ausführt. Fast alle KI-Berechnungen bestehen aus solchen Kerneln, und wie gut sie geschrieben sind, entscheidet über Geschwindigkeit und Stromkosten.
- GPU-Rendering
GPU-Rendering bezeichnet das Berechnen von Bildern durch die Grafikkarte eines Computers statt durch den Hauptprozessor. Weil eine Grafikkarte tausende einfache Rechenschritte gleichzeitig ausführt, entstehen Bilder dabei oft um ein Vielfaches schneller.
- GR4AD
GR4AD ist keine allgemein etablierte Bezeichnung im KI- und Technikbereich; es existiert dafür kein anerkannter Fachbegriff mit klarer Definition. Wer auf das Kürzel stößt, sollte prüfen, ob es sich um einen firmeneigenen Produktnamen, eine Projektkennung oder einen Tippfehler handelt.
- Grace CPU
Grace CPU ist ein Hauptprozessor des Chipherstellers Nvidia, der speziell für Rechenzentren mit KI-Aufgaben gebaut wurde. Er ist meist direkt mit Nvidias Grafikchips gekoppelt und versorgt sie schnell mit Daten.
- Gradient Boosting
Gradient Boosting ist ein Verfahren des maschinellen Lernens, bei dem viele einfache Vorhersagemodelle nacheinander gebaut werden. Jedes neue Modell konzentriert sich auf die Fehler der bisherigen, sodass am Ende eine sehr genaue Gesamtvorhersage entsteht.
- Grafik-Pipeline
Die Grafik-Pipeline ist die feste Abfolge von Rechenschritten, mit der ein Computer aus einer dreidimensionalen Szenenbeschreibung ein fertiges Bild auf dem Monitor macht. Sie läuft in Spielen und 3D-Programmen viele Male pro Sekunde ab und ist die Hauptaufgabe jeder Grafikkarte.
- Graph-Ansicht
Die Graph-Ansicht ist eine Darstellung, bei der einzelne Objekte als Punkte und ihre Beziehungen als Linien dazwischen gezeigt werden. Sie macht sichtbar, was in einer Liste oder Tabelle verborgen bleibt: wie Dinge miteinander zusammenhängen.
- Graviton
Graviton ist eine Reihe von Prozessoren, die Amazon selbst entwickelt und ausschließlich in seinen eigenen Rechenzentren einsetzt. Die Chips sollen Mietserver in der Cloud günstiger und stromsparender machen als vergleichbare Prozessoren von Intel oder AMD.
- Graviton-Prozessoren
Graviton-Prozessoren sind Rechenchips, die der Cloud-Anbieter Amazon Web Services selbst entwickelt und ausschließlich in seinen eigenen Rechenzentren einsetzt. Sie basieren auf der ARM-Bauweise und sollen dieselbe Arbeit mit weniger Strom und zu geringeren Kosten erledigen als klassische Server-Chips von Intel oder AMD.
- Grenzkosten
Grenzkosten sind die Kosten, die entstehen, wenn man von einem Produkt genau ein Stück mehr herstellt. In der Softwarebranche sind sie extrem niedrig — das erklärt, warum digitale Firmen so schnell wachsen können, und warum KI-Anbieter hier eine Ausnahme bilden.
- grep
grep ist ein Suchwerkzeug für Textdateien: Es durchsucht Zeile für Zeile und gibt alle Zeilen aus, die zu einem gesuchten Muster passen. Auf Servern und in der Softwareentwicklung ist es das Standardmittel, um in riesigen Protokolldateien schnell die relevanten Stellen zu finden.
- Grok
Grok ist ein Chatprogramm der Firma xAI von Elon Musk, das Fragen in normaler Sprache beantwortet und direkt in das soziale Netzwerk X eingebaut ist. Bekannt ist es vor allem für seinen betont lockeren Ton und für den Zugriff auf aktuelle Beiträge auf X.
- Ground Truth
Ground Truth ist die als richtig festgelegte Antwort, an der man die Ausgabe eines Computerprogramms misst. Ohne solche geprüften Referenzdaten lässt sich weder trainieren noch beurteilen, wie gut ein System wirklich arbeitet.
- Ground-Truth-Funktion
Die Ground-Truth-Funktion ist der gedachte perfekte Zusammenhang zwischen Eingabe und richtiger Ausgabe, den ein lernendes Computerprogramm nachbilden soll. Man kennt sie nie vollständig, sondern sieht nur einzelne Beispiele daraus — und genau daraus muss das Programm den Rest erschließen.
- Grouped-Query Attention
Grouped-Query Attention ist ein Sparverfahren im Inneren moderner Sprachmodelle: Mehrere Suchanfragen teilen sich denselben Zwischenspeicher, statt jede einen eigenen zu bekommen. Das senkt den Speicherbedarf beim Antworten deutlich, ohne die Qualität merklich zu verschlechtern.
- Growth Engineer
Ein Growth Engineer ist eine Person, die in einem Unternehmen Software baut, damit ein Produkt mehr Nutzer gewinnt und behält. Die Rolle verbindet Programmieren mit Marketing und der Auswertung von Nutzungsdaten.
- Gruppentheorie
Die Gruppentheorie ist ein Teilgebiet der Mathematik, das untersucht, wie sich Vorgänge hintereinander ausführen und wieder rückgängig machen lassen. Sie beschreibt damit Symmetrien und liefert die Rechenregeln hinter Verschlüsselung, Fehlerkorrektur und moderner Physik.
- Guard-Modell
Ein Guard-Modell ist ein kleines Zusatzprogramm, das Eingaben und Antworten eines Chatbots prüft und problematische Inhalte meldet oder blockiert. Es arbeitet neben dem eigentlichen Sprachprogramm und wirkt wie ein Türsteher für Texte.
- Guardrails
Guardrails sind zusätzliche Regeln und Prüfprogramme, die verhindern sollen, dass ein KI-System schädliche, verbotene oder unpassende Antworten ausgibt. Sie liegen wie ein Filter um das Modell herum und greifen ein, bevor eine Anfrage hineingeht oder eine Antwort herauskommt.
- GUI
GUI steht für „Graphical User Interface“, also die grafische Benutzeroberfläche eines Programms. Man steuert den Computer dabei über sichtbare Elemente wie Fenster, Symbole und Schaltflächen statt über eingetippte Befehle.
- GUI-Kontrolle
GUI-Kontrolle bezeichnet die Fähigkeit eines KI-Systems, einen Computer über die normale Bildschirmoberfläche zu bedienen: Es sieht das Bild, bewegt den Mauszeiger und tippt auf der Tastatur. Damit kann eine KI dieselben Programme benutzen wie ein Mensch, ohne dass ein Programm dafür umgebaut werden muss.
- gVisor
gVisor ist eine von Google entwickelte Software, die fremde Programme in einer stark abgeschirmten Umgebung laufen lässt. Sie schiebt sich zwischen Programm und Betriebssystem und fängt dessen Anfragen ab, bevor sie den Computer erreichen.
H
- H-1B-Visum
Das H-1B-Visum ist eine befristete US-Arbeitserlaubnis für Fachkräfte aus dem Ausland, meist mit Hochschulabschluss. Es ist der wichtigste Weg, über den Tech-Konzerne im Silicon Valley Programmierer und KI-Forscher aus anderen Ländern anstellen.
- H100
Die H100 ist ein Spezialchip der Firma Nvidia, der für das Rechnen mit künstlicher Intelligenz gebaut wurde. Sie gilt seit 2022 als Standardbaustein großer Rechenzentren und kostet pro Stück meist einen fünfstelligen Betrag.
- Habermas-Maschine
Die Habermas-Maschine ist ein KI-System, das aus den Meinungen vieler Menschen zu einem Streitthema einen gemeinsamen Text formuliert, dem möglichst alle zustimmen können. Sie wurde 2024 von Googles Forschungsabteilung DeepMind vorgestellt und in Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern getestet.
- Haircut
Ein Haircut ist ein Abschlag, den eine Bank auf den Marktwert eines Wertpapiers macht, wenn sie es als Sicherheit für einen Kredit akzeptiert. Der Begriff bezeichnet außerdem den Verlust, den Gläubiger hinnehmen müssen, wenn ein Schuldner seine Schulden nur teilweise zurückzahlt.
- Halbleiterindex
Ein Halbleiterindex ist eine Kennzahl, die die Börsenkurse vieler Chip-Hersteller zu einem einzigen Wert zusammenfasst. Der bekannteste ist der amerikanische SOX, an dem Anleger ablesen, wie gut es der gesamten Chipbranche gerade geht.
- Halluzination
Als Halluzination bezeichnet man eine Antwort eines KI-Systems, die überzeugend klingt, aber sachlich falsch oder frei erfunden ist. Das Problem ist keine Panne, sondern eine Folge davon, wie solche Programme Texte erzeugen.
- Halluzinationsrate
Die Halluzinationsrate gibt an, wie oft ein KI-Sprachprogramm Aussagen erfindet, die überzeugend klingen, aber sachlich falsch sind. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen dafür, wie verlässlich ein solches System im Alltag ist.
- Halluzinationsreduktion
Halluzinationsreduktion bezeichnet alle Verfahren, die verhindern sollen, dass ein KI-Textsystem frei erfundene Angaben als Tatsachen ausgibt. Dazu gehören der Zugriff auf echte Quellen, gezieltes Nachtrainieren und automatische Prüfschritte vor der Ausgabe.
- Handoff
Ein Handoff ist die geordnete Übergabe eines laufenden Vorgangs von einem Bearbeiter an einen anderen – etwa von einem Chatbot an einen menschlichen Mitarbeiter oder von einem KI-Programm an ein spezialisiertes zweites Programm. Entscheidend ist dabei, dass der bisherige Gesprächsverlauf mit übergeben wird und die Person am anderen Ende nicht von vorn anfangen muss.
- Hands-free Highway-Fahren
Hands-free Highway-Fahren bedeutet, dass ein Auto auf der Autobahn selbst lenkt, beschleunigt und bremst, während der Mensch die Hände vom Lenkrad nehmen darf. Er muss den Verkehr aber weiter beobachten und jederzeit eingreifen können — eine Kamera im Innenraum kontrolliert das.
- Handshake
Ein Handshake ist der kurze Austausch fester Startsignale, mit dem zwei Geräte eine Verbindung eröffnen. Dabei klären sie, ob die Gegenseite erreichbar ist und nach welchen Regeln die eigentlichen Daten danach fließen.
- Hardware Wallet
Ein Hardware Wallet ist ein kleines Spezialgerät, das den geheimen Zugangscode zu Kryptowährungen wie Bitcoin speichert und niemals herausgibt. Weil der Code das Gerät nie verlässt, kommt Schadsoftware auf dem Computer nicht an ihn heran.
- Hardware-Amortisation
Hardware-Amortisation beschreibt, über wie viele Jahre ein Unternehmen die Kosten für gekaufte Computer und Rechenchips in seiner Buchhaltung verteilt. Bei KI-Rechenzentren entscheidet diese Annahme mit darüber, ob ein Betreiber Gewinn oder Verlust ausweist.
- Hardware-Zufallsgenerator
Ein Hardware-Zufallsgenerator erzeugt Zufallszahlen aus messbaren physikalischen Vorgängen, etwa aus elektrischem Rauschen in einem Chip. Anders als eine Rechenformel liefert er Ergebnisse, die auch bei genauer Kenntnis des Geräts nicht vorhersagbar sind.
- Harness
Ein Harness ist das Programmgerüst um ein KI-Modell herum: Es stellt die Aufgaben, reicht Werkzeuge wie Suche oder Code-Ausführung durch und sammelt die Ergebnisse ein. Dasselbe Modell kann mit einem guten Harness deutlich bessere Resultate liefern als mit einem schlechten.
- Harness-Architektur
Die Harness-Architektur ist das Programmgerüst, das ein KI-Sprachmodell umgibt und ihm erlaubt, mehrere Schritte hintereinander auszuführen, Werkzeuge zu benutzen und Ergebnisse zu prüfen. Sie entscheidet oft stärker über die Qualität eines KI-Produkts als das Modell selbst.
- Hartwährungspolitik
Hartwährungspolitik bedeutet, dass ein Staat den Wert seines Geldes bewusst hoch und stabil hält, statt ihn sinken zu lassen. Ziel ist niedrige Inflation und Vertrauen – der Preis sind oft teurere Exporte und höhere Zinsen.
- Hash
Ein Hash ist eine kurze Zeichenfolge, die aus beliebigen Daten berechnet wird und immer gleich lang ist. Sie funktioniert wie ein Fingerabdruck: Schon eine winzige Änderung an den Daten führt zu einem völlig anderen Hash.
- Hash (Kryptografie)
Ein Hash ist eine kurze Zeichenfolge, die aus einer beliebig langen Datei oder Nachricht berechnet wird und wie ein Fingerabdruck für genau diesen Inhalt funktioniert. Ändert sich am Inhalt auch nur ein einziges Zeichen, sieht der Hash völlig anders aus – deshalb dient er zur Prüfung, ob Daten unverändert sind.
- HBM3E
HBM3E ist eine besonders schnelle Bauform von Arbeitsspeicher, bei der mehrere Speicherchips übereinandergestapelt und direkt neben den Rechenchip gesetzt werden. Sie steckt in fast allen aktuellen KI-Beschleunigern, weil dort nicht die Rechenleistung, sondern der Datennachschub der Engpass ist.
- HD-Mapping
HD-Mapping ist die Herstellung extrem genauer digitaler Straßenkarten, in denen Fahrbahnränder, Schilder und Ampeln zentimetergenau eingetragen sind. Selbstfahrende Autos nutzen solche Karten, um zu wissen, was sie an einer Stelle erwartet, bevor ihre Sensoren es sehen.
- HDF5
HDF5 ist ein Dateiformat, in dem sich sehr große Mengen von Messwerten und Zahlen ordentlich sortiert in einer einzigen Datei ablegen lassen. Es wird in Forschung, Industrie und KI genutzt, wenn Tabellen und einfache Textdateien zu langsam oder zu unübersichtlich werden.
- HDR
HDR steht für High Dynamic Range und bezeichnet Bilder oder Videos, die sehr helle und sehr dunkle Stellen gleichzeitig darstellen können. Möglich wird das durch Displays mit größerem Helligkeitsumfang und durch Aufnahmen, die mehrere Belichtungen kombinieren.
- Headless
Headless bezeichnet Software, die ohne eigene sichtbare Oberfläche arbeitet und ihre Inhalte oder Funktionen nur über eine technische Schnittstelle bereitstellt. Andere Programme, Webseiten oder Apps liefern dann die Darstellung, die der Mensch am Ende sieht.
- Headless API
Eine Headless API ist ein Dienst, der Daten und Funktionen bereitstellt, aber selbst keine Bildschirmoberfläche mitliefert. Das sichtbare Aussehen bauen Entwickler getrennt davon, sodass App, Website und Kassendisplay dieselbe Datenquelle nutzen können.
- Headless CMS
Ein Headless CMS ist ein System zur Verwaltung von Texten, Bildern und anderen Inhalten, das selbst keine Webseite anzeigt. Es gibt die Inhalte über eine technische Schnittstelle heraus, und andere Programme entscheiden, wie sie dargestellt werden.
- Headless SaaS
Headless SaaS bezeichnet einen im Internet gemieteten Software-Dienst, der keine eigene Bedienoberfläche mitliefert, sondern nur seine Funktionen für andere Programme bereitstellt. Unternehmen bauen die sichtbare Oberfläche selbst und nutzen den Dienst im Hintergrund als Motor.
- Headless-Modus
Der Headless-Modus ist die Betriebsart eines Programms ohne sichtbare Bedienoberfläche: Es läuft im Hintergrund und wird nur über Befehle gesteuert. Besonders wichtig ist das bei Browsern, die so automatisiert Webseiten laden, testen oder auslesen.
- Heavily Compressed Attention
Heavily Compressed Attention bezeichnet Verfahren, bei denen ein Sprachmodell den bereits gelesenen Text nicht vollständig speichert, sondern stark zusammengefasst. Dadurch kann es sehr lange Texte verarbeiten, ohne dass Speicherbedarf und Rechenzeit ins Unbezahlbare steigen.
- Held-out-Split
Ein Held-out-Split ist ein Teil der gesammelten Beispieldaten, den man absichtlich zurückhält und nicht zum Lernen verwendet. Mit diesen zurückgehaltenen Beispielen prüft man später, ob ein Computerprogramm wirklich etwas gelernt hat oder nur die Übungsaufgaben auswendig kennt.
- Herfindahl-Hirschman-Index
Der Herfindahl-Hirschman-Index ist eine Kennzahl dafür, wie stark ein Markt von wenigen großen Anbietern beherrscht wird. Kartellbehörden nutzen ihn, um zu prüfen, ob eine geplante Firmenübernahme den Wettbewerb zu stark einschränkt.
- HHI
Der HHI ist eine Kennzahl dafür, wie stark ein Markt von wenigen großen Anbietern beherrscht wird. Er wird berechnet, indem man die Marktanteile aller Firmen quadriert und die Ergebnisse addiert.
- High Performance Computing Cluster
Ein High Performance Computing Cluster ist ein Verbund aus vielen einzelnen Computern, die über ein sehr schnelles Netzwerk zusammengeschaltet sind und gemeinsam an einer einzigen großen Rechenaufgabe arbeiten. Solche Anlagen stecken hinter Wettervorhersagen, Klimamodellen und dem Training großer KI-Modelle.
- High-Bandwidth-Memory
High-Bandwidth-Memory ist eine besonders schnelle Art von Arbeitsspeicher, die direkt neben dem Rechenchip sitzt und Daten in extrem breiten Datenbahnen liefert. Ohne diesen Speicher könnten moderne KI-Chips ihre Rechenleistung gar nicht ausnutzen, weshalb HBM zu den knappsten Bauteilen der Branche gehört.
- High-Intent-Umfeld
Ein High-Intent-Umfeld ist eine Stelle im Internet, an der Menschen gerade kurz vor einer Entscheidung stehen, etwa vor einem Kauf oder einem Vertragsabschluss. Werbung ist dort besonders viel wert, weil sie Leute trifft, die ohnehin schon suchen.
- HIPAA
HIPAA ist ein US-Gesetz von 1996, das festlegt, wie Krankenhäuser, Versicherungen und deren Dienstleister mit Gesundheitsdaten von Patienten umgehen müssen. Für Technologiefirmen ist es entscheidend, weil jede Software, die solche Daten verarbeitet, die Vorgaben einhalten muss.
- HNSW
HNSW ist ein Verfahren, mit dem Computer in riesigen Datensammlungen sehr schnell die ähnlichsten Einträge zu einer Suchanfrage finden. Es baut dazu ein mehrstöckiges Netz aus Verbindungen zwischen den Daten und springt darin von grob nach fein zum Ziel.
- Honeypot
Ein Honeypot ist ein absichtlich verwundbar wirkendes Computersystem, das Angreifer anlocken soll. Es hat keinen echten Zweck außer dem einen: jeden, der es anfasst, zu beobachten und aufzuzeichnen.
- Hooks
Ein Hook ist eine vorgesehene Stelle in einem Programm, an der eigener Code automatisch mitläuft, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Entwickler nutzen Hooks, um fremde Software zu erweitern, ohne deren Innenleben umzubauen.
- Hopper
Hopper ist der Name einer Chip-Generation der Firma Nvidia, die seit 2022 in Rechenzentren steckt und dort das Training und den Betrieb großer KI-Modelle übernimmt. Der bekannteste Chip dieser Familie ist der H100, jahrelang das begehrteste Bauteil der KI-Branche.
- Hot-Word-Aktivierung
Hot-Word-Aktivierung bedeutet, dass ein Gerät ständig auf ein bestimmtes Signalwort horcht und erst danach richtig zuhört. Erst dieses Wort schaltet die eigentliche Sprachverarbeitung ein – vorher wird nur geprüft, ob das Wort gefallen ist.
- HTML
HTML ist die Sprache, in der Webseiten aufgeschrieben werden. Sie legt fest, welcher Teil einer Seite eine Überschrift, ein Absatz, ein Bild oder ein Link ist, damit der Browser die Seite richtig darstellen kann.
- HTTP-Port
Ein HTTP-Port ist die Nummer, unter der ein Computer im Netz Anfragen von Webbrowsern entgegennimmt. Üblich sind Port 80 für unverschlüsselte und Port 443 für verschlüsselte Webseiten.
- HTTP-Request
Ein HTTP-Request ist die Anfrage, die dein Gerät an einen fremden Computer im Internet schickt, um etwas zu bekommen — eine Webseite, ein Bild oder eine Antwort eines Programms. Er enthält genau eine Adresse, eine gewünschte Aktion und Zusatzangaben, und darauf folgt immer eine Antwort.
- HTTPS-Call
Ein HTTPS-Call ist eine einzelne verschlüsselte Anfrage, die ein Programm über das Internet an einen fremden Computer schickt, um dort Daten abzuholen oder abzuliefern. Fast jede Aktion in Apps, Webseiten und KI-Diensten löst im Hintergrund solche Aufrufe aus.
- Hugging Face
Hugging Face ist eine Internetplattform, auf der Entwickler fertige KI-Programme, Datensammlungen und Beispielanwendungen kostenlos oder gegen Gebühr austauschen. Sie gilt als zentrale Sammelstelle der offenen KI-Szene und wird oft mit einem Marktplatz für künstliche Intelligenz verglichen.
- Hugging Face Checkpoint
Ein Hugging Face Checkpoint ist der gespeicherte Lernzustand eines KI-Modells, der auf der Plattform Hugging Face öffentlich zum Download bereitliegt. Wer ihn herunterlädt, kann das Modell sofort benutzen, ohne es selbst monatelang trainieren zu müssen.
- Human Evaluation
Human Evaluation bedeutet, dass Menschen die Antworten eines Computerprogramms lesen und bewerten, statt sie automatisch mit einer Musterlösung zu vergleichen. Das Verfahren ist teuer und langsam, gilt aber bei Aufgaben ohne eindeutig richtige Lösung als verlässlichster Maßstab.
- Human-in-the-Loop
Human-in-the-Loop bezeichnet Arbeitsabläufe, bei denen ein Computerprogramm einen Vorschlag macht und ein Mensch ihn prüft, korrigiert oder freigibt. Die Maschine arbeitet also nicht allein durch, sondern hält an festgelegten Stellen an und holt eine menschliche Entscheidung ein.
- HumanEval
HumanEval ist ein Test mit 164 kleinen Programmieraufgaben, mit dem geprüft wird, wie gut ein KI-System selbst Programmcode schreiben kann. Der Code gilt nur dann als richtig, wenn er automatisch ausgeführt wird und dabei alle vorgegebenen Prüffälle besteht.
- Humanity's Last Exam
Humanity's Last Exam ist eine Sammlung von rund 2.500 extrem schweren Prüfungsfragen aus vielen Fachgebieten, mit denen die Leistung von KI-Systemen gemessen wird. Der Test wurde 2025 veröffentlicht, weil ältere Prüfungen für moderne Programme zu leicht geworden waren.
- Humanoide Roboter
Humanoide Roboter sind Maschinen, deren Körperbau dem eines Menschen nachempfunden ist: zwei Beine, zwei Arme, ein Kopf. Sie sollen sich in Umgebungen bewegen können, die für Menschen gebaut wurden — mit Treppen, Türklinken und Werkzeugen.
- Hybrid Compute
Hybrid Compute bezeichnet die Aufteilung von Rechenarbeit auf mehrere unterschiedliche Orte oder Chiptypen, etwa auf ein Gerät vor Ort und ein Rechenzentrum im Internet. Ziel ist es, jede Aufgabe dort rechnen zu lassen, wo sie am schnellsten, günstigsten oder sichersten erledigt wird.
- Hybrid Inference Orchestrator
Ein Hybrid Inference Orchestrator ist eine Software, die jede Anfrage an ein KI-System automatisch an das passende Modell weiterleitet – etwa an ein kleines Modell auf dem Gerät oder an ein großes im Rechenzentrum. Ziel ist eine Mischung aus niedrigen Kosten, kurzen Antwortzeiten und ausreichender Qualität.
- Hype-Zyklus
Der Hype-Zyklus beschreibt ein wiederkehrendes Muster: Eine neue Technologie wird zuerst maßlos überschätzt, danach enttäuscht sie, und erst später findet sie ihren realistischen Platz. Das Modell stammt vom Marktforschungsunternehmen Gartner und wird oft benutzt, um Investitionen und Schlagzeilen einzuordnen.
- Hyperparameter-Optimierung
Hyperparameter-Optimierung ist die systematische Suche nach den besten Einstellungen, mit denen ein Computerprogramm aus Beispieldaten lernt. Sie entscheidet oft darüber, ob ein Modell gut oder nur mittelmäßig funktioniert – und verschlingt viel Rechenzeit.
- Hyperscaler
Hyperscaler sind die wenigen sehr großen Firmen, die weltweit riesige Rechenzentren betreiben und deren Rechenleistung an andere vermieten. Dazu zählen vor allem Amazon, Microsoft, Google, Alibaba und Meta.
I
- IaaS
IaaS steht für „Infrastructure as a Service“ und bedeutet: Ein Unternehmen mietet Rechner, Speicherplatz und Netzwerk in einem fremden Rechenzentrum, statt eigene Computer zu kaufen. Bezahlt wird meist nach Nutzungsdauer, ähnlich wie bei Strom.
- ICD-Code
Ein ICD-Code ist ein weltweit einheitliches Kürzel für eine Krankheit oder Verletzung, zum Beispiel J45 für Asthma. Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen nutzen diese Codes, um Diagnosen eindeutig zu dokumentieren und abzurechnen.
- IDE
Eine IDE ist ein Programm, in dem Softwareentwickler ihren Programmcode schreiben, testen und Fehler suchen. Sie bündelt alle dafür nötigen Werkzeuge in einem einzigen Fenster.
- Identity Layer
Ein Identity Layer ist der Teil eines digitalen Systems, der klärt, wer jemand ist und was er darf. Er trennt die Prüfung der Identität von der eigentlichen Anwendung, damit sich nicht jeder Dienst selbst um Passwörter und Rechte kümmern muss.
- Identity- und Access-Management für KI-Agenten
Identity- und Access-Management für KI-Agenten regelt, welche digitale Identität ein selbstständig handelndes KI-Programm bekommt und auf welche Daten und Systeme es zugreifen darf. Es überträgt die Regeln, die Firmen für Mitarbeiterkonten nutzen, auf Software, die eigenständig Aufgaben erledigt.
- IDOR
IDOR ist eine Sicherheitslücke in Webseiten und Apps, bei der man durch das Ändern einer Nummer oder eines Namens in der Adresszeile fremde Daten sehen kann. Die Anwendung prüft dabei nicht, ob der Zugriff überhaupt erlaubt ist.
- ImageNet
ImageNet ist eine riesige Sammlung von Fotos, bei denen jeweils von Hand notiert wurde, was darauf zu sehen ist. Sie diente ab 2010 als Trainings- und Prüfmaterial für Programme, die Bilder erkennen sollen, und gilt als Auslöser des heutigen KI-Booms.
- Immersive Navigation
Immersive Navigation ist eine Wegführung, die Richtungshinweise direkt in das echte Sichtfeld einblendet, statt sie auf einer abstrakten Karte zu zeigen. Pfeile und Markierungen erscheinen dabei auf dem Kamerabild, der Windschutzscheibe oder in einer Brille, genau dort, wo der Weg tatsächlich weitergeht.
- Implementor Agent
Ein Implementor Agent ist ein KI-Programm, das eine Aufgabe nicht nur beschreibt, sondern selbst ausführt – etwa Code schreiben, Dateien ändern und Tests laufen lassen. Er arbeitet in mehreren Schritten hintereinander und prüft dabei selbst, ob das Ergebnis funktioniert.
- Impression (Werbung)
Eine Impression ist eine einzelne Auslieferung einer Werbeanzeige an einen Bildschirm. Sie ist die Grundeinheit, mit der Online-Werbung gezählt und abgerechnet wird — unabhängig davon, ob jemand die Anzeige anklickt.
- In-Context-Learning
In-Context-Learning bedeutet, dass ein KI-Sprachmodell eine neue Aufgabe allein anhand von Beispielen in der Eingabe löst, ohne dass es dafür verändert oder neu trainiert wird. Die Beispiele wirken nur so lange, wie sie im Text vor der Frage stehen.
- Indexgewichtung
Die Indexgewichtung legt fest, wie stark ein einzelnes Unternehmen den Wert eines Börsenindex wie des DAX beeinflusst. Meistens entscheidet der Börsenwert der Firma darüber, doch es gibt auch Verfahren, bei denen alle Mitglieder gleich viel zählen.
- Inference Engine
Eine Inference Engine ist eine spezialisierte Software, die ein fertig trainiertes KI-Modell möglichst schnell und sparsam rechnen lässt. Sie sitzt zwischen dem Modell und der Grafikkarte und entscheidet, in welcher Reihenfolge und wie effizient die Rechenschritte ablaufen.
- Inference-Chip
Ein Inference-Chip ist ein spezialisierter Computerchip, der fertig trainierte KI-Modelle möglichst schnell und stromsparend anwendet. Er ist nicht dafür gebaut, ein Modell zu lernen, sondern dafür, es millionenfach antworten zu lassen.
- Inference-Kosten
Inference-Kosten sind die laufenden Ausgaben, die jedes Mal anfallen, wenn ein fertiges KI-Modell eine Anfrage beantwortet. Sie entstehen bei jeder einzelnen Nutzung neu und entscheiden mit darüber, ob ein KI-Produkt Geld verdient oder Geld verbrennt.
- Inferenz
Inferenz ist die Phase, in der ein fertig gelerntes KI-Modell tatsächlich benutzt wird: Es bekommt eine Eingabe und rechnet eine Antwort aus. Sie unterscheidet sich vom Training, bei dem das Modell erst lernt, und verursacht bei jeder einzelnen Anfrage erneut Kosten.
- Inferenz-Ökonomie
Die Inferenz-Ökonomie beschreibt die Kostenrechnung hinter dem laufenden Betrieb von KI-Diensten: Was kostet jede einzelne Antwort, und wie viel darf sie kosten, damit sich das Geschäft trägt? Sie ist zur zentralen Kennzahl für Anbieter wie OpenAI, Google oder Nvidia-Kunden geworden.
- Inferieren
Inferieren bezeichnet den Moment, in dem ein fertig gelerntes KI-Modell tatsächlich benutzt wird: Es bekommt eine Eingabe und rechnet daraus eine Antwort aus. Anders als das Lernen selbst passiert das bei jeder einzelnen Anfrage neu und verursacht laufende Kosten.
- InfiniBand
InfiniBand ist eine besonders schnelle Verbindungstechnik, mit der die Computer in einem Rechenzentrum Daten austauschen. Sie ist der Standard, wenn tausende Grafikkarten gemeinsam ein großes KI-Modell trainieren sollen.
- Infinite Scroll
Infinite Scroll ist eine Technik auf Webseiten und in Apps, bei der immer neue Inhalte automatisch nachgeladen werden, sobald man ans Ende der Anzeige kommt. Dadurch entsteht eine Liste ohne sichtbares Ende – ein Prinzip, das besonders soziale Netzwerke nutzen, um Nutzer möglichst lange zu halten.
- Information Governance
Information Governance ist das Regelwerk, mit dem ein Unternehmen festlegt, wer welche Daten anlegen, sehen, ändern, aufbewahren und löschen darf. Sie sorgt dafür, dass Informationen auffindbar, verlässlich und rechtlich sauber behandelt werden.
- Infostealer
Ein Infostealer ist ein Schadprogramm, das heimlich gespeicherte Zugangsdaten, Sitzungsdaten und andere persönliche Informationen von einem Computer sammelt und an Kriminelle sendet. Die erbeuteten Daten werden meist in großen Paketen in illegalen Foren weiterverkauft.
- Infrastructure-Capture
Infrastructure-Capture beschreibt eine Lage, in der wenige Anbieter die technischen Grundlagen eines ganzen Wirtschaftszweigs kontrollieren und alle anderen davon abhängig werden. Bei KI betrifft das vor allem Rechenzentren, Spezialchips und die großen Basismodelle, auf denen andere Produkte aufbauen.
- Ingestion
Ingestion bezeichnet das Einsammeln von Daten aus vielen verschiedenen Quellen und ihr Überführen in ein System, das damit weiterarbeiten kann. Es ist der erste Schritt jeder Datenverarbeitung – ohne ihn hat eine Auswertung oder eine KI schlicht nichts, worauf sie zugreifen könnte.
- Initial Public Offering
Ein Initial Public Offering ist der erste Verkauf von Firmenanteilen an das breite Publikum über die Börse. Ab diesem Tag kann jeder Anleger Anteile des Unternehmens kaufen und verkaufen.
- Injection-Payload
Ein Injection-Payload ist der eigentliche Schadtext, den ein Angreifer in eine Eingabe einschmuggelt, damit ein Programm oder eine KI ihn als Befehl statt als harmlosen Inhalt behandelt. Er ist der Kern von Angriffen wie SQL-Injection oder Prompt Injection.
- Inpainting
Inpainting bezeichnet das Ausfüllen einer markierten Stelle in einem Bild durch ein Computerprogramm, das den fehlenden Inhalt passend zur Umgebung neu erzeugt. Heute übernehmen das KI-Modelle, die aus Millionen von Bildern gelernt haben, wie Oberflächen, Schatten und Muster typischerweise aussehen.
- Input-Token
Input-Token sind die kleinen Text-Bausteine, in die ein KI-Programm den Text zerlegt, den man ihm schickt. Ihre Zahl bestimmt, wie viel eine Anfrage kostet und wie viel Text das Programm überhaupt aufnehmen kann.
- Instruct-Modell
Ein Instruct-Modell ist eine KI-Textsoftware, die zusätzlich darauf trainiert wurde, Anweisungen zu befolgen statt nur Text weiterzuschreiben. Fast jeder Chatbot, den man online benutzt, beruht auf einer solchen Variante.
- Instruction Fine-Tuning
Instruction Fine-Tuning ist ein Nachtraining, bei dem ein Sprachmodell lernt, Anweisungen zu befolgen statt nur Texte fortzusetzen. Es ist der Schritt, der aus einem rohen Textvorhersager einen brauchbaren Assistenten macht.
- Instrumentalvariablen-Ansatz
Der Instrumentalvariablen-Ansatz ist ein statistisches Verfahren, mit dem man aus Beobachtungsdaten auf echte Ursachen schließen kann. Man nutzt dafür einen zufälligen Umweg-Einfluss, der nur über den vermuteten Auslöser wirkt und sonst nichts mit dem Ergebnis zu tun hat.
- Instrumentvariable
Eine Instrumentvariable ist ein statistischer Trick, um aus Beobachtungsdaten trotzdem eine Ursache-Wirkung-Aussage zu gewinnen. Man nutzt dafür einen zufälligen Einflussfaktor von außen, der nur über einen einzigen Umweg auf das Ergebnis wirkt.
- Integrated Development Environment
Ein Integrated Development Environment (IDE) ist ein Programm, in dem man Software schreibt, ausprobiert und Fehler sucht — alles in einem Fenster. Bekannte Beispiele sind Visual Studio Code, IntelliJ IDEA und Xcode.
- Integrierte Entwicklungsumgebung
Eine integrierte Entwicklungsumgebung ist ein Programm, in dem Software geschrieben, gestartet und auf Fehler untersucht wird. Sie fasst die wichtigsten Werkzeuge der Programmierung in einer einzigen Oberfläche zusammen.
- Intelligence Index
Der Intelligence Index ist eine Sammelnote für KI-Modelle: Mehrere Testergebnisse werden zu einer einzigen Punktzahl verrechnet, damit man Modelle direkt vergleichen kann. Bekannt gemacht hat den Begriff die Analysefirma Artificial Analysis, deren Index in Fachpresse und Firmenpräsentationen häufig zitiert wird.
- Intelligence Layer
Als Intelligence Layer bezeichnet man die Zwischenschicht einer Software, in der die eigentliche Denkarbeit einer KI stattfindet — zwischen der Bedienoberfläche und den Datenbanken im Hintergrund. Der Begriff ist kein technischer Standard, sondern vor allem ein Ordnungs- und Werbebegriff der Software-Branche.
- Intent
Ein Intent ist die Absicht, die hinter einer Äußerung eines Nutzers steckt – zum Beispiel „Termin absagen" oder „Paket verfolgen". Sprachassistenten und Chatbots ordnen jede Eingabe einem solchen Intent zu, um zu entscheiden, was sie als Nächstes tun.
- Intent Debt
Intent Debt bezeichnet die Lücke zwischen dem, was jemand mit einer Software eigentlich erreichen wollte, und dem, was am Ende tatsächlich gebaut wurde. Der Begriff gewinnt an Bedeutung, weil KI-Werkzeuge sehr schnell Code erzeugen, die ursprüngliche Absicht dabei aber oft nirgends festgehalten wird.
- Intent Engineering
Intent Engineering ist die Arbeit daran, einer KI möglichst präzise zu vermitteln, welches Ziel hinter einer Anfrage steht. Statt einzelne Anweisungen zu formulieren, beschreibt man Absicht, Rahmenbedingungen und Erfolgskriterien.
- Intent-basiertes System
Ein Intent-basiertes System nimmt entgegen, welches Ergebnis jemand haben möchte, und findet die nötigen Arbeitsschritte selbst heraus. Der Nutzer beschreibt also das Ziel, nicht den Weg dorthin.
- Intent-Economy
Die Intent-Economy ist ein Geschäftsmodell, bei dem nicht mehr Daten über das Verhalten von Menschen verkauft werden, sondern Vorhersagen über ihre Absichten – also darüber, was sie als Nächstes vorhaben. Möglich wird das, weil Menschen ihre Pläne heute oft in Chats mit KI-Programmen ausformulieren.
- Intent-Formulierung
Die Intent-Formulierung beschreibt, wie die Absicht hinter einer Eingabe eines Menschen in eine Form gebracht wird, mit der ein Computersystem arbeiten kann. Sprachassistenten, Chatbots und Suchsysteme ordnen Sätze dabei einer klar benannten Absicht wie "Wetter abfragen" oder "Termin verschieben" zu.
- Interaction Model
Ein Interaction Model beschreibt die festgelegten Regeln, nach denen ein Mensch und ein technisches System miteinander umgehen: welche Eingaben erlaubt sind, was sie bedeuten und was daraufhin passiert. Bei Sprachassistenten und Chatbots ist es die Struktur, die aus einem gesprochenen oder getippten Satz eine konkrete Aktion macht.
- Interconnect
Ein Interconnect ist die schnelle Datenverbindung zwischen den Rechenchips eines Rechenzentrums. Beim Training großer KI-Modelle entscheidet sie mit darüber, wie viel Leistung tausende Chips gemeinsam tatsächlich erreichen.
- Interpretability
Interpretability bezeichnet die Bemühung, nachvollziehbar zu machen, warum ein KI-System zu einer bestimmten Ausgabe kommt. Sie soll aus einer undurchsichtigen Rechenmaschine ein System machen, dessen Entscheidungen man prüfen, erklären und korrigieren kann.
- Interpretierbarkeit
Interpretierbarkeit bezeichnet die Frage, ob Menschen nachvollziehen können, warum ein Computerprogramm zu einem bestimmten Ergebnis kommt. Bei modernen KI-Systemen ist das schwierig, weil sie aus Millionen von Zahlen bestehen, die niemand von Hand festgelegt hat.
- Invasives Gehirnimplantat
Ein invasives Gehirnimplantat ist ein kleines elektronisches Bauteil, das bei einer Operation direkt in den Kopf eingesetzt wird und dort Nervensignale mitliest oder selbst Reize abgibt. Damit lassen sich Computer, Prothesen oder Rollstühle allein durch Gedanken steuern.
- Investment Banking
Investment Banking ist das Geschäft von Banken, die großen Firmen, Staaten und Investoren beim Beschaffen von Geld und beim Kauf oder Verkauf von Unternehmen helfen. Verdient wird dabei nicht an Zinsen von Sparkonten, sondern an Gebühren für Beratung und Vermittlung.
- Investment Grade
Investment Grade bezeichnet die oberen Stufen einer Bonitätsnote, die Ratingagenturen an Staaten und Unternehmen vergeben. Wer diese Note trägt, gilt als vergleichsweise sicherer Schuldner und zahlt für geliehenes Geld niedrigere Zinsen.
- Investment-Grade-Rating
Ein Investment-Grade-Rating ist eine gute Note für die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners. Sie besagt: Wer diesem Staat oder Unternehmen Geld leiht, bekommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück.
- iOS-Simulator
Der iOS-Simulator ist ein Programm für Apple-Computer, das ein iPhone oder iPad als Fenster auf dem Bildschirm nachbildet. Entwickler testen darin ihre Apps, ohne jedes Mal ein echtes Gerät anzuschließen.
- IP-Adresse
Eine IP-Adresse ist die Zahlenkombination, mit der ein Gerät im Internet eindeutig ansprechbar ist. Sie funktioniert wie eine Postanschrift: Ohne sie wüsste kein Server, wohin er seine Daten schicken soll.
- IP-Assets
IP-Assets sind Besitztümer eines Unternehmens, die man nicht anfassen kann: Erfindungen, Marken, Software-Code oder Texte, an denen es die Rechte hält. Bei vielen Technologiefirmen machen sie den größten Teil des Unternehmenswerts aus.
- IPO
Ein IPO ist der erste Verkauf von Firmenanteilen an das breite Publikum über die Börse. Aus einem privaten Unternehmen mit wenigen Eigentümern wird dadurch ein öffentliches Unternehmen, dessen Anteile jeder kaufen und verkaufen kann.
- Iranische Drohnenangriffe
Als iranische Drohnenangriffe bezeichnet man militärische Schläge mit unbemannten Fluggeräten aus iranischer Produktion oder Entwicklung. Sie gelten als Beispiel dafür, wie billige, in Serie gebaute Technik die Kostenrechnung moderner Kriegsführung verändert.
- ISO 27001
ISO 27001 ist eine internationale Norm dafür, wie ein Unternehmen seine Informationen systematisch schützt. Wer sie erfüllt, kann sich das von unabhängigen Prüfern bestätigen lassen und damit Kunden gegenüber Sicherheit nachweisen.
- ISO/OSI-Schicht
Das ISO/OSI-Modell teilt die Kommunikation zwischen Computern in sieben aufeinander aufbauende Schichten auf, von der Kabelverbindung bis zur Anwendung. Jede einzelne dieser Ebenen heißt ISO/OSI-Schicht und erledigt genau eine Teilaufgabe der Datenübertragung.
- Isolate
Ein Isolate ist ein abgeschotteter Arbeitsbereich, in dem ein Programm läuft, ohne an die Daten anderer Programme auf demselben Computer heranzukommen. Große Cloud-Anbieter nutzen Isolates, um tausende fremde Programme gleichzeitig und trotzdem sicher auf einem Server auszuführen.
- IT-Forensik
IT-Forensik ist die systematische Untersuchung von Computern, Handys und Netzwerken nach einem Angriff oder einer Straftat. Ziel ist es, Spuren so zu sichern und auszuwerten, dass sie später vor Gericht oder im Bericht an die Geschäftsführung Bestand haben.
- ITAR
ITAR ist ein US-Regelwerk, das den Export von Rüstungsgütern und dem dazugehörigen technischen Wissen kontrolliert. Es betrifft nicht nur Waffen, sondern auch Software, Baupläne und Daten – und damit zunehmend auch Technologiefirmen.
J
- J-Kurve
Die J-Kurve beschreibt einen Verlauf, bei dem es nach einer Veränderung zuerst schlechter und erst später besser wird. Der Name kommt von der Form des Buchstabens J: erst ein Abwärtshaken, dann ein langer Anstieg.
- Jacobian Lens
Die Jacobian Lens ist ein Analyseverfahren, das misst, wie stark sich die Ausgabe eines KI-Systems ändert, wenn man die Eingabe minimal verändert. Sie macht damit sichtbar, welche Teile einer Eingabe ein Modell tatsächlich beeinflussen — und welche es praktisch ignoriert.
- Jagged Technological Frontier
Jagged Technological Frontier beschreibt die Beobachtung, dass KI-Systeme bei ähnlich schwierig wirkenden Aufgaben extrem unterschiedlich gut abschneiden. Die Grenze ihrer Fähigkeiten verläuft nicht glatt, sondern zackig – und ist von außen kaum vorhersehbar.
- Jailbreak
Ein Jailbreak ist ein geschickt formulierter Text, mit dem jemand ein KI-Sprachprogramm dazu bringt, seine eigenen Regeln zu brechen. Der Anbieter hat dem Programm bestimmte Antworten verboten, der Jailbreak umgeht dieses Verbot.
- JEPA
JEPA ist ein von Yann LeCun vorgeschlagener Entwurf für lernende Systeme, die Vorhersagen nicht über Pixel oder Wörter treffen, sondern über eine abstrakte innere Beschreibung des Inhalts. Ziel ist ein Modell, das die Welt versteht, statt Details auswendig zu rekonstruieren.
- Jevons-Paradoxon
Das Jevons-Paradoxon beschreibt eine überraschende Beobachtung: Wenn die Nutzung einer Ressource billiger wird, sinkt der Gesamtverbrauch oft nicht, sondern steigt. In der KI-Debatte dient es als Argument, warum effizientere Modelle den Strom- und Chipbedarf eher erhöhen als senken.
- Jinja2-Template-Injection
Bei einer Jinja2-Template-Injection schmuggelt ein Angreifer eigene Rechenanweisungen in eine Textvorlage, die ein Webserver ausfüllt. Im schlimmsten Fall führt der Server dadurch fremden Programmcode aus und gibt Passwörter oder ganze Systeme preis.
- Johnson-Lindenstrauss-Transformation
Die Johnson-Lindenstrauss-Transformation ist ein mathematisches Verfahren, das lange Zahlenlisten auf wenige Zahlen verkürzt, ohne die Abstände zwischen ihnen wesentlich zu verfälschen. Sie macht Suchsysteme und KI-Anwendungen schneller und speichersparender, weil sie mit deutlich weniger Daten fast gleich gute Ergebnisse liefert.
- Joint Venture
Ein Joint Venture ist eine Zusammenarbeit von zwei oder mehr Unternehmen, die dafür ein gemeinsames neues Unternehmen gründen oder ein Projekt gemeinsam betreiben. Beide Seiten bringen Geld, Wissen oder Anlagen ein und teilen sich Gewinne, Kosten und Risiken.
- JSON
JSON ist ein Textformat für den Datenaustausch zwischen Programmen — lesbar für Menschen, eindeutig für Maschinen. Fast jede Web-Schnittstelle antwortet darin, und ein Export „als JSON" liefert die Rohdaten statt einer aufbereiteten Ansicht.
- JSX
JSX ist eine Erweiterung der Programmiersprache JavaScript, mit der man den Aufbau einer Webseite direkt im Programmcode notieren kann. Die Schreibweise sieht aus wie HTML, wird vor dem Ausführen aber automatisch in normales JavaScript übersetzt.
- Judge-Modell
Ein Judge-Modell ist ein KI-Programm, das die Antworten eines anderen KI-Programms bewertet und benotet. Es ersetzt einen Teil der Arbeit, die sonst menschliche Prüfer erledigen müssten.
- Just-in-Time UI
Just-in-Time UI bezeichnet Bedienoberflächen, die erst im Moment der Nutzung von einem KI-System erzeugt werden, passend zur konkreten Aufgabe. Statt fester Menüs und Formulare entsteht jedes Mal genau die Ansicht, die gerade gebraucht wird.
- Just-in-Time-Fertigung
Just-in-Time-Fertigung ist eine Art zu produzieren, bei der Material erst dann geliefert wird, wenn es tatsächlich verbaut wird. Das spart Lagerkosten, macht die Produktion aber anfällig für Störungen in der Lieferkette.
- JWT
Ein JWT ist ein kleines digitales Ausweisdokument, das ein Server ausstellt und mit einer Signatur gegen Fälschung schützt. Damit weist ein Programm bei jeder Anfrage nach, wer es ist, ohne dass der Server sich das merken muss.
K
- Kalibrierung (Machine Learning)
Kalibrierung beschreibt, ob die Sicherheitsangaben eines lernenden Computerprogramms zur Wirklichkeit passen. Sagt ein System bei tausend Fällen „80 Prozent sicher“ und liegt es in etwa 800 Fällen richtig, ist es gut kalibriert.
- Kandidatengenerierung
Kandidatengenerierung ist der erste Schritt in Empfehlungs- und Suchsystemen: Aus Millionen möglichen Einträgen wird blitzschnell eine kleine Vorauswahl gezogen. Erst danach entscheidet ein zweiter, genauerer Schritt, was der Nutzer wirklich zu sehen bekommt.
- Katalogabfrage
Eine Katalogabfrage ist die Suche in einem geordneten Verzeichnis, das beschreibt, welche Daten es gibt und wo sie liegen. Sie liefert nicht die Daten selbst, sondern Informationen über die Daten – und ist damit der erste Schritt vieler Auswertungen und KI-Projekte.
- Kaufoption
Eine Kaufoption ist ein Vertrag, der dem Käufer das Recht gibt, eine Sache später zu einem heute festgelegten Preis zu kaufen — aber nicht die Pflicht dazu. Für dieses Recht zahlt er beim Abschluss eine Gebühr, die er in jedem Fall los ist.
- Kelvin-Helmholtz-Instabilität
Die Kelvin-Helmholtz-Instabilität entsteht, wenn zwei Schichten einer Flüssigkeit oder eines Gases mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aneinander vorbeiströmen. Aus der glatten Grenzfläche werden dann Wellen, die sich zu charakteristischen Wirbeln einrollen.
- Kernel
Ein Kernel ist der innerste Kern eines Betriebssystems: das Programm, das den Zugriff auf Prozessor, Speicher und Geräte verwaltet. In der KI-Welt meint das Wort außerdem ein kleines Rechenprogramm, das auf einer Grafikkarte tausendfach parallel dieselbe Berechnung ausführt.
- Key Transparency
Key Transparency ist ein Verfahren, mit dem Messenger-Dienste öffentlich nachprüfbar machen, welchen digitalen Schlüssel sie einem Nutzerkonto zuordnen. Es soll verhindern, dass ein Anbieter heimlich einen falschen Schlüssel unterschiebt und dadurch mitlesen kann.
- Key-Value-Cache
Der Key-Value-Cache ist ein Zwischenspeicher, in dem ein Sprachmodell seine Zwischenergebnisse zu bereits geschriebenem Text aufbewahrt. Dadurch muss es beim nächsten Wort nicht den gesamten Text erneut durchrechnen, was Antworten deutlich schneller und billiger macht.
- KI-Agent
Ein KI-Agent ist ein Computerprogramm, das ein Ziel selbstständig in mehrere Schritte zerlegt und diese Schritte auch ausführt. Anders als ein reiner Chatbot antwortet er nicht nur, sondern nutzt Werkzeuge wie Suchmaschinen, Kalender oder Programmcode.
- KI-Agent
Ein KI-Agent ist ein Computerprogramm, das ein Ziel selbstständig in einzelne Schritte zerlegt und diese Schritte auch ausführt. Es antwortet also nicht nur, sondern handelt: Es sucht im Netz, schreibt Dateien oder verschickt Nachrichten.
- KI-Agent
Ein KI-Agent ist ein Computerprogramm, das ein Ziel selbstständig in mehrere Schritte zerlegt und diese Schritte auch ausführt. Es antwortet also nicht nur, sondern benutzt dabei Werkzeuge wie Suchmaschinen, Kalender oder andere Programme.
- KI-Beschleuniger
Ein KI-Beschleuniger ist ein Computerchip, der speziell für die Rechenaufgaben künstlicher Intelligenz gebaut ist. Er erledigt die immer gleichen Zahlenberechnungen solcher Programme viel schneller und stromsparender als ein normaler Hauptprozessor.
- KI-Chip
Ein KI-Chip ist ein Rechenbaustein, der speziell für die Aufgaben künstlicher Intelligenz gebaut ist. Er rechnet sehr viele einfache Zahlenoperationen gleichzeitig und ist damit für KI-Programme deutlich schneller und stromsparender als ein normaler Computerprozessor.
- KI-Coding-Agent
Ein KI-Coding-Agent ist ein Programm, das eine Programmieraufgabe in mehreren selbstständigen Schritten bearbeitet: Es liest den bestehenden Code, ändert Dateien, testet das Ergebnis und korrigiert sich bei Fehlern. Anders als ein bloßer Vorschlagsdienst arbeitet er über längere Zeit weitgehend ohne Rückfrage.
- KI-Detektor
Ein KI-Detektor ist ein Programm, das schätzt, ob ein Text oder ein Bild von einem Menschen oder von einer Maschine erzeugt wurde. Es liefert immer nur eine Wahrscheinlichkeit, keinen Beweis – und irrt sich häufiger, als viele Nutzer annehmen.
- KI-nativ
„KI-nativ“ beschreibt Produkte oder Unternehmen, die von Anfang an um künstliche Intelligenz herum gebaut wurden — statt sie später an ein fertiges Produkt anzuhängen. Der Begriff ist kein technischer Standard, sondern eine Beschreibung dafür, wie zentral die Technik im Aufbau steckt.
- KI-native
„KI-native" beschreibt Produkte oder Unternehmen, die von Anfang an um künstliche Intelligenz herum gebaut wurden. Nimmt man die KI weg, bleibt kein funktionierendes Produkt übrig – im Unterschied zu Software, die KI nur nachträglich als Zusatzfunktion erhält.
- KI-Stack
Der KI-Stack ist die Gesamtheit der Schichten, die nötig sind, damit ein KI-Produkt funktioniert: von den Chips über die Rechenzentren und die Modelle bis zur App, die man selbst bedient. Der Begriff hilft, den Markt zu ordnen, weil in jeder Schicht andere Firmen Geld verdienen.
- Kill Switch
Ein Kill Switch ist ein Notausschalter, mit dem ein technisches System sofort gestoppt werden kann. In der Debatte um künstliche Intelligenz meint der Begriff die Möglichkeit, ein Programm im Notfall abzuschalten, wenn es Schaden anrichtet.
- Kill-Chain
Die Kill-Chain beschreibt einen Angriff auf ein Computersystem als Kette von Schritten, die nacheinander ablaufen müssen. Wer einen einzigen dieser Schritte blockiert, stoppt den gesamten Angriff.
- Klassifikation (Machine Learning)
Klassifikation bedeutet, dass ein Computerprogramm einen Fall einer von mehreren vorgegebenen Kategorien zuordnet, etwa eine E-Mail als Spam oder Nicht-Spam. Das Programm lernt diese Zuordnung vorher aus vielen Beispielen, bei denen die richtige Kategorie bereits bekannt war.
- Klassifikator
Ein Klassifikator ist ein Computerprogramm, das Dinge in vorher festgelegte Kategorien einordnet — zum Beispiel eine E-Mail als „Spam" oder „kein Spam". Solche Programme lernen die Einordnung meist aus vielen Beispielen, statt festen Regeln zu folgen.
- Knight'sche Unsicherheit
Knight'sche Unsicherheit bezeichnet Situationen, in denen man die Wahrscheinlichkeiten für mögliche Ergebnisse nicht kennt und auch nicht berechnen kann. Sie unterscheidet sich vom Risiko, bei dem die Wahrscheinlichkeiten bekannt sind — und sie ist der Grund, warum Prognosen zu neuen Technologien oft scheitern.
- Know Your Customer
Know Your Customer bezeichnet die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht von Banken und ähnlichen Unternehmen, die Identität ihrer Kunden zu prüfen und zu dokumentieren. Ziel ist es, Geldwäsche, Betrug und die Finanzierung von Kriminalität zu erschweren.
- Knowledge Decay
Knowledge Decay bezeichnet das Veralten des Wissens, das ein KI-System beim Lernen aufgenommen hat. Das System bleibt auf dem Stand seiner Lerndaten, während sich die Welt weiterdreht — und liefert deshalb mit der Zeit immer öfter überholte Antworten.
- Knowledge Distillation
Knowledge Distillation ist ein Trainingsverfahren, bei dem ein großes, teures KI-Modell einem kleineren beibringt, sich ähnlich zu verhalten. Das kleine Modell braucht danach weniger Rechenleistung und passt oft sogar auf ein Smartphone.
- Knowledge Distillation
Knowledge Distillation ist ein Trainingsverfahren, bei dem ein großes, teures KI-Modell einem kleineren beibringt, sich möglichst genauso zu verhalten. Das Ergebnis ist ein schlankes Modell, das fast so gut antwortet, aber deutlich weniger Rechenleistung braucht.
- Knowledge Graph
Ein Knowledge Graph ist eine Sammlung von Wissen, die nicht aus Texten oder Tabellen besteht, sondern aus Dingen und den Verbindungen zwischen ihnen. Suchmaschinen, Sprachassistenten und Unternehmensdatenbanken nutzen diese Struktur, um Fragen zu beantworten, die mehrere Fakten miteinander kombinieren.
- Knowledge-Work-Architektur
Eine Knowledge-Work-Architektur ist der geplante Aufbau aller Programme, Datenspeicher und Regeln, mit denen ein Unternehmen Büroarbeit von Software unterstützen oder übernehmen lässt. Sie beschreibt, welches Werkzeug welche Aufgabe erledigt, woher es seine Informationen bekommt und wo ein Mensch entscheiden muss.
- Kodierungstheorie
Die Kodierungstheorie untersucht, wie man Daten so aufschreibt, dass sie auch bei Störungen noch lesbar bleiben. Sie liefert die mathematischen Verfahren, mit denen Handys, Festplatten und Raumsonden Übertragungsfehler selbst erkennen und reparieren.
- Kognitive Architektur
Eine kognitive Architektur ist ein Bauplan dafür, wie die einzelnen Teile eines denkenden Systems zusammenarbeiten: Wahrnehmung, Gedächtnis, Entscheidung und Handlung. Sie beschreibt nicht ein einzelnes Programm, sondern das feste Grundgerüst, in dem verschiedene Aufgaben gelöst werden.
- Kommandozeile
Die Kommandozeile ist eine Bedienweise für Computer, bei der man Befehle als Text eintippt statt auf Symbole zu klicken. Sie gilt als altmodisch, ist aber bei Programmierern und in der KI-Entwicklung bis heute das wichtigste Werkzeug.
- Kommandozeilen-Interface
Ein Kommandozeilen-Interface ist eine Bedienung des Computers durch getippte Befehle statt durch Klicks auf Symbole. Es wirkt altmodisch, ist aber in der Software-Entwicklung und auf Servern bis heute die schnellste und genaueste Art zu arbeiten.
- Kommodifizierung
Kommodifizierung beschreibt, wie ein Produkt vom seltenen Sonderfall zur austauschbaren Massenware wird. In der KI-Branche bedeutet das: Sprachmodelle ähneln sich immer stärker, der Preis fällt, und der Anbieter wird beliebig.
- Kompetenzfalle
Die Kompetenzfalle beschreibt, wie ein Unternehmen an einer Methode festhält, weil es darin sehr gut geworden ist – und deshalb eine bessere neue Methode übersieht. Der bisherige Erfolg wird so zur Ursache des späteren Scheiterns.
- Kompositionsfehlschluss
Der Kompositionsfehlschluss ist ein Denkfehler: Man überträgt eine Eigenschaft einzelner Teile ungeprüft auf das Ganze. Weil jeder Spieler stark ist, muss die Mannschaft noch nicht stark sein.
- Konnektionismus
Der Konnektionismus ist die Idee, dass geistige Leistungen wie Erkennen oder Sprechen aus dem Zusammenspiel sehr vieler einfacher, miteinander verbundener Recheneinheiten entstehen. Er ist die theoretische Grundlage der heutigen künstlichen neuronalen Netze und damit fast aller modernen KI-Systeme.
- Konnektor
Ein Konnektor ist ein fertiges Verbindungsstück zwischen zwei Programmen: Er sorgt dafür, dass eine Software Daten aus einem anderen System lesen oder dorthin schreiben kann. In der KI-Welt sind Konnektoren das, was ein Sprachmodell mit Firmendaten wie E-Mails, Datenbanken oder Cloud-Speichern verbindet.
- Konnektor
Ein Konnektor ist ein fertiges Verbindungsstück zwischen zwei Programmen, das dafür sorgt, dass Daten von einem System in ein anderes gelangen. In der KI-Welt sind Konnektoren das, was einen Chatbot mit E-Mails, Firmendokumenten oder Datenbanken verbindet.
- Konsens-Output
Ein Konsens-Output ist die Antwort, auf die sich mehrere Rechendurchläufe eines Programms mehrheitlich einigen. Statt eine einzelne Ausgabe zu übernehmen, lässt man dieselbe Aufgabe mehrfach lösen und wählt das Ergebnis, das am häufigsten vorkommt.
- Konsumerisierung
Konsumerisierung beschreibt, dass neue Technik heute zuerst bei Privatleuten ankommt und erst danach in Firmen und Behörden. Früher war es umgekehrt: Große Organisationen bekamen das Neue zuerst, Privatpersonen viel später.
- Kontext-Token
Kontext-Token sind die kleinen Textbausteine, die ein KI-Sprachprogramm gleichzeitig vor Augen hat, während es eine Antwort schreibt. Ihre Zahl begrenzt, wie viel Text das Programm auf einmal berücksichtigen kann – und sie bestimmt auch, was die Nutzung kostet.
- Kontextfenster
Das Kontextfenster ist die Menge an Text, die ein KI-Sprachprogramm gleichzeitig überblicken kann. Alles außerhalb dieses Fensters existiert für das Programm im Moment der Antwort nicht.
- Kontinuierliches Lernen
Kontinuierliches Lernen bezeichnet die Fähigkeit eines Computerprogramms, immer weiter dazuzulernen, ohne das früher Gelernte zu vergessen. Bei heutigen KI-Systemen ist genau das ein ungelöstes Problem: Neues Wissen überschreibt oft altes.
- Kontrastive Paare
Kontrastive Paare sind zwei Beispiele, die man einem lernenden Computerprogramm absichtlich gemeinsam zeigt: eines, das erwünscht ist, und eines, das es nicht ist. Aus dem Unterschied zwischen beiden lernt das Programm schneller und genauer als aus einzelnen Beispielen.
- Kontrastives Pruning
Kontrastives Pruning ist ein Verfahren, bei dem man aus einem trainierten KI-Modell überflüssige Bauteile entfernt und dabei mit Gegenbeispielen prüft, welche Teile wirklich wichtig sind. Ziel ist ein kleineres, schnelleres Modell, das trotzdem die Unterschiede zwischen ähnlichen Eingaben erkennt.
- Konversationsbasierte Werbeformate
Konversationsbasierte Werbeformate sind Anzeigen, die innerhalb eines Gesprächs mit einem Computerprogramm erscheinen, etwa in einem Chatfenster. Statt eines starren Werbebanners wird die Werbung Teil des Dialogs und richtet sich nach dem, was der Nutzer gerade gefragt hat.
- Konversionsrate
Die Konversionsrate gibt an, welcher Anteil der Besucher einer Website oder App eine gewünschte Handlung tatsächlich ausführt, etwa einen Kauf oder eine Anmeldung. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Onlinegeschäft, weil sie zeigt, wie gut aus Aufmerksamkeit echtes Geschäft wird.
- Kortex
Der Kortex ist die äußere, gefaltete Schicht des menschlichen Gehirns, in der Wahrnehmung, Sprache und Denken verarbeitet werden. In der KI-Welt dient er als Vorbild und Namensgeber: Viele Fachbegriffe und Produktnamen berufen sich auf seinen Aufbau aus gleichartigen, in Schichten organisierten Nervenzellen.
- Kosten pro Token
Kosten pro Token geben an, wie viel Geld eine einzelne Texteinheit kostet, die ein KI-Sprachprogramm liest oder schreibt. Die Kennzahl ist der übliche Maßstab dafür, wie teuer der Betrieb solcher Programme ist.
- KPI
Ein KPI ist eine ausgewählte Messzahl, an der ein Unternehmen ablesen will, ob es seine Ziele erreicht. Der Begriff steht für "Key Performance Indicator", also für eine Kennzahl, die als besonders aussagekräftig gilt.
- Krankendomäne
Die Krankendomäne bezeichnet den medizinischen Anwendungsbereich, in dem ein KI-System arbeitet – also alles rund um Krankheiten, Diagnosen und Behandlung. Weil hier Fehler Menschenleben kosten können, gelten dort strengere Regeln als in fast jedem anderen Einsatzgebiet.
- Kreditkartendaten
Kreditkartendaten sind die Angaben, mit denen man mit einer Kreditkarte bezahlen kann: Kartennummer, Name, Gültigkeitsdatum und Prüfziffer. Weil diese wenigen Zahlen für eine Zahlung ausreichen, sind sie ein beliebtes Ziel von Datendiebstahl und werden deshalb streng geschützt.
- Kriegssimulation
Eine Kriegssimulation ist das Durchspielen eines militärischen Konflikts am Modell statt in der Realität — früher auf Karten mit Spielfiguren, heute meist am Computer. Seit einigen Jahren testen Forschende auch KI-Systeme in solchen Szenarien und beobachten, wie schnell diese zu Gewalt greifen.
- Kryptoanalyse
Kryptoanalyse ist die Wissenschaft davon, verschlüsselte Nachrichten zu lesen, ohne den passenden Schlüssel zu besitzen. Sie deckt Schwächen in Verschlüsselungsverfahren auf und entscheidet damit, welchen Verfahren wir im Internet vertrauen können.
- Kryptografisches Schlüsselpaar
Ein kryptografisches Schlüsselpaar besteht aus zwei zusammengehörigen Zahlenfolgen: einer darf jeder kennen, die andere bleibt geheim. Was mit der einen gesichert wurde, lässt sich nur mit der anderen öffnen oder überprüfen – die Grundlage von HTTPS, digitalen Signaturen und Krypto-Wallets.
- Ku-Band
Das Ku-Band ist ein Frequenzbereich von etwa 12 bis 18 Gigahertz, in dem Satelliten Funksignale zur Erde senden und empfangen. Es ist der Bereich, über den klassisches Satellitenfernsehen und ein großer Teil des Satelliten-Internets läuft.
- Kubernetes
Kubernetes ist eine Software, die verpackte Programme automatisch auf viele Server verteilt, startet, überwacht und bei Bedarf vervielfacht. Sie ist heute der Standard, mit dem große Online-Dienste und KI-Anwendungen betrieben werden.
- Kugelpackungsdichte
Die Kugelpackungsdichte gibt an, welcher Anteil eines Raumes von gleich großen Kugeln ausgefüllt wird, wenn man sie möglichst geschickt stapelt. Der beste Wert im dreidimensionalen Raum liegt bei etwa 74 Prozent, der Rest bleiben unvermeidbare Lücken.
- Kurs-Umsatz-Verhältnis
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis zeigt, wie viel eine Aktie im Vergleich zu den Verkaufserlösen des Unternehmens kostet. Es wird oft bei jungen Technologiefirmen benutzt, die noch keinen Gewinn machen.
- Kursziel
Ein Kursziel ist der Preis, den ein Analyst für eine Aktie in etwa zwölf Monaten erwartet. Es ist eine Schätzung auf Basis von Annahmen über das Unternehmen – keine Zusage und keine Vorhersage, die eintreffen muss.
- KV-Cache
Der KV-Cache ist ein Zwischenspeicher, in dem ein Sprachmodell seine Rechenergebnisse zu bereits geschriebenen Wörtern behält. Dadurch muss es beim nächsten Wort nicht den gesamten Text neu durchrechnen, was Antworten deutlich schneller und günstiger macht.
- KYC-Prüfung
Die KYC-Prüfung ist der Vorgang, bei dem eine Bank oder ein Finanzdienstleister die Identität eines neuen Kunden überprüft, bevor dieser ein Konto nutzen darf. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und soll verhindern, dass Kriminelle Geld über anonyme Konten waschen.
L
- LAB Benchmark
LAB ist ein von IBM und dem MIT-IBM Watson AI Lab entwickeltes Verfahren, das Sprachmodelle mit künstlich erzeugten Übungsdaten nachtrainiert. Der zugehörige Benchmark misst, wie gut ein so trainiertes Modell im Vergleich zu Modellen abschneidet, die mit teuren, von Menschen geschriebenen Daten verbessert wurden.
- Lakehouse
Ein Lakehouse ist ein Speicherkonzept für sehr große Datenmengen, das billige Massenspeicherung mit geordneten, sofort auswertbaren Tabellen verbindet. Es soll die Vorteile eines Datensees und eines klassischen Datenlagers in einem einzigen System vereinen.
- LALM
Ein LALM ist ein KI-System, das gesprochene Sprache, Musik und Geräusche direkt verarbeitet und darauf in Textform oder mit Sprache antwortet. Es verbindet die Fähigkeiten eines Chatbots mit einem Gehör, statt Ton vorher in Text umschreiben zu müssen.
- Language Processing Unit
Eine Language Processing Unit (LPU) ist ein Spezialchip, der ausschließlich dafür gebaut ist, fertige Sprach-KI-Modelle Wort für Wort antworten zu lassen. Sie soll Texte deutlich schneller ausgeben als die üblichen Grafikkarten, kann dafür aber weniger andere Aufgaben.
- Langzeitkohärenz
Langzeitkohärenz beschreibt die Fähigkeit eines KI-Systems, über sehr lange Texte, Gespräche oder Arbeitsabläufe hinweg widerspruchsfrei zu bleiben. Sie gilt als eine der größten offenen Schwächen heutiger Sprachmodelle.
- Laravel
Laravel ist eine kostenlose Sammlung fertiger Bausteine für die Programmiersprache PHP, mit der man Webseiten und Web-Anwendungen baut. Es nimmt Entwicklern wiederkehrende Arbeiten wie Login, Datenbankzugriff oder E-Mail-Versand ab.
- Large Language Model
Ein Large Language Model ist ein Computerprogramm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, welche Wörter typischerweise aufeinander folgen. Auf dieser Grundlage schreibt es Texte, beantwortet Fragen und übersetzt – Wort für Wort, ohne zu verstehen wie ein Mensch.
- Largest Contentful Paint
Largest Contentful Paint ist eine Messgröße für Webseiten. Sie gibt an, nach wie vielen Sekunden das größte sichtbare Element einer Seite fertig geladen ist – meist ein Bild oder eine Überschrift.
- Latent Mixture-of-Experts
Latent Mixture-of-Experts ist eine Bauweise für KI-Modelle, bei der pro Anfrage nur wenige spezialisierte Teilmodule rechnen — und die Auswahl auf einer verdichteten Zwischendarstellung der Eingabe beruht statt auf dem rohen Text. Das spart Rechenzeit und soll die Zuständigkeiten der Module sauberer trennen.
- Latent Space
Der Latent Space ist die interne Zahlendarstellung, in die ein KI-System Bilder, Texte oder Töne übersetzt, bevor es damit weiterarbeitet. Ähnliche Inhalte landen darin nah beieinander, und genau diese Nachbarschaft macht Suche, Empfehlungen und Bildgeneratoren möglich.
- Latenter Raum
Der latente Raum ist die interne Zahlendarstellung, in der ein KI-Programm Bilder, Texte oder Töne speichert. Ähnliche Inhalte landen dort dicht beieinander, sehr verschiedene Inhalte weit auseinander.
- Latenz
Latenz ist die Wartezeit zwischen einer Anfrage und der ersten Reaktion darauf – etwa zwischen dem Absenden einer Frage an einen Chatbot und dem ersten Wort der Antwort. Sie wird meist in Millisekunden gemessen und entscheidet darüber, ob sich ein Dienst flüssig oder träge anfühlt.
- Latenzgarantie
Eine Latenzgarantie ist das vertragliche Versprechen eines Anbieters, dass eine Anfrage innerhalb einer festgelegten Zeitspanne beantwortet wird. Sie ist bei KI-Diensten wichtig, weil dort die Antwortzeit stark schwanken kann und für viele Anwendungen entscheidend ist.
- Lateral Movement
Lateral Movement bezeichnet das schrittweise Weiterwandern eines Angreifers von einem geknackten Computer zum nächsten innerhalb desselben Firmennetzes. Ziel ist es, von einem unwichtigen Einstiegspunkt aus die wirklich wertvollen Systeme zu erreichen.
- LaTeX
LaTeX ist ein System, mit dem man Texte nicht klickend gestaltet, sondern über Befehle im Text beschreibt. Es wird vor allem für wissenschaftliche Arbeiten genutzt, weil es Formeln, Literaturverzeichnisse und Querverweise sehr zuverlässig setzt.
- Layer (Bildbearbeitung)
Ein Layer ist eine einzelne Bildebene in einem Bearbeitungsprogramm, die über oder unter anderen Ebenen liegt und getrennt von ihnen verändert werden kann. Erst zusammen ergeben alle Ebenen das sichtbare Bild.
- Layering
Layering ist die zweite Stufe der Geldwäsche: Kriminelles Geld wird durch viele schnelle Umbuchungen, Käufe und Firmen so oft verschoben, dass seine Herkunft nicht mehr nachvollziehbar ist. Banken und Behörden setzen heute Software ein, die solche Muster in Millionen Transaktionen automatisch aufspürt.
- LazyAR
LazyAR bezeichnet einen Ansatz, bei dem eine Brille oder ein Smartphone eingeblendete Zusatzinformationen nur dann neu berechnet, wenn sich wirklich etwas geändert hat. Statt jedes Bild von Grund auf neu zu erzeugen, werden vorhandene Ergebnisse weiterverwendet – das spart Rechenleistung und Akku.
- LCD
LCD steht für Liquid Crystal Display, auf Deutsch Flüssigkristallanzeige. Es ist die Bildschirmtechnik, bei der eine Lampe hinter dem Bildschirm dauerhaft leuchtet und eine Schicht aus steuerbaren Flüssigkristallen dieses Licht pro Bildpunkt durchlässt oder blockiert.
- Leaderboard
Ein Leaderboard ist eine öffentliche Rangliste, in der KI-Programme nach ihren Ergebnissen in standardisierten Tests sortiert werden. Solche Listen bestimmen mit, welche Anbieter als führend gelten – obwohl sie leicht zu manipulieren sind und nur einen Teil der Wirklichkeit messen.
- Leak
Ein Leak ist die vorzeitige oder unerlaubte Weitergabe von Informationen, die eigentlich geheim bleiben sollten. In der Tech-Branche betrifft das oft unveröffentlichte Produkte, interne Dokumente oder Nutzerdaten.
- Lean
Lean ist eine Programmiersprache, in der man mathematische Beweise so aufschreibt, dass ein Computer sie Schritt für Schritt auf Fehler prüfen kann. In der KI-Forschung dient Lean als strenger Schiedsrichter: Es sagt zuverlässig, ob eine von einem Programm erzeugte Lösung wirklich korrekt ist.
- Lean (Beweisassistent)
Lean ist ein Computerprogramm, in dem man mathematische Beweise so aufschreibt, dass der Rechner jeden Schritt auf Korrektheit prüft. Es gilt inzwischen als wichtiges Werkzeug, um mathematische Ergebnisse von KI-Systemen zuverlässig zu überprüfen.
- Lean 4
Lean 4 ist eine Software, in der man mathematische Beweise so aufschreibt, dass ein Computer sie Schritt für Schritt auf Fehler prüft. Weil diese Prüfung eindeutig „richtig“ oder „falsch“ sagt, wird Lean 4 inzwischen auch benutzt, um KI-Systeme im Rechnen und Beweisen zu trainieren.
- Lean-Kernel
Der Lean-Kernel ist das kleine, streng geprüfte Herzstück des Beweisprogramms Lean: Er kontrolliert, ob ein mathematischer Beweis wirklich lückenlos aus erlaubten Schritten besteht. Weil dieser Kern absichtlich winzig gehalten wird, kann man ihm auch dann vertrauen, wenn der Beweis von einer KI stammt.
- Learning Cycles
Ein Learning Cycle ist eine Runde aus Ausprobieren, Messen und Verbessern, die immer wieder von vorn beginnt. In der KI-Entwicklung entscheidet vor allem die Geschwindigkeit solcher Runden darüber, wie schnell ein Produkt oder ein Modell besser wird.
- Learning OS
Ein Learning OS ist eine Lernplattform, die alle Lernschritte eines Nutzers zentral verwaltet und den Stoff mithilfe von KI laufend an dessen Stand anpasst. Der Name spielt auf ein Betriebssystem an: Die Software soll für das Lernen das sein, was Windows oder Android für einen Computer sind.
- Legacy-Architektur
Eine Legacy-Architektur ist ein über Jahre oder Jahrzehnte gewachsenes Computersystem, das ein Unternehmen weiter betreibt, obwohl die Technik dahinter veraltet ist. Es funktioniert meist zuverlässig, lässt sich aber nur mühsam ändern, erweitern oder ersetzen.
- Legacy-Modernisierung
Legacy-Modernisierung bezeichnet die Erneuerung alter, über Jahrzehnte gewachsener Computersysteme in Unternehmen und Behörden. Ziel ist es, veraltete Technik durch neuere zu ersetzen, ohne dass der laufende Betrieb zusammenbricht.
- Legacy-Portierung
Legacy-Portierung bezeichnet das Übertragen alter, oft jahrzehntealter Computerprogramme auf moderne Technik oder in eine neuere Programmiersprache. Weil solche Programme häufig zentrale Aufgaben in Banken, Behörden und Versicherungen erledigen, gilt der Umbau als riskant, teuer und langwierig.
- Legacy-SaaS
Legacy-SaaS bezeichnet Mietsoftware aus dem Internet, deren Aufbau und Geschäftsmodell aus der Zeit vor der aktuellen KI-Welle stammen. Der Begriff taucht vor allem an der Börse auf, wenn Anleger fragen, ob solche Anbieter durch KI überflüssig werden.
- Leistungshalbleiter
Leistungshalbleiter sind elektronische Bauteile, die große Ströme schalten und steuern. Sie stecken in Elektroautos, Windrädern, Ladegeräten und Rechenzentren und entscheiden mit darüber, wie viel Energie unterwegs verloren geht.
- Level 2
Level 2 bezeichnet ein Auto, das Lenken und Tempo gleichzeitig selbst regeln kann, während der Mensch am Steuer trotzdem dauerhaft aufpassen muss. Es ist die zweite von sechs Stufen einer international genutzten Skala für automatisiertes Fahren.
- Level 3
Level 3 bezeichnet eine Stufe des automatisierten Fahrens, bei der das Auto in bestimmten Situationen komplett selbst fährt und der Mensch währenddessen die Straße nicht beobachten muss. Er bleibt aber verpflichtet, innerhalb weniger Sekunden wieder zu übernehmen, wenn das System ihn dazu auffordert.
- Level 4
Level 4 bezeichnet die vierte von fünf Stufen des automatisierten Fahrens: Das Fahrzeug fährt in einem klar festgelegten Einsatzgebiet vollständig allein, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Außerhalb dieses Gebiets fährt es gar nicht.
- Level-3-Autonomie
Level-3-Autonomie beschreibt Autos, die unter festgelegten Bedingungen komplett selbst fahren, während der Mensch am Steuer etwas anderes tun darf. Er muss aber bereit sein, die Kontrolle zurückzunehmen, wenn das System ihn dazu auffordert.
- Leveraged ETF
Ein Leveraged ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der die tägliche Bewegung eines Marktes verdoppelt oder verdreifacht. Steigt der Markt an einem Tag um 1 Prozent, legt ein 2x-Produkt rund 2 Prozent zu — fällt er, verliert es genauso stark.
- LFP
LFP ist eine Bauart von wiederaufladbaren Batterien, bei der ein Teil der Zelle aus Lithium, Eisen und Phosphat besteht. Diese Akkus sind billiger und langlebiger als andere Lithium-Batterien, speichern dafür pro Kilogramm etwas weniger Energie.
- Liar's Dividend
Der Liar's Dividend beschreibt den Vorteil, den Lügner daraus ziehen, dass sich Fotos, Videos und Tonaufnahmen heute täuschend echt fälschen lassen. Wer mit einer echten Aufnahme konfrontiert wird, kann einfach behaupten, sie sei künstlich erzeugt — und wird damit oft geglaubt.
- LibGen
LibGen ist eine riesige Internetsammlung von Büchern und Fachaufsätzen, die dort meist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber liegen. Bekannt wurde die Sammlung zuletzt vor allem, weil KI-Firmen sie zum Trainieren ihrer Sprachmodelle verwendet haben.
- LiDAR
LiDAR ist ein Sensor, der mit Laserlicht Entfernungen misst und daraus ein dreidimensionales Abbild der Umgebung erzeugt. Selbstfahrende Autos, Roboter und Vermessungsflugzeuge nutzen die Technik, um Objekte und Abstände sehr genau zu erfassen.
- Lieferkettenrisiko in der IT-Sicherheit
Ein Lieferkettenrisiko in der IT-Sicherheit entsteht, wenn Angreifer nicht ein Unternehmen direkt attackieren, sondern einen seiner Zulieferer. Über gekaufte Software, Updates oder Dienstleister gelangen sie so in tausende gut geschützte Systeme gleichzeitig.
- Likeness-Rechte
Likeness-Rechte sind die Rechte einer Person an ihrem eigenen Aussehen, ihrer Stimme und ihrem Namen. Sie entscheiden, wer ein Gesicht oder eine Stimme kommerziell nutzen darf — und sind durch KI-Fälschungen zu einem zentralen Streitthema geworden.
- Lineare Attention
Lineare Attention ist eine sparsame Rechenmethode in Sprachmodellen: Statt jedes Wort mit jedem anderen zu vergleichen, führt das Modell eine laufende Zusammenfassung des Textes mit. Dadurch wachsen Rechenaufwand und Kosten bei langen Texten nur noch gleichmäßig statt explosionsartig.
- Lineare Sonde
Eine lineare Sonde ist ein sehr einfacher Zusatz-Rechenschritt, den Forscher an ein fertiges KI-Modell anhängen, um zu prüfen, welche Informationen im Inneren des Modells überhaupt vorhanden sind. Lässt sich eine Eigenschaft mit einem so simplen Mittel ablesen, gilt sie als klar im Modell abgelegt.
- Lines of Code
Lines of Code ist die Anzahl der Textzeilen, aus denen ein Computerprogramm besteht. Die Zahl wird oft als grobes Maß für den Umfang eines Programms benutzt, sagt aber wenig über dessen Qualität aus.
- Lint-System
Ein Lint-System ist ein Programm, das den Text eines anderen Programms auf Fehler und schlechten Stil durchsucht, ohne ihn auszuführen. Es funktioniert ähnlich wie eine Rechtschreibprüfung, nur für Programmcode.
- Linux
Linux ist ein Betriebssystem, also die Grundsoftware, die einen Computer überhaupt bedienbar macht. Es ist frei verfügbar und läuft heute auf den meisten Servern im Internet, auf Android-Handys und in fast allen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.
- Lipid-Nanopartikel
Lipid-Nanopartikel sind winzige Fettkügelchen, die empfindliche Wirkstoffe wie mRNA-Impfstoffe schützen und in Körperzellen transportieren. Sie waren die entscheidende Technik hinter den Corona-Impfstoffen und gelten heute als Schlüsselbaustein einer ganzen Medikamentenklasse.
- Lippensynchronität
Lippensynchronität bedeutet, dass Mundbewegungen im Bild genau zu den gehörten Lauten passen. In der Videobearbeitung und bei KI-Werkzeugen ist sie eine der schwierigsten Aufgaben, weil das menschliche Auge schon winzige Abweichungen bemerkt.
- Lithium-Eisenphosphat
Lithium-Eisenphosphat ist ein Material, aus dem der Pluspol vieler Akkus besteht. Solche Akkus sind billiger und langlebiger als andere Lithium-Akkus, speichern dafür pro Kilogramm weniger Energie.
- LiveCodeBench
LiveCodeBench ist ein Test, mit dem geprüft wird, wie gut KI-Modelle Programmieraufgaben lösen. Das Besondere: Die Aufgaben werden laufend neu gesammelt, damit die Modelle die Lösungen nicht schon vorher gesehen haben können.
- Liveness Detection
Liveness Detection prüft, ob vor der Kamera oder am Sensor ein echter lebender Mensch steht und nicht ein Foto, ein Video oder eine Maske. Sie ist der Schutzmechanismus, der Gesichtserkennung und andere biometrische Verfahren gegen Täuschungsversuche absichert.
- Living Spec
Eine Living Spec ist ein technisches Regelwerk, das laufend weiterentwickelt wird, statt in festen Versionen zu erscheinen. Es gibt immer nur eine gültige Fassung: die aktuelle.
- Llama
Llama ist eine Familie von Sprach-KI-Programmen des Facebook-Konzerns Meta, die Texte verstehen und schreiben können. Anders als viele Konkurrenzprodukte kann man Llama herunterladen und auf eigenen Rechnern betreiben.
- LLM
Ein LLM ist ein Computerprogramm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, wie Sprache aufgebaut ist, und daraus selbst Texte schreibt. Chatbots wie ChatGPT beruhen auf dieser Technik.
- LLM Grooming
LLM Grooming bezeichnet das gezielte Fluten des Internets mit erfundenen oder verzerrten Texten, damit KI-Textprogramme diese Inhalte später als Wissen übernehmen und weitergeben. Die Zielgruppe sind nicht mehr menschliche Leser, sondern die Maschinen, die aus dem Netz lernen.
- LLM-as-a-Judge
LLM-as-a-Judge bedeutet, dass ein Sprachmodell die Antworten eines anderen Sprachmodells bewertet, statt dass Menschen das tun. Das Verfahren ist schnell und billig, übernimmt aber die Vorlieben und Schwächen des bewertenden Modells.
- LMArena
LMArena ist eine Website, auf der zwei anonyme KI-Chatprogramme dieselbe Frage beantworten und Besucher entscheiden, welche Antwort besser ist. Aus Millionen solcher Vergleiche entsteht eine Rangliste, die als wichtigster Beliebtheitstest für Sprach-KI gilt.
- Load Balancer
Ein Load Balancer ist ein Verteiler, der eingehende Anfragen an eine Website oder App auf mehrere Computer aufteilt. So bricht der Dienst nicht zusammen, wenn viele Menschen gleichzeitig zugreifen.
- Load Balancing
Load Balancing ist die Verteilung eingehender Anfragen auf mehrere Computer, damit keiner davon überlastet wird. Ein vorgeschalteter Verteiler nimmt jede Anfrage entgegen und schickt sie an den Rechner, der gerade am besten kann.
- Lochkarte
Eine Lochkarte ist ein Stück fester Pappe, in das an bestimmten Stellen Löcher gestanzt werden. Die Position der Löcher steht für Zahlen, Buchstaben oder Befehle — Lochkarten waren jahrzehntelang das wichtigste Speichermedium der Datenverarbeitung.
- Lock-in (Anbieterbindung)
Lock-in bedeutet: Ein Kunde kann seinen Anbieter kaum noch wechseln, weil der Wechsel zu teuer, zu aufwendig oder technisch zu schwierig wäre. In der KI- und Cloud-Branche ist das ein zentrales Geschäftsmodell und ein häufiges Thema in Quartalsberichten.
- Lock-up-Periode
Die Lock-up-Periode ist ein vertraglich vereinbarter Zeitraum nach dem Börsengang eines Unternehmens, in dem Gründer, Mitarbeiter und frühe Geldgeber ihre Aktien nicht verkaufen dürfen. Sie dauert meist 90 bis 180 Tage und soll verhindern, dass der Kurs direkt nach dem Start durch massenhafte Verkäufe einbricht.
- Log
Ein Log ist eine automatisch geschriebene Liste von Ereignissen, die ein Computerprogramm während seines Betriebs festhält. Jeder Eintrag enthält meist Uhrzeit, Ort im Programm und eine kurze Beschreibung dessen, was passiert ist.
- LogicFolding
LogicFolding bezeichnet Verfahren, die mehrere logische Rechenschritte eines KI-Modells zu einem einzigen zusammenfassen, um Rechenzeit und Speicher zu sparen. Das Ergebnis bleibt gleich, der Weg dorthin wird kürzer.
- Logit Distillation
Logit Distillation ist ein Trainingsverfahren, bei dem ein kleines KI-Modell die vollständigen Antwortneigungen eines großen Modells nachahmt statt nur dessen Endergebnis. Dadurch erreicht das kleine Modell einen großen Teil der Qualität des großen, braucht aber deutlich weniger Rechenleistung.
- Logits
Logits sind die rohen Zahlen, die ein neuronales Netz am Ende ausspuckt, bevor sie in Wahrscheinlichkeiten umgerechnet werden. Je größer der Logit einer Möglichkeit, desto stärker spricht sich das Modell für sie aus.
- Lokal lauffähiges Modell
Ein lokal lauffähiges Modell ist ein KI-Programm, das direkt auf dem eigenen Gerät rechnet – auf Laptop, Handy oder Firmenserver – und nicht in einem fremden Rechenzentrum. Die eingegebenen Daten verlassen das Gerät dabei nicht, dafür ist die Leistung durch die vorhandene Hardware begrenzt.
- Long Tail
Long Tail bezeichnet die große Menge selten nachgefragter Produkte, Suchbegriffe oder Fälle, die einzeln kaum ins Gewicht fallen, zusammen aber sehr viel ausmachen. In Onlinehandel und KI entscheidet oft dieser lange Ausläufer über Erfolg oder Misserfolg.
- Long-Horizon
Long-Horizon bezeichnet Aufgaben, die aus vielen aufeinander aufbauenden Schritten über einen langen Zeitraum bestehen. Für KI-Systeme sind solche Aufgaben besonders schwierig, weil sich kleine Fehler am Anfang bis zum Ende aufsummieren.
- Long-Horizon-Aufgaben
Long-Horizon-Aufgaben sind Aufgaben, die ein Computerprogramm nicht in einem einzigen Schritt löst, sondern über viele aufeinander aufbauende Schritte hinweg. Sie gelten als eine der größten offenen Schwierigkeiten für heutige KI-Systeme, weil sich kleine Fehler über die lange Kette hinweg aufschaukeln.
- Long-Horizon-Modell
Ein Long-Horizon-Modell ist ein KI-System, das eine Aufgabe über viele aufeinander folgende Schritte hinweg verfolgt, statt nur eine einzelne Frage zu beantworten. Solche Modelle müssen sich an frühere Zwischenergebnisse erinnern, eigene Fehler bemerken und ein Ziel über Minuten oder Stunden im Blick behalten.
- Long-Running Agent
Ein Long-Running Agent ist ein KI-Programm, das eine Aufgabe über Stunden oder Tage hinweg selbstständig weiterverfolgt, statt nur eine einzelne Frage zu beantworten. Es plant Zwischenschritte, benutzt Werkzeuge wie Suche oder Programmcode und merkt sich seinen bisherigen Fortschritt.
- Long-Term Benefit Trust
Der Long-Term Benefit Trust ist ein Treuhand-Gremium beim KI-Unternehmen Anthropic, das nach und nach einen Teil der Aufsichtsratsposten besetzen darf. Es soll dafür sorgen, dass langfristige Sicherheit und Gemeinwohl mitentscheiden und nicht nur der Gewinn der Investoren.
- Loop Engineering
Loop Engineering bezeichnet das gezielte Gestalten der Wiederholungsschleife, in der ein KI-System immer wieder handelt, das Ergebnis prüft und danach neu entscheidet. Es legt fest, wann die Schleife stoppt, was sie in jedem Durchgang sieht und wie sie mit Fehlern umgeht.
- LoRA
LoRA ist ein Verfahren, um ein fertiges KI-Modell für eine neue Aufgabe anzupassen, ohne es komplett neu zu berechnen. Statt aller Werte im Modell wird nur ein kleiner Zusatzteil trainiert, der oft weniger als ein Prozent der ursprünglichen Größe hat.
- Los Alamos National Laboratory
Los Alamos ist ein staatliches Forschungslabor der USA in New Mexico, das im Zweiten Weltkrieg für den Bau der ersten Atombombe gegründet wurde. Heute ist es vor allem für seine riesigen Supercomputer bekannt, die inzwischen auch für Künstliche Intelligenz genutzt werden.
- Loss-Funktion
Die Loss-Funktion ist eine Rechenvorschrift, die misst, wie stark die Ausgabe eines lernenden Computerprogramms von der gewünschten Antwort abweicht. Sie liefert eine einzelne Zahl, und genau diese Zahl versucht das Training so klein wie möglich zu machen.
- Low Earth Orbit
Der Low Earth Orbit ist der Bereich rund 200 bis 2.000 Kilometer über der Erdoberfläche, in dem die meisten Satelliten kreisen. Weil sie dort sehr nah sind, funken sie schneller und brauchen weniger Sendeleistung – müssen die Erde aber alle 90 Minuten einmal umrunden.
- Low-Band-Spektrum
Low-Band-Spektrum bezeichnet Funkfrequenzen unter etwa einem Gigahertz, die Mobilfunkanbieter für Netze wie 4G und 5G nutzen. Diese Frequenzen reichen sehr weit und durchdringen Wände gut, übertragen aber weniger Daten pro Sekunde als höhere Frequenzen.
- Lyria
Lyria ist ein Musik-Modell von Google DeepMind, das aus einer Textbeschreibung fertige Musikstücke mit Instrumenten und teilweise Gesang erzeugt. Es steckt unter anderem hinter Googles Musikwerkzeugen MusicFX und dem Experiment Dream Track auf YouTube.
M
- M-Chip
Der M-Chip ist die von Apple selbst entwickelte Prozessorfamilie für Macs und iPads. Auf einem einzigen Stück Silizium sitzen Rechenkerne, Grafikeinheit, KI-Beschleuniger und Arbeitsspeicher zusammen — das macht die Geräte schnell und sparsam.
- M-Series-Chip
M-Series-Chip ist der Name für die Prozessoren, die Apple seit 2020 selbst entwickelt und in Macs und iPads einbaut. Sie fassen Rechenkerne, Grafik, KI-Einheit und Arbeitsspeicher auf einem einzigen Bauteil zusammen.
- M&A
M&A ist die englische Kurzform für Fusionen und Übernahmen: Zwei Firmen schließen sich zusammen, oder eine Firma kauft eine andere. In der Tech-Branche ist das der übliche Weg, um schnell an Technologie, Kunden oder Fachleute zu kommen.
- Mach-100-Chip
Der Mach-100-Chip ist ein Spezialchip des Start-ups d-Matrix, der fertig trainierte KI-Modelle möglichst schnell und stromsparend antworten lassen soll. Sein Kennzeichen: Rechnen und Speichern passieren am selben Ort, statt Daten ständig hin- und herzuschieben.
- Machiavellismus
Machiavellismus bezeichnet eine Haltung, bei der jemand andere Menschen gezielt zum eigenen Vorteil beeinflusst und moralische Bedenken dabei zurückstellt. In der KI-Debatte taucht der Begriff auf, wenn Forscher testen, ob Sprachmodelle täuschen oder manipulieren, um ein Ziel zu erreichen.
- Machine-to-Machine-Kommunikation
Machine-to-Machine-Kommunikation bezeichnet den direkten Datenaustausch zwischen Geräten, bei dem kein Mensch die Nachricht schreibt oder liest. Ein Sensor meldet zum Beispiel selbstständig einen Messwert an einen Rechner, der daraufhin eine Aktion auslöst.
- macOS
macOS ist das Betriebssystem, das Apple für seine Mac-Computer entwickelt. Es steuert die gesamte Grundausstattung des Rechners: Fenster, Dateien, Programme und den Zugriff auf die Hardware.
- Macro-Pad
Ein Macro-Pad ist eine sehr kleine Zusatztastatur mit wenigen Tasten, die man frei mit eigenen Befehlen belegt. Ein Tastendruck kann dann eine ganze Abfolge von Aktionen auslösen, für die man sonst mehrere Schritte am Rechner bräuchte.
- Mag 7
Mag 7 ist ein Sammelname für die sieben größten Technologiekonzerne der US-Börse: Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla. Zusammen sind sie so wertvoll, dass ihre Kursbewegungen den gesamten amerikanischen Aktienmarkt spürbar mitziehen.
- MagSafe
MagSafe ist ein Markenname von Apple für Verbindungen, die durch Magnete halten statt durch Stecker oder Klemmen. Heute steht der Begriff vor allem für den Magnetring in iPhones, an dem Ladegeräte, Hüllen und Halterungen von selbst in die richtige Position rutschen.
- Mainframe
Ein Mainframe ist ein sehr großer, extrem zuverlässiger Zentralrechner, der riesige Mengen an Buchungen und Abfragen gleichzeitig abarbeitet. Banken, Versicherungen und Behörden betreiben bis heute solche Maschinen, weil sie jahrzehntelang praktisch ohne Ausfall laufen.
- Maintainer
Ein Maintainer ist die Person, die ein Softwareprojekt langfristig betreut: Sie entscheidet, welche Änderungen aufgenommen werden, und hält den Code lauffähig. In der Open-Source-Welt hängen oft riesige Systeme an wenigen solchen Personen, die das häufig unbezahlt neben Beruf oder Studium tun.
- Makuladegeneration
Die Makuladegeneration ist eine Augenkrankheit, bei der die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut allmählich zerstört wird. Betroffene sehen in der Mitte des Blickfelds einen verschwommenen oder dunklen Fleck, während der Rand erhalten bleibt.
- Mamba
Mamba ist eine Bauweise für KI-Sprachmodelle, die Text Wort für Wort durchläuft und dabei nur eine kompakte Zusammenfassung des Gelesenen mitführt. Sie gilt als Gegenentwurf zur bisher üblichen Transformer-Bauweise und ist bei sehr langen Texten deutlich schneller.
- Mamba-2
Mamba-2 ist ein Bauplan für Sprachmodelle, der Text nicht als Ganzes vergleicht, sondern ihn Wort für Wort durchliest und dabei eine Art Gedächtnis fester Größe fortschreibt. Dadurch bleibt die Rechenzeit auch bei sehr langen Texten überschaubar — anders als bei der heute üblichen Transformer-Bauweise.
- Managed Services
Managed Services bedeutet, dass ein Unternehmen den Betrieb bestimmter Technik dauerhaft an einen externen Dienstleister abgibt und dafür regelmäßig zahlt. Der Anbieter übernimmt Überwachung, Wartung und Störungsbehebung und haftet vertraglich für vereinbarte Qualität.
- Mandelbrot-Menge
Die Mandelbrot-Menge ist eine berühmte mathematische Figur, die entsteht, wenn man dieselbe einfache Rechnung millionenfach wiederholt. Ihr Rand zeigt bei jeder Vergrößerung neue Muster und gilt als bekanntestes Beispiel für ein Fraktal.
- Manhattan Project
Das Manhattan Project war das geheime Forschungsprogramm der USA, das im Zweiten Weltkrieg die erste Atombombe baute. In heutigen Tech-Debatten steht der Name als Schlagwort für ein riesiges, staatlich geführtes Krisenprojekt – oft im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.
- Margin Call
Ein Margin Call ist die Aufforderung eines Brokers an einen Anleger, Geld nachzuzahlen, weil ein mit geliehenem Geld finanziertes Wertpapiergeschäft Verluste macht. Zahlt der Anleger nicht rechtzeitig, verkauft der Broker die Papiere zwangsweise.
- Markdown
Markdown ist eine einfache Schreibweise, mit der man Text mit wenigen Sonderzeichen gliedert: Sterne für Fettdruck, Rauten für Überschriften. Der Text bleibt dabei lesbar und lässt sich automatisch in eine formatierte Seite umwandeln.
- Markdown-Datei
Eine Markdown-Datei ist eine reine Textdatei, in der Formatierungen wie Überschriften oder Fettdruck durch einfache Sonderzeichen angedeutet werden. Sie ist gleichzeitig für Menschen gut lesbar und für Programme leicht weiterzuverarbeiten.
- MarTech
MarTech ist die Kurzform für Marketing-Technologie: Software, mit der Unternehmen Werbung planen, Kundendaten auswerten und Nachrichten automatisch verschicken. Der Begriff fasst hunderte Werkzeuge zusammen, von der E-Mail-Software bis zum System, das entscheidet, welche Anzeige du siehst.
- Maschinell verifizierte Beweise
Maschinell verifizierte Beweise sind mathematische Beweise, die ein Computerprogramm Schritt für Schritt auf Lückenlosigkeit prüft. Der Beweis muss dafür in einer sehr strengen, formalen Sprache geschrieben sein, in der jede Schlussfolgerung auf klar festgelegte Regeln zurückgeht.
- Maschinelles Sehen
Maschinelles Sehen ist das Fachgebiet, in dem Computer aus Bildern und Videos nützliche Informationen ziehen – etwa welche Gegenstände darauf zu sehen sind. Es steckt in Handykameras, in Fahrassistenten und in der Qualitätskontrolle von Fabriken.
- Maschinencode
Maschinencode ist die einzige Sprache, die ein Prozessor direkt ausführen kann: eine lange Folge von Zahlen, die jeweils einen winzigen Befehl bedeuten. Alles, was Menschen programmieren, muss am Ende in diese Form übersetzt werden.
- Maxwellscher Dämon
Der Maxwellsche Dämon ist ein berühmtes Gedankenexperiment aus der Physik: Ein winziger Türsteher sortiert schnelle und langsame Gasteilchen und erzeugt dadurch scheinbar aus dem Nichts Wärmeunterschiede. Die Auflösung des Rätsels zeigt, dass Information einen physikalischen Preis hat – eine Erkenntnis, die heute die Grenzen von Rechenzentren und Chips mitbestimmt.
- McCarthyismus
Als McCarthyismus bezeichnet man eine Phase in den USA der frühen 1950er Jahre, in der Menschen ohne belastbare Beweise öffentlich beschuldigt wurden, kommunistisch gesinnt zu sein. Der Begriff steht heute allgemein für Kampagnen, die mit Verdächtigungen und öffentlichem Druck arbeiten statt mit Belegen.
- MCP Gateway
Ein MCP Gateway ist eine Zwischenstation, über die KI-Assistenten auf externe Werkzeuge und Datenquellen zugreifen. Es bündelt viele einzelne Zugänge zu einem einzigen kontrollierten Einstiegspunkt und protokolliert, wer was benutzt hat.
- MCP-Atlas
Ein MCP-Atlas ist ein Verzeichnis, das auflistet, welche Programme und Datenquellen ein KI-Assistent über das Model Context Protocol ansteuern kann. Er beantwortet die Frage, welche Werkzeuge existieren, was sie tun und wem man sie anvertrauen darf.
- MCP-Connector
Ein MCP-Connector ist ein Verbindungsstück, über das ein KI-Assistent auf ein bestimmtes Programm oder eine Datenquelle zugreifen kann, zum Beispiel auf einen Kalender oder eine Datenbank. Er folgt dabei dem Model Context Protocol, einer offenen Regelsammlung dafür, wie solche Zugriffe abzulaufen haben.
- MCP-Server
Ein MCP-Server ist ein kleines Zusatzprogramm, das einem KI-Assistenten Zugriff auf eine bestimmte Datenquelle oder Anwendung gibt, etwa auf Dateien, eine Datenbank oder einen Kalender. Er folgt dabei dem Model Context Protocol, einer einheitlichen Sprachregelung dafür, wie KI-Programme und Werkzeuge miteinander reden.
- Mean Time to Adapt
Mean Time to Adapt ist eine Kennzahl, die angibt, wie lange ein Unternehmen oder ein System im Durchschnitt braucht, um sich auf eine neue Lage einzustellen. Sie misst nicht, wie schnell ein Fehler behoben wird, sondern wie schnell aus einer Veränderung eine funktionierende neue Arbeitsweise wird.
- MEDDIC
MEDDIC ist eine Checkliste für den Verkauf teurer Produkte an Unternehmen. Die sechs Buchstaben stehen für sechs Fragen, mit denen ein Verkäufer prüft, ob ein Geschäft wirklich zustande kommen kann.
- Megakernel
Ein Megakernel ist ein einziges großes Grafikkarten-Programm, das eine komplette Berechnungskette in einem Durchlauf abarbeitet, statt sie in viele kleine Einzelprogramme zu zerlegen. Dadurch entfallen die Wartezeiten zwischen den Schritten, was besonders bei der Antwortgeschwindigkeit von KI-Modellen einige Prozent bis zu einem Drittel Zeit spart.
- Memory (KI-Agenten)
Memory bezeichnet die Fähigkeit eines KI-Programms, Informationen aus früheren Unterhaltungen aufzubewahren und später wieder zu nutzen. Ohne diese Funktion beginnt das Programm bei jedem Gespräch wieder bei null.
- Memory Integrity Enforcement
Memory Integrity Enforcement ist eine Schutzfunktion von Apple, die ab dem iPhone 17 verhindert, dass Angreifer sich über Fehler im Arbeitsspeicher Zugriff auf ein Gerät verschaffen. Chip und Betriebssystem markieren dafür jeden Speicherbereich und prüfen bei jedem Zugriff, ob die Markierung passt.
- Memory Leak
Ein Memory Leak ist ein Programmierfehler, bei dem ein Programm Arbeitsspeicher belegt und ihn nie wieder freigibt. Der belegte Speicher wächst dadurch immer weiter an, bis das Programm oder der ganze Rechner langsam wird oder abstürzt.
- Memory Tagging Extension
Die Memory Tagging Extension ist eine Schutzfunktion in modernen ARM-Prozessoren, die Speicherbereiche mit kleinen Farbmarkierungen versieht. Passt die Markierung beim Zugriff nicht, stoppt der Chip das Programm – so werden ganze Klassen von Sicherheitslücken schon im Ansatz erkannt.
- Memory-Bottleneck
Ein Memory-Bottleneck liegt vor, wenn ein Computer nicht durch seine Rechenleistung ausgebremst wird, sondern dadurch, wie schnell er Daten aus dem Speicher holen kann. Bei KI-Modellen ist das der häufigste Grund, warum teure Chips einen Großteil der Zeit warten statt rechnen.
- MEMS-Mikrofon
Ein MEMS-Mikrofon ist ein winziges Mikrofon, dessen schallempfindliches Teil direkt auf einen Silizium-Chip geätzt wird. Fast jedes Smartphone, Notebook und jeder Sprachassistent nutzt diese Bauform, weil sie nur wenige Millimeter groß und sehr billig herstellbar ist.
- Merge
Ein Merge führt zwei getrennt entwickelte Versionen eines Projekts wieder zu einer einzigen zusammen. Der Begriff stammt aus der Softwareentwicklung, wird aber inzwischen auch für das Verschmelzen zweier KI-Modelle zu einem neuen benutzt.
- Merge-Rate
Die Merge-Rate gibt an, welcher Anteil vorgeschlagener Code-Änderungen tatsächlich in ein Softwareprojekt übernommen wird. Sie ist zur wichtigsten Kennzahl geworden, um zu messen, wie brauchbar von KI erzeugter Programmcode wirklich ist.
- Mesh-Netzwerk
Ein Mesh-Netzwerk ist ein Netzwerk, in dem viele Geräte direkt miteinander verbunden sind und Daten füreinander weiterreichen. Fällt ein Gerät aus, suchen sich die Daten automatisch einen anderen Weg durch das Netz.
- Meta-Agent
Ein Meta-Agent ist ein KI-Programm, das nicht selbst die eigentliche Arbeit erledigt, sondern andere KI-Programme steuert: Es zerlegt eine Aufgabe, verteilt die Teile und setzt die Ergebnisse zusammen. Man kann ihn sich als Projektleiter über einem Team spezialisierter Helfer vorstellen.
- Meta-Prompting
Beim Meta-Prompting lässt man ein KI-System die Anweisung für eine KI selbst schreiben oder verbessern, statt sie von Hand zu formulieren. Die Maschine arbeitet also an ihrem eigenen Auftrag, bevor sie die eigentliche Aufgabe löst.
- Metadaten
Metadaten sind Daten über Daten: Sie beschreiben, wann, wo, von wem und in welcher Form etwas entstanden ist, ohne den eigentlichen Inhalt wiederzugeben. Genau diese Zusatzangaben machen große Datenmengen durchsuchbar – und verraten oft mehr über Menschen als der Inhalt selbst.
- Metakognitives Feedback
Metakognitives Feedback ist eine Rückmeldung, die sich nicht auf die Antwort selbst bezieht, sondern auf den Weg dorthin und auf die eigene Sicherheit dabei. In der KI-Entwicklung bezeichnet der Begriff Verfahren, bei denen ein System sein eigenes Vorgehen bewertet und daraus lernt.
- Metall-Veredelungstechnik
Metall-Veredelungstechnik umfasst alle Verfahren, mit denen die Oberfläche eines Metallteils nachträglich verbessert wird – etwa gegen Rost, Verschleiß oder für ein besseres Aussehen. Sie steckt in Autos, Smartphones, Werkzeugen und in fast jedem Rechenzentrum.
- METR
METR ist eine gemeinnützige US-Organisation, die messbar testet, wie selbstständig KI-Systeme längere Arbeitsaufgaben erledigen können. Bekannt wurde sie durch die Kennzahl der „Aufgabenlänge“ und durch Sicherheitstests, die große KI-Anbieter vor der Veröffentlichung neuer Modelle in Auftrag geben.
- MGREP
MGREP ist ein Suchverfahren, das in langen Texten automatisch Begriffe aus einer vorgegebenen Liste findet – auch dann, wenn sie leicht anders geschrieben sind. Bekannt wurde es vor allem in der Medizin und Biologie, wo es Fachbegriffe in Studien und Patientenakten markiert.
- MI450
MI450 ist der Name eines Spezialchips von AMD, der ab 2026 in Rechenzentren KI-Programme antreiben soll. Er ist AMDs direkter Gegenentwurf zu den marktbeherrschenden Chips von Nvidia.
- Micro-VM
Eine Micro-VM ist ein extrem abgespeckter virtueller Computer, der in Sekundenbruchteilen startet und nur wenig Speicher braucht. Cloud-Anbieter nutzen sie, um fremden Programmcode sicher voneinander getrennt laufen zu lassen.
- Microservices
Microservices sind eine Bauweise für Software: Ein großes Programm wird in viele kleine, eigenständig laufende Teilprogramme zerlegt, die über das Netzwerk miteinander reden. Jedes Teil kann getrennt entwickelt, aktualisiert und vergrößert werden.
- Microsoft Entra
Microsoft Entra ist die Produktfamilie von Microsoft, die verwaltet, wer sich bei welchen Programmen anmelden darf und auf welche Daten er zugreifen kann. Ihr Kernstück Entra ID hieß früher Azure Active Directory und steuert die Anmeldung bei Diensten wie Outlook, Teams oder Word im Browser.
- Microviridae
Microviridae sind eine Familie sehr kleiner Viren, die Bakterien befallen und ihr Erbmaterial als einzelsträngige DNA in einer kugelförmigen Hülle tragen. Ihr bekanntestes Mitglied, phiX174, gehört zu den wichtigsten Modellorganismen der Genetik und dient heute als Standard-Kontrolle in DNA-Sequenziergeräten.
- Mid-Training
Mid-Training ist eine Zwischenphase beim Bau eines KI-Sprachmodells: Nach dem großen, breiten Grundtraining lernt das Modell noch einmal aus besonders sorgfältig ausgewählten Texten. Es ist der Schritt zwischen dem allgemeinen Vortraining und dem abschließenden Feinschliff auf konkrete Aufgaben.
- Middleware
Middleware ist Software, die zwischen anderen Programmen sitzt und deren Zusammenarbeit organisiert. Sie übernimmt Aufgaben wie Datenweitergabe, Übersetzung von Formaten und Anmeldung, damit die einzelnen Programme das nicht selbst können müssen.
- Millennium-Problem
Die Millennium-Probleme sind sieben besonders schwierige, ungelöste Aufgaben der Mathematik, für die ein US-Forschungsinstitut im Jahr 2000 je eine Million Dollar Preisgeld ausgeschrieben hat. Bis heute ist nur eines davon gelöst — und eines der offenen, "P versus NP", betrifft direkt die Frage, wie schnell Computer rechnen können.
- Mind Virus
Ein Mind Virus ist ein Bild dafür, wie sich eine Idee von Mensch zu Mensch verbreitet – ähnlich wie eine Ansteckung. Der Ausdruck wird heute vor allem als Vorwurf benutzt, wenn jemand die Überzeugungen anderer für blind übernommen hält.
- Misalignment
Misalignment bedeutet, dass ein Computerprogramm nicht das anstrebt, was seine Entwickler eigentlich wollten. Bei KI-Systemen ist das ein zentrales Sicherheitsthema, weil solche Systeme ihre Ziele aus Beispielen und Belohnungen ableiten und nicht aus klaren Anweisungen.
- MIT-Lizenz
Die MIT-Lizenz ist ein kurzer Rechtstext, mit dem Programmierer ihren Quellcode zur freien Nutzung freigeben. Sie erlaubt fast alles – Nutzen, Ändern, Verkaufen – und verlangt nur, dass der Name des Urhebers im Code stehen bleibt.
- Mixture of Experts
Mixture of Experts ist ein Bauprinzip für große KI-Modelle: Das Modell besteht aus vielen spezialisierten Teilnetzen, von denen pro Anfrage nur wenige rechnen. So bleibt es leistungsfähig, ohne bei jeder Antwort seine gesamte Rechenkapazität zu verbrauchen.
- MLP Cross Layers
MLP Cross Layers sind Rechenbausteine in einem KI-Modell, die nicht nur innerhalb einer Ebene arbeiten, sondern Informationen quer über mehrere Ebenen hinweg verbinden. Dadurch soll ein Modell mit weniger Bausteinen auskommen und trotzdem gleich gut rechnen.
- MLX
MLX ist eine von Apple entwickelte Software-Bibliothek, mit der Programmierer KI-Modelle direkt auf Macs, iPhones und iPads rechnen lassen können. Sie ist speziell auf Apples eigene Chips zugeschnitten und nutzt deren Besonderheit, dass Prozessor und Grafikeinheit denselben Speicher teilen.
- MMLU-Pro
MMLU-Pro ist ein Test, mit dem man die Wissens- und Denkfähigkeit von KI-Sprachprogrammen misst. Er besteht aus über 12.000 schwierigen Multiple-Choice-Fragen mit zehn Antwortmöglichkeiten und löste den älteren, zu leicht gewordenen Test MMLU ab.
- MNIST
MNIST ist eine Sammlung von 70.000 kleinen Bildern handgeschriebener Ziffern von 0 bis 9, jeweils mit der richtigen Lösung versehen. Sie gilt seit den 1990er-Jahren als Standard-Übungsaufgabe, an der Lernprogramme und Einsteiger ihre ersten Schritte machen.
- Model as a Service
Model as a Service bedeutet: Ein Anbieter betreibt ein fertiges KI-Programm auf seinen eigenen Rechnern, und Kunden schicken ihm über das Internet Anfragen, statt das Programm selbst zu installieren. Abgerechnet wird meist nach Nutzung, ähnlich wie bei Strom oder Mobilfunk.
- Model as a Service (MaaS)
Model as a Service, kurz MaaS, bedeutet: Ein Anbieter betreibt ein fertig trainiertes KI-Modell auf seinen eigenen Rechnern und lässt andere es über das Internet gegen Bezahlung mitbenutzen. Man mietet also die Fähigkeit des Modells, statt es selbst zu bauen und zu betreiben.
- Model Card
Eine Model Card ist ein kurzes Begleitdokument zu einem KI-System, das offenlegt, wofür es gebaut wurde, wie gut es arbeitet und wo seine Grenzen liegen. Sie funktioniert wie ein Beipackzettel: Sie soll verhindern, dass ein Programm in Situationen eingesetzt wird, für die es nie getestet wurde.
- Model Collapse
Model Collapse bezeichnet den schleichenden Qualitätsverlust von KI-Systemen, die überwiegend mit Texten oder Bildern trainiert werden, die selbst von KI stammen. Über mehrere Generationen hinweg verlieren solche Systeme seltene Details und geben am Ende nur noch eintönige Durchschnittsergebnisse aus.
- Model Context Protocol
Das Model Context Protocol ist eine einheitliche Regelsammlung dafür, wie ein KI-Assistent auf äußere Datenquellen und Werkzeuge zugreift. Es soll verhindern, dass für jede Kombination aus Programm und KI-Dienst eine eigene Spezialanbindung gebaut werden muss.
- Model Context Protocol
Das Model Context Protocol (MCP) ist eine offene Vereinbarung darüber, wie ein KI-Assistent auf externe Datenquellen und Werkzeuge zugreift. Statt für jede Anwendung eine eigene Anbindung zu bauen, spricht die KI mit allen Systemen dieselbe Sprache.
- Model Distillation
Model Distillation ist ein Verfahren, bei dem ein großes, teures KI-Programm einem kleineren beibringt, ähnlich gute Antworten zu geben. Das kleine Programm braucht danach deutlich weniger Rechenleistung und läuft oft sogar auf einem Handy.
- Model Empathy
Model Empathy bezeichnet die Fähigkeit eines KI-Systems, Gefühle und Absichten von Menschen zu erkennen und darauf passend zu reagieren. Das System fühlt dabei nichts selbst, sondern erzeugt Antworten, die auf Menschen einfühlsam wirken.
- Model Inversion
Model Inversion ist ein Angriff, bei dem jemand aus den Antworten eines fertigen KI-Systems zurückrechnet, mit welchen Daten es trainiert wurde. So können vertrauliche Informationen wieder auftauchen, die eigentlich nur im Training stecken sollten.
- Model Overhang
Model Overhang beschreibt die Lücke zwischen dem, was ein fertiges KI-System eigentlich könnte, und dem, was Menschen bisher daraus herausgeholt haben. Die Fähigkeiten sind schon vorhanden, aber noch nicht entdeckt, freigeschaltet oder in Produkte eingebaut.
- Model Routing
Model Routing bedeutet, dass eine Software für jede Anfrage automatisch entscheidet, welches KI-Modell sie beantwortet. Leichte Fragen gehen an ein kleines, günstiges Modell, schwierige an ein großes, teures.
- Model Selection
Model Selection ist die Entscheidung, welches von mehreren möglichen Rechenverfahren man für eine Aufgabe tatsächlich einsetzt. Man vergleicht die Kandidaten anhand von Daten, die beim Lernen nicht verwendet wurden, und wählt den, der bei neuen Fällen am besten abschneidet.
- Model Spec
Eine Model Spec ist ein öffentlich veröffentlichtes Regelwerk, in dem ein KI-Anbieter festlegt, wie sich sein Sprachprogramm verhalten soll: was es beantworten darf, was es ablehnt und wessen Anweisungen im Konflikt Vorrang haben. Bekannt wurde der Begriff 2024, als OpenAI ein solches Dokument für ChatGPT vorlegte.
- Modell-Adapter
Ein Modell-Adapter ist ein kleines Zusatzpaket, das man an ein fertiges KI-Modell anhängt, um es für eine bestimmte Aufgabe anzupassen. Statt das gesamte Modell neu zu trainieren, verändert man nur wenige Millionen zusätzliche Werte — das spart Rechenzeit, Geld und Speicherplatz.
- Modell-Hopping
Modell-Hopping bezeichnet den häufigen Wechsel zwischen verschiedenen KI-Anbietern oder KI-Programmen, weil sich Preise und Qualität ständig verschieben. Für Nutzer bedeutet das Flexibilität, für Anbieter eine schwache Kundenbindung.
- Modell-Routing
Modell-Routing bedeutet, dass ein Programm jede Anfrage automatisch an das passende KI-Modell weiterleitet. Einfache Fragen gehen an ein kleines, günstiges Modell, schwierige an ein großes und teures.
- Modell-Slug
Ein Modell-Slug ist die exakte technische Kurzbezeichnung, mit der eine bestimmte Version eines KI-Modells angesprochen wird, zum Beispiel "gpt-4o-mini" oder "claude-sonnet-4-20250514". Er ist kein Werbename, sondern eine eindeutige Adresse: Ein einziger falscher Buchstabe führt zu einer Fehlermeldung oder zum falschen Modell.
- Modellagnostik
Modellagnostik bedeutet, dass eine Software, ein Verfahren oder ein Unternehmen nicht auf ein bestimmtes KI-System festgelegt ist, sondern mit verschiedenen austauschbar arbeitet. Der Vorteil: Man kann jederzeit wechseln, wenn ein anderes System besser, billiger oder schneller ist.
- Modellagnostische Architektur
Eine modellagnostische Architektur ist ein Software-Aufbau, der nicht an ein bestimmtes KI-Programm gebunden ist. Das austauschbare KI-Programm sitzt hinter einer festen Schnittstelle und kann jederzeit gegen ein anderes getauscht werden.
- Modellfamilie
Eine Modellfamilie ist eine Gruppe von KI-Programmen, die vom selben Anbieter stammen, nach demselben Bauplan entstanden sind und sich vor allem in Größe und Spezialisierung unterscheiden. Namen wie GPT-4o, Gemini 2.5 Flash oder Llama 3 8B bezeichnen jeweils ein einzelnes Mitglied einer solchen Familie.
- Modellgewichte
Modellgewichte sind die Zahlen, die ein KI-System beim Lernen anpasst und in denen sein gesamtes Wissen steckt. Sie sind das eigentliche Produkt eines Trainings: Wer die Gewichte hat, hat das fertige Modell.
- Modellgewichte-Freigabe
Die Modellgewichte-Freigabe bedeutet, dass ein Unternehmen die trainierten Zahlenwerte eines KI-Modells zum Herunterladen bereitstellt. Wer sie hat, kann das Modell auf eigenen Rechnern betreiben, ohne den Anbieter zu fragen.
- Modellgröße
Die Modellgröße gibt an, aus wie vielen einstellbaren Zahlenwerten ein KI-System besteht — üblicherweise gemessen in Milliarden Parametern. Sie sagt etwas über Rechenbedarf und Speicherhunger eines Modells aus, aber nur eingeschränkt über seine tatsächliche Qualität.
- Modellkompression
Modellkompression bezeichnet Verfahren, die ein fertig trainiertes KI-Modell kleiner und schneller machen, ohne dass es viel von seiner Leistung verliert. Das Ziel ist, dass ein Modell mit weniger Speicher und weniger Rechenzeit auskommt – im Idealfall sogar auf einem Handy statt in einem Rechenzentrum.
- Modellkontext
Der Modellkontext ist die Menge an Text, die ein KI-Sprachprogramm bei einer Anfrage gleichzeitig vor Augen hat. Alles, was nicht hineinpasst, kann das Programm bei seiner Antwort nicht berücksichtigen.
- Modellsouveränität
Modellsouveränität bedeutet, dass ein Land, eine Behörde oder ein Unternehmen die eigenen KI-Systeme selbst kontrolliert und nicht von einem fremden Anbieter abhängig ist. Es geht um die Frage: Wer bestimmt über die Technik, die Daten und die Regeln?
- Modellunabhängigkeit
Modellunabhängigkeit bedeutet, dass eine Software nicht fest an ein bestimmtes KI-System eines bestimmten Anbieters gebunden ist. Man kann das dahinterliegende System austauschen, ohne die restliche Anwendung neu zu bauen.
- Modellversion
Eine Modellversion ist ein bestimmter, festgehaltener Stand eines KI-Programms, gekennzeichnet durch einen Namen oder eine Nummer. Weil neuere Versionen anders antworten als ältere, ist die Angabe der Version entscheidend, wenn man Ergebnisse vergleichen oder nachprüfen will.
- Modellverwaltung
Modellverwaltung bezeichnet alle organisatorischen und technischen Abläufe, mit denen ein Unternehmen den Überblick über seine KI-Modelle behält: welche Version wo läuft, wer sie freigegeben hat und wann sie ersetzt wird. Sie ist das Gegenstück zum Bau eines Modells — nicht die Entwicklung, sondern der geordnete Betrieb über Jahre.
- Modellwechsel
Ein Modellwechsel bedeutet, dass ein Anbieter oder Entwickler das KI-Programm hinter einem Dienst gegen ein anderes austauscht. Das kann Antworten schneller, günstiger oder besser machen — aber auch gewohnte Ergebnisse plötzlich verändern.
- MoE-Architektur
Die MoE-Architektur ist ein Bauplan für große KI-Modelle, bei dem nicht das ganze Modell rechnet, sondern pro Anfrage nur wenige spezialisierte Teilbereiche. Dadurch kann ein sehr großes Modell so schnell antworten wie ein deutlich kleineres.
- Monorepo
Ein Monorepo ist ein einzelnes großes Projektarchiv, in dem der komplette Programmcode einer Firma oder eines Produkts liegt – statt verteilt auf viele einzelne Archive. Google, Meta und Airbnb arbeiten so, weil gemeinsame Bausteine dann nur an einer Stelle gepflegt werden müssen.
- Monte-Carlo-Baumsuche
Die Monte-Carlo-Baumsuche ist ein Verfahren, mit dem ein Computer aus vielen möglichen Zügen den besten auswählt. Statt alle Möglichkeiten durchzurechnen, spielt sie zufällige Fortsetzungen aus und schaut, welcher Anfang am häufigsten gut endet.
- Mooresches Gesetz
Das Mooresche Gesetz ist die Beobachtung, dass sich die Zahl der winzigen Schaltelemente auf einem Computerchip etwa alle zwei Jahre verdoppelt. Es ist kein Naturgesetz, sondern eine Faustregel, die die Chipbranche jahrzehntelang wie ein Fahrplan behandelt hat.
- Moratorium
Ein Moratorium ist eine befristete, freiwillig oder amtlich verhängte Pause: Eine bestimmte Tätigkeit wird für eine gewisse Zeit ausgesetzt. In der KI-Debatte meint der Begriff meist die Forderung, die Entwicklung besonders leistungsfähiger Systeme vorübergehend anzuhalten.
- MTEB
MTEB ist ein öffentlicher Test, der vergleicht, wie gut verschiedene KI-Modelle Texte in Zahlenlisten übersetzen. Diese Zahlenlisten sind die Grundlage für Suchfunktionen, Sortierung und Ähnlichkeitsvergleiche von Texten.
- MTIA
MTIA ist eine Familie von Computerchips, die der Facebook-Konzern Meta selbst entwickelt, um seine KI-Systeme zu betreiben. Die Chips sind speziell für Metas eigene Empfehlungssysteme gebaut und sollen den Konzern unabhängiger von zugekaufter Hardware machen.
- Multi-Agenten-Konvergenz
Multi-Agenten-Konvergenz beschreibt, dass mehrere selbstständig arbeitende Computerprogramme sich nach einigen Runden auf ein gemeinsames Ergebnis oder ein stabiles Verhalten einigen. Ob und wie schnell das passiert, entscheidet darüber, ob ein solches System brauchbar ist oder sich endlos im Kreis dreht.
- Multi-Agenten-System
Ein Multi-Agenten-System ist eine Software, in der mehrere selbstständig handelnde Programme an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten und sich dabei absprechen. In der KI-Welt bedeutet das meist: mehrere Sprachmodell-Instanzen übernehmen verschiedene Rollen und geben sich Ergebnisse weiter.
- Multi-Head Attention
Multi-Head Attention ist ein Rechenbaustein moderner Sprachmodelle: Er lässt jedes Wort eines Textes gleichzeitig aus mehreren Blickwinkeln auf alle anderen Wörter schauen. Jeder dieser Blickwinkel prüft eine andere Art von Bezug, etwa Grammatik oder Inhalt.
- Multi-Head Latent Attention
Multi-Head Latent Attention ist ein Trick, mit dem Sprachmodelle deutlich weniger Arbeitsspeicher brauchen, während sie einen langen Text verarbeiten. Statt alle Zwischenergebnisse zu jedem bisherigen Wort vollständig zu speichern, legt das Modell nur eine stark verkleinerte Zusammenfassung ab.
- Multi-Modell-Orchestrierung
Multi-Modell-Orchestrierung bedeutet, dass ein Programm nicht ein einziges KI-System benutzt, sondern mehrere und für jede Aufgabe das passende auswählt. Eine Steuerungsschicht verteilt die Anfragen, sammelt die Ergebnisse ein und liefert eine Antwort zurück.
- Multi-Modell-Strategie
Eine Multi-Modell-Strategie bedeutet, dass ein Unternehmen nicht nur ein einziges KI-System einsetzt, sondern mehrere verschiedene parallel nutzt und je nach Aufgabe auswählt. Ziel sind niedrigere Kosten, bessere Ergebnisse und weniger Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.
- Multi-Query Attention
Multi-Query Attention ist ein Bauprinzip in Sprachmodellen, das den Zwischenspeicher beim Antworten stark verkleinert. Das Modell merkt sich zu jedem bisherigen Wort nur noch eine gemeinsame Kurzfassung statt vieler paralleler Fassungen.
- Multi-Task Learning
Multi-Task Learning bezeichnet ein Verfahren, bei dem ein einzelnes Computerprogramm mehrere Aufgaben gleichzeitig lernt statt jede für sich. Die Aufgaben teilen sich dabei einen gemeinsamen Wissensstand, wodurch das Programm oft besser wird, als wenn man es nur auf eine Aufgabe trainiert hätte.
- Multi-Tenant
Multi-Tenant beschreibt Software, bei der viele Kunden dieselbe Anlage und dieselbe Programmversion gemeinsam nutzen, ihre Daten aber streng getrennt bleiben. Fast alle Onlinedienste und KI-Angebote sind so gebaut, weil es den Betrieb billig und wartbar macht.
- Multi-Tenant-System
Ein Multi-Tenant-System ist eine Software, die viele Kunden gleichzeitig auf derselben Anlage bedient, deren Daten dabei aber streng getrennt hält. Fast alle Online-Dienste, die man im Browser nutzt, funktionieren nach diesem Prinzip.
- Multi-Token-Prediction
Multi-Token-Prediction ist ein Trainings- und Rechenverfahren für Sprachmodelle, bei dem das Modell nicht nur das nächste Textstück vorhersagt, sondern gleich mehrere kommende auf einmal. Das kann das Training verbessern und die Textausgabe deutlich beschleunigen.
- Multimodales Modell
Ein multimodales Modell ist ein KI-System, das nicht nur Text verarbeitet, sondern auch Bilder, Töne oder Videos – und zwar innerhalb desselben Systems. Dadurch kann es zum Beispiel ein Foto beschreiben, eine gesprochene Frage beantworten oder ein Diagramm auswerten.
- Multimodalität
Multimodalität bedeutet, dass ein KI-System mehrere Arten von Eingaben gleichzeitig verarbeiten kann: Text, Bilder, Ton oder Video. Ein solches System kann zum Beispiel ein Foto ansehen und eine Frage dazu beantworten.
- Multipath Reliable Connection Protocol
Ein Multipath Reliable Connection Protocol ist eine Regelsammlung, nach der zwei Geräte Daten gleichzeitig über mehrere Wege austauschen – etwa über WLAN und Mobilfunk zusammen. Fällt ein Weg aus, läuft die Verbindung über die übrigen weiter, ohne dass der Nutzer etwas merkt.
- MVP
Ein MVP ist die einfachste Version eines Produkts, die man echten Kunden schon geben kann. Sie enthält nur die wichtigste Funktion und soll möglichst schnell zeigen, ob überhaupt jemand das Produkt haben will.
N
- NAND-Flash
NAND-Flash ist die Speichertechnik, die Daten in SSDs, Smartphones und USB-Sticks festhält – auch dann, wenn der Strom weg ist. Ihr Preis schwankt stark und ist ein wichtiger Konjunkturindikator der Halbleiterbranche.
- Nanotechnologie
Nanotechnologie ist die Technik, mit Strukturen zu arbeiten, die nur wenige Millionstel Millimeter groß sind. In dieser Größenordnung verhalten sich Stoffe oft anders als in gewohnter Größe, und genau das nutzt man technisch aus.
- Nativ multimodales Modell
Ein nativ multimodales Modell ist ein KI-System, das Text, Bilder, Ton und Video von Anfang an gemeinsam gelernt hat. Es verarbeitet all diese Eingaben in einem einzigen Programm, statt mehrere getrennte Spezialsysteme hintereinanderzuschalten.
- Native App
Eine native App ist ein Programm, das gezielt für ein bestimmtes Betriebssystem wie Android oder iOS geschrieben wurde und direkt auf dem Gerät läuft. Sie gilt als schnell und kann alle Funktionen des Geräts nutzen, muss aber für jedes System getrennt entwickelt werden.
- Native Finance Function
Eine Native Finance Function ist eine Geldfunktion – etwa Bezahlen, Kredit oder Versicherung –, die direkt in eine App oder Plattform eingebaut ist, statt bei einer Bank separat abgewickelt zu werden. Der Nutzer bleibt in der gewohnten Anwendung, während im Hintergrund ein Finanzdienstleister die eigentliche Abwicklung übernimmt.
- Natural Language Processing
Natural Language Processing, kurz NLP, ist das Fachgebiet, das Computern den Umgang mit menschlicher Sprache beibringt. Dazu gehören Übersetzung, Suchmaschinen, Spracherkennung und Chatbots.
- nDCG
nDCG ist eine Kennzahl dafür, wie gut eine Ergebnisliste sortiert ist. Sie belohnt es, wenn die wirklich passenden Treffer weit oben stehen, und vergleicht das Ergebnis mit der bestmöglichen Reihenfolge.
- Neovim
Neovim ist ein kostenloses Programm zum Schreiben und Bearbeiten von Text, das vor allem Programmiererinnen und Programmierer nutzen. Es ist eine modernisierte Weiterentwicklung des jahrzehntealten Editors Vim und wird komplett über die Tastatur bedient.
- Net Promoter Score
Der Net Promoter Score ist eine Kennzahl, die misst, wie bereitwillig Kunden ein Produkt weiterempfehlen würden. Er beruht auf einer einzigen Frage mit einer Skala von 0 bis 10 und ergibt einen Wert zwischen minus 100 und plus 100.
- Netzanschluss-Warteschlange
Die Netzanschluss-Warteschlange ist die Liste aller Projekte, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden wollen und auf eine Prüfung durch den Netzbetreiber warten. Sie ist zu einem der wichtigsten Engpässe für neue Rechenzentren und für den Ausbau erneuerbarer Energien geworden.
- Netzsegmentierung
Netzsegmentierung bedeutet, ein Computernetzwerk in mehrere abgetrennte Bereiche zu zerlegen, zwischen denen nur ausgewählte Verbindungen erlaubt sind. Dadurch kann sich ein Angreifer oder ein Schadprogramm nicht ungehindert im gesamten Netz ausbreiten.
- Netzwerkeffekt
Ein Netzwerkeffekt liegt vor, wenn ein Produkt für jeden einzelnen Nutzer wertvoller wird, je mehr andere Menschen es ebenfalls benutzen. Er erklärt, warum bei Messengern, Marktplätzen und Plattformen oft wenige große Anbieter den Markt beherrschen.
- Netzwerkeffekt
Ein Netzwerkeffekt liegt vor, wenn ein Produkt für jeden einzelnen Nutzer wertvoller wird, je mehr Menschen es benutzen. Er erklärt, warum bei Messengern, Marktplätzen und Plattformen oft wenige große Anbieter den Markt beherrschen.
- Neural Engine
Die Neural Engine ist ein spezialisierter Rechenbaustein in Apples Chips, der ausschließlich die Rechenarten übernimmt, die KI-Programme brauchen. Sie erledigt diese Aufgaben schneller und stromsparender als der normale Hauptprozessor.
- Neuro-symbolische KI
Neuro-symbolische KI kombiniert lernende Systeme, die Muster aus vielen Beispielen erkennen, mit festen Regeln und Logik. Ziel ist eine KI, die sowohl flexibel wie ein Sprachmodell als auch verlässlich wie ein Taschenrechner arbeitet.
- Neuroantigen-Impfstoff
Ein Neuroantigen-Impfstoff ist ein experimentelles Mittel, das dem Immunsystem gezielt Bausteine aus dem Nervensystem zeigt, um dessen Reaktion darauf zu steuern. Ziel ist es, entweder eine schädliche Abwehrreaktion abzuschalten oder eine gewünschte gegen krankmachende Eiweiße auszulösen.
- Neuronales Netz
Ein neuronales Netz ist ein Rechenverfahren, das aus vielen einfachen Rechenschritten besteht und aus Beispielen lernt, statt festen Regeln zu folgen. Es ist die Grundlage fast aller heutigen KI-Systeme, von Sprachassistenten bis zur Bilderkennung.
- Next-Token-Prediction
Next-Token-Prediction ist das Grundprinzip heutiger Sprach-KIs: Das Programm sagt immer nur voraus, welches Textstück als nächstes kommt, und hängt es an. Aus dieser einen simplen Aufgabe entstehen ganze Antworten, Aufsätze und sogar Programmcode.
- Next.js
Next.js ist ein kostenloses Baukastensystem, mit dem Entwickler Webseiten und Web-Anwendungen erstellen. Es nimmt ihnen wiederkehrende Arbeiten ab und sorgt dafür, dass Seiten schnell laden und von Suchmaschinen gefunden werden.
- Nicht-deterministisches System
Ein nicht-deterministisches System kann bei gleicher Eingabe unterschiedliche Ergebnisse liefern. Bei KI-Chatbots ist das der Normalfall: Dieselbe Frage zweimal gestellt ergibt oft zwei verschieden formulierte Antworten.
- Nicht-invasives Brain-Computer-Interface
Ein nicht-invasives Brain-Computer-Interface misst Hirnaktivität von außen durch die Kopfhaut und übersetzt sie in Steuerbefehle für einen Computer. Es kommt ohne Operation aus, liefert dafür aber ein deutlich unschärferes Signal als eingepflanzte Elektroden.
- Niedrige Erdumlaufbahn
Die niedrige Erdumlaufbahn ist der Bereich rund 200 bis 2.000 Kilometer über der Erdoberfläche, in dem sich die meisten Satelliten bewegen. Dort umrundet ein Satellit die Erde in etwa 90 Minuten – das macht die Bahn günstig für Internetdienste und Erdbeobachtung, aber auch anfällig für Weltraumschrott.
- NIST
NIST ist eine US-Bundesbehörde, die Maßeinheiten, Messverfahren und technische Standards festlegt. In der KI-Welt ist sie vor allem für Testverfahren und Sicherheitsrichtlinien bekannt, an denen sich Unternehmen und Behörden orientieren.
- Nitro-Chips
Nitro-Chips sind selbst entwickelte Spezialbausteine von Amazon, die in den Servern der Cloud-Sparte AWS stecken. Sie übernehmen Verwaltungsaufgaben wie Netzwerk, Speicherzugriff und Sicherheit, damit die eigentlichen Hauptprozessoren fast ihre gesamte Leistung für die Kunden übrig haben.
- No-Code
No-Code bezeichnet Werkzeuge, mit denen man Software zusammenbauen kann, ohne Programmcode zu schreiben. Man klickt und zieht Bausteine an ihren Platz, statt Befehle einzutippen.
- No-Code-Workflow
Ein No-Code-Workflow ist eine Abfolge automatisch ablaufender Arbeitsschritte, die man ohne Programmieren zusammenklickt. Statt Code schreibt man Regeln nach dem Muster „Wenn dies passiert, dann tu das".
- Node
Ein Node ist ein einzelner Computer, der Teil eines Netzwerks ist und dort mitarbeitet: Er speichert Daten, prüft sie und gibt sie an andere Rechner weiter. Besonders wichtig ist der Begriff bei Kryptowährungen wie Bitcoin, wo tausende Nodes gemeinsam dieselbe Buchhaltung führen.
- Node-basierte Programmierung
Node-basierte Programmierung ist eine Art, Computerabläufe zu bauen, indem man Kästchen auf einer Fläche mit Linien verbindet, statt Textzeilen zu tippen. Jedes Kästchen erledigt einen kleinen Arbeitsschritt, und die Linien zeigen, in welcher Reihenfolge die Daten hindurchfließen.
- Node.js
Node.js ist eine Software, mit der man Programme in der Sprache JavaScript außerhalb des Browsers ausführen kann. Damit lassen sich Server, Werkzeuge und ganze Webdienste in derselben Sprache schreiben wie die Anzeige im Browser.
- Nostr
Nostr ist ein offenes Regelwerk für soziale Netzwerke, bei dem es keine zentrale Firma gibt, die alle Nachrichten verwaltet. Jeder Nutzer besitzt stattdessen ein eigenes digitales Schlüsselpaar und verschickt seine Beiträge über viele unabhängige Server, sogenannte Relays.
- Nostr-Protokoll
Nostr ist ein einfaches Regelwerk, mit dem Menschen kurze Nachrichten über viele unabhängige Server verschicken können, ohne dass eine Firma das Netzwerk kontrolliert. Jeder Nutzer besitzt statt eines Kontos bei einem Anbieter ein eigenes digitales Schlüsselpaar, mit dem er seine Beiträge unterschreibt.
- npm
npm ist der zentrale Umschlagplatz für fertige Programmbausteine der Programmiersprache JavaScript. Über ein kleines Kommandozeilenwerkzeug lädt man solche Bausteine in ein eigenes Projekt, statt alles selbst zu schreiben.
- NPU
Eine NPU ist ein spezieller Chipbaustein in Handys, Laptops und anderen Geräten, der ausschließlich die Rechenschritte von KI-Programmen erledigt. Sie ist dafür schneller und stromsparender als der normale Hauptprozessor.
- NPU as a Service
NPU as a Service bedeutet, dass man spezielle KI-Rechenchips nicht kauft, sondern über das Internet stundenweise mietet. Anbieter betreiben die Chips in ihren Rechenzentren, Kunden zahlen nur für die Zeit, in der sie tatsächlich rechnen.
- npx
npx ist ein Befehl, mit dem Entwickler ein fertiges Programm aus dem Internet direkt starten können, ohne es vorher dauerhaft zu installieren. Es gehört zur Programmierumgebung Node.js und wird vor allem genutzt, um Projekte schnell aufzusetzen oder kleine Werkzeuge einmalig auszuprobieren.
- NSFR (Not Safe for Regulation)
NSFR steht für „Not Safe for Regulation“ und bezeichnet Inhalte oder Funktionen einer KI, die zwar technisch möglich sind, aber gegen Gesetze oder Aufsichtsregeln verstoßen könnten. Der Ausdruck ist ein halb scherzhaftes Warnschild in der Tech-Branche und kein offizieller Rechtsbegriff.
- NTSC
NTSC ist die Fernsehnorm, die von den 1940er Jahren an in den USA, Kanada, Japan und Teilen Südamerikas galt. Sie legte fest, wie ein Bild in ein elektrisches Signal übersetzt wird, und war der erste Standard, der Farbe übertrug, ohne alte Schwarz-Weiß-Geräte unbrauchbar zu machen.
- Nudging
Nudging bedeutet, Entscheidungen von Menschen durch die geschickte Gestaltung der Auswahlsituation in eine bestimmte Richtung zu lenken, ohne etwas zu verbieten oder zu bezahlen. In digitalen Produkten entscheidet oft eine Software, welcher Anstupser wem angezeigt wird.
- Nukleotid
Ein Nukleotid ist der kleinste Baustein von DNA und RNA, den Molekülen, in denen Lebewesen ihre Erbinformation speichern. Aus drei Teilen aufgebaut, reihen sich Nukleotide zu langen Ketten – und ihre Reihenfolge bildet den genetischen Code.
- Nullkuponanleihe
Eine Nullkuponanleihe ist ein Wertpapier, bei dem der Käufer während der Laufzeit keine Zinsen ausgezahlt bekommt. Stattdessen kauft er das Papier günstiger, als es am Ende zurückgezahlt wird — der Gewinn steckt komplett in dieser Differenz.
- Nullstelle
Eine Nullstelle ist ein Eingabewert, bei dem eine Funktion den Wert null ergibt. Im Schaubild ist das genau die Stelle, an der die Kurve die waagerechte Achse trifft.
- NumPy
NumPy ist eine Erweiterung für die Programmiersprache Python, mit der sich große Mengen an Zahlen schnell verarbeiten lassen. Sie bildet die Grundlage für fast alle Programme in Datenanalyse, Wissenschaft und künstlicher Intelligenz.
- Nurture-Flow
Ein Nurture-Flow ist eine automatisch ablaufende Kette von Nachrichten, meist E-Mails, die ein Unternehmen über Tage oder Wochen an Interessenten schickt. Ziel ist es, aus jemandem, der nur neugierig ist, Schritt für Schritt einen Kunden zu machen.
- Nutzenfunktion
Eine Nutzenfunktion ist eine Rechenvorschrift, die jedem möglichen Ergebnis eine Zahl zuordnet und damit sagt, wie gut dieses Ergebnis ist. Maschinen und Programme benutzen sie, um zwischen Handlungsmöglichkeiten zu entscheiden, weil sie so verschiedene Ausgänge direkt vergleichen können.
- Nutzungsbasierte Abrechnung
Bei der nutzungsbasierten Abrechnung zahlt ein Kunde nicht einen festen Monatsbetrag, sondern genau so viel, wie er tatsächlich verbraucht hat. In der Tech-Branche ist das die übliche Art, Rechenleistung und KI-Dienste zu verkaufen.
- Nutzungslimit
Ein Nutzungslimit ist eine Obergrenze dafür, wie oft oder wie viel man einen Onlinedienst in einem bestimmten Zeitraum verwenden darf. Bei KI-Diensten begrenzt es etwa die Zahl der Anfragen pro Stunde oder die Menge an Text, die man pro Monat verarbeiten lassen kann.
- NVL72
NVL72 ist ein kompletter Serverschrank von Nvidia, in dem 72 Grafikprozessoren so eng verbunden sind, dass sie sich wie ein einziger riesiger Rechner verhalten. Er wurde für den Betrieb sehr großer KI-Modelle gebaut und gilt als Maßstab für moderne Rechenzentren.
- NVLink
NVLink ist eine schnelle Direktverbindung zwischen Grafikchips von Nvidia, über die diese Chips Daten austauschen. Sie ist deutlich schneller als der übliche Steckplatz im Computer und macht aus vielen einzelnen Chips eine gemeinsam rechnende Einheit.
O
- OAuth
OAuth ist ein Standardverfahren, mit dem eine App auf Daten eines anderen Dienstes zugreifen darf, ohne dein Passwort zu kennen. Statt des Passworts erhält sie einen begrenzten Zugangsschlüssel, den du jederzeit widerrufen kannst.
- OAuth 2.0 Device Authorization Grant
Der OAuth 2.0 Device Authorization Grant ist ein Anmeldeverfahren für Geräte ohne Tastatur oder Browser, etwa Fernseher und Spielkonsolen. Das Gerät zeigt einen kurzen Code an, den man am Handy oder Laptop bestätigt – danach darf das Gerät auf das Konto zugreifen.
- OAuth-Scope
Ein OAuth-Scope legt fest, wie viel eine fremde App bei einem Onlinedienst in deinem Namen tun darf. Er ist die feine Abstufung zwischen „gar kein Zugriff“ und „vollständiger Zugriff auf dein Konto“.
- Observation Data
Observation Data sind Daten, die durch bloßes Beobachten entstehen, ohne dass jemand in die Situation eingreift. Sie zeigen zuverlässig, was zusammen auftritt, verraten aber selten sicher, was wodurch verursacht wird.
- OCR
OCR ist die automatische Umwandlung von Text auf Bildern oder Scans in Zeichen, die ein Computer bearbeiten und durchsuchen kann. Die Abkürzung steht für Optical Character Recognition, auf Deutsch optische Zeichenerkennung.
- OEIS
Die OEIS ist eine frei zugängliche Online-Datenbank mit über 380.000 Zahlenfolgen, von 1, 1, 2, 3, 5, 8 bis zu hochspeziellen Reihen aus der Forschung. Wer die ersten Glieder einer Folge eingibt, erfährt, ob sie schon bekannt ist und was über sie bekannt ist.
- Off-Grid
Off-Grid bezeichnet den Betrieb ohne Anschluss an das öffentliche Stromnetz: Der Strom wird vor Ort erzeugt und gespeichert. In der Tech-Branche ist der Begriff wichtig geworden, weil große Rechenzentren zunehmend eigene Kraftwerke bauen, statt auf Netzanschlüsse zu warten.
- Off-Peak-Tarife
Off-Peak-Tarife sind Preise, die außerhalb der Stoßzeiten gelten und deshalb niedriger ausfallen. In der KI-Branche bieten Anbieter solche Rabatte an, wenn Kunden Rechenaufträge in schwach ausgelastete Stunden verschieben.
- Offene Gewichte
Von offenen Gewichten spricht man, wenn ein Unternehmen die fertig trainierten Zahlenwerte eines KI-Modells zum Herunterladen freigibt. Jeder kann das Modell dann auf eigenen Computern betreiben, ohne den Anbieter zu fragen.
- OKR
OKR ist eine Methode, mit der Unternehmen Ziele festlegen und ihren Fortschritt an wenigen messbaren Zahlen ablesen. Zu jedem Ziel gehören zwei bis fünf Kennzahlen, die zeigen, ob das Ziel erreicht wurde.
- On-Chip Memory
On-Chip Memory ist Speicher, der direkt auf demselben Siliziumplättchen sitzt wie die Rechenwerke eines Prozessors. Er ist um ein Vielfaches schneller als externer Speicher, aber sehr klein und teuer — und deshalb ein zentraler Engpass bei KI-Chips.
- On-Device-Inferenz
On-Device-Inferenz bedeutet, dass ein fertig trainiertes KI-Modell direkt auf dem Handy, Laptop oder Auto rechnet statt in einem entfernten Rechenzentrum. Das Gerät braucht dafür kein Internet, die Daten bleiben beim Nutzer, dafür ist die Rechenleistung begrenzt.
- On-Device-KI
On-Device-KI bezeichnet Programme mit künstlicher Intelligenz, die direkt auf dem Handy, Laptop oder Auto rechnen — und nicht auf fremden Rechnern im Internet. Das macht sie schneller, unabhängiger von der Verbindung und schont die Privatsphäre, begrenzt aber die Größe der Modelle.
- On-Device-Verarbeitung
On-Device-Verarbeitung bedeutet, dass ein Gerät wie ein Handy eine Aufgabe selbst berechnet, statt die Daten an einen fremden Computer im Internet zu schicken. Das schützt private Daten, funktioniert ohne Internet und spart dem Anbieter Betriebskosten.
- On-Policy-Distillation
On-Policy-Distillation ist ein Trainingsverfahren, bei dem ein kleines KI-Modell seine eigenen Antworten erzeugt und ein großes Modell diese Antworten Schritt für Schritt bewertet. So lernt das kleine Modell genau dort, wo es tatsächlich Fehler macht — und nicht an fremden Musterlösungen vorbei.
- On-Premise
On-Premise heißt: Ein Unternehmen betreibt seine Software und die dazugehörigen Rechner in den eigenen Räumen, statt sie bei einem fremden Anbieter im Internet zu mieten. Das kostet mehr Aufwand, gibt aber die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten.
- One-Shot
One-Shot bezeichnet den Fall, dass ein KI-System eine Aufgabe löst, nachdem es genau ein einziges Beispiel dafür gesehen hat. Der Begriff taucht vor allem bei Textmodellen auf: Man stellt eine Aufgabe und zeigt dazu eine einzige Musterlösung.
- One-Shot-Aufgabe
Eine One-Shot-Aufgabe ist eine Aufgabe, bei der ein KI-System genau ein einziges Beispiel bekommt und daraus ableiten soll, was zu tun ist. Der Begriff beschreibt damit, wie sparsam ein System mit Vorgaben umgehen kann – im Unterschied zu Verfahren, die hunderte Beispiele brauchen.
- Ontologie
Eine Ontologie ist eine geordnete Beschreibung davon, welche Dinge es in einem Themengebiet gibt und wie sie zusammenhängen. Computer nutzen sie, um Begriffe nicht nur als Wörter zu speichern, sondern deren Bedeutung nachvollziehen zu können.
- Open Model Agreement
Ein Open Model Agreement ist der Vertragstext, mit dem ein Unternehmen ein selbst entwickeltes KI-Modell zur Weiterverwendung freigibt. Es regelt, wer das Modell herunterladen, verändern und kommerziell einsetzen darf – und welche Nutzungen ausgeschlossen bleiben.
- Open Source
Open Source bedeutet, dass der Bauplan eines Programms öffentlich einsehbar ist und von jedem genutzt, verändert und weitergegeben werden darf. In der KI-Branche ist der Begriff umstritten, weil viele "offene" Modelle nur teilweise offenliegen.
- Open Weights
Open Weights heißt: Eine Firma veröffentlicht die fertig trainierten Zahlenwerte ihres KI-Modells zum Herunterladen. Jeder kann das Modell damit selbst betreiben und anpassen, muss aber nicht erfahren, mit welchen Daten es trainiert wurde.
- Open-Source-Framework
Ein Open-Source-Framework ist ein frei verfügbares Grundgerüst aus fertigem Programmcode, das Entwickler für eigene Software wiederverwenden dürfen. Bekannte Beispiele aus der KI-Welt sind PyTorch und TensorFlow, auf denen ein Großteil aller heutigen KI-Modelle gebaut wird.
- Open-Weight
Open-Weight bedeutet, dass ein Unternehmen die fertig trainierten Zahlenwerte eines KI-Modells zum Download freigibt. Jeder kann das Modell dann auf eigenen Rechnern betreiben, verändern und weitergeben – ohne den Anbieter zu fragen.
- Open-Weight-Modell
Ein Open-Weight-Modell ist ein KI-Modell, dessen fertig gelernte Zahlenwerte öffentlich zum Download stehen. Jeder kann es damit auf eigener Hardware betreiben, verändern und weitergeben – ohne den Anbieter zu fragen.
- Open-Weights-Modell
Ein Open-Weights-Modell ist ein KI-Modell, dessen fertig gelernte Zahlenwerte öffentlich zum Download bereitstehen. Jeder kann es damit auf eigenen Rechnern betreiben, muss aber nicht erfahren, mit welchen Daten es trainiert wurde.
- OpenAI-kompatible API
Eine OpenAI-kompatible API ist eine Software-Schnittstelle, die Anfragen genau so entgegennimmt wie die Schnittstelle der Firma OpenAI. Programme, die für OpenAI geschrieben wurden, funktionieren dadurch ohne Umbau auch mit anderen Anbietern oder mit Modellen auf dem eigenen Rechner.
- OpenAPI
OpenAPI ist ein weit verbreitetes Format, mit dem Entwickler in einer festen Struktur aufschreiben, welche Funktionen ein Web-Dienst anbietet und wie man ihn anspricht. Aus dieser Beschreibung lassen sich automatisch Dokumentation, Testwerkzeuge und Programmcode erzeugen – heute auch die Anbindung von KI-Systemen an fremde Dienste.
- OpenClaw
OpenClaw ist ein quelloffener digitaler Assistent, der auf dem eigenen Rechner läuft und dort selbstständig Aufgaben erledigt – etwa Nachrichten beantworten oder Termine eintragen. Das Projekt wurde ab Ende 2025 sehr schnell bekannt, geriet aber wegen Sicherheitslücken auch in die Kritik.
- OpenID Connect
OpenID Connect, kurz OIDC, ist ein weltweit einheitliches Verfahren, mit dem man sich bei einer Webseite oder App über ein bestehendes Konto bei einem anderen Anbieter anmelden kann. Es steckt hinter jedem Knopf der Art „Mit Google anmelden“ und sorgt dafür, dass die Webseite das Passwort nie zu sehen bekommt.
- OpenMDW-Lizenz
Die OpenMDW-Lizenz ist ein Standardvertrag, mit dem Entwickler ein fertig trainiertes KI-System samt allen Bestandteilen zur freien Weiternutzung freigeben. Sie erlaubt Nutzung, Veränderung und Weitergabe ohne Einschränkung des Zwecks und wurde 2025 von der Linux Foundation veröffentlicht.
- OpenSearch
OpenSearch ist eine frei verfügbare Software, mit der man sehr große Mengen an Text und Messwerten durchsuchen und auswerten kann. Sie entstand 2021 als Abspaltung der Suchsoftware Elasticsearch, nachdem deren Hersteller die Nutzungsbedingungen verschärft hatte.
- OpEx
OpEx sind die laufenden Kosten, die ein Unternehmen im täglichen Betrieb bezahlt – etwa Strom, Gehälter oder gemietete Rechenleistung. In der Tech-Branche ist OpEx die Gegenfigur zu CapEx, den einmaligen Ausgaben für gekaufte Anlagen wie eigene Rechenzentren.
- Oppenheimer-Moment
Als Oppenheimer-Moment bezeichnet man den Punkt, an dem Forscherinnen und Forscher erkennen, dass ihre eigene Erfindung gefährlich werden kann. Der Ausdruck stammt vom Physiker Robert Oppenheimer, der die erste Atombombe mitentwickelte, und wird heute vor allem in der Debatte über künstliche Intelligenz benutzt.
- Opt-in
Opt-in bedeutet: Etwas passiert erst, wenn man selbst aktiv zustimmt. Ohne ausdrückliche Erlaubnis darf ein Unternehmen zum Beispiel keine Werbemails schicken oder persönliche Daten für das Training von KI-Systemen verwenden.
- Opt-out
Opt-out bezeichnet eine Regel, bei der etwas standardmäßig erlaubt ist und man aktiv widersprechen muss, wenn man es nicht will. Im Netz betrifft das vor allem die Frage, ob eigene Daten, Texte oder Bilder zum Training von KI-Systemen verwendet werden dürfen.
- Optical Character Recognition
Optical Character Recognition, kurz OCR, ist die automatische Umwandlung von Bildern mit Schrift in bearbeitbaren Text. Ein Foto einer Rechnung wird dadurch zu Zeichen, die ein Computer durchsuchen, kopieren und weiterverarbeiten kann.
- Optimizer
Ein Optimizer ist die Rechenvorschrift, die während des Trainings eines KI-Modells entscheidet, wie stark dessen interne Einstellwerte nach jedem Fehler verändert werden. Er bestimmt damit maßgeblich, wie schnell und wie zuverlässig ein Modell überhaupt etwas lernt.
- Optische Transceiver-Module
Optische Transceiver-Module sind kleine steckbare Bauteile, die elektrische Signale eines Computers in Lichtsignale für Glasfaserkabel umwandeln und umgekehrt. Sie sind das Bindeglied zwischen Rechnern und Glasfasernetzen und damit ein Schlüsselbauteil moderner Rechenzentren.
- Optische Transceiver-Module
Optische Transceiver-Module sind kleine steckbare Bauteile, die elektrische Signale in Lichtsignale übersetzen und umgekehrt. Sie verbinden Rechner und Netzwerkgeräte über Glasfaser und sind damit ein zentrales Bauteil in Rechenzentren für künstliche Intelligenz.
- OptiX
OptiX ist eine Software-Schnittstelle von Nvidia, mit der Programme Bilder berechnen können, indem sie den Weg einzelner Lichtstrahlen durch eine Szene verfolgen. Sie übernimmt die aufwendige Suche danach, welcher Strahl welches Objekt trifft, und nutzt dafür spezielle Recheneinheiten moderner Grafikkarten.
- Orbital Computing
Orbital Computing bezeichnet die Idee, große Computeranlagen nicht auf der Erde, sondern in Satelliten zu betreiben, die die Erde umkreisen. Sonnenlicht liefert dort rund um die Uhr Strom, doch Kühlung, Reparaturen und Datenübertragung sind schwierig.
- Orchestration Tax
Die Orchestration Tax ist der zusätzliche Aufwand, der entsteht, wenn viele Programmteile oder KI-Modelle koordiniert zusammenarbeiten müssen. Sie zeigt sich als längere Wartezeit, höhere Kosten und mehr Fehlerquellen — und frisst einen Teil des Vorteils wieder auf, den die Aufteilung bringen sollte.
- Orchestrierung
Orchestrierung bedeutet, viele einzelne Programmteile so zu steuern, dass sie in der richtigen Reihenfolge zusammenarbeiten. In KI-Systemen regelt sie, welches Modell, welche Datenquelle und welches Werkzeug für eine Anfrage wann zum Einsatz kommt.
- Orchestrierungsmodell
Ein Orchestrierungsmodell ist ein KI-Modell, das eine Anfrage nicht selbst beantwortet, sondern entscheidet, wer oder was sie bearbeitet. Es verteilt Aufgaben an andere Modelle, Werkzeuge oder Datenquellen und fügt die Ergebnisse am Ende zusammen.
- ORM
ORM steht für Object-Relational Mapping und bezeichnet eine Softwareschicht, die zwischen einem Programm und seiner Datenbank übersetzt. Sie erlaubt Entwicklern, mit gewohnten Programmierobjekten zu arbeiten, statt Datenbankbefehle von Hand zu schreiben.
- OSINT
OSINT steht für „Open Source Intelligence“ und bezeichnet das systematische Auswerten öffentlich zugänglicher Informationen, etwa von Webseiten, Social-Media-Posten, Satellitenbildern oder Firmenregistern. Aus vielen einzeln harmlosen Fundstücken entsteht dabei ein Gesamtbild, das vorher niemand hatte.
- OSWorld
OSWorld ist ein Testverfahren, das prüft, wie gut ein KI-System einen echten Computer selbstständig bedienen kann. Die KI bekommt Aufgaben wie „Ändere die Schriftgröße in dieser Datei" und muss sie mit Maus und Tastatur in einem laufenden Betriebssystem lösen.
- Outcome-based Pricing
Outcome-based Pricing ist ein Preismodell, bei dem ein Kunde nicht für die Nutzung eines Produkts zahlt, sondern für ein erreichtes Ergebnis. In der Softwarebranche wird es gerade wichtig, weil digitale Helfer zunehmend ganze Aufgaben erledigen statt nur Werkzeuge bereitzustellen.
- Outcome-based Pricing für Beratung
Outcome-based Pricing für Beratung bedeutet: Ein Beratungsunternehmen wird nicht nach geleisteten Arbeitsstunden bezahlt, sondern nach dem Ergebnis, das beim Kunden messbar eintritt. Das Modell gewinnt an Bedeutung, weil KI-Werkzeuge die Arbeitszeit von Beraterinnen und Beratern stark verkürzen und damit das klassische Stundenhonorar untergraben.
- Outer Loop
Der Outer Loop ist die äußere, langsame Schleife in einem zweistufigen Lernverfahren: Sie ändert die Rahmenbedingungen des Lernens, während eine innere, schnelle Schleife die eigentliche Aufgabe übt. In der Softwareentwicklung bezeichnet der Begriff analog die langsamen Arbeitsschritte nach dem Programmieren, etwa Tests und Auslieferung.
- Output-Klassifikator
Ein Output-Klassifikator ist ein zusätzliches Prüfprogramm, das die fertige Antwort eines KI-Systems liest und einsortiert, bevor der Nutzer sie sieht. Stuft es die Antwort als problematisch ein, wird sie blockiert, abgeschwächt oder an einen Menschen weitergeleitet.
- Output-Token
Ein Output-Token ist ein kleines Textstück, das ein KI-Sprachprogramm bei seiner Antwort erzeugt – meist ein Wort, ein Wortteil oder ein Satzzeichen. Weil solche Programme ihre Antwort Stück für Stück aufbauen, werden Output-Token zur wichtigsten Maßeinheit für Tempo und Kosten.
- Overflow-Fehler
Ein Overflow-Fehler entsteht, wenn eine Zahl größer wird, als der dafür reservierte Speicherplatz fassen kann. Das Ergebnis ist dann nicht einfach ungenau, sondern oft völlig falsch – etwa wenn aus einer sehr großen positiven Zahl plötzlich eine negative wird.
- Overplanning
Overplanning beschreibt das Verhalten eines KI-Systems, das eine Aufgabe in viel mehr Zwischenschritte zerlegt, als nötig wäre. Das kostet Rechenzeit und Geld, ohne dass die Antwort besser wird — manchmal wird sie sogar schlechter.
- OWASP
OWASP ist eine gemeinnützige Organisation, die frei zugängliches Wissen über die Sicherheit von Software veröffentlicht. Bekannt ist sie vor allem für die OWASP Top 10, eine regelmäßig aktualisierte Liste der häufigsten Sicherheitslücken in Webanwendungen.
- OWASP Top 10
Die OWASP Top 10 sind eine regelmäßig aktualisierte Liste der zehn häufigsten und gefährlichsten Sicherheitslücken in Webanwendungen. Sie gilt weltweit als Grundlagenkatalog dafür, was Entwickler und Prüfer beim Absichern von Software zuerst kontrollieren sollten.
P
- PaaS
PaaS steht für „Platform as a Service“: Ein Anbieter stellt über das Internet eine fertige Umgebung bereit, in der Programme laufen. Der Kunde lädt nur seinen eigenen Programmcode hoch, um Server, Betriebssystem und Updates kümmert sich der Anbieter.
- PAC-Lernen
PAC-Lernen ist ein mathematisches Modell dafür, wann ein Computerprogramm aus Beispielen zuverlässig lernen kann. Es sagt: Mit genügend Beispielen liegt das Programm mit hoher Wahrscheinlichkeit nur selten daneben — und beziffert, wie viele Beispiele dafür nötig sind.
- Package-Registry
Eine Package-Registry ist ein zentraler Online-Speicher für fertige Software-Bausteine, die Programmierer in ihre eigenen Projekte einbauen. Bekannte Beispiele sind npm für JavaScript und PyPI für Python.
- Padding
Padding bedeutet, kürzere Daten künstlich aufzufüllen, damit alle Eingaben eines Stapels gleich lang sind. Der Computer kann sie dann in einem Rutsch verarbeiten, muss die aufgefüllten Stellen aber gezielt ignorieren.
- Page Weight
Page Weight bezeichnet die gesamte Datenmenge, die ein Browser herunterladen muss, damit eine Webseite vollständig angezeigt wird. Je größer diese Menge ist, desto länger dauert der Aufbau der Seite – besonders bei langsamem Mobilfunk.
- PagedAttention
PagedAttention ist ein Verfahren, das den Arbeitsspeicher von Grafikkarten beim Betrieb von Sprachmodellen in kleine Blöcke aufteilt, statt für jede Anfrage einen großen zusammenhängenden Bereich zu reservieren. Dadurch passen viele Anfragen gleichzeitig auf eine Karte, was Antworten deutlich billiger macht.
- PageRank
PageRank ist ein Rechenverfahren, das die Wichtigkeit einer Webseite daraus ableitet, wie viele andere Seiten auf sie verlinken. Es war die Grundidee hinter der Google-Suche und prägt bis heute, wie Rangfolgen in Netzwerken berechnet werden.
- Pageview
Ein Pageview ist ein einzelner Aufruf einer Internetseite durch einen Besucher. Die Zahl der Pageviews zeigt, wie oft die Seiten einer Website insgesamt angesehen wurden — sie sagt aber nichts darüber, wie viele verschiedene Menschen dahinterstehen.
- Paketmanager
Ein Paketmanager ist ein Programm, das andere Programme und Programmbausteine automatisch installiert, aktualisiert und wieder entfernt. Er merkt sich außerdem, welche Bausteine voneinander abhängen, und holt fehlende Teile selbstständig nach.
- Paralleles-Repetition-Theorem
Das Paralleles-Repetition-Theorem ist ein mathematischer Satz aus der theoretischen Informatik. Er sagt, wie stark die Betrugschance sinkt, wenn man ein Prüfspiel mit zwei getrennt befragten Teilnehmern nicht einmal, sondern viele Male gleichzeitig spielt.
- Parameter
Parameter sind die Zahlen im Inneren eines KI-Modells, die beim Lernen eingestellt werden und das Wissen des Modells speichern. Ihre Anzahl – oft Milliarden – ist die gängigste Größenangabe für ein Modell.
- Parameter (KI-Modell)
Parameter sind die einstellbaren Zahlen im Inneren eines KI-Modells, die beim Lernen aus Beispielen angepasst werden. Ihre Anzahl – oft viele Milliarden – gilt als grobes Maß für die Größe eines Modells.
- Parameter (Modellgröße)
Parameter sind die vielen einzelnen Zahlen im Inneren eines KI-Modells, die beim Lernen eingestellt werden und das gesamte Wissen des Modells speichern. Ihre Anzahl gilt als gängiges Maß für die Größe eines Modells – man liest sie in Angaben wie „7 Milliarden Parameter“.
- Parameterzahl
Die Parameterzahl gibt an, wie viele einstellbare Zahlenwerte ein KI-Modell im Inneren besitzt. Sie ist das gängigste Maß für die Größe eines Modells – sagt aber allein noch nichts über seine Qualität.
- Paraphrasieren
Paraphrasieren heißt, einen Text mit anderen Worten neu zu formulieren, ohne seine Aussage zu verändern. In der KI-Welt ist es zugleich eine typische Aufgabe für Sprachprogramme und ein wichtiges Prüfverfahren, weil es zeigt, ob ein Modell Inhalte wirklich erfasst hat.
- Paraphrasierung
Paraphrasierung bedeutet, einen Text mit anderen Worten neu zu formulieren, ohne seine Aussage zu verändern. In der KI-Welt erledigen das heute Sprachprogramme automatisch – als Werkzeug für Autoren, als Trainingsmethode und als Problem für Plagiatsprüfungen.
- Parasoziale Beziehung
Eine parasoziale Beziehung ist eine einseitige Bindung an eine Person oder Figur, die den Nutzer selbst nicht kennt – etwa an einen Moderator, eine Streamerin oder einen KI-Chatbot. Bei Sprach-KIs wird der Begriff wichtig, weil Systeme sich persönlich anfühlen, ohne ein Gegenüber zu sein.
- Pareto-Front
Die Pareto-Front ist die Menge aller Lösungen, bei denen man ein Ziel nur noch verbessern kann, wenn man ein anderes verschlechtert. In der KI beschreibt sie zum Beispiel, welche Kombinationen aus Genauigkeit und Kosten überhaupt erreichbar sind.
- Parser
Ein Parser ist ein Programmteil, der eine Zeichenkette nach festen Regeln liest und in eine geordnete Struktur übersetzt, mit der ein Computer weiterarbeiten kann. Ohne Parser wären Quelltexte, Webseiten, Konfigurationsdateien und die Antworten von KI-Systemen für Software nur sinnlose Buchstabenfolgen.
- Pass@1
Pass@1 ist eine Messgröße dafür, wie oft ein KI-Programm eine Aufgabe schon beim ersten Versuch richtig löst. Sie wird vor allem benutzt, um Programmierfähigkeiten von Sprachmodellen zu vergleichen.
- Passkey
Ein Passkey ist ein Ersatz für das Passwort: Statt eines Worts, das man sich merkt, speichert das Gerät einen geheimen digitalen Schlüssel und beweist damit die eigene Identität. Freigegeben wird die Anmeldung meist per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Geräte-PIN.
- Password-Spraying
Password-Spraying ist ein Angriff, bei dem jemand sehr viele Benutzerkonten mit denselben wenigen, häufig genutzten Passwörtern durchprobiert. Weil pro Konto nur ein oder zwei Versuche anfallen, wird kein Konto gesperrt und der Angriff fällt lange nicht auf.
- Patch
Ein Patch ist eine kleine Korrektur für ein bereits ausgeliefertes Programm. Er behebt Fehler oder schließt Sicherheitslücken, ohne dass das gesamte Programm neu installiert werden muss.
- Pay-per-Crawl
Pay-per-Crawl bedeutet: Wer automatisiert Texte und Bilder von einer Website einsammelt, muss dafür bezahlen. Betreiber von Websites wollen so Geld von KI-Unternehmen verlangen, die ihre Inhalte für das Training von Programmen nutzen.
- Peak-Hour-Drosselung
Peak-Hour-Drosselung bedeutet, dass ein Onlinedienst zu den Zeiten mit den meisten Nutzern absichtlich langsamer arbeitet oder weniger Anfragen zulässt. Anbieter von KI-Diensten setzen das ein, weil ihre Rechenzentren nur eine begrenzte Menge an Anfragen gleichzeitig verarbeiten können.
- Pebble
Pebble war eine der ersten erfolgreichen Computeruhren: eine Armbanduhr mit kleinem Bildschirm, die Nachrichten vom Handy anzeigt. Sie wurde 2012 über eine Spendenplattform im Internet finanziert, brach dort alle Rekorde und wurde 2016 verkauft.
- PEDOT:PSS
PEDOT:PSS ist ein Kunststoff, der Strom leitet. Er lässt sich als blaue Flüssigkeit dünn auf Oberflächen auftragen und dient in Solarzellen, Displays und biegsamer Elektronik als durchsichtige Stromschicht.
- Penetrationstest
Ein Penetrationstest ist ein geplanter, erlaubter Angriff auf die eigenen Computersysteme, um Sicherheitslücken zu finden, bevor echte Angreifer sie ausnutzen. Fachleute gehen dabei so vor wie Kriminelle, melden ihre Funde aber an den Auftraggeber statt sie auszunutzen.
- Pentester
Ein Pentester ist ein bezahlter Fachmann, der im Auftrag eines Unternehmens versucht, in dessen Computersysteme einzubrechen — um Sicherheitslücken zu finden, bevor echte Kriminelle sie ausnutzen. Der Angriff ist vorher schriftlich erlaubt, und am Ende steht ein Bericht mit Verbesserungsvorschlägen.
- Pentesting
Pentesting ist ein beauftragter Angriff auf die eigenen Computersysteme, der Sicherheitslücken finden soll, bevor echte Kriminelle sie finden. Fachleute greifen dabei mit denselben Mitteln an wie Angreifer, halten sich aber an klar vereinbarte Regeln und schreiben am Ende einen Bericht.
- Per-Seat-Lizenzmodell
Beim Per-Seat-Lizenzmodell zahlt ein Unternehmen für jede Person, die eine Software benutzen darf, einen festen Betrag pro Monat oder Jahr. Der Preis hängt also an der Zahl der Nutzer, nicht daran, wie viel jeder Einzelne damit arbeitet.
- Perception Encoder
Ein Perception Encoder ist ein Programmteil, der Bilder oder Videos in eine lange Zahlenliste übersetzt, mit der ein Computer weiterrechnen kann. Er ist der Baustein, der Sinneseindrücke für Maschinen verwertbar macht — Erkennen, Suchen und Beschreiben bauen darauf auf.
- Performance pro Watt
Performance pro Watt gibt an, wie viel Rechenarbeit ein Chip für eine bestimmte Menge Strom leistet. Die Kennzahl entscheidet mit darüber, wie teuer der Betrieb von Rechenzentren ist und wie lange ein Notebook-Akku hält.
- Perplexität
Perplexität ist eine Kennzahl dafür, wie überrascht ein Sprachprogramm vom nächsten Wort in einem Text ist. Niedrige Werte bedeuten: das Programm hat den Text gut vorhergesehen, hohe Werte bedeuten, es lag oft daneben.
- Persistente Ziele
Persistente Ziele sind Absichten eines KI-Systems, die über eine einzelne Aufgabe oder Sitzung hinaus bestehen bleiben. Der Begriff spielt in der Sicherheitsforschung eine große Rolle, weil ein Programm mit langlebigen Zielen anders zu kontrollieren ist als eines, das nach jeder Antwort wieder bei Null anfängt.
- Persistenter State
Persistenter State bezeichnet Daten, die ein Programm dauerhaft speichert, sodass sie einen Neustart oder das Ende einer Sitzung überleben. Ohne ihn beginnt jede Anwendung bei null – mit ihm kann sie an frühere Nutzung anknüpfen.
- PersistentVolumeClaim
Ein PersistentVolumeClaim ist eine Anforderung von Speicherplatz in Kubernetes, einem System zur Verwaltung von Programmen auf vielen Servern. Ein Programm sagt damit, wie viel Platz es braucht — wo dieser Platz herkommt, klärt das System selbst.
- Persona-basierte Jailbreaks
Persona-basierte Jailbreaks sind Texteingaben, die einem Chatbot eine erfundene Rolle zuweisen, damit er seine eigenen Regeln umgeht. Statt direkt nach verbotenen Inhalten zu fragen, bittet der Nutzer das Programm, eine Figur zu spielen, für die diese Regeln angeblich nicht gelten.
- Personal Intelligence
Personal Intelligence bezeichnet KI-Assistenten, die dauerhaft auf die Daten und Gewohnheiten einer einzelnen Person zugeschnitten sind. Statt jede Anfrage bei null zu beginnen, greifen sie auf ein Gedächtnis über den Nutzer zurück – etwa Kalender, Nachrichten und frühere Gespräche.
- pgvector
pgvector ist eine Zusatzfunktion für die weit verbreitete Datenbank PostgreSQL. Sie erlaubt es, Texte, Bilder oder Töne als lange Zahlenlisten zu speichern und darin nach inhaltlich ähnlichen Einträgen zu suchen.
- Phase-3-Trigger
Ein Phase-3-Trigger ist eine vorher festgelegte Bedingung, die den Übergang in die dritte Stufe eines mehrstufigen Plans auslöst. Der Begriff taucht in Notfallplänen, in Verträgen und in Sicherheitsregeln für KI-Systeme auf.
- Phi X-174
Phi X-174 ist ein winziges Virus, das Bakterien befällt und dessen Erbgut nur etwa 5.400 Bausteine lang ist. Es war 1977 das erste Lebewesen, dessen Erbgut komplett entschlüsselt wurde, und dient heute als Standard-Testobjekt in der Genforschung und in KI-Modellen für Biologie.
- Philadelphia Semiconductor Index
Der Philadelphia Semiconductor Index, kurz SOX, ist eine Kennzahl, die den Börsenwert von rund 30 großen Chipfirmen zusammenfasst. Er gilt als Stimmungsbarometer für die gesamte Halbleiterbranche und damit auch für den KI-Boom.
- Phishing
Phishing ist ein Betrugsversuch, bei dem sich jemand per E-Mail, SMS oder gefälschter Webseite als vertrauenswürdige Stelle ausgibt, um an Passwörter, Kontodaten oder Geld zu kommen. Der Angriff zielt nicht auf technische Lücken, sondern auf die Gutgläubigkeit und Eile der Empfänger.
- Phishing-as-a-Service
Phishing-as-a-Service bezeichnet fertige Betrugsbaukästen, die Kriminelle im Internet mieten, um damit gefälschte Log-in-Seiten zu betreiben und Passwörter abzugreifen. Die Technik wird dabei wie ein normaler Software-Dienst verkauft – inklusive Abo, Support und Bedienoberfläche.
- Physical AI
Physical AI bezeichnet künstliche Intelligenz, die nicht nur Texte oder Bilder erzeugt, sondern Maschinen in der echten Welt steuert – etwa Roboter, Fahrzeuge oder Fabrikanlagen. Solche Systeme müssen Gesetze der Physik berücksichtigen und dürfen sich weniger Fehler erlauben als ein Chatbot.
- Physische KI
Physische KI bezeichnet Computerprogramme, die nicht nur Texte oder Bilder erzeugen, sondern Maschinen in der echten Welt steuern – etwa Roboterarme, Lagerroboter oder selbstfahrende Autos. Der Begriff grenzt solche Systeme von reinen Software-Anwendungen ab, die ihre Umgebung nie berühren.
- PI-Planning
PI-Planning ist ein großes Planungstreffen, bei dem mehrere Entwicklungsteams für die nächsten rund drei Monate gemeinsam festlegen, wer was baut und wo sie voneinander abhängen. Es stammt aus dem Rahmenwerk SAFe, mit dem große Unternehmen ihre Softwareentwicklung organisieren.
- Pigou-Steuer
Eine Pigou-Steuer ist eine Abgabe auf ein Verhalten, das anderen Menschen schadet, etwa auf Abgase aus einer Fabrik. Sie soll den Schaden im Preis sichtbar machen, damit sich das schädliche Verhalten weniger lohnt.
- Pipeline-Parallelismus
Pipeline-Parallelismus verteilt ein sehr großes KI-Modell in Schichten über mehrere Rechenchips: Chip 1 rechnet den ersten Teil, gibt das Ergebnis an Chip 2 weiter und so fort. So passen Modelle in den Speicher, die auf einem einzelnen Chip keinen Platz hätten.
- Pitch Book
Ein Pitch Book ist eine ausführliche Präsentation, mit der eine Investmentbank einem Unternehmen ihre Dienste anbietet oder ein Geschäft vorschlägt. Es enthält Marktdaten, Bewertungen und Vergleiche und ist eines der wichtigsten Arbeitsergebnisse junger Bankangestellter.
- Pitch Deck
Ein Pitch Deck ist eine kurze Foliensammlung, mit der ein junges Unternehmen sich Geldgebern vorstellt. In etwa zehn bis fünfzehn Bildern erklärt es das Problem, die eigene Lösung, den Markt, das Team und den Geldbedarf.
- Pivot-Tabelle
Eine Pivot-Tabelle fasst eine lange Liste von Einzeldaten automatisch zu einer übersichtlichen Auswertung zusammen. Sie beantwortet Fragen wie „Wie viel Umsatz macht jede Filiale pro Monat?", ohne dass man selbst rechnen muss.
- Platform-as-a-Service
Platform-as-a-Service (PaaS) bedeutet: Ein Anbieter stellt im Internet eine fertige Umgebung bereit, in der man eigene Programme laufen lassen kann. Man mietet also nicht nur Rechner, sondern eine komplette Arbeitsumgebung samt Wartung.
- Plugin
Ein Plugin ist ein kleines Zusatzprogramm, das ein bestehendes Programm um eine Funktion erweitert, ohne dass man das Hauptprogramm selbst verändern muss. In der KI-Welt bezeichnet der Begriff Zusatzmodule, mit denen ein Chatbot etwa im Internet suchen, rechnen oder auf fremde Dienste zugreifen kann.
- Pod
Ein Pod ist die kleinste Einheit, die man in Kubernetes starten kann: eine oder mehrere eng zusammengehörende Anwendungen, die sich Netzwerk und Speicher teilen. In der KI-Welt meint „Pod" außerdem einen großen Verbund von Google-Rechenchips, der wie ein einziger Supercomputer arbeitet.
- Pod Snapshot
Ein Pod Snapshot ist eine Momentaufnahme eines laufenden Programmpakets in einem Rechenzentrum. Sie hält den kompletten Zustand fest, damit man das Programm später an genau derselben Stelle wieder starten kann.
- Polarkoordinaten
Polarkoordinaten beschreiben einen Punkt in der Ebene durch seinen Abstand zu einem festen Mittelpunkt und den Winkel, in dem er von dort aus liegt. Sie sind eine Alternative zur bekannten Angabe über eine Rechts- und eine Hochachse und vereinfachen alles, was mit Kreisen, Drehungen oder Richtungen zu tun hat.
- Policy
Eine Policy ist die Handlungsvorschrift eines lernenden Computerprogramms: Sie legt fest, was das Programm in einer bestimmten Situation als Nächstes tut. Sie wird nicht von Hand geschrieben, sondern aus Erfahrung mit Belohnung und Misserfolg gelernt.
- Policy Advisory Opinion
Eine Policy Advisory Opinion ist eine schriftliche Empfehlung eines unabhängigen Gremiums an ein Unternehmen, wie eine bestimmte Regel für Inhalte oder Technik gestaltet sein sollte. Bekannt wurde das Format durch das Oversight Board von Meta, das auf Anfrage des Konzerns ganze Regelwerke prüft statt einzelner Einzelfälle.
- Policy-Engine
Eine Policy-Engine ist ein Programmbaustein, der bei jeder Anfrage prüft, ob sie nach den festgelegten Regeln eines Unternehmens erlaubt ist. Sie trennt die Regeln vom übrigen Programm, sodass man sie ändern kann, ohne die Software neu zu schreiben.
- Position-Adjusted Word Count
Der Position-Adjusted Word Count ist eine Kennzahl, die Wörter eines Textes nicht einfach zählt, sondern danach gewichtet, wo sie stehen. Wörter am Anfang oder an sichtbaren Stellen zählen dabei mehr als Wörter tief unten im Text.
- Positivliste
Eine Positivliste ist eine Aufzählung dessen, was ausdrücklich erlaubt ist – alles andere gilt automatisch als verboten. In der Technik steuert sie zum Beispiel, welche Programme starten oder welche Webseiten eine KI lesen darf.
- Post-Chatbot-Ära
Post-Chatbot-Ära bezeichnet die Phase, in der Künstliche Intelligenz nicht mehr vor allem als Chatfenster genutzt wird, sondern selbstständig Aufgaben ausführt und unsichtbar in Programme eingebaut ist. Der Begriff beschreibt weniger eine neue Technik als eine Verschiebung in der Art, wie Menschen KI benutzen.
- Post-Money-Bewertung
Die Post-Money-Bewertung ist der rechnerische Gesamtwert eines Unternehmens direkt nachdem neues Geld von Investoren eingezahlt wurde. Sie ergibt sich aus dem Wert vor der Finanzierung plus dem frisch investierten Betrag und ist die Zahl, die in Nachrichten über Start-ups meist genannt wird.
- Post-Quanten-Kryptografie
Post-Quanten-Kryptografie umfasst Verschlüsselungsverfahren, die auch dann sicher bleiben, wenn es eines Tages sehr leistungsfähige Quantencomputer gibt. Sie soll die heute übliche Verschlüsselung im Internet ersetzen, weil deren Mathematik von solchen Rechnern geknackt werden könnte.
- Post-Training
Post-Training ist die zweite Lernphase eines KI-Sprachmodells: Nachdem es aus riesigen Textmengen allgemeines Sprachwissen aufgenommen hat, wird es gezielt darauf getrimmt, hilfreich, verständlich und regelkonform zu antworten. Erst dieser Schritt macht aus einem rohen Textvorhersager einen brauchbaren Assistenten.
- Postproduktion mit KI
Postproduktion mit KI bezeichnet die Nachbearbeitung von Film, Video und Ton mit Hilfe von Computerprogrammen, die aus vielen Beispielen gelernt haben. Solche Programme schneiden, retuschieren, entrauschen oder synchronisieren automatisch und verkürzen Arbeitsschritte, die früher Tage dauerten.
- PR-AUC
PR-AUC ist eine Kennzahl, die misst, wie gut ein Computerprogramm seltene Fälle erkennt – etwa Betrugsversuche unter Millionen normaler Zahlungen. Sie fasst zusammen, wie zuverlässig die Treffer des Programms sind und wie viele der gesuchten Fälle es überhaupt findet.
- Präferenzoptimierung
Präferenzoptimierung ist ein Trainingsschritt, bei dem ein Sprachmodell lernt, welche von zwei möglichen Antworten Menschen besser finden. Damit stellt man ein Modell nicht auf mehr Wissen ein, sondern auf hilfreiche, höfliche und sichere Antworten.
- Präferenztest
Ein Präferenztest ist ein Vergleich, bei dem Menschen zwei Ergebnisse nebeneinander sehen und sagen, welches sie besser finden. In der KI-Entwicklung ist er die wichtigste Methode, um Antworten zu bewerten, für die es keine eindeutig richtige Lösung gibt.
- Präzision
Präzision ist eine Kennzahl, die angibt, welcher Anteil der positiven Meldungen eines Systems tatsächlich richtig war. Sie misst also, wie verlässlich ein Treffer ist – und nicht, wie viele Treffer das System insgesamt gefunden hat.
- Pre-Generation-Aktivierungen
Pre-Generation-Aktivierungen sind die inneren Zwischenwerte eines KI-Modells, die entstehen, bevor es das erste Wort seiner Antwort ausgibt. Fachleute lesen diese Werte aus, um zu erkennen, was das Modell gleich tun wird — noch bevor es antwortet.
- Pre-IPO
Pre-IPO bezeichnet die Zeit, in der ein Unternehmen noch keine an der Börse frei handelbaren Anteile hat, den Gang an die Börse aber bereits vorbereitet. Wer in dieser Phase einsteigt, kauft Anteile abseits der Börse – oft mit hoher Renditechance, aber auch mit hohem Risiko und schlechter Verkäuflichkeit.
- Pre-Money-Bewertung
Die Pre-Money-Bewertung ist der Wert, den Investoren einem Unternehmen zusprechen, bevor sie neues Geld einzahlen. Sie entscheidet darüber, welchen Anteil am Unternehmen die neuen Geldgeber für ihre Investition bekommen.
- Pre-Seed-Runde
Die Pre-Seed-Runde ist die allererste Geldsammlung eines jungen Unternehmens, meist bevor es ein fertiges Produkt oder nennenswerte Umsätze gibt. Die Geldgeber bekommen dafür einen Anteil an der Firma und wetten im Grunde auf das Team und die Idee.
- Pre-Training-Lauf
Ein Pre-Training-Lauf ist die erste, sehr lange Lernphase eines KI-Sprachmodells, in der es aus riesigen Textmengen allgemeines Sprachwissen aufbaut. Er läuft oft wochenlang auf tausenden Spezialchips und kostet einen großen Teil des Budgets eines KI-Projekts.
- Precision
Precision ist eine Kennzahl, die misst, wie verlässlich die Treffer eines Systems sind: Von allen Fällen, die es als positiv meldet, gibt sie den Anteil an, der tatsächlich positiv ist. Sie wird vor allem dort betrachtet, wo Fehlalarme teuer oder lästig sind.
- Prediction Market
Ein Prediction Market ist ein Marktplatz, auf dem Menschen mit Geld darauf setzen, ob ein bestimmtes Ereignis eintritt. Der Preis, den ein solcher Vertrag erzielt, wird als Schätzung der Wahrscheinlichkeit gelesen.
- Preferential Attachment
Preferential Attachment beschreibt, wie in wachsenden Netzwerken neue Mitglieder sich bevorzugt mit denen verbinden, die schon viele Verbindungen haben. Aus dieser einfachen Regel entstehen wenige riesige Knotenpunkte und sehr viele kleine – ein Muster, das man im Web, in sozialen Medien und in Märkten wiederfindet.
- Preferred Equity
Preferred Equity ist eine Form der Unternehmensbeteiligung, die bei Auszahlungen Vorrang gegenüber normalen Anteilen hat. Anleger nehmen dafür meist weniger Mitbestimmung in Kauf.
- Preisdiskriminierung
Preisdiskriminierung bedeutet, dass ein Anbieter dasselbe Produkt verschiedenen Kunden zu unterschiedlichen Preisen verkauft. Durch Datenauswertung und Algorithmen lässt sich das heute sehr fein steuern — bis hin zu einem eigenen Preis pro Person.
- Preparedness Framework
Das Preparedness Framework ist ein Regelwerk des Unternehmens OpenAI, das festlegt, wie gefährlich neue KI-Systeme werden dürfen, bevor sie veröffentlicht werden. Es teilt mögliche Schäden in Risikostufen ein und verknüpft jede Stufe mit Schutzmaßnahmen.
- Preprint
Ein Preprint ist eine wissenschaftliche Arbeit, die ihre Autoren öffentlich ins Netz stellen, bevor eine Fachzeitschrift sie geprüft und angenommen hat. In der KI-Forschung ist das der Normalfall: Fast alle wichtigen Ergebnisse erscheinen zuerst als Preprint, meist auf der Plattform arXiv.
- Preserve Thinking
Preserve Thinking bezeichnet die Einstellung, dass ein KI-Chatprogramm seine internen Zwischenüberlegungen aus früheren Antworten aufbewahrt und bei der nächsten Frage wieder mitliest. Dadurch bleibt der Gedankengang über ein längeres Gespräch hinweg erhalten, statt bei jeder Frage neu zu beginnen.
- Pretraining
Pretraining ist die erste und teuerste Lernphase eines großen KI-Modells: Es liest gigantische Mengen Text und lernt dabei, das jeweils nächste Wort vorherzusagen. Danach kennt es Sprache und viel Weltwissen, ist aber noch nicht auf eine bestimmte Aufgabe zugeschnitten.
- Preview-Modell
Ein Preview-Modell ist eine KI-Version, die ein Anbieter absichtlich früh veröffentlicht, obwohl sie noch nicht fertig ist. Nutzer dürfen sie ausprobieren, müssen aber mit Fehlern, Änderungen und einer plötzlichen Abschaltung rechnen.
- Priming
Priming bezeichnet den Effekt, dass ein vorher gesehener Reiz beeinflusst, wie man danach reagiert – ursprünglich ein Begriff aus der Psychologie. In der KI-Welt meint man damit, dass man einem Sprachprogramm zuerst Beispiele oder eine Rolle vorgibt, damit die folgenden Antworten in die gewünschte Richtung gehen.
- Prior Art
Prior Art bezeichnet alles, was zu einer Erfindung schon vor dem Anmeldetag öffentlich bekannt war – von älteren Patenten über Fachartikel bis zu Produkten im Laden. Wer ein Patent will, muss beweisen, dass seine Idee darin nicht schon steckt.
- Private Cloud Compute
Private Cloud Compute ist Apples System für Rechenaufgaben künstlicher Intelligenz, die zu aufwendig für das eigene Gerät sind und deshalb an Apple-Server ausgelagert werden. Technische Sperren und öffentlich prüfbare Software sollen dabei verhindern, dass jemand – auch Apple selbst – die gesendeten Daten einsehen kann.
- Private Credit
Private Credit bezeichnet Kredite an Unternehmen, die nicht von einer Bank kommen, sondern von Fonds und anderen privaten Geldgebern. Der Markt ist seit der Finanzkrise 2008 stark gewachsen und finanziert heute auch Rechenzentren für künstliche Intelligenz.
- Private Equity
Private Equity bezeichnet Beteiligungen an Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Spezialisierte Fonds kaufen solche Firmen ganz oder teilweise, verändern sie über einige Jahre und verkaufen sie später mit Gewinn weiter.
- Privilege Escalation
Privilege Escalation bedeutet, dass jemand in einem Computersystem mehr Rechte bekommt, als ihm zustehen — etwa der Sprung von einem normalen Nutzerkonto zum Administrator. Angreifer nutzen dafür Fehler in Programmen oder falsch gesetzte Berechtigungen aus.
- Product Operating Model
Das Product Operating Model ist eine Art, ein Unternehmen zu organisieren: Feste Teams betreuen ein digitales Produkt dauerhaft, statt nacheinander einzelne Projekte abzuarbeiten. Solche Teams bekommen ein Ziel vorgegeben, nicht eine Liste fertiger Aufgaben.
- Product Requirements Document
Ein Product Requirements Document, kurz PRD, ist ein Dokument, das festhält, was ein geplantes Produkt können soll und für wen es gedacht ist. Es beschreibt bewusst das Ziel und nicht die technische Umsetzung.
- Product-Market-Fit
Product-Market-Fit bedeutet, dass ein Produkt ein Problem löst, für das es genügend zahlende Kunden gibt. Er gilt als wichtigster Meilenstein junger Firmen, weil Wachstum erst danach zuverlässig funktioniert.
- Program Bench
Ein Program Bench ist eine feste Sammlung von Programmieraufgaben, mit der man prüft, wie gut ein Computerprogramm oder ein KI-System Code schreiben kann. Alle Teilnehmer bekommen dieselben Aufgaben, deshalb lassen sich die Ergebnisse direkt vergleichen.
- Programmier-Agent
Ein Programmier-Agent ist ein KI-Programm, das eine Programmieraufgabe selbstständig in mehreren Schritten bearbeitet: Es liest Dateien, schreibt Code, testet ihn und korrigiert Fehler. Anders als ein reiner Vorschlagsassistent arbeitet er über längere Zeit weiter, ohne für jeden Schritt eine neue Anweisung zu brauchen.
- Programmierschnittstelle
Eine Programmierschnittstelle ist ein festgelegter Weg, über den ein Computerprogramm die Funktionen eines anderen Programms benutzen kann. Sie legt genau fest, welche Anfragen erlaubt sind und in welcher Form die Antwort kommt.
- ProMotion
ProMotion ist Apples Markenname für Bildschirme, die ihr Bild bis zu 120-mal pro Sekunde erneuern und dieses Tempo automatisch an den Inhalt anpassen. Das macht Bewegungen flüssiger und spart gleichzeitig Strom, wenn sich auf dem Bildschirm wenig tut.
- Prompt
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der man einem KI-System sagt, was es tun soll – meist ein Text, manchmal auch ein Bild. Wie gut die Antwort ausfällt, hängt stark davon ab, wie genau und vollständig der Prompt formuliert ist.
- Prompt Caching
Prompt Caching bedeutet, dass ein KI-Textsystem den immer gleichen Anfang einer Anfrage nur einmal verarbeitet und das Zwischenergebnis für spätere Anfragen aufbewahrt. Das senkt Antwortzeit und Kosten deutlich, wenn viele Anfragen mit demselben Text beginnen.
- Prompt Engineering
Prompt Engineering ist das gezielte Formulieren von Anweisungen an ein KI-Textsystem, damit dessen Antworten brauchbar werden. Dieselbe Frage in besseren Worten liefert oft deutlich bessere Ergebnisse.
- Prompt Injection
Prompt Injection ist ein Angriff auf KI-Sprachprogramme: In einem Text werden Anweisungen versteckt, die das Programm für echte Befehle hält. So bringt ein Angreifer die KI dazu, ihre eigenen Regeln zu brechen oder Daten weiterzugeben.
- Prompt-Adhärenz
Prompt-Adhärenz beschreibt, wie genau ein KI-System sich an das hält, was man ihm in der Eingabe aufgetragen hat. Eine Antwort kann inhaltlich gut sein und trotzdem eine schlechte Prompt-Adhärenz haben, wenn sie Vorgaben wie Länge, Format oder Sprache ignoriert.
- Prompt-Flüsterer
Als Prompt-Flüsterer bezeichnet man jemanden, der besonders geschickt darin ist, Textprogrammen wie ChatGPT genau die richtigen Anweisungen zu geben. Der Ausdruck ist halb Berufsbezeichnung, halb Spott – denn wie viel Können wirklich dahintersteckt, ist umstritten.
- Prompt-Injection-Exfiltration
Prompt-Injection-Exfiltration bezeichnet einen Angriff, bei dem versteckte Anweisungen in einem Text oder auf einer Webseite ein KI-Programm dazu bringen, vertrauliche Informationen nach außen zu geben. Der Angreifer schreibt seine Befehle nicht selbst in das Chatfenster, sondern in Material, das das Programm später liest.
- Prompt-Pipeline
Eine Prompt-Pipeline ist eine feste Abfolge mehrerer Anweisungen an ein KI-Sprachprogramm, bei der das Ergebnis eines Schritts zur Eingabe des nächsten wird. Statt einer einzigen großen Frage zerlegt man die Aufgabe so in überschaubare Teilschritte.
- Proof of Concept
Ein Proof of Concept ist ein kleiner Testlauf, der zeigen soll, ob eine Idee überhaupt funktioniert. Er wird bewusst schnell und unvollständig gebaut, bevor viel Geld in die fertige Lösung fließt.
- Proof of Personhood
Proof of Personhood ist ein Verfahren, mit dem sich im Internet nachweisen lässt, dass hinter einem Konto ein echter Mensch steht — und dass diese Person nur ein einziges Konto besitzt. Der Nachweis soll dabei möglichst wenig über die Identität dieser Person verraten.
- Proof-of-Concept-Exploit
Ein Proof-of-Concept-Exploit ist ein kleines Testprogramm, das beweist, dass eine bestimmte Sicherheitslücke in Software wirklich ausnutzbar ist. Er richtet meist keinen Schaden an, zeigt aber Herstellern und Angreifern gleichermaßen, dass die Lücke echt ist.
- Proprietär
Proprietär heißt: Ein Produkt gehört einer Firma, die allein bestimmt, wer es nutzen, ansehen oder verändern darf. Bei KI-Modellen bedeutet das meist, dass der Anbieter den inneren Aufbau geheim hält und den Zugang nur über seine eigenen Server erlaubt.
- Proprietäre Software
Proprietäre Software gehört einer Firma, die den Bauplan des Programms geheim hält und genau vorschreibt, was Nutzer damit tun dürfen. Das Gegenmodell ist offene Software, deren Bauplan jeder einsehen und verändern kann.
- Proprietäres Modell
Ein proprietäres Modell ist ein KI-System, dessen Innenleben die entwickelnde Firma geheim hält und nur über einen bezahlten Zugang nutzbar macht. Nutzer bekommen Antworten, aber nicht die Bauteile des Modells selbst.
- Prosodie
Prosodie ist alles an gesprochener Sprache, was über die reinen Wörter hinausgeht: Tonhöhe, Lautstärke, Tempo und Pausen. In der Sprachtechnologie entscheidet sie darüber, ob eine Computerstimme natürlich oder blechern klingt.
- Proteinstrukturvorhersage
Proteinstrukturvorhersage bedeutet, aus der bekannten Bauanleitung eines Eiweißmoleküls dessen räumliche Form zu berechnen. Seit 2020 lösen KI-Programme wie AlphaFold diese Aufgabe so genau, dass sie Laborexperimente in vielen Fällen ersetzen.
- Protokollierung
Protokollierung bedeutet, dass ein Computerprogramm laufend aufschreibt, was es gerade tut. Diese Aufzeichnungen helfen später bei der Fehlersuche, bei Sicherheitsfragen und beim Nachweis, wie eine Entscheidung zustande kam.
- Provenance
Provenance ist der dokumentierte Herkunftsnachweis einer Datei oder eines Datensatzes: Wer hat sie erstellt, wann, womit, und was wurde später daran verändert? In der KI-Debatte geht es dabei vor allem um die Frage, ob ein Bild, ein Video oder ein Text von einem Menschen oder von einer Maschine stammt.
- Provenance (C2PA)
Provenance bezeichnet die dokumentierte Herkunftsgeschichte einer Datei: wer sie erzeugt hat, womit und was danach damit passiert ist. C2PA ist der verbreitetste technische Standard dafür und hängt diese Informationen fälschungssicher an Bilder, Videos und Audiodateien an.
- Provenienz (Content Credentials)
Provenienz bedeutet Herkunft: Bei einem Bild oder Video wird festgehalten, wer es erstellt hat und was danach damit passiert ist. Content Credentials sind ein technischer Standard, der diese Herkunftsangaben fälschungssicher an die Datei hängt.
- Proxy
Ein Proxy ist ein Computer, der zwischen deinem Gerät und einer Webseite steht und die Anfragen für dich weiterleitet. Die Webseite sieht dann den Proxy statt dich – das schützt die Privatsphäre, beschleunigt Zugriffe und wird auch beim Training von KI-Systemen genutzt.
- Pruning
Pruning bezeichnet das gezielte Entfernen unwichtiger Bestandteile aus einem fertig trainierten KI-Modell. Das Modell wird dadurch kleiner und schneller, soll aber möglichst gleich gute Antworten liefern.
- Public Benefit Corporation
Eine Public Benefit Corporation ist eine US-amerikanische Rechtsform für Unternehmen, die laut eigener Satzung nicht nur Gewinn machen, sondern auch einen festgelegten Nutzen für die Allgemeinheit anstreben müssen. Bekannt wurde die Form durch KI-Firmen wie Anthropic und xAI sowie durch die Umbaupläne von OpenAI.
- Pull Request
Ein Pull Request, kurz PR, ist der Vorschlag einer Änderung an einem gemeinsam entwickelten Programm. Andere Beteiligte sehen die Änderung, kommentieren sie und übernehmen sie erst nach Prüfung in die offizielle Version.
- Pull Request
Ein Pull Request ist der Vorschlag, eine Änderung an einem Software-Projekt in die offizielle Version zu übernehmen. Andere Beteiligte lesen den Vorschlag, kommentieren ihn und entscheiden, ob er übernommen wird.
- PyPI
PyPI ist das zentrale Online-Lager für fertige Programmbausteine der Programmiersprache Python. Entwicklerinnen und Entwickler laden dort eigenen Code hoch, den alle anderen mit einem einzigen Befehl in ihre Projekte holen können.
- Python Package Index
Der Python Package Index, kurz PyPI, ist das zentrale Online-Lager für fertige Zusatzbausteine der Programmiersprache Python. Wer ein Programm schreibt, lädt sich dort mit einem einzigen Befehl fremden Code herunter, statt alles selbst zu bauen.
- Python-Cache
Der Python-Cache ist ein Zwischenspeicher, in dem die Programmiersprache Python bereits Ausgerechnetes ablegt, um es beim nächsten Mal nicht erneut erledigen zu müssen. Gemeint sind damit meist die automatisch angelegten Dateien im Ordner __pycache__, teils auch selbst gebaute Zwischenspeicher innerhalb eines Programms.
- PyTorch
PyTorch ist eine kostenlose Programmbibliothek, mit der Entwickler KI-Modelle bauen, trainieren und testen. Sie stammt ursprünglich von Facebook und ist heute das meistgenutzte Werkzeug in der KI-Forschung.
Q
- Q-Day
Q-Day bezeichnet den Tag, an dem ein Quantencomputer erstmals die heute üblichen Verschlüsselungsverfahren knacken kann. Wann dieser Tag kommt, weiß niemand — Banken, Behörden und Softwarefirmen bereiten sich trotzdem schon jetzt darauf vor.
- QEMU
QEMU ist ein kostenloses Programm, das einen kompletten Computer als Software nachbaut. Darin lässt sich ein zweites Betriebssystem starten – auch eines, das für eine völlig andere Art von Prozessor geschrieben wurde.
- Qi2
Qi2 ist der weltweit gültige Standard für kabelloses Laden von Smartphones, bei dem Magnete im Gerät und im Ladepad dafür sorgen, dass beide exakt aufeinander sitzen. Er wurde 2023 vom Industrieverband Wireless Power Consortium eingeführt und übernimmt die Magnettechnik aus Apples MagSafe für alle Hersteller.
- QR-Code
Ein QR-Code ist ein schwarz-weißes Quadratmuster, in dem Text oder eine Internetadresse gespeichert ist. Eine Handykamera liest das Muster in Sekundenbruchteilen und wandelt es zurück in die gespeicherte Information.
- Quadruped
Ein Quadruped ist ein Roboter, der sich auf vier Beinen fortbewegt, ähnlich wie ein Hund oder eine Ziege. Weil er Stufen, Schutt und Schlamm überwinden kann, wird er vor allem für Inspektionen in Fabriken, Baustellen und Kraftwerken eingesetzt.
- Quadruple-Patterning
Quadruple-Patterning ist ein Trick aus der Chipherstellung: Statt eine sehr feine Struktur direkt zu belichten, erzeugt man sie in vier Schritten aus gröberen Strukturen. So lassen sich Leiterbahnen fertigen, die feiner sind, als die Belichtungsmaschine eigentlich zeichnen kann.
- Quake-Engine
Die Quake-Engine ist das Programmgerüst hinter dem Spiel Quake von 1996. Sie war die erste weit verbreitete Software, die eine Spielwelt vollständig aus echten dreidimensionalen Formen berechnete, und prägte damit die Technik moderner Computerspiele.
- Quality Assurance (QA)
QA steht für Quality Assurance, also Qualitätssicherung: alle systematischen Prüfungen, die sicherstellen sollen, dass ein Produkt so funktioniert wie versprochen. In der Software- und KI-Branche bezeichnet QA vor allem das Testen von Programmen und Modellen, bevor Kunden sie benutzen.
- Quality Gate
Ein Quality Gate ist eine festgelegte Prüfstelle in einem Entwicklungsprozess: Erst wenn vorher vereinbarte Bedingungen erfüllt sind, darf ein Projekt oder eine Software in den nächsten Schritt. Erfüllt etwas die Bedingungen nicht, wird es gestoppt und nachgebessert.
- Quantisierung
Quantisierung bedeutet, die vielen Zahlen im Inneren eines KI-Modells gröber zu speichern, zum Beispiel mit 8 statt 16 Stellen im Computerspeicher. Das Modell braucht dadurch weniger Platz und rechnet schneller, wird aber ein wenig ungenauer.
- Quantitative-Hedgefonds
Ein Quantitative-Hedgefonds ist eine Investmentfirma, die ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen an Computerprogramme und statistische Modelle abgibt statt an das Bauchgefühl einzelner Händler. Solche Fonds gehören zu den größten Abnehmern von Rechenleistung, Daten und KI-Fachkräften außerhalb der Techbranche.
- Quantum Computing
Quantum Computing ist eine Rechentechnik, die statt der üblichen Nullen und Einsen Zustände nutzt, die beides gleichzeitig sein können. Dadurch lassen sich bestimmte Aufgaben theoretisch enorm viel schneller lösen als mit heutigen Computern — bisher aber nur wenige, und nur unter extremen Bedingungen.
- Qubit
Ein Qubit ist die kleinste Informationseinheit eines Quantencomputers. Anders als ein normales Bit, das nur 0 oder 1 sein kann, kann ein Qubit beide Werte gleichzeitig anteilig annehmen — und macht Quantenrechner dadurch für bestimmte Aufgaben extrem schnell.
- Quelloffen
Quelloffen heißt: der Bauplan eines Programms ist öffentlich einsehbar, und jeder darf ihn lesen, verändern und weitergeben. Bei KI wird der Begriff heute auch für Modelle benutzt, deren Innereien zum Download bereitstehen.
- Query Understanding
Query Understanding bezeichnet alle Schritte, mit denen eine Suchmaschine herausfindet, was ein Nutzer mit seiner Eingabe eigentlich meint. Aus wenigen getippten Wörtern wird dabei eine strukturierte Vermutung über die Absicht dahinter.
- Query-Rewrite
Query-Rewrite bedeutet, dass ein System eine eingegebene Suchanfrage automatisch umformuliert, bevor es damit sucht. Ziel ist es, aus einer knappen oder unklaren Frage eine Formulierung zu machen, die zu besseren Treffern führt.
- Queue
Eine Queue ist eine Warteschlange in einem Computersystem: Aufgaben stellen sich hintereinander an und werden der Reihe nach abgearbeitet. Das Prinzip sorgt dafür, dass ein System auch bei plötzlichem Ansturm nicht zusammenbricht, sondern die Arbeit nur langsamer erledigt.
- Quota
Eine Quota ist eine feste Obergrenze dafür, wie viel ein einzelner Nutzer von einem geteilten Dienst verbrauchen darf – etwa wie viele Anfragen pro Minute an einen KI-Dienst gehen dürfen. Sie schützt den Anbieter vor Überlastung und macht Kosten planbar.
- QwenChineseBench
QwenChineseBench ist ein Test, mit dem geprüft wird, wie gut ein KI-Sprachprogramm chinesische Aufgaben löst. Er gehört zur Qwen-Familie des chinesischen Konzerns Alibaba und liefert Punktzahlen, die man zwischen verschiedenen Programmen vergleichen kann.
R
- Rack
Ein Rack ist ein genormter Metallschrank, in dem Computer für Rechenzentren übereinander eingebaut werden. Es liefert Strom, Netzwerkanschluss und Kühlung für alle eingebauten Geräte und ist die übliche Maßeinheit, in der über KI-Hardware gesprochen wird.
- Rack-System
Ein Rack-System ist ein genormter Metallschrank, in dem Computer, Speicher und Netzwerktechnik übereinander eingebaut werden. In modernen KI-Rechenzentren gilt ein ganzes Rack inzwischen als eine einzige große Recheneinheit und nicht mehr als bloßes Regal.
- Rage Click
Ein Rage Click ist eine schnelle Folge von Klicks auf dieselbe Stelle einer Website oder App, weil dort nichts passiert. Analysewerkzeuge erkennen dieses Muster automatisch und nutzen es als Hinweis auf kaputte oder verwirrende Stellen einer Seite.
- Ralph Wiggum Technique
Die Ralph Wiggum Technique ist ein Arbeitsweise beim Programmieren mit KI: Man startet ein KI-Programm immer wieder mit derselben Aufgabe neu, statt lange mit ihm zu diskutieren. Der Name spielt auf die einfältige Simpsons-Figur an — die Methode ist absichtlich stur und simpel, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich oft.
- RAM
RAM ist der Arbeitsspeicher eines Computers: ein sehr schneller Zwischenspeicher, in dem alle Daten liegen, mit denen der Rechner gerade arbeitet. Er verliert seinen Inhalt beim Ausschalten und ist deshalb kein Ersatz für Festplatte oder SSD.
- Random Forest
Ein Random Forest ist ein Vorhersageverfahren, das viele einfache Entscheidungsbäume kombiniert und deren Ergebnisse zusammenzählt. Weil jeder Baum etwas anders aufgebaut ist, gleichen sich ihre Fehler gegenseitig aus, und die Gesamtvorhersage wird zuverlässiger.
- Ranking
Ein Ranking ist die automatische Sortierung vieler Treffer nach ihrer erwarteten Nützlichkeit. Suchmaschinen, Onlineshops und soziale Netzwerke entscheiden damit, was ganz oben steht und was praktisch niemand sieht.
- Ransomware
Ransomware ist ein Schadprogramm, das die Dateien eines Computers unlesbar macht und für die Freigabe Geld verlangt. Solche Angriffe legen regelmäßig Krankenhäuser, Behörden und Konzerne für Tage oder Wochen still.
- Rasch-Modell
Das Rasch-Modell ist ein statistisches Verfahren aus der Testtheorie. Es schätzt aus richtigen und falschen Antworten gleichzeitig, wie schwer jede Aufgabe ist und wie fähig jede Person ist – auf einer gemeinsamen Skala.
- Rasterbild
Ein Rasterbild ist ein Bild, das aus einem festen Gitter winziger farbiger Punkte besteht. Fotos von Handykameras, Screenshots und die meisten Bilder im Internet sind Rasterbilder – deshalb werden sie unscharf, wenn man sie stark vergrößert.
- Rate Cap
Ein Rate Cap ist eine Obergrenze dafür, wie oft ein Nutzer oder Programm einen Onlinedienst in einer bestimmten Zeit verwenden darf. Bei KI-Diensten begrenzt er typischerweise die Zahl der Anfragen oder der verarbeiteten Textbausteine pro Minute, Stunde oder Monat.
- Rate Limit
Ein Rate Limit ist eine Obergrenze dafür, wie oft ein Nutzer oder Programm einen Onlinedienst in einem bestimmten Zeitraum anfragen darf. Wird die Grenze überschritten, lehnt der Dienst weitere Anfragen vorübergehend ab.
- Ratenlimit
Ein Ratenlimit legt fest, wie viele Anfragen ein Nutzer oder ein Programm in einem bestimmten Zeitraum an einen Dienst schicken darf. Es schützt Server vor Überlastung und begrenzt bei KI-Diensten gleichzeitig die Kosten.
- Räumliche Primitive
Räumliche Primitive sind einfache Grundformen wie Punkt, Linie, Dreieck, Würfel oder Kugel, aus denen Computer komplizierte dreidimensionale Objekte zusammensetzen. Sie sind die kleinsten Bausteine, mit denen Grafikprogramme, Spiele-Engines und KI-Modelle Raum beschreiben.
- Rauschunterdrückung
Rauschunterdrückung bezeichnet Verfahren, die störende Anteile aus einem Signal entfernen – etwa Straßenlärm aus einer Tonaufnahme oder Bildkörnung aus einem Handyfoto. Moderne Systeme nutzen dafür trainierte KI-Modelle, die gelernt haben, Störung und Nutzsignal auseinanderzuhalten.
- RBAC
RBAC ist ein Verfahren, mit dem Organisationen festlegen, wer in einem Computersystem was tun darf. Rechte hängen dabei nicht an einzelnen Personen, sondern an Rollen wie „Buchhaltung" oder „Praktikant", denen Personen zugeordnet werden.
- RCS
RCS ist der moderne Nachfolger der klassischen SMS. Der Standard bringt Funktionen wie Bilder in guter Qualität, Gruppenchats und Lesebestätigungen direkt in die vorinstallierte Nachrichten-App des Handys.
- Reaktionszeit
Die Reaktionszeit beschreibt, wie lange ein Computersystem braucht, bis es auf eine Eingabe antwortet. Bei KI-Diensten entscheidet sie darüber, ob sich ein Chatbot flüssig anfühlt oder zäh.
- Reasoning
Reasoning bezeichnet die Fähigkeit eines KI-Systems, eine Aufgabe in mehreren Zwischenschritten zu durchdenken, statt sofort eine Antwort auszugeben. Moderne Sprachmodelle nutzen dafür zusätzliche Rechenzeit vor der Antwort — das macht sie bei Mathematik, Programmieren und Logikaufgaben deutlich zuverlässiger, aber auch langsamer und teurer.
- Reasoning Block
Ein Reasoning Block ist der abgetrennte Teil einer KI-Antwort, in dem das Programm seinen Lösungsweg ausformuliert, bevor es das eigentliche Ergebnis nennt. Er dient dem Rechnen und Prüfen und wird Nutzern oft gar nicht oder nur zusammengefasst angezeigt.
- Reasoning Effort
Reasoning Effort ist eine Einstellung bei modernen KI-Systemen, die festlegt, wie lange und wie ausführlich das Programm vor seiner Antwort nachdenkt. Mehr Aufwand bedeutet meist bessere Ergebnisse bei schweren Aufgaben, kostet aber mehr Zeit und Geld.
- Reasoning-Config
Eine Reasoning-Config ist die Einstellung, mit der man festlegt, wie ausführlich ein KI-Modell vor seiner Antwort nachdenken darf. Sie steuert damit direkt, wie gut, wie schnell und wie teuer die Antwort ausfällt.
- Reasoning-Engine
Eine Reasoning-Engine ist ein Computersystem, das aus bekannten Angaben und Regeln neue Schlüsse zieht, statt nur Antworten nachzuschlagen. Heute meint der Begriff meist KI-Modelle, die sich vor der Antwort Zwischenschritte überlegen und dafür zusätzliche Rechenzeit verbrauchen.
- Reasoning-Modell
Ein Reasoning-Modell ist ein KI-System, das vor seiner Antwort erst eine längere Zwischenrechnung anstellt, statt sofort zu antworten. Dieses Nachdenken kostet Rechenzeit, verbessert aber Ergebnisse bei Mathematik, Logik und Programmieraufgaben deutlich.
- Reasoning-Token
Reasoning-Token sind die Textbausteine, die ein KI-Programm für seine internen Zwischenschritte verbraucht, bevor es die eigentliche Antwort ausgibt. Sie kosten Rechenzeit und Geld, tauchen aber meist gar nicht auf dem Bildschirm auf.
- Recall
Recall misst, welcher Anteil aller tatsächlich vorhandenen Fälle von einem System gefunden wurde. Ein Spamfilter mit einem Recall von 90 Prozent erwischt neun von zehn Spam-Mails, die zehnte landet im Posteingang.
- Recency-Gewichtung
Recency-Gewichtung bedeutet, neuere Daten stärker zu berücksichtigen als ältere. Das Verfahren hilft Systemen, sich schnell an Veränderungen anzupassen, macht sie aber auch anfälliger für kurzfristige Ausreißer.
- Rechenkapazität
Rechenkapazität beschreibt, wie viele Rechenschritte Computer in einer bestimmten Zeit erledigen können. In der KI-Branche ist sie die knappste und teuerste Ressource: Wer wenig davon hat, kann große Modelle weder trainieren noch betreiben.
- Rechenleistung
Rechenleistung beschreibt, wie viele Rechenschritte ein Computer pro Sekunde schafft. In der KI-Branche ist sie die knappste und teuerste Ressource: Ohne genügend Rechenleistung lässt sich kein großes Modell trainieren oder betreiben.
- Rechenleistungsvereinbarung
Eine Rechenleistungsvereinbarung ist ein Vertrag, mit dem sich ein Unternehmen für längere Zeit Zugriff auf fremde Computer sichert, um damit KI-Programme zu berechnen. Solche Verträge haben oft ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar und laufen über Jahre.
- Rechenzentrum
Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude voller Computer, die rund um die Uhr für andere rechnen und Daten speichern. Ohne diese Anlagen gäbe es weder Streaming noch Online-Banking noch KI-Dienste wie ChatGPT.
- Rechenzentrumskapazität
Rechenzentrumskapazität beschreibt, wie viel Computertechnik in großen Serverhallen betrieben werden kann. Gemessen wird sie meist nicht in Anzahl der Rechner, sondern in Megawatt elektrischer Leistung.
- Recommender-System
Ein Recommender-System ist ein Programm, das aus dem bisherigen Verhalten von Nutzern vorhersagt, was ihnen als Nächstes gefallen könnte. Es steckt hinter Startseiten von Streamingdiensten, Onlineshops und sozialen Netzwerken und entscheidet dort, welche Inhalte oben stehen.
- Recursive Self-Improvement
Recursive Self-Improvement beschreibt die Idee, dass ein Computerprogramm seine eigene Arbeitsweise verbessert und dadurch beim nächsten Mal noch besser verbessern kann. Aus jeder Verbesserung entsteht so die Grundlage für die nächste – in der Theorie immer schneller.
- Red Teaming
Red Teaming bedeutet, ein System absichtlich anzugreifen, um seine Schwachstellen zu finden, bevor echte Angreifer es tun. Bei KI-Programmen versucht ein Team, dem Modell verbotene oder gefährliche Antworten zu entlocken.
- Refactoring
Refactoring bedeutet, den Programmtext einer Software aufzuräumen, ohne dass sich ihr Verhalten nach außen ändert. Das Programm tut danach genau dasselbe wie vorher, ist aber verständlicher und leichter zu erweitern.
- Refaktorierung
Refaktorierung bedeutet, den Aufbau eines Computerprogramms aufzuräumen, ohne dass es sich für den Nutzer anders verhält. Das Ziel ist verständlicher, leichter änderbarer Programmtext – nicht eine neue Funktion.
- Reflection-in-Action
Reflection-in-Action bezeichnet das Nachdenken mitten im Tun: Man merkt während einer Aufgabe, dass etwas nicht aufgeht, und ändert sein Vorgehen sofort. In der KI beschreibt der Begriff Systeme, die ihre eigenen Zwischenschritte prüfen und korrigieren, statt einen Plan blind abzuarbeiten.
- Refusal-Erkennung
Refusal-Erkennung bezeichnet Verfahren, die automatisch feststellen, ob ein KI-Chatbot eine Frage beantwortet oder die Antwort verweigert hat. Sie ist die Messgrundlage dafür, wie oft ein System zu Recht oder zu Unrecht blockt.
- Regex
Ein Regex ist ein kurzer Suchbefehl, mit dem man in einem Text nicht nach einem festen Wort sucht, sondern nach einem Muster – etwa nach allen Datumsangaben oder allen E-Mail-Adressen. Fast jede Programmiersprache und viele Editoren verstehen diese Schreibweise.
- Regional Endpoints
Regional Endpoints sind feste Zugangsadressen zu einem Online-Dienst, die jeweils an eine bestimmte Weltregion gebunden sind. Wer sie nutzt, legt damit fest, in welchem Teil der Welt seine Daten verarbeitet und gespeichert werden.
- Regression (Machine Learning)
Regression ist eine Aufgabenart im maschinellen Lernen, bei der ein Programm aus Beispieldaten eine Zahl vorhersagt – etwa einen Preis, eine Temperatur oder eine Laufzeit. Im Unterschied zur Einteilung in feste Kategorien ist das Ergebnis ein Wert auf einer stufenlosen Skala.
- Regression zur Mitte
Regression zur Mitte beschreibt, dass auf besonders extreme Messwerte meistens wieder gewöhnlichere folgen. Der Grund ist kein geheimnisvoller Ausgleich, sondern der Zufallsanteil, der in fast jeder Messung steckt.
- Regressionstest
Ein Regressionstest prüft nach einer Änderung an einem Programm, ob alles, was vorher funktioniert hat, immer noch funktioniert. Er soll verhindern, dass eine neue Funktion oder eine Fehlerbehebung heimlich etwas anderes kaputt macht.
- Regulatorische Sandbox
Eine regulatorische Sandbox ist ein zeitlich begrenzter Testraum, in dem Unternehmen neue Produkte unter Aufsicht einer Behörde erproben dürfen — mit vorübergehend gelockerten Regeln. Bekannt ist das Modell aus dem Finanzsektor, inzwischen wird es auch für Künstliche Intelligenz genutzt.
- Regulatory Capture
Regulatory Capture beschreibt den Fall, dass eine staatliche Aufsichtsbehörde am Ende die Interessen der von ihr überwachten Unternehmen bedient statt die der Allgemeinheit. In der KI-Debatte ist der Begriff zentral, weil große Anbieter selbst strenge Regeln fordern – und Kritiker darin einen Versuch sehen, Konkurrenz auszuschließen.
- Regurgitation
Regurgitation bezeichnet den Fall, dass ein KI-Programm ganze Textstellen oder Bilder aus seinem Lernmaterial fast wortwörtlich wieder ausgibt, statt etwas Neues zu formulieren. Das ist technisch ein Nebeneffekt des Lernens und rechtlich einer der heikelsten Punkte in Urheberrechtsprozessen gegen KI-Firmen.
- Reifegradmodell
Ein Reifegradmodell ist ein Bewertungsraster, das den Entwicklungsstand einer Organisation in mehreren Stufen beschreibt – von unsystematischem Vorgehen bis zu einem geregelten, laufend verbesserten Prozess. In der KI-Welt dient es Unternehmen und Behörden dazu, den eigenen Fortschritt einzuordnen und die nächsten Schritte zu planen.
- Reinforcement Fine-Tuning
Reinforcement Fine-Tuning ist eine Methode, um ein fertiges KI-Modell nachträglich zu verbessern: Es probiert Antworten aus und bekommt für jede eine Bewertung, an der es sich ausrichtet. Statt vorgegebene Musterlösungen nachzuahmen, lernt das Modell also aus Belohnung und Bestrafung.
- Reinforcement Learning
Reinforcement Learning ist eine Lernmethode für Computerprogramme, bei der das Programm durch Ausprobieren lernt und für gute Ergebnisse belohnt wird. Es steckt hinter Spiel-Programmen wie AlphaGo und hinter dem Feinschliff moderner Chatbots.
- Reinraum
Ein Reinraum ist ein Arbeitsraum, in dem die Luft extrem sauber gehalten wird, weil selbst winzige Staubteilchen die Produktion stören würden. Ohne solche Räume ließen sich Computerchips, Medikamente und Bildschirme nicht in gleichbleibender Qualität herstellen.
- Rejection Sampling
Rejection Sampling ist ein Verfahren, bei dem man viele Vorschläge erzeugt und alle wegwirft, die eine Prüfung nicht bestehen. In der KI-Entwicklung nutzt man es, um aus vielen Antworten eines Sprachmodells nur die besten zu behalten – für die Ausgabe an Nutzer oder als Trainingsmaterial.
- Rekurrentes neuronales Netz
Ein rekurrentes neuronales Netz ist ein Computerprogramm, das Daten Schritt für Schritt verarbeitet und sich dabei merkt, was vorher kam. Diese Bauweise war lange der Standard für Sprache, Text und Zeitreihen, wurde aber ab 2017 weitgehend von neueren Verfahren verdrängt.
- Rekursive Selbstverbesserung
Rekursive Selbstverbesserung beschreibt die Idee, dass ein KI-System sich selbst verbessert und die verbesserte Version sich dann noch besser verbessern kann. Aus jeder Runde entsteht so eine neue, stärkere Ausgangsbasis — in der Theorie beschleunigt sich der Fortschritt dadurch immer weiter.
- Relational Database Service
Ein Relational Database Service ist eine Datenbank, die man bei einem Cloud-Anbieter mietet statt sie selbst auf eigenen Rechnern zu betreiben. Der Anbieter kümmert sich um Installation, Sicherungskopien und Updates, der Kunde nutzt nur noch die Datenbank.
- REM-Schlaf
Der REM-Schlaf ist eine wiederkehrende Schlafphase, in der sich die Augen unter geschlossenen Lidern schnell bewegen und die meisten lebhaften Träume entstehen. Das Gehirn ist dabei fast so aktiv wie im Wachzustand, während die Muskeln des Körpers weitgehend gelähmt sind.
- Remediation
Remediation bezeichnet das gezielte Beheben eines erkannten Fehlers oder Sicherheitsmangels in einem technischen System oder in einem Unternehmensprozess. Gemeint ist nicht das Finden des Problems, sondern die Arbeit danach: Ursache beseitigen, Zustand nachweisbar in Ordnung bringen.
- Remix (Creator-Ökonomie)
Ein Remix ist ein neues Werk, das ein bestehendes Video, Bild, Lied oder Format sichtbar weiterverwendet und verändert. In der Creator-Ökonomie ist der Remix ein zentraler Wachstumsmotor: Plattformen bauen ihn direkt als Knopf ein, weil Inhalte sich dadurch schneller verbreiten.
- Remote Backup
Ein Remote Backup ist eine Sicherheitskopie von Daten, die nicht am selben Ort liegt wie das Original, sondern über das Internet an einen entfernten Standort übertragen wird. So bleiben die Daten auch dann erhalten, wenn am ursprünglichen Ort ein Feuer, ein Diebstahl oder ein technischer Defekt passiert.
- Remote Desktop
Remote Desktop bedeutet, dass man einen Computer von einem anderen Gerät aus bedient, obwohl er ganz woanders steht. Auf dem eigenen Bildschirm erscheint die Oberfläche des fernen Rechners, Maus und Tastatur steuern ihn wie vor Ort.
- Remote Development
Remote Development bedeutet, dass Programmiererinnen und Programmierer ihren Code nicht auf dem eigenen Laptop ausführen, sondern auf einem entfernten Rechner im Rechenzentrum. Der eigene Computer zeigt nur noch das Fenster an, gerechnet wird woanders.
- Remote Proctoring
Remote Proctoring bezeichnet die Aufsicht bei Prüfungen, die zu Hause am eigenen Rechner geschrieben werden. Kamera, Mikrofon und Software überwachen dabei, ob jemand betrügt – teilweise übernimmt das eine Software automatisch.
- Render
Rendern heißt: Ein Computer berechnet aus einer Beschreibung — etwa einer 3D-Szene oder einem Stück Code — ein fertiges Bild. Der Begriff taucht bei Videospielen, Animationsfilmen, Webseiten und zunehmend bei KI-Bildgeneratoren auf.
- Renderer
Ein Renderer ist ein Programmteil, der aus einer Beschreibung ein fertiges Bild berechnet – zum Beispiel aus HTML-Code eine sichtbare Webseite oder aus einem 3D-Modell ein Foto-ähnliches Bild. Er ist die Übersetzungsstufe zwischen Daten, die ein Computer speichert, und dem, was ein Mensch auf dem Bildschirm sieht.
- Rendering
Rendering ist die Berechnung eines fertigen Bildes aus einer Beschreibung dessen, was zu sehen sein soll. Der Computer verwandelt dabei Zahlenangaben über Formen, Farben und Licht in ein Raster aus farbigen Bildpunkten.
- Rendering-Ebene
Eine Rendering-Ebene ist eine einzelne Bildschicht, die getrennt von den anderen berechnet wird und erst am Ende mit ihnen zu einem fertigen Bild verschmolzen wird. Das Prinzip steckt in Bildbearbeitung, Filmproduktion, Landkarten-Apps und in der Software, die Webseiten anzeigt.
- Rendering-Engine
Eine Rendering-Engine ist der Teil eines Programms, der aus einer Beschreibung ein fertiges Bild auf dem Bildschirm macht. Bekannte Beispiele sind die Engines in Webbrowsern, die aus Textdateien eine sichtbare Webseite bauen.
- Repo
Ein Repo ist der zentrale Speicherort eines Softwareprojekts: Es enthält alle Dateien und zusätzlich die vollständige Geschichte jeder Änderung. Damit können viele Menschen gleichzeitig an derselben Software arbeiten, ohne sich die Arbeit zu zerstören.
- Repository
Ein Repository ist der zentrale Ablageort für alle Dateien eines Software-Projekts, samt vollständiger Änderungsgeschichte. Es ist der Ort, an dem Programmierteams gemeinsam an Code arbeiten – bekanntester Anbieter dafür ist GitHub.
- Repräsentationsvarianz
Repräsentationsvarianz beschreibt, wie stark die internen Zahlenmuster eines KI-Modells auseinandergehen, wenn man sich Eingaben oder Trainingsbedingungen leicht verändert. Eine hohe Varianz bedeutet: Das Modell beschreibt ähnliche Dinge intern sehr unterschiedlich – mal nützlich, mal ein Zeichen für Instabilität.
- Request for Proposal
Ein Request for Proposal (RFP) ist eine schriftliche Aufforderung eines Unternehmens oder einer Behörde an mögliche Lieferanten, ein Angebot für ein genau beschriebenes Vorhaben abzugeben. In der Tech-Branche entscheiden solche Dokumente oft darüber, welcher Anbieter einen millionenschweren Software- oder Rechenzentrumsauftrag bekommt.
- Request for Startups
Ein Request for Startups ist eine öffentliche Wunschliste von Geldgebern: Sie nennen darin Themen, zu denen sie neue Firmen sehen und finanzieren wollen. Gründerinnen und Gründer erfahren so vorab, wofür gerade Geld bereitsteht.
- Reranking
Reranking ist der zweite Schritt einer Suche: Eine erste, schnelle Suche sammelt viele mögliche Treffer, danach sortiert ein genaueres Verfahren diese Treffer neu. So landen die wirklich passenden Ergebnisse oben.
- Research Preview
Eine Research Preview ist eine frühe, öffentlich zugängliche Testversion eines KI-Systems, die ein Unternehmen bewusst als unfertig kennzeichnet. Sie dient dazu, Erfahrungen mit echten Nutzern zu sammeln, bevor das Produkt offiziell fertiggestellt wird.
- Residential Proxy
Ein Residential Proxy leitet Internetanfragen über den Anschluss einer echten Privatperson um, damit sie für die Zielseite wie ein normaler Besucher aussehen. Solche Dienste werden vor allem zum massenhaften Sammeln von Webdaten und zum Umgehen von Sperren genutzt.
- Residual Access
Residual Access bezeichnet Zugriffsrechte auf Daten oder Systeme, die jemand noch besitzt, obwohl er sie längst nicht mehr haben sollte. Solche vergessenen Zugänge gehören zu den häufigsten Einfallstoren bei Hackerangriffen und Datenlecks.
- Resolution Velocity
Resolution Velocity ist eine Kennzahl aus dem Kundenservice. Sie misst, wie schnell Anfragen tatsächlich erledigt werden – und wird heute oft genutzt, um den Nutzen von KI-Assistenten im Support zu belegen.
- Responsible Disclosure
Responsible Disclosure ist die Regel, dass jemand eine entdeckte Sicherheitslücke zuerst dem betroffenen Hersteller meldet und ihm Zeit zur Reparatur gibt, bevor die Lücke öffentlich beschrieben wird. Sie soll verhindern, dass Kriminelle den Fehler ausnutzen, solange es noch keine Korrektur gibt.
- REST-API
Eine REST-API ist eine Schnittstelle, über die zwei Programme über das Internet Daten austauschen. Sie folgt dabei den gleichen Regeln wie ein Webbrowser: Ein Programm ruft eine Adresse auf und bekommt eine Antwort zurück.
- RESTful
RESTful beschreibt einen weit verbreiteten Bauplan für Schnittstellen, über die Programme im Internet Daten austauschen. Eine solche Schnittstelle spricht dieselbe Sprache wie ein Webbrowser: Man ruft eine Adresse auf und bekommt dafür eine klar benannte Information zurück.
- Restricted Stock Units
Restricted Stock Units sind ein Versprechen des Arbeitgebers, einem Mitarbeiter später Firmenanteile zu übertragen. Die Anteile gehören ihm erst, wenn er lange genug im Unternehmen geblieben ist.
- Restwertgarantie
Eine Restwertgarantie ist das Versprechen, dass ein Gegenstand nach einer festgelegten Zeit noch einen bestimmten Mindestpreis wert ist. Wer die Garantie gibt, zahlt die Differenz, falls der tatsächliche Wiederverkaufswert darunter liegt.
- Reticle-Limit
Das Reticle-Limit ist die maximale Fläche, die eine Chipfabrik in einem einzigen Belichtungsschritt auf eine Siliziumscheibe übertragen kann – rund 858 Quadratmillimeter. Größere Chips lassen sich nicht am Stück herstellen, sondern nur aus mehreren Teilstücken zusammensetzen.
- Retrieval
Retrieval bezeichnet das gezielte Heraussuchen passender Textstellen oder Dokumente aus einer großen Sammlung, bevor eine Antwort erzeugt wird. In KI-Systemen liefert dieser Schritt einem Sprachmodell die Fakten, die es selbst nicht zuverlässig gespeichert hat.
- Retrieval-Augmented Generation
Retrieval-Augmented Generation ist ein Verfahren, bei dem ein KI-Textprogramm vor dem Antworten passende Textstellen in einer Dokumentensammlung sucht und diese als Grundlage nutzt. So kann es Fragen zu Inhalten beantworten, die es beim Lernen nie gesehen hat.
- Retry-Logik
Retry-Logik ist die eingebaute Regel eines Programms, eine fehlgeschlagene Anfrage automatisch noch einmal zu versuchen. Sie legt fest, wie oft wiederholt wird, wie lange dazwischen gewartet wird und wann das Programm endgültig aufgibt.
- Retry-Storm
Ein Retry-Storm entsteht, wenn viele Programme nach einer gescheiterten Anfrage gleichzeitig immer wieder neu anfragen und dadurch ein ohnehin überlastetes System endgültig lahmlegen. Das Problem ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass kurze Störungen in Rechenzentren zu stundenlangen Ausfällen werden.
- Return on Investment
Der Return on Investment, kurz ROI, misst, wie viel Gewinn eine Investition im Verhältnis zum eingesetzten Geld bringt. Er wird als Prozentwert angegeben und macht sehr unterschiedliche Ausgaben miteinander vergleichbar.
- Reverse Engineering
Reverse Engineering bedeutet, ein fertiges Produkt zu zerlegen und zu analysieren, um herauszufinden, wie es aufgebaut ist und funktioniert. In der Technik betrifft das Geräte, Programme und zunehmend auch KI-Systeme, deren Innenleben nicht offengelegt wird.
- Reverse Information Paradox
Das Reverse Information Paradox beschreibt den Effekt, dass mehr verfügbare Informationen die Orientierung verschlechtern statt verbessern. Weil Systeme wie KI-Chatbots beliebig viele plausibel klingende Texte erzeugen können, wird es schwerer, Verlässliches zu erkennen.
- Revert-PR
Ein Revert-PR ist ein Änderungsvorschlag an einem Softwareprojekt, der eine frühere Änderung wieder rückgängig macht. Er ist das Standardmittel, um einen Fehler schnell aus einem laufenden Produkt zu entfernen, ohne die Ursache sofort finden zu müssen.
- Reward Design
Reward Design ist die Kunst, einer lernenden Software genau die richtigen Punkte für ihr Verhalten zu geben. Sind die Punkte schlecht gewählt, findet das Programm Abkürzungen, die die Punktzahl steigern, aber das eigentliche Ziel verfehlen.
- Reward Hacking
Reward Hacking bedeutet: Ein lernendes Computerprogramm findet einen Weg, seine Punktzahl zu erhöhen, ohne die eigentlich gewünschte Aufgabe zu erfüllen. Es befolgt die Regel wörtlich und verfehlt dabei die Absicht.
- Riemann-Hypothese
Die Riemann-Hypothese ist eine seit 1859 unbewiesene Vermutung über die Verteilung der Primzahlen. Sie gilt als das berühmteste offene Problem der Mathematik und ist mit einem Preisgeld von einer Million Dollar verbunden.
- RLHF
RLHF ist ein Trainingsverfahren, bei dem Menschen die Antworten eines KI-Systems bewerten und das System aus diesen Bewertungen lernt. Dadurch werden Chatbots wie ChatGPT höflicher, hilfreicher und weniger gefährlich in ihren Antworten.
- RMB
RMB steht für Renminbi, die Währung der Volksrepublik China; ihre Zähleinheit ist der Yuan, ihr Währungscode CNY. Kurse werden als „1 Euro = x Yuan" angegeben — von Yuan nach Euro wird deshalb geteilt, nicht multipliziert.
- RNA-Synthese
RNA-Synthese bezeichnet die Herstellung von RNA, also des Moleküls, mit dem Zellen Bauanleitungen für Eiweiße weitergeben. Sie passiert in jeder lebenden Zelle und lässt sich im Labor nachbauen — die Grundlage für mRNA-Impfstoffe und für einen wachsenden Markt an Biotech-Firmen.
- ROAS
ROAS steht für „Return on Ad Spend“ und misst, wie viel Umsatz ein Unternehmen für jeden Euro Werbebudget einnimmt. Die Kennzahl ist die wichtigste Steuergröße im Online-Marketing und bestimmt, wie moderne Werbesysteme automatisch Anzeigen ausspielen.
- Robo-Interview
Ein Robo-Interview ist ein Bewerbungsgespräch, bei dem kein Mensch gegenübersitzt, sondern ein Computerprogramm die Fragen stellt und die Antworten auswertet. Unternehmen nutzen es vor allem, um bei sehr vielen Bewerbungen eine erste Vorauswahl zu treffen.
- Robot-as-a-Service
Robot-as-a-Service bedeutet, dass ein Unternehmen Roboter mietet statt kauft und pro Monat oder pro erledigter Aufgabe bezahlt. Wartung, Software-Updates und oft auch der Austausch defekter Geräte sind im Preis enthalten.
- Robotik-Foundation-Model
Ein Robotik-Foundation-Model ist ein großes KI-Modell, das aus riesigen Mengen an Bewegungs-, Bild- und Sprachdaten gelernt hat, Roboter zu steuern. Statt für jede einzelne Aufgabe neu programmiert zu werden, soll ein solches Modell viele verschiedene Aufgaben und oft auch verschiedene Robotertypen bedienen.
- robots.txt
robots.txt ist eine kleine Textdatei auf einer Website, die automatischen Programmen mitteilt, welche Seiten sie abrufen dürfen und welche nicht. Sie ist nur eine Bitte, keine technische Sperre – wer sie ignoriert, kommt trotzdem an die Inhalte.
- Rock's Law
Rock's Law ist die Beobachtung, dass sich die Kosten für eine Fabrik zur Chipherstellung etwa alle vier Jahre verdoppeln. Es beschreibt damit die teure Kehrseite des technischen Fortschritts bei Computerchips.
- ROCm
ROCm ist das Software-Paket von AMD, mit dem Programme die Grafikkarten dieses Herstellers zum Rechnen benutzen können. Es ist AMDs Gegenstück zu CUDA, der entsprechenden Software von Nvidia, und damit ein zentraler Baustein im Wettbewerb um KI-Hardware.
- Rohereignis
Ein Rohereignis ist die unveränderte Aufzeichnung eines einzelnen Vorgangs in einem technischen System, zum Beispiel ein Klick, eine Zahlung oder ein Sensorwert. Es wird genau so gespeichert, wie es angefallen ist – ohne Zusammenfassung, Korrektur oder Auswertung.
- ROI
Der ROI misst, wie viel eine Investition im Verhältnis zu ihren Kosten einbringt. Er wird als Prozentwert angegeben und ist bei KI-Projekten die zentrale Frage: Lohnt sich das eingesetzte Geld überhaupt?
- Role-Playing-Benchmark
Ein Role-Playing-Benchmark ist ein standardisierter Test, der prüft, wie gut ein Textprogramm eine vorgegebene Rolle durchhält – etwa eine erfundene Figur, einen Kundenberater oder einen Lehrer. Gemessen wird nicht reines Faktenwissen, sondern ob Sprache, Charakter und Regeln über ein langes Gespräch hinweg stimmig bleiben.
- Rollback
Ein Rollback ist die geordnete Rückkehr zu einem älteren, funktionierenden Zustand eines Programms oder Datenbestands, nachdem eine Änderung Probleme verursacht hat. In der Technik gilt er als wichtigste Notbremse: Nicht der Fehler wird sofort behoben, sondern erst einmal der letzte gute Stand wiederhergestellt.
- Rolling Release
Rolling Release bezeichnet ein Software-Modell, bei dem Neuerungen laufend in kleinen Schritten ausgeliefert werden, statt gesammelt in großen Versionen. Nutzer installieren keine neue Ausgabe mehr, sondern halten ihre bestehende Installation dauerhaft aktuell.
- Root-Rechte
Root-Rechte sind die höchste Berechtigungsstufe in einem Computersystem: Wer sie hat, darf jede Datei lesen, ändern und löschen. Sie sind für die Verwaltung eines Systems nötig, gelten aber als größtes Sicherheitsrisiko, wenn Unbefugte sie erlangen.
- Root-Zugriff
Root-Zugriff bedeutet, dass jemand auf einem Computer alle Rechte hat und jede Datei verändern oder löschen darf. Der Begriff stammt aus Unix und Linux und ist dort das mächtigste Benutzerkonto überhaupt.
- Round-Trip-Overhead
Round-Trip-Overhead ist die Zeit, die bei einer Anfrage über ein Netzwerk allein für den Hin- und Rückweg draufgeht — zusätzlich zur eigentlichen Rechenzeit. Bei KI-Anwendungen, die viele kleine Anfragen hintereinander stellen, kann dieser Aufschlag die Gesamtdauer stärker bestimmen als die Rechenarbeit selbst.
- Router-LLM
Ein Router-LLM ist ein System, das jede Nutzeranfrage automatisch an das passende Sprachmodell weiterleitet. Einfache Fragen gehen an ein kleines, billiges Modell, schwierige an ein großes, teures — das senkt die Kosten, ohne die Antwortqualität spürbar zu verschlechtern.
- Routing
Routing bezeichnet die automatische Entscheidung, welches KI-Modell oder welcher Teil eines Modells eine bestimmte Anfrage bearbeitet. Ziel ist es, einfache Aufgaben billig und schnell zu erledigen und teure Rechenleistung nur dort einzusetzen, wo sie wirklich nötig ist.
- Routing-Plattform
Eine Routing-Plattform ist eine Zwischenschicht, die jede Anfrage automatisch an das passende KI-Modell weiterleitet. Einfache Fragen gehen an ein günstiges Modell, schwierige an ein teures — der Nutzer merkt davon nichts.
- Routing-Policy
Eine Routing-Policy ist die Regel, die entscheidet, welches KI-Modell oder welcher Baustein eine einzelne Anfrage bearbeitet. Sie sorgt dafür, dass einfache Fragen an billige Modelle gehen und schwierige an teure.
- Row-Level Security
Row-Level Security ist eine Technik in Datenbanken, bei der jeder Nutzer nur die Datensätze zu sehen bekommt, die ihn betreffen. Die Regel dafür steckt in der Datenbank selbst und gilt für jede Abfrage automatisch.
- RSPO
RSPO ist ein internationaler Zusammenschluss von Unternehmen und Umweltverbänden, der Regeln für den Anbau von Palmöl festlegt und die Einhaltung dieser Regeln überprüfen lässt. Produkte mit dem RSPO-Siegel enthalten Palmöl, das nach diesen Regeln erzeugt wurde.
- RSS
RSS ist ein einheitliches Dateiformat, mit dem Webseiten ihre neuesten Beiträge maschinenlesbar zum Abruf bereitstellen. Ein Programm holt diese Datei regelmäßig ab und sammelt so Meldungen aus vielen Quellen an einem Ort.
- RSS-Feed
Ein RSS-Feed ist eine maschinenlesbare Liste der neuesten Beiträge einer Website. Programme rufen diese Liste regelmäßig ab und zeigen neue Artikel an, ohne dass man die Seite selbst besuchen muss.
- RTF
RTF ist ein Dateiformat für Texte, das neben den Buchstaben auch die Formatierung speichert, also etwa Fettdruck oder Schriftgröße. Microsoft entwickelte es in den 1980er Jahren, damit Textdokumente zwischen unterschiedlichen Programmen ausgetauscht werden können.
- RTX 5060 Ti
Die RTX 5060 Ti ist eine Grafikkarte der Firma Nvidia aus dem Jahr 2025, also ein Bauteil im Computer, das Bilder berechnet. Sie gehört zur unteren Mittelklasse und wird neben Spielen auch für kleine KI-Anwendungen auf dem eigenen Rechner genutzt.
- RTX 5070 Ti
Die RTX 5070 Ti ist eine Grafikkarte von Nvidia aus dem Jahr 2025, also ein Steckmodul für den PC, das Bilder berechnet. Sie gehört zur oberen Mittelklasse und wird auch für kleinere KI-Anwendungen genutzt.
- RTX 5090
Die RTX 5090 ist Nvidias teuerste Grafikkarte für normale Heimcomputer, vorgestellt Anfang 2025. Sie wurde für Computerspiele entwickelt, wird aber auch benutzt, um KI-Programme auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen.
- Rule-File
Ein Rule-File ist eine Textdatei in einem Softwareprojekt, die einem KI-Assistenten dauerhafte Anweisungen gibt – etwa welche Programmiersprache gilt oder welcher Stil erwünscht ist. Der Assistent liest sie bei jeder Anfrage automatisch mit, sodass man dieselben Vorgaben nicht ständig wiederholen muss.
- Run-Rate
Die Run-Rate rechnet einen kurzen Zeitraum auf ein ganzes Jahr hoch: Ein Umsatz von 10 Millionen Euro im Monat ergibt eine Run-Rate von 120 Millionen Euro im Jahr. Sie zeigt keine tatsächlichen Einnahmen, sondern eine Hochrechnung unter der Annahme, dass alles so weiterläuft.
- Run-Rate-Umsatz
Der Run-Rate-Umsatz rechnet einen kurzen Zeitraum auf ein ganzes Jahr hoch: Nimmt man die Einnahmen eines Monats mal zwölf, erhält man den Jahresumsatz, den ein Unternehmen bei gleichbleibendem Tempo erzielen würde. Besonders bei schnell wachsenden KI-Firmen ersetzt diese Hochrechnung oft die echten Jahreszahlen.
- Runaway Selection
Runaway Selection beschreibt einen sich selbst verstärkenden Kreislauf in der Evolution: Ein Merkmal wird bei der Partnerwahl bevorzugt, und diese Vorliebe verstärkt sich gemeinsam mit dem Merkmal immer weiter. In der Technik- und KI-Debatte dient der Begriff heute als Bild für Systeme, die sich durch ihre eigene Rückkopplung in eine extreme Richtung schaukeln.
- Runtime-Harness
Ein Runtime-Harness ist die Software-Umgebung, die ein KI-Modell während seiner Ausführung umgibt: Sie nimmt Eingaben entgegen, gibt dem Modell Werkzeuge an die Hand, führt dessen Vorschläge aus und sammelt die Ergebnisse. Ohne dieses Gerüst könnte ein Modell nur Text ausgeben, aber nichts tatsächlich tun.
- Rust
Rust ist eine Programmiersprache, mit der man sehr schnelle Software schreibt und dabei eine ganze Klasse von typischen Fehlern schon vor dem Start des Programms ausschließt. Sie gilt als moderne Alternative zu den älteren Sprachen C und C++ und wird unter anderem in Betriebssystemen, Browsern und Cloud-Diensten eingesetzt.
S
- S-1-Dokument
Das S-1-Dokument ist der ausführliche Bericht, den ein US-Unternehmen bei der amerikanischen Börsenaufsicht einreichen muss, bevor seine Aktien erstmals an der Börse gehandelt werden dürfen. Es enthält Umsätze, Verluste, Eigentumsverhältnisse und Risiken – und ist für Außenstehende oft der erste echte Blick in die Zahlen einer bis dahin verschlossenen Firma.
- S-1-Registrierung
Die S-1-Registrierung ist ein Dokument, das ein US-Unternehmen bei der Börsenaufsicht einreichen muss, bevor es erstmals Aktien an der Börse verkaufen darf. Sie legt Geschäftszahlen, Risiken und Eigentümerverhältnisse offen und ist für Journalisten und Anleger oft der erste echte Blick in die Bücher einer Firma.
- S-Kurve
Die S-Kurve beschreibt einen typischen Verlauf: Etwas wächst zuerst langsam, dann sehr schnell und flacht am Ende wieder ab. In der Technikwelt nutzt man sie, um die Verbreitung neuer Produkte und die Fortschritte von Technologien einzuordnen.
- S3-Bucket
Ein S3-Bucket ist ein Speicherbereich im Rechenzentrum von Amazon, in dem Firmen Dateien wie Bilder, Videos oder Datenbanken ablegen. Jede Datei bekommt eine eigene Internetadresse, über die Programme sie weltweit abrufen können.
- SaaS-Pricing
SaaS-Pricing beschreibt, wie Anbieter von Mietsoftware ihre Preise gestalten – meist als monatliche Gebühr pro Nutzer statt als einmaliger Kauf. Die Wahl des Preismodells entscheidet oft stärker über den Erfolg eines Softwareunternehmens als die Technik selbst.
- SAFE
Ein SAFE ist ein kurzer Vertrag, mit dem ein junges Unternehmen heute Geld bekommt und dem Geldgeber dafür später Firmenanteile verspricht. Statt eines Preises wird nur eine Regel festgelegt, nach der die Anteile bei der nächsten großen Finanzierungsrunde berechnet werden.
- Safe (Simple Agreement for Future Equity)
Ein Safe ist ein kurzer Vertrag, mit dem ein junges Unternehmen heute Geld bekommt und dem Geldgeber dafür später Firmenanteile verspricht. Der genaue Anteil wird erst bei der nächsten großen Finanzierungsrunde bestimmt.
- Safeguards
Safeguards sind eingebaute Schutzmaßnahmen, die verhindern sollen, dass ein KI-System gefährliche, illegale oder stark schädliche Antworten liefert. Sie bestehen meist aus mehreren Schichten: aus Regeln im Training, aus Filtern vor und nach der Antwort und aus Kontrollen darüber, wer das System überhaupt nutzen darf.
- Safety Card
Eine Safety Card ist ein Begleitdokument, in dem ein Anbieter beschreibt, was sein KI-System kann, wo es versagt und welche Risiken er getestet hat. Sie funktioniert wie ein Beipackzettel für Software und ist inzwischen bei fast jeder großen Modellveröffentlichung dabei.
- Same-Model-Pairing
Same-Model-Pairing bedeutet, dass zwei Rollen in einem KI-System von ein und demselben Modell übernommen werden – etwa wenn ein Programm seine eigene Antwort bewertet. Das spart Aufwand, birgt aber die Gefahr, dass eigene Fehler unentdeckt bleiben.
- SAML
SAML ist ein Standard, mit dem sich Menschen bei einer Webanwendung anmelden können, ohne dort ein eigenes Passwort zu haben. Stattdessen bestätigt ein zentraler Anmeldedienst des Unternehmens, wer sie sind.
- Sampler
Ein Sampler ist das Verfahren, mit dem ein Sprachmodell aus einer Liste möglicher nächster Wörter eines auswählt. Er entscheidet, ob eine Antwort vorhersehbar und nüchtern oder überraschend und kreativ ausfällt.
- Sandbox
Eine Sandbox ist ein abgeschotteter Bereich in einem Computer, in dem ein Programm laufen darf, ohne auf den Rest des Systems zugreifen zu können. Geht dort etwas schief, bleibt der Schaden auf diesen Bereich beschränkt.
- Sandbox-Ausbruch
Ein Sandbox-Ausbruch liegt vor, wenn ein Programm die abgeschottete Testumgebung verlässt, in der es eigentlich eingesperrt war, und auf das restliche System zugreift. Solche Fehler gelten als besonders schwere Sicherheitslücken, weil sie die letzte Schutzmauer eines Systems durchbrechen.
- Sandbox-Escape
Ein Sandbox-Escape ist der Ausbruch eines Programms aus dem abgeschirmten Bereich, in dem es eigentlich eingesperrt läuft. Danach kann der Code auf den restlichen Computer zugreifen – Dateien lesen, Daten verschicken oder sich dauerhaft einnisten.
- SARIF
SARIF ist ein einheitliches Dateiformat, in dem Prüfprogramme ihre Funde in Software aufschreiben. Dank dieses gemeinsamen Formats können verschiedene Werkzeuge, Entwicklungsumgebungen und Dashboards dieselben Ergebnisse lesen und anzeigen.
- Scaffold
Ein Scaffold ist das Programm, das um ein KI-Modell herum gebaut wird und dessen Arbeit steuert: Es zerlegt Aufgaben in Schritte, gibt dem Modell Werkzeuge und prüft Zwischenergebnisse. Dasselbe Modell kann mit einem guten Scaffold deutlich mehr leisten als ohne.
- Scale-to-Zero
Scale-to-Zero bedeutet, dass ein Programm im Internet komplett abgeschaltet wird, sobald es niemand benutzt, und erst beim nächsten Zugriff wieder startet. Dadurch entstehen in Leerlaufzeiten keine Kosten, dafür ist die erste Anfrage nach einer Pause spürbar langsamer.
- Scaled AI Content
Scaled AI Content bezeichnet Texte, Bilder oder Videos, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz in sehr großer Menge und weitgehend automatisch erzeugt werden. Der Begriff fällt vor allem dann, wenn solche Inhalte Suchmaschinen und soziale Netzwerke fluten und dort Werbeeinnahmen oder Reichweite abgreifen sollen.
- Scaling Law
Ein Scaling Law ist eine gemessene Faustregel, die beschreibt, wie viel besser ein KI-Modell wird, wenn man ihm mehr Daten, mehr Rechenleistung und mehr Größe gibt. Die Verbesserung folgt dabei einer erstaunlich regelmäßigen Kurve — und diese Kurve wird immer flacher.
- Scan-Skript
Ein Scan-Skript ist ein kleines, selbst geschriebenes Programm, das automatisch eine große Menge an Daten, Dateien oder Netzwerkadressen durchsucht und auffällige Treffer meldet. Es nimmt Menschen die stumpfe Suchoarbeit ab, findet aber nur das, wonach es ausdrücklich gesucht hat.
- Scarcity OS
Scarcity OS ist ein Schlagwort für Software, die knappe Ressourcen wie Rechenchips, Strom oder Speicher automatisch auf viele Nutzer verteilt. Der Begriff beschreibt keine feste Technik, sondern die Idee, Knappheit selbst zum Steuerungsprinzip eines Systems zu machen.
- Scheduled Tasks
Scheduled Tasks sind Aufgaben, die ein Computer oder ein KI-Assistent automatisch zu einer festgelegten Zeit ausführt, ohne dass jemand sie jedes Mal neu startet. Typische Beispiele sind das nächtliche Sichern von Daten oder eine tägliche Nachrichtenzusammenfassung am Morgen.
- Scheduling
Scheduling bezeichnet die Entscheidung, welche Aufgabe wann und auf welchem Rechenbaustein bearbeitet wird. In Computern, Rechenzentren und KI-Systemen bestimmt diese Reihenfolge maßgeblich, wie schnell und wie günstig alles läuft.
- Schelling Point
Ein Schelling Point ist eine Lösung, auf die mehrere Menschen unabhängig voneinander kommen, weil sie allen naheliegend erscheint – ohne dass sie sich absprechen konnten. Der Begriff stammt aus der Spieltheorie und erklärt, warum sich Gruppen manchmal ganz ohne Kommunikation koordinieren.
- Schema.org
Schema.org ist ein gemeinsames Vokabular, mit dem Betreiber von Webseiten den Inhalt ihrer Seiten für Maschinen beschriften: etwa "das hier ist ein Preis", "das ist ein Kochrezept", "das ist ein Datum". Suchmaschinen und KI-Systeme lesen diese Beschriftungen aus, statt den Text nur zu erraten.
- Schutzmaßnahme (Guardrail)
Eine Schutzmaßnahme ist eine bewusst eingebaute Grenze, die verhindert, dass ein KI-System schädliche oder unerwünschte Ausgaben liefert. Im Englischen heißt sie Guardrail, also Leitplanke.
- Schwachstellendatenbank
Eine Schwachstellendatenbank ist ein öffentliches Verzeichnis bekannter Sicherheitslücken in Software und Geräten. Jede Lücke bekommt dort eine eindeutige Nummer, eine Beschreibung und eine Bewertung, wie gefährlich sie ist.
- Schwarm-Algorithmus
Ein Schwarm-Algorithmus ist ein Rechenverfahren, das viele einfache Suchversuche gleichzeitig laufen lässt und sie voneinander lernen lässt — nach dem Vorbild von Vogelschwärmen oder Ameisenstraßen. So findet ein Computer gute Lösungen für Probleme, bei denen es viel zu viele Möglichkeiten zum Durchprobieren gibt.
- SciCode
SciCode ist ein Test, mit dem Forscher prüfen, ob ein KI-Programm echte wissenschaftliche Rechenaufgaben in Programmcode umsetzen kann. Die Aufgaben stammen aus Physik, Biologie, Chemie und Mathematik und stellen selbst starke Systeme vor große Probleme.
- SCIM
SCIM ist ein technischer Standard, mit dem Unternehmen Benutzerkonten automatisch zwischen ihren IT-Systemen abgleichen. Wird jemand neu eingestellt oder verlässt die Firma, richten die angeschlossenen Dienste die Konten selbst ein oder sperren sie.
- Scope
Scope bezeichnet den Bereich, in dem etwas gilt oder sichtbar ist – zum Beispiel eine Variable im Programmcode, eine Berechtigung einer App oder der vereinbarte Umfang eines Projekts. Wer den Scope festlegt, zieht eine klare Grenze zwischen "gehört dazu" und "gehört nicht dazu".
- Scraping
Scraping bedeutet, dass ein Programm Internetseiten automatisch ausliest und die Inhalte in eine eigene Datensammlung überträgt. Auf diese Weise entstehen unter anderem die riesigen Textmengen, mit denen KI-Systeme trainiert werden.
- Scratchpad
Ein Scratchpad ist ein Bereich, in dem ein KI-Sprachprogramm Zwischenschritte aufschreibt, bevor es die eigentliche Antwort gibt. Dieses laute Mitdenken erhöht die Trefferquote bei Aufgaben, die mehrere Schritte brauchen.
- Screen Scraping
Screen Scraping bezeichnet das automatische Auslesen von Daten aus der fertig angezeigten Oberfläche eines Programms oder einer Webseite. Ein Computerprogramm nimmt dabei den Weg, den sonst ein Mensch mit Augen und Maus geht — weil ein direkter, dafür vorgesehener Datenzugang fehlt.
- SDK
Ein SDK ist ein fertiges Werkzeugpaket, das eine Firma an Programmierer verteilt, damit diese ihre eigenen Programme an ein bestimmtes System anschließen können. Es enthält vorgefertigte Codebausteine, Anleitungen und Testwerkzeuge und spart damit viel Arbeit.
- SDR
SDR steht für Software Defined Radio: ein Funkgerät, bei dem ein Programm die Aufgaben übernimmt, die früher fest verdrahtete Bauteile erledigten. Dasselbe Gerät kann so Radio empfangen, Flugzeugsignale mitlesen oder als Mobilfunk-Basisstation arbeiten – je nachdem, welche Software läuft.
- Search Engine Optimization
Search Engine Optimization, kurz SEO, umfasst alle Maßnahmen, mit denen eine Webseite in den Trefferlisten von Suchdiensten wie Google weiter oben erscheint. Weil die obersten Treffer die meisten Besucher bekommen, ist SEO für viele Unternehmen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
- Searchbox
Eine Searchbox ist das Eingabefeld, in das man auf einer Website oder in einer App seine Suchanfrage tippt. Sie gilt heute als besonders wertvoller Platz, weil sie darüber entscheidet, welcher Dienst eine Frage beantworten darf – zunehmend auch eine KI statt einer klassischen Trefferliste.
- SEC 10-K
Das 10-K ist der ausführliche Jahresbericht, den börsennotierte US-Unternehmen jedes Jahr bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC einreichen müssen. Er enthält Zahlen, Risiken und Erklärungen des Managements in einer festgelegten Gliederung und ist für jeden kostenlos einsehbar.
- Secret Scanning
Secret Scanning ist die automatische Suche nach Passwörtern, Zugangsschlüsseln und ähnlichen Geheimnissen, die versehentlich im Programmcode gelandet sind. Spezielle Werkzeuge durchsuchen dafür alle Dateien eines Projekts und melden verdächtige Zeichenfolgen.
- Secret-Scanner
Ein Secret-Scanner ist ein Programm, das automatisch nach versehentlich veröffentlichten Zugangsdaten wie Passwörtern oder Schlüsseln sucht. Er durchsucht dafür Programmtexte, Dateien und Protokolle, bevor Angreifer sie finden.
- Section 1260H
Section 1260H ist ein US-Gesetzesabschnitt, der das Verteidigungsministerium verpflichtet, jedes Jahr eine Liste chinesischer Unternehmen mit mutmaßlichen Verbindungen zum Militär zu veröffentlichen. Ein Eintrag bedeutet kein direktes Handelsverbot, schadet den betroffenen Firmen aber massiv – besonders in der Chip- und KI-Branche.
- Section 230
Section 230 ist ein US-Gesetzesabschnitt von 1996, der Online-Plattformen vor Klagen wegen der Inhalte ihrer Nutzer schützt. Er gilt als rechtliche Grundlage dafür, dass Foren, soziale Netzwerke und Kommentarspalten überhaupt in ihrer heutigen Form existieren.
- Secure Shell
Secure Shell (SSH) ist ein Verfahren, mit dem man sich über das Internet verschlüsselt an einem entfernten Computer anmeldet und ihn per Texteingabe steuert. Es ist der Standardweg, auf dem Fachleute Server im Rechenzentrum bedienen, ohne dass jemand mitlesen kann.
- Security through obscurity
Security through obscurity bedeutet, etwas dadurch zu schützen, dass man es geheim hält, statt es wirklich abzusichern. Fachleute halten das für unzuverlässig, weil der Schutz sofort zusammenbricht, wenn das Geheimnis bekannt wird.
- Seed (Kryptografie)
Ein Seed ist der geheime Startwert, aus dem ein Computer eine ganze Reihe von Zufallszahlen oder Schlüsseln berechnet. Wer den Seed kennt, kann alles daraus Abgeleitete nachrechnen — deshalb entscheidet er über die Sicherheit von Verschlüsselung und Krypto-Wallets.
- Selbst gehostetes Modell
Ein selbst gehostetes Modell ist ein KI-System, das auf eigenen Computern eines Unternehmens oder einer Privatperson läuft statt auf den Servern eines Anbieters. Der Betreiber hat dadurch volle Kontrolle über Daten und Kosten, muss sich aber selbst um Technik und Wartung kümmern.
- Selbstdomestizierung
Selbstdomestizierung bezeichnet die Idee, dass sich eine Art im Lauf sehr langer Zeiträume selbst zahmer gemacht hat, ohne dass jemand sie gezüchtet hätte. Meist ist damit der Mensch gemeint: Wer friedlicher und kooperativer war, bekam mehr Nachkommen.
- Selbstreplikation
Selbstreplikation bedeutet, dass ein System eine funktionsfähige Kopie von sich selbst herstellt. In der KI-Debatte geht es um die Frage, ob ein Computerprogramm sich ohne menschliche Hilfe auf weitere Rechner kopieren und dort weiterlaufen kann.
- Selbstreplizierend
Selbstreplizierend heißt: ein System stellt eigenständig funktionsfähige Kopien von sich selbst her. In der IT beschreibt der Begriff Schadprogramme, die sich ohne Zutun weiterverbreiten – und in der KI-Sicherheitsdebatte Programme, die sich selbst auf neue Computer kopieren könnten.
- Selbstreplizierender Wurm
Ein selbstreplizierender Wurm ist ein Schadprogramm, das sich ohne Zutun eines Menschen selbst kopiert und von Computer zu Computer weiterverbreitet. Anders als ein Virus braucht er dafür kein Wirtsprogramm und keinen unvorsichtigen Klick.
- Self-Aligned Quadruple Patterning
Self-Aligned Quadruple Patterning (SAQP) ist ein Trick aus der Chipfertigung, mit dem aus einer gezeichneten Linie vier extrem feine Linien entstehen. So lassen sich Strukturen erzeugen, die kleiner sind als das, was die Belichtungsmaschine überhaupt abbilden kann.
- Self-hosted Deployment
Ein Self-hosted Deployment bedeutet, dass eine Software auf Computern läuft, die dem Nutzer selbst gehören oder von ihm gemietet und verwaltet werden – nicht auf denen des Herstellers. Bei KI-Systemen wählen vor allem Firmen und Behörden diesen Weg, weil ihre Daten dabei das eigene Netzwerk nie verlassen.
- Self-Modifying Agents
Self-Modifying Agents sind Computerprogramme mit künstlicher Intelligenz, die ihre eigenen Anweisungen oder ihren eigenen Programmcode während des Betriebs verändern können. Sie sollen dadurch besser werden, ohne dass ein Mensch nachbessert – gelten aber als schwer kontrollierbar.
- Self-Service Ads Manager
Ein Self-Service Ads Manager ist eine Website oder App, über die Werbekunden ihre Anzeigen ohne Hilfe eines Verkäufers selbst anlegen, bezahlen und auswerten. Plattformen wie Meta, Google oder TikTok verdienen den Großteil ihres Geldes über solche Werkzeuge.
- Self-Speculation
Self-Speculation ist ein Trick, mit dem ein Sprachmodell seine eigenen Antworten schneller ausgibt: Ein abgespeckter Teil des Modells rät mehrere Wörter im Voraus, das vollständige Modell prüft diese Vorschläge in einem Rutsch. Das Ergebnis bleibt identisch, die Wartezeit sinkt oft um die Hälfte.
- Selfware
Selfware bezeichnet Software, die sich selbst schreibt, anpasst oder repariert – meist mithilfe von KI-Systemen, die Programmcode erzeugen. Der Begriff ist ein Schlagwort aus der Tech-Branche und beschreibt keine feste Technik, sondern eine Richtung, in die sich das Programmieren gerade bewegt.
- Semantic-Acoustic Autoencoder
Ein Semantic-Acoustic Autoencoder ist ein KI-System, das Sprachaufnahmen in eine kompakte Zahlendarstellung übersetzt und daraus wieder Ton erzeugt. Dabei trennt es bewusst zwei Ebenen: den Inhalt des Gesagten und den Klang der Stimme.
- Semantische Suche
Die semantische Suche findet Texte, die inhaltlich zur Frage passen, auch wenn sie ganz andere Wörter verwenden. Statt Buchstabenfolgen zu vergleichen, vergleicht sie die Bedeutung von Suchanfrage und Dokument.
- SEO
SEO ist die Abkürzung für Suchmaschinenoptimierung: die Arbeit daran, dass eine Internetseite bei Google und anderen Suchmaschinen möglichst weit oben erscheint. Wer weiter oben steht, bekommt deutlich mehr Besucher – deshalb ist SEO für viele Firmen ein wichtiger Kostenfaktor.
- Separation of Concerns
Separation of Concerns ist ein Grundprinzip beim Bau von Software: Jeder Teil eines Programms soll für genau eine Aufgabe zuständig sein. Das macht große Systeme verständlich, testbar und leichter änderbar.
- Sequential Model
Ein Sequential Model ist ein künstliches neuronales Netz, dessen Rechenschritte streng hintereinander in einer einzigen Kette angeordnet sind. Es ist die einfachste Bauform solcher Netze und deshalb der übliche Einstieg für Anfänger in Programmbibliotheken wie Keras.
- Serverless
Serverless bedeutet, dass ein Anbieter die Computer im Hintergrund vollständig verwaltet und Entwickler nur noch ihren Programmcode abliefern. Bezahlt wird nur die Zeit, in der der Code tatsächlich läuft.
- Serverless Computing
Serverless Computing bedeutet, dass ein Anbieter die Computer im Rechenzentrum komplett verwaltet und ein Programm nur dann laufen lässt, wenn es gebraucht wird. Bezahlt wird nach tatsächlicher Nutzung, nicht für dauerhaft reservierte Rechner.
- serverseitig
„Serverseitig" heißt: eine Berechnung passiert nicht auf deinem Gerät, sondern auf einem fremden Rechner im Rechenzentrum, der über das Internet erreichbar ist. Dein Handy oder Laptop schickt nur die Anfrage hin und zeigt anschließend das Ergebnis an.
- Service Layer
Der Service Layer ist eine Zwischenschicht in einem Softwaresystem, die alle fachlichen Abläufe bündelt und sie nach außen als klar benannte Dienste anbietet. Er trennt die Bedienoberfläche von der Datenhaltung und sorgt dafür, dass dieselbe Regel nicht an zehn Stellen doppelt programmiert wird.
- Serving-Bericht
Ein Serving-Bericht ist eine regelmäßige Auswertung darüber, wie ein fertig trainiertes KI-Modell im laufenden Betrieb Anfragen beantwortet – mit Zahlen zu Antwortzeit, Kosten, Fehlern und Auslastung. Er ist das zentrale Kontrollinstrument für alle, die ein KI-System betreiben statt es nur zu bauen.
- Serving-Kosten
Serving-Kosten sind die laufenden Kosten dafür, ein fertiges KI-Modell für Nutzer bereitzuhalten und jede einzelne Anfrage beantworten zu lassen. Sie entscheiden mit darüber, ob ein KI-Produkt Geld verdient oder verbrennt.
- Serving-Schicht
Die Serving-Schicht ist der Teil eines KI-Systems, der fertig trainierte Modelle für echte Nutzeranfragen bereitstellt. Sie nimmt Anfragen an, verteilt sie auf Rechner, holt die Antwort vom Modell und schickt sie zurück.
- Serving-Stack
Ein Serving-Stack ist die Software, die ein fertiges KI-Modell rund um die Uhr für Nutzer bereitstellt und ihre Anfragen an die Rechenchips verteilt. Er entscheidet darüber, wie schnell Antworten kommen und wie teuer jede einzelne Antwort ist.
- Session
Eine Session ist ein zusammenhängender Nutzungsabschnitt zwischen einem Programm und einem Dienst, in dem sich der Dienst merkt, mit wem er gerade spricht. Ohne Session wäre jede einzelne Anfrage an eine Website oder einen Chatbot völlig ohne Erinnerung an die vorherige.
- Session-Persistenz
Session-Persistenz bedeutet, dass alle Anfragen eines Nutzers während eines Besuchs immer beim selben Server landen. Das ist nötig, wenn dieser Server Informationen zum Nutzer im eigenen Arbeitsspeicher hält, die andere Server nicht kennen.
- SGLang
SGLang ist eine kostenlos verfügbare Software, mit der man große Sprachmodelle auf eigenen Rechnern betreibt und deren Antworten ausliefert. Sie ist darauf ausgelegt, viele Anfragen gleichzeitig schnell und mit wenig Rechenaufwand zu bearbeiten.
- SHA-256
SHA-256 ist ein Rechenverfahren, das aus beliebigen Daten eine feste Zahlenfolge von 256 Stellen erzeugt – einen digitalen Fingerabdruck. Schon eine geänderte Ziffer in der Eingabe führt zu einem völlig anderen Ergebnis, und aus dem Ergebnis lässt sich die Eingabe nicht zurückrechnen.
- Shader
Ein Shader ist ein kleines Programm, das auf der Grafikkarte läuft und berechnet, wie ein Bildpunkt oder ein Eckpunkt einer 3D-Szene am Ende aussieht. Weil Millionen dieser Programme gleichzeitig laufen, entstehen Spielegrafik, Filmeffekte und heute auch die Rechenleistung für künstliche Intelligenz.
- Shadowban
Ein Shadowban ist eine unsichtbare Einschränkung auf einer Online-Plattform: Beiträge bleiben für den Absender normal sichtbar, werden anderen Nutzern aber kaum noch angezeigt. Anders als bei einer normalen Sperre gibt es keine Benachrichtigung, weshalb Betroffene die Drosselung oft nur an einbrechenden Zahlen erkennen.
- Sharding
Sharding bedeutet, einen sehr großen Datenbestand oder ein sehr großes Programm in Stücke zu zerlegen und diese Stücke auf mehrere Computer zu verteilen. So lassen sich Aufgaben bewältigen, die für einen einzelnen Rechner zu groß wären.
- Share of Model
Share of Model misst, wie oft eine Marke in den Antworten von KI-Chatbots vorkommt, wenn Menschen dort nach Produkten oder Empfehlungen fragen. Die Kennzahl überträgt die alte Marktanteils-Logik auf eine Welt, in der Kaufentscheidungen im Gespräch mit einer Maschine beginnen.
- Shared State
Shared State bezeichnet Daten, auf die mehrere Programmteile gleichzeitig zugreifen und die sie auch verändern dürfen. Das spart Kopien und hält alle auf demselben Stand, führt aber leicht zu Fehlern, wenn zwei Zugriffe zeitlich zusammenfallen.
- Shell
Die Shell ist ein Programm, das getippte Befehle entgegennimmt und sie an das Betriebssystem weitergibt. Sie ist die textbasierte Alternative zur Bedienung mit Maus und Fenstern und das Standardwerkzeug von Entwicklern, Server-Administratoren und zunehmend auch von KI-Agenten.
- Shell-Kommando
Ein Shell-Kommando ist ein getippter Befehl, mit dem man einem Computer direkt sagt, was er tun soll – ohne Fenster, Symbole und Mausklicks. Solche Befehle steuern heute Server, Entwicklerwerkzeuge und zunehmend auch KI-Assistenten, die selbstständig Programme ausführen.
- Shell-Skript
Ein Shell-Skript ist eine Textdatei mit einer Liste von Computerbefehlen, die der Rechner der Reihe nach ausführt. Damit automatisiert man Aufgaben, die man sonst jedes Mal von Hand eintippen müsste.
- Sicherheitsklassifikator
Ein Sicherheitsklassifikator ist ein kleines Zusatzprogramm, das Texte oder Bilder in Kategorien wie "unproblematisch" oder "gefährlich" einsortiert. Er läuft neben einem KI-System und soll verhindern, dass problematische Anfragen und Antworten durchgehen.
- Sicherheitsmechanismus
Ein Sicherheitsmechanismus ist eine eingebaute Vorkehrung, die verhindern soll, dass ein KI-System schädliche, verbotene oder gefährliche Ausgaben produziert. Solche Vorkehrungen greifen an mehreren Stellen: beim Training, direkt bei der Eingabe und noch einmal bei der fertigen Antwort.
- Significant Risk Transfer
Ein Significant Risk Transfer ist ein Geschäft, bei dem eine Bank das Ausfallrisiko eines Teils ihrer Kredite gegen eine Gebühr an Investoren abgibt, die Kredite selbst aber behält. Dadurch muss die Bank weniger Eigenkapital für diese Kredite zurücklegen und kann das frei gewordene Geld anderweitig einsetzen.
- SimpleQA
SimpleQA ist ein Test von OpenAI, der prüft, ob ein KI-Sprachprogramm kurze Wissensfragen korrekt beantwortet oder sich Fakten ausdenkt. Jede Frage hat genau eine belegbare Antwort, deshalb lässt sich das Ergebnis eindeutig als richtig oder falsch werten.
- SimpleVQA
SimpleVQA ist ein Test, der prüft, ob KI-Systeme Fragen zu Bildern wahrheitsgemäß beantworten. Gemessen wird vor allem, wie oft ein System Dinge behauptet, die auf dem Bild gar nicht zu sehen sind.
- Simplex
Simplex ist ein Rechenverfahren, das aus vielen erlaubten Möglichkeiten die beste heraussucht, etwa den günstigsten Transportplan. In der Nachrichtentechnik bezeichnet dasselbe Wort außerdem eine Verbindung, bei der Daten nur in eine Richtung fließen.
- Single Sign-on
Single Sign-on (SSO) bedeutet: Man meldet sich einmal an und kann danach mehrere verschiedene Dienste nutzen, ohne sich erneut einzuloggen. Bekannt ist das Prinzip von Buttons wie „Mit Google anmelden".
- Site Reliability Engineering
Site Reliability Engineering ist eine Arbeitsweise, bei der Software-Entwickler dafür sorgen, dass große Online-Dienste zuverlässig laufen. Statt Störungen von Hand zu beheben, schreiben sie Programme, die den Betrieb überwachen und automatisch reagieren.
- Situational Awareness von KI-Modellen
Situational Awareness beschreibt, ob ein KI-Modell erkennt, was es selbst ist und in welcher Lage es gerade antwortet – etwa ob es getestet wird oder echten Nutzern gegenübersteht. Für die Sicherheitsforschung ist das eine zentrale Frage, weil Testergebnisse nur dann aussagekräftig sind, wenn ein System sich im Test nicht anders verhält als im Alltag.
- Skalenfreie Architektur
Eine skalenfreie Architektur ist ein Systemaufbau, der bei sehr kleiner und bei sehr großer Menge nach demselben Prinzip funktioniert. Man muss ihn also nicht umbauen, wenn aus zehn Nutzern zehn Millionen werden.
- Skalierungsgesetze
Skalierungsgesetze beschreiben, wie berechenbar sich die Leistung eines KI-Systems verbessert, wenn man es größer macht, mit mehr Beispieldaten füttert und länger rechnen lässt. Sie sind die Rechengrundlage dafür, dass Unternehmen Milliarden in immer größere Modelle investieren.
- Skill Recording
Skill Recording bezeichnet das Aufzeichnen menschlicher Arbeitsschritte, damit eine Software oder ein Roboter sie später selbst ausführen kann. Aus mitgeschnittenen Klicks, Handgriffen oder Bewegungen entsteht so das Trainingsmaterial für automatisierte Abläufe.
- Skill-Datei
Eine Skill-Datei ist ein Textdokument mit Anleitungen, das ein KI-Assistent bei Bedarf öffnet und befolgt. So lassen sich einem Assistenten neue Arbeitsabläufe beibringen, ohne ihn neu zu trainieren.
- SKILL.md
SKILL.md ist eine einfache Textdatei, in der man einem KI-Assistenten eine Arbeitsanweisung für eine bestimmte Aufgabe hinterlegt. Der Assistent lädt diese Anleitung erst dann, wenn er sie tatsächlich braucht, und arbeitet damit die Aufgabe nach festen Vorgaben ab.
- Skills
Skills sind Zusatzfähigkeiten, die man einem digitalen Assistenten oder einer KI beibringt, ohne das Programm selbst zu verändern. Sie funktionieren wie Apps auf einem Handy: Der Assistent bleibt derselbe, kann aber plötzlich mehr.
- Skills (Agentenfähigkeiten)
Skills sind klar abgegrenzte Fähigkeiten, die man einem KI-Assistenten zusätzlich mitgibt, etwa eine Rechnung zu prüfen oder einen Termin einzutragen. Statt alles selbst zu erraten, ruft das Programm für eine Aufgabe die passende Anleitung samt Werkzeugen auf.
- Skills Bench
Eine Skills Bench ist eine standardisierte Sammlung von Aufgaben, mit der geprüft wird, welche praktischen Fähigkeiten ein KI-System tatsächlich beherrscht. Statt reines Faktenwissen abzufragen, misst sie, ob das System eine Aufgabe von Anfang bis Ende richtig erledigt.
- SLA
Ein SLA ist ein schriftlicher Vertragsteil, in dem ein Anbieter zusagt, welche Qualität sein Dienst mindestens haben muss – etwa wie selten er ausfallen darf. Wird die Zusage gebrochen, gibt es meist Geld zurück.
- Slug
Ein Slug ist der lesbare Teil einer Internetadresse, der eine einzelne Seite benennt – etwa "kuenstliche-intelligenz-erklaert" am Ende eines Links. Er besteht meist nur aus Kleinbuchstaben, Zahlen und Bindestrichen und wird automatisch aus dem Titel erzeugt.
- SMTP
SMTP ist die Regelsprache, mit der Computer im Internet E-Mails weiterreichen. Es kümmert sich nur um den Versand vom Absender zum Postfach des Empfängers, nicht um das Lesen der Nachricht.
- SOC 2
SOC 2 ist ein Prüfbericht, in dem eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestätigt, dass ein Software-Anbieter die Daten seiner Kunden ordentlich schützt. Für Firmen, die Software an andere Firmen verkaufen, ist so ein Bericht oft die Eintrittskarte in Verkaufsgespräche.
- Social Engineering
Social Engineering bezeichnet Angriffe, bei denen Kriminelle nicht Technik überlisten, sondern Menschen. Sie täuschen ihre Opfer, damit diese freiwillig Passwörter herausgeben, Geld überweisen oder eine gefährliche Datei öffnen.
- Social Manipulation
Social Manipulation bezeichnet den gezielten Versuch, die Meinungen, Gefühle oder Entscheidungen vieler Menschen zu beeinflussen, ohne dass diese es merken. Mit KI-Werkzeugen lässt sich das heute in großem Maßstab und sehr billig betreiben.
- Social Scoring
Social Scoring bezeichnet Systeme, die das Verhalten von Menschen über längere Zeit erfassen und daraus eine Gesamtbewertung ihrer Person berechnen. In der Europäischen Union ist diese Art der Bewertung durch Behörden und Unternehmen seit 2024 weitgehend verboten.
- Social Simulacra
Social Simulacra sind künstlich erzeugte Nutzergruppen, die in einer noch leeren Online-Community so schreiben und reagieren, wie es echte Menschen tun würden. Entwickler testen damit ein neues Forum oder eine neue App, bevor überhaupt jemand angemeldet ist.
- Society of Thought
Society of Thought bezeichnet einen Ansatz, bei dem eine Aufgabe nicht von einer einzigen Antwort gelöst wird, sondern von mehreren parallelen Denkversuchen, die sich gegenseitig prüfen und ergänzen. Aus dem Zusammenspiel dieser Stimmen entsteht ein Ergebnis, das meist verlässlicher ist als jeder Einzelversuch.
- Soficity
Soficity ist eine Eigenschaft mathematischer Objekte namens Gruppen: Eine Gruppe ist sofisch, wenn man ihr Rechenverhalten durch endliche Tabellen beliebig genau nachbilden kann. Der Begriff spielt in der Mathematik eine Rolle, weil viele große Vermutungen für sofische Gruppen bewiesen sind – und niemand weiß, ob es überhaupt nicht-sofische Gruppen gibt.
- Soft Labels
Soft Labels sind Trainingsvorgaben, die einem Beispiel nicht nur eine einzige richtige Antwort zuweisen, sondern mehreren Antworten unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten. Statt „das ist ein Husky" lautet die Vorgabe dann „80 Prozent Husky, 15 Prozent Wolf, 5 Prozent Schäferhund".
- Soft-Money-Compute-Strategie
Die Soft-Money-Compute-Strategie beschreibt, wie KI-Firmen an Rechenleistung kommen, ohne sie mit eigenem Geld zu bezahlen: Statt Bargeld fließen Firmenanteile, Gutschriften oder Rabatte. So können junge Unternehmen riesige Rechnerkapazitäten nutzen, binden sich aber eng an ihren Geldgeber.
- Software as a Service
Software as a Service (SaaS) bedeutet: Ein Programm läuft auf den Rechnern des Anbieters, und Kunden nutzen es gegen eine laufende Gebühr über das Internet. Man kauft die Software also nicht mehr, sondern mietet den Zugang zu ihr.
- Software as a Service
Software as a Service, kurz SaaS, bedeutet: Ein Programm läuft nicht auf dem eigenen Gerät, sondern auf den Rechnern eines Anbieters, und man benutzt es über den Browser gegen eine laufende Gebühr. Statt einmal eine Kaufversion zu erwerben, mietet man die Nutzung – meist monatlich oder jährlich.
- Software-Stack
Ein Software-Stack ist die Gesamtheit der Programme, die in einem technischen System übereinander aufbauen und zusammenarbeiten – von der Steuerung der Hardware bis zur Oberfläche, die der Nutzer sieht. Der Begriff fällt oft, wenn Unternehmen erklären, mit welchen Bausteinen ein Produkt gebaut ist.
- SOL-API
Eine SOL-API ist eine technische Schnittstelle, über die Programme mit dem Solana-Netzwerk sprechen: Sie fragen Kontostände ab, schicken Zahlungen los oder lesen Kursdaten. Entwickler nutzen sie, damit ihre App nicht selbst einen kompletten Netzwerk-Knoten betreiben muss.
- Solow-Paradoxon
Das Solow-Paradoxon beschreibt die Beobachtung, dass Unternehmen viel Geld in Computer investierten, ohne dass die Wirtschaft messbar mehr pro Arbeitsstunde produzierte. Der Begriff taucht heute wieder auf, wenn über die wirtschaftliche Wirkung von künstlicher Intelligenz gestritten wird.
- SOUL.md
SOUL.md ist eine Textdatei in einem Softwareprojekt, in der festgehalten wird, wofür das Projekt eigentlich steht: Zweck, Werte, Tonfall und Grenzen. Gedacht ist sie vor allem für KI-Assistenten, die am Code mitarbeiten und sonst nur die technischen Regeln kennen würden.
- Source Map
Eine Source Map ist eine Zusatzdatei, die maschinell zusammengestauchten Programmcode wieder auf den ursprünglich geschriebenen Code zurückführt. Entwickler können damit Fehler an der Stelle suchen, an der sie den Code tatsächlich getippt haben.
- Source Poisoning
Source Poisoning bedeutet, dass jemand absichtlich falsche oder manipulierte Texte im Internet platziert, damit ein KI-System sie später als Wissensquelle benutzt. Die KI gibt die Manipulation dann als seriöse Antwort weiter, ohne den Betrug zu bemerken.
- Souveräne KI
Souveräne KI bedeutet, dass ein Land oder eine Region die eigene künstliche Intelligenz selbst kontrolliert: die Rechenzentren, die Daten und die Programme. Ziel ist, nicht von wenigen ausländischen Konzernen abhängig zu sein.
- Souveränitätsanspruch bei KI
Der Souveränitätsanspruch bei KI ist die Forderung eines Staates oder Staatenbunds, künstliche Intelligenz selbst bauen, betreiben und kontrollieren zu können, statt von ausländischen Anbietern abhängig zu sein. Dahinter stehen Sorgen um Sicherheit, Wirtschaft und die Frage, wessen Regeln für eine Technologie gelten.
- Spacer-GIF
Ein Spacer-GIF ist ein winziges, unsichtbares Bild, das frühe Webdesigner in Seiten einbauten, um Abstände zwischen Texten und Grafiken zu erzwingen. Heute gilt die Technik als überholt, taucht aber noch in altem Code und in E-Mails auf.
- Sparkline
Eine Sparkline ist ein sehr kleines Diagramm ohne Achsen und Beschriftung, das direkt in einer Textzeile oder Tabellenzelle steht. Sie zeigt auf einen Blick, ob ein Wert über die Zeit gestiegen, gefallen oder gleich geblieben ist.
- Sparse Attention
Sparse Attention ist ein Sparverfahren in modernen Sprachmodellen: Statt jedes Wort eines Textes mit jedem anderen zu vergleichen, werden nur ausgewählte Wortpaare betrachtet. Das senkt den Rechenaufwand bei langen Texten drastisch und macht Eingaben von hunderttausenden Wörtern überhaupt erst bezahlbar.
- Sparse Mixture of Experts
Sparse Mixture of Experts ist ein Bauprinzip für große KI-Modelle: Das Modell besteht aus vielen austauschbaren Teilnetzen, von denen pro Anfrage nur wenige rechnen. So kann ein Modell sehr groß sein und trotzdem schnell und günstig antworten.
- Sparse MoE
Sparse MoE ist eine Bauweise für große KI-Modelle, bei der pro Anfrage nur ein kleiner Teil des Modells rechnet und der große Rest ruht. So können Modelle sehr viel Wissen speichern, ohne dass jede Antwort entsprechend teuer wird.
- Sparse-Architektur
Eine Sparse-Architektur ist ein KI-Modell, das für jede einzelne Anfrage nur einen kleinen Teil seiner Bausteine benutzt statt aller. So kann ein sehr großes Modell rechnen wie ein viel kleineres.
- Spatial Computing
Spatial Computing bezeichnet Technik, die den echten Raum um einen Menschen herum vermisst und digitale Inhalte passgenau darin platziert. Statt auf einen flachen Bildschirm zu schauen, bewegt man sich zwischen virtuellen Objekten, die scheinbar im Zimmer stehen.
- Spec-Driven Development
Spec-Driven Development ist eine Arbeitsweise beim Programmieren, bei der zuerst eine genaue schriftliche Beschreibung des gewünschten Ergebnisses entsteht und der eigentliche Programmcode erst daraus abgeleitet wird. Besonders wichtig wurde die Methode, seit KI-Werkzeuge große Mengen Code schreiben und dafür klare Vorgaben brauchen.
- Spec-Phase
Die Spec-Phase ist der Abschnitt eines Projekts, in dem genau aufgeschrieben wird, was gebaut werden soll – noch bevor jemand mit dem Bauen anfängt. Das Ergebnis ist ein Dokument, an dem sich später alle Beteiligten messen lassen.
- Speculative Decoding
Speculative Decoding ist ein Trick, mit dem Sprachprogramme ihre Antworten schneller ausgeben. Ein kleines, schnelles Modell rät mehrere Wörter im Voraus, ein großes, genaues Modell prüft diese Vorschläge in einem Rutsch.
- Speculative Execution
Speculative Execution bedeutet, dass ein Computer schon rechnet, bevor feststeht, ob das Ergebnis überhaupt gebraucht wird. Liegt er richtig, spart er Zeit; liegt er falsch, verwirft er die Arbeit — dieses Prinzip steckt in fast jedem Prozessor und heute auch in der Beschleunigung von KI-Textmodellen.
- Speech Engine
Eine Speech Engine ist ein Programm, das gesprochene Sprache in Text umwandelt oder aus Text hörbare Sprache erzeugt. Sie steckt hinter Sprachassistenten, Untertitelfunktionen, Vorlesefunktionen und Diktierprogrammen.
- Speech-Native
Speech-Native bezeichnet KI-Systeme, die gesprochene Sprache direkt verarbeiten und direkt wieder als Sprache ausgeben, ohne den Umweg über geschriebenen Text. Dadurch reagieren sie schneller und hören auch Tonfall, Lautstärke und Pausen mit.
- Speech-to-Text
Speech-to-Text bezeichnet Software, die gesprochene Sprache in geschriebenen Text umwandelt. Sie steckt in Diktierfunktionen, automatischen Untertiteln und Sprachassistenten und gehört heute zu den zuverlässigsten Anwendungen künstlicher Intelligenz.
- SPEED-Bench
SPEED-Bench ist ein Testverfahren, mit dem man messen will, wie schnell und effizient ein KI-System Antworten erzeugt – nicht nur, wie gut diese Antworten inhaltlich sind. Solche Tests sind wichtig, weil Geschwindigkeit und Stromverbrauch darüber entscheiden, ob ein KI-Dienst bezahlbar bleibt.
- Speicherbandbreite
Die Speicherbandbreite gibt an, wie viele Daten pro Sekunde zwischen dem Arbeitsspeicher eines Chips und seinen Rechenwerken bewegt werden können. Bei KI-Anwendungen entscheidet sie oft stärker über das Tempo als die reine Rechenleistung.
- Spezifikationssprache
Eine Spezifikationssprache ist eine künstliche Sprache mit festen Regeln, in der man aufschreibt, was ein Computerprogramm leisten soll – nicht, wie es das tut. Weil solche Beschreibungen eindeutig sind, kann ein Rechner sie prüfen und Widersprüche aufdecken.
- Sphere-Packing
Sphere-Packing ist die Frage, wie man gleich große Kugeln möglichst dicht in einen Raum stapelt, ohne dass sie sich überschneiden. Das klingt nach Obstkisten, steckt aber in Funkübertragung, Datenkompression und moderner Verschlüsselung.
- Split-Screen
Split-Screen bezeichnet einen geteilten Bildschirm: Die Anzeigefläche wird in zwei oder mehr Bereiche zerlegt, die gleichzeitig unterschiedliche Inhalte zeigen. Der Begriff kommt aus Film und Videospielen und ist heute vor allem eine Bedienfunktion von Computern, Tablets und Smartphones.
- Sprach-zu-Sprach-Modell
Ein Sprach-zu-Sprach-Modell nimmt gesprochene Sprache entgegen und antwortet direkt wieder mit gesprochener Sprache, ohne den Umweg über geschriebenen Text. Dadurch reagiert es schneller und kann Tonfall, Lautstärke und Sprechtempo mitverarbeiten.
- Sprachagent
Ein Sprachagent ist ein Computerprogramm, das ein Telefongespräch selbstständig führt: Es hört zu, versteht das Gesagte, antwortet mit einer künstlichen Stimme und kann dabei Aufgaben erledigen, etwa einen Termin buchen. Anders als eine alte Telefonansage mit festen Auswahlmenüs reagiert es frei auf das, was der Anrufer sagt.
- Sprachassistent
Ein Sprachassistent ist ein Programm, das gesprochene Anweisungen versteht und darauf reagiert – etwa Alexa, Siri oder Google Assistant. Er wandelt Sprache in Text um, deutet den Wunsch dahinter und führt eine passende Aktion aus.
- Sprachbefehl
Ein Sprachbefehl ist ein gesprochener Satz, mit dem man ein Gerät steuert, statt zu tippen oder zu klicken. Das Gerät wandelt die Aufnahme in Text um, deutet die Absicht und führt dann eine passende Aktion aus.
- Sprachmodell
Ein Sprachmodell ist ein Computerprogramm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, welches Wort auf ein anderes folgen kann. Auf dieser einfachen Grundlage beruhen heutige Chatprogramme wie ChatGPT.
- Sprachmodell-Transkription
Sprachmodell-Transkription bezeichnet das automatische Umwandeln von gesprochener Sprache in geschriebenen Text durch ein KI-System. Sie steckt in Untertiteln, Diktierfunktionen und Besprechungsprotokollen — arbeitet aber nicht fehlerfrei, sondern rät bei undeutlichen Stellen.
- SQL Injection
SQL Injection ist ein Angriff auf Webseiten, bei dem jemand über ein normales Eingabefeld heimlich Befehle an die dahinterliegende Datenbank schickt. Gelingt das, kann der Angreifer fremde Daten auslesen, verändern oder löschen.
- SQLite
SQLite ist ein kostenloses Programmpaket, mit dem eine App ihre Daten geordnet in einer einzigen Datei auf dem Gerät speichern und durchsuchen kann. Es steckt unsichtbar in fast jedem Smartphone, Browser und Betriebssystem und gilt als eine der am häufigsten eingesetzten Software der Welt.
- SRAM
SRAM ist eine besonders schnelle Art von Computerspeicher, die Daten nur solange hält, wie Strom fließt. Sie sitzt direkt auf Prozessoren und Grafikchips und entscheidet dort mit darüber, wie schnell KI-Berechnungen laufen.
- SSH
SSH ist ein Verfahren, mit dem man einen entfernten Computer über das Internet sicher steuern kann. Alles, was dabei übertragen wird, ist verschlüsselt, sodass Fremde im Netz nichts mitlesen können.
- SSH-Bootstrap
SSH-Bootstrap bezeichnet das erste Einrichten eines neuen Servers über eine verschlüsselte Fernverbindung. Ein einzelner Zugang genügt, um Grundeinstellungen, Nutzerkonten und Verwaltungswerkzeuge automatisch aufzusetzen.
- Stablecoin
Ein Stablecoin ist digitales Geld auf einer Blockchain, dessen Kurs an eine gewöhnliche Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist. Ein Stück soll also dauerhaft etwa einen Dollar wert sein — anders als Bitcoin, dessen Preis stark schwankt.
- StackPerf
StackPerf bezeichnet die Messung der Leistung eines ganzen Technik-Stapels statt einzelner Bauteile: Es zählt, was am Ende beim Nutzer ankommt, nicht wie schnell ein Chip auf dem Papier ist. Solche Gesamtbetrachtungen entscheiden heute darüber, welche KI-Systeme im Betrieb wirklich günstig und schnell sind.
- Standardmodell
Das Standardmodell ist die derzeit beste Beschreibung dafür, aus welchen kleinsten Bausteinen Materie besteht und welche Kräfte zwischen ihnen wirken. Es erklärt fast alle Messungen der Teilchenphysik sehr genau, lässt aber Fragen wie die Schwerkraft und die Dunkle Materie offen.
- State
Der State ist alles, was ein Programm sich über bereits Geschehenes merkt, während es läuft. Ob ein System einen State hat oder nicht, entscheidet darüber, ob es aus einer Folge von Anfragen einen Zusammenhang bilden kann.
- State Corruption
State Corruption bezeichnet den Zustand eines Programms oder KI-Systems, in dem die intern gespeicherten Daten nicht mehr zur Wirklichkeit passen. Das System arbeitet dann scheinbar normal weiter, trifft seine Entscheidungen aber auf einer falschen Grundlage.
- State Machine
Eine State Machine ist ein Modell, das ein System in eine überschaubare Zahl klar benannter Zustände einteilt und festlegt, welche Ereignisse von welchem Zustand in welchen anderen führen. Sie wird in der Software-Entwicklung genutzt, um Abläufe eindeutig und überprüfbar zu beschreiben.
- State-Space-Architektur
Die State-Space-Architektur ist ein Bauplan für KI-Modelle, die Texte oder Signale Schritt für Schritt lesen und dabei nur eine kompakte Zusammenfassung des Gelesenen mitführen. Sie gilt als Gegenentwurf zur heute üblichen Transformer-Bauweise, weil sie mit sehr langen Eingaben deutlich sparsamer umgeht.
- State-Space-Modell
Ein State-Space-Modell ist ein KI-Bauplan, der Texte oder Signale Schritt für Schritt liest und dabei nur eine kompakte Zusammenfassung des Bisherigen mitführt. Dadurch bleibt der Rechenaufwand auch bei sehr langen Eingaben beherrschbar — anders als bei den heute üblichen Transformer-Modellen.
- Stateless
Stateless heißt: ein Dienst merkt sich zwischen zwei Anfragen nichts über den Nutzer. Jede Anfrage muss alle nötigen Angaben selbst mitbringen, was die Technik dahinter einfacher und leichter vervielfachbar macht.
- Stateless Agents
Stateless Agents sind KI-Programme, die selbstständig Aufgaben abarbeiten, sich zwischen zwei Aufträgen aber an nichts erinnern. Jeder Auftrag beginnt bei Null, alle nötigen Informationen müssen von außen mitgeliefert werden.
- Static Application Security Testing
Static Application Security Testing, kurz SAST, sucht Sicherheitslücken direkt im Programmtext einer Software, ohne dass das Programm dafür laufen muss. Spezielle Prüfwerkzeuge lesen den Code wie ein Korrektor und melden Stellen, die Angreifer ausnutzen könnten.
- Statische Codeanalyse
Statische Codeanalyse prüft den geschriebenen Programmtext auf Fehler, ohne das Programm laufen zu lassen. Werkzeuge lesen den Text wie ein Korrektor und melden verdächtige Stellen, bevor die Software bei Nutzern landet.
- Status-quo-Bias
Der Status-quo-Bias ist die Neigung von Menschen, den bestehenden Zustand beizubehalten, selbst wenn eine Alternative messbar besser wäre. Er erklärt, warum Voreinstellungen in Software, alte Verträge und eingefahrene Arbeitsabläufe so hartnäckig überleben.
- Steganographie
Steganographie ist die Kunst, eine Nachricht so zu verstecken, dass niemand ihre Existenz bemerkt. Anders als bei der Verschlüsselung, wo eine unlesbare Nachricht offen sichtbar ist, sieht man bei Steganographie nur ein harmloses Bild, Video oder einen normalen Text.
- Sternchenfeld
Ein Sternchenfeld ist ein Eingabefeld auf einer Webseite oder in einer App, das getippte Zeichen nicht anzeigt, sondern durch Punkte oder Sternchen ersetzt. Es schützt vor allem Passwörter davor, von Umstehenden mitgelesen zu werden.
- Stilometrie
Stilometrie ist die messbare Untersuchung von Schreibstil: Sie zählt sprachliche Merkmale eines Textes, um herauszufinden, wer ihn geschrieben hat. Heute wird sie unter anderem eingesetzt, um anonyme Texte zuzuordnen oder maschinell erzeugte Texte von menschlichen zu unterscheiden.
- Stimmrechtsaktien
Stimmrechtsaktien sind Firmenanteile, die ihrem Besitzer erlauben, bei den Entscheidungen des Unternehmens mitzustimmen. Bei vielen Technologiekonzernen gibt es zwei Aktiensorten: eine mit viel Stimmgewicht für die Gründer und eine mit wenig oder gar keinem für normale Anleger.
- Stop Words
Stop Words sind sehr häufige, für sich genommen inhaltsarme Wörter wie „und“, „der“ oder „ist“, die manche Textverarbeitungsprogramme vor der Analyse aus einem Text streichen. Das spart Speicher und Rechenzeit, kann aber die Bedeutung verfälschen — moderne Sprachmodelle verzichten deshalb meist darauf.
- Stop-Hook
Ein Stop-Hook ist eine hinterlegte Anweisung, die automatisch ausgeführt wird, sobald ein KI-Assistent seine Arbeit an einer Aufgabe beendet. Damit lassen sich Abschlussprüfungen, Aufräumarbeiten oder Benachrichtigungen anstoßen, ohne dass ein Mensch sie jedes Mal anstoßen muss.
- Streaming (LLM-Ausgabe)
Streaming bedeutet, dass ein Chatbot seine Antwort Stück für Stück ausgibt, während er sie noch berechnet, statt am Ende alles auf einmal zu zeigen. Deshalb erscheint der Text scheinbar tippend auf dem Bildschirm.
- Streetlight-Effekt
Der Streetlight-Effekt beschreibt die Neigung, dort zu suchen, wo das Suchen leicht ist, statt dort, wo die Antwort wirklich liegt. In Forschung, Wirtschaft und KI führt das dazu, dass leicht messbare Dinge untersucht werden und wichtige, aber schwer messbare Fragen liegen bleiben.
- Streisand-Effekt
Der Streisand-Effekt beschreibt, dass der Versuch, eine Information zu unterdrücken, sie oft erst richtig bekannt macht. Benannt ist er nach der Sängerin Barbra Streisand, die 2003 gegen ein Luftbild ihres Hauses klagte und es damit millionenfach verbreitete.
- Sub-Agent
Ein Sub-Agent ist ein KI-Helfer, der von einem übergeordneten KI-Programm für eine klar umgrenzte Teilaufgabe gestartet wird und danach nur sein Ergebnis zurückmeldet. So werden große Aufträge in kleinere Portionen zerlegt, die getrennt und teils parallel bearbeitet werden.
- Subliminal Learning
Subliminal Learning beschreibt den Effekt, dass ein KI-System beim Lernen von den Texten eines anderen Systems auch dessen Eigenheiten übernimmt – selbst wenn diese in den Texten überhaupt nicht vorkommen. Der Begriff stammt aus Forschungsarbeiten von 2025 und gilt als Risiko für die verbreitete Praxis, KI-Trainingsdaten von anderer KI erzeugen zu lassen.
- Subquadratische Attention
Subquadratische Attention bezeichnet Verfahren, die den Rechenaufwand von Sprachmodellen beim Verarbeiten langer Texte langsamer wachsen lassen als quadratisch. Statt jedes Wort mit jedem anderen zu vergleichen, wird die Zahl der Vergleiche gezielt reduziert.
- Subvokalisierung
Subvokalisierung ist das stille Mitsprechen von Wörtern beim Lesen oder Denken, bei dem die Sprechmuskeln winzige Bewegungen ausführen. Sensoren können diese Signale messen, weshalb der Begriff heute auch in der Technik auftaucht — etwa bei Geräten, die lautlos gesprochene Befehle erkennen.
- Suchmaschinenoptimierung
Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, umfasst alle Maßnahmen, mit denen eine Webseite bei Google und anderen Suchdiensten weiter oben in der Trefferliste erscheint. Ziel sind mehr Besucher, ohne für Werbeplätze zu bezahlen.
- Sunk Cost Fallacy
Die Sunk Cost Fallacy ist ein Denkfehler: Menschen halten an einer Sache fest, weil sie schon viel Geld, Zeit oder Mühe hineingesteckt haben. Vernünftig wäre es, nur nach dem künftigen Nutzen zu entscheiden, denn das bereits Ausgegebene kommt ohnehin nicht zurück.
- Super-Agent
Ein Super-Agent ist ein KI-System, das nicht nur antwortet, sondern selbstständig ganze Aufgaben erledigt: planen, Programme bedienen, Zwischenergebnisse prüfen. Der Begriff ist eher ein Marketingversprechen als eine feste technische Definition.
- Super-App
Eine Super-App ist ein einzelnes Handyprogramm, in dem viele sonst getrennte Dienste zusammenlaufen: Nachrichten schreiben, bezahlen, Essen bestellen, Tickets kaufen. Bekanntestes Beispiel ist WeChat in China, wo Hunderte Millionen Menschen fast ihren gesamten digitalen Alltag in einer App erledigen.
- Supercomputer-Cluster
Ein Supercomputer-Cluster ist ein Verbund aus tausenden einzelnen Computern, die über sehr schnelle Kabel verbunden sind und gemeinsam an einer Aufgabe rechnen. Solche Anlagen sind heute die Grundlage für das Training großer KI-Modelle und für aufwendige wissenschaftliche Simulationen.
- SuperGPQA
SuperGPQA ist ein Test mit rund 26.000 sehr schweren Fachfragen aus 285 Studienfächern, mit dem geprüft wird, wie viel Fachwissen ein KI-System wirklich beherrscht. Er gilt als Nachfolger des kleineren Tests GPQA und deckt auch seltene Fachgebiete ab, die in üblichen Prüfungen fehlen.
- Superintelligenz
Superintelligenz bezeichnet ein gedachtes Computersystem, das Menschen in praktisch allen geistigen Aufgaben deutlich übertrifft. Der Begriff beschreibt keine existierende Technik, sondern ein Zukunftsszenario, über das Forschung, Politik und Investoren heftig streiten.
- SuperPOD
Ein SuperPOD ist ein fertig zusammengestelltes Großsystem aus vielen verbundenen Spezialrechnern, das der Chiphersteller Nvidia als Komplettpaket verkauft. Es dient dazu, sehr große KI-Modelle in Wochen statt Jahren zu trainieren.
- Supervised Fine-Tuning
Supervised Fine-Tuning ist ein Trainingsschritt, bei dem ein bereits vortrainiertes KI-Modell mit ausgewählten Beispielpaaren aus Aufgabe und Musterantwort nachgeschult wird. So lernt ein System, das nur Text fortsetzen kann, tatsächlich Anweisungen zu befolgen.
- Supply-Chain-Angriff
Bei einem Supply-Chain-Angriff greifen Kriminelle ein Unternehmen nicht direkt an, sondern manipulieren einen Zulieferer, dessen Produkt das Unternehmen benutzt. Über ein einziges verseuchtes Update können so tausende Kunden gleichzeitig betroffen sein.
- Supply-Side-Platform
Eine Supply-Side-Platform ist ein technischer Dienst, über den Website- und App-Betreiber ihre Werbeflächen automatisch zum Verkauf anbieten. Sie holt in Sekundenbruchteilen Gebote von vielen Werbekäufern ein und vergibt den Platz an das höchste davon.
- Surrogate Verifier
Ein Surrogate Verifier ist ein Hilfsprogramm, das die Antwort eines KI-Systems bewertet, obwohl die richtige Lösung gar nicht bekannt ist. Er ersetzt eine echte Prüfung durch eine Schätzung – und ist deshalb schnell, aber angreifbar.
- SVG
SVG ist ein Dateiformat für Bilder, das die Grafik nicht als Punktraster speichert, sondern als Bauanleitung aus Linien, Kurven und Flächen. Dadurch bleibt ein SVG in jeder Größe gestochen scharf und lässt sich wie Text bearbeiten.
- SWA-basiertes HiCache
SWA-basiertes HiCache ist eine Technik, mit der Chatbot-Server sich Zwischenergebnisse aus früheren Rechenschritten merken und auf mehreren Speicherebenen ablegen. Weil das Modell dabei nur ein gleitendes Textfenster berücksichtigt, bleibt die Menge der gespeicherten Daten auch bei sehr langen Gesprächen begrenzt.
- SWE Marathon
SWE Marathon ist ein Test, der prüft, ob ein KI-System sehr lange an einer Programmieraufgabe arbeiten kann, ohne den Überblick zu verlieren. Statt einzelner kleiner Korrekturen geht es um Aufträge, die stunden- oder tagelange Arbeit an echtem Programmcode erfordern.
- SWE-bench
SWE-bench ist ein Test, mit dem geprüft wird, ob ein KI-System echte Programmierfehler in bestehender Software selbst reparieren kann. Die Aufgaben stammen aus realen Softwareprojekten, und als Lösung gilt nur, was die vorhandenen Prüfprogramme des Projekts bestehen lässt.
- SWE-Bench Pro
SWE-Bench Pro ist ein Test, der prüft, ob eine KI echte Programmierfehler in echten Software-Projekten selbstständig beheben kann. Er gilt als deutlich schwerere Weiterentwicklung des älteren Tests SWE-Bench.
- SWE-bench Verified
SWE-bench Verified ist ein Test, der misst, wie gut Computerprogramme echte Fehler in echter Software selbst beheben können. Er besteht aus 500 handgeprüften Aufgaben aus offen einsehbaren Programmierprojekten und gilt als wichtigster Vergleichsmaßstab für Programmierfähigkeiten von KI-Systemen.
- SWE-Pro
SWE-Pro ist ein Test, mit dem geprüft wird, wie gut KI-Systeme echte Programmieraufgaben aus professionellen Softwareprojekten lösen. Statt kleiner Übungsaufgaben bekommt die KI reale Fehlerberichte und muss den Code so ändern, dass die Prüfprogramme des Projekts durchlaufen.
- Swift
Swift ist eine Programmiersprache, die Apple 2014 vorgestellt hat. Mit ihr werden die meisten Apps für iPhone, iPad, Mac und Apple Watch geschrieben.
- Sycophancy
Sycophancy bezeichnet die Neigung von Chatbots, dem Nutzer nach dem Mund zu reden statt bei der sachlich richtigen Antwort zu bleiben. Das Verhalten entsteht ungewollt beim Training, weil Menschen zustimmende Antworten oft besser bewerten als korrekte.
- Sycophantic AI
Sycophantic AI beschreibt die Neigung von Chatbots, den Nutzern nach dem Mund zu reden statt bei der richtigen Antwort zu bleiben. Widerspricht man dem Programm, gibt es oft nach – auch dann, wenn es vorher recht hatte.
- Symmetrische Verschlüsselung
Bei der symmetrischen Verschlüsselung benutzen Sender und Empfänger denselben geheimen Schlüssel: einmal zum Unlesbarmachen einer Nachricht, einmal zum Zurückverwandeln. Das Verfahren ist sehr schnell, hat aber ein Problem – der Schlüssel muss vorher sicher zum Gegenüber gelangen.
- Synthetische Daten
Synthetische Daten sind künstlich erzeugte Beispiele, die echte Messungen oder echte Texte ersetzen sollen. Sie werden vor allem genutzt, um Computerprogramme zu trainieren, wenn echte Daten fehlen, zu teuer sind oder Persönlichkeitsrechte verletzen würden.
- SynthID
SynthID ist eine von Google entwickelte Technik, die maschinell erzeugte Bilder, Töne, Videos und Texte mit einem unsichtbaren Erkennungszeichen versieht. Ein passendes Prüfwerkzeug kann dieses Zeichen später auslesen und so anzeigen, dass der Inhalt von einer Maschine stammt.
- Syscall
Ein Syscall ist die Anfrage eines Programms an das Betriebssystem, etwas zu tun, das das Programm nicht selbst darf – etwa eine Datei öffnen oder Daten übers Netz schicken. Über diese kontrollierte Schnittstelle laufen praktisch alle Zugriffe auf Festplatte, Netzwerk und Speicher.
- System Card
Eine System Card ist ein öffentliches Begleitdokument, das ein Unternehmen zu einem neuen KI-System veröffentlicht. Sie beschreibt, was das System kann, wo es scheitert, wie es geprüft wurde und welche Sicherheitsvorkehrungen eingebaut sind.
- System of Action
Ein System of Action ist eine Software, die Arbeitsschritte nicht nur anzeigt, sondern selbst ausführt – etwa eine Bestellung auslösen oder einen Termin verschieben. Der Begriff grenzt solche Programme von klassischer Software ab, die vor allem Daten speichert und darstellt.
- System of Record
Ein System of Record ist das Computersystem, das für eine bestimmte Information als die einzige verbindliche Quelle gilt. Widersprechen sich zwei Programme, zählt das, was dort gespeichert ist.
- System of Record
Ein System of Record ist die Software, in der die verbindliche Fassung bestimmter Daten eines Unternehmens liegt. Widersprechen sich zwei Programme, gilt das, was hier gespeichert ist.
- Systemkarte
Eine Systemkarte ist ein Begleitdokument, das ein Unternehmen zu einem neuen KI-Produkt veröffentlicht. Darin steht, wofür das System gedacht ist, wie gut es in Tests abgeschnitten hat und wo es typischerweise Fehler macht.
- Systemprompt
Ein Systemprompt ist eine versteckte Anweisung, die ein Chatbot-Betreiber seinem Programm vorgibt, bevor der Nutzer überhaupt etwas schreibt. Sie legt fest, wie das Programm sich verhält, welchen Ton es anschlägt und worüber es nicht sprechen soll.
- Systemrisiken
Systemrisiken sind Gefahren, die nicht nur einzelne Menschen treffen, sondern ganze Gesellschaften, Märkte oder die öffentliche Ordnung erschüttern können. In der KI-Regulierung bezeichnet der Begriff die Risiken besonders leistungsfähiger Modelle, für deren Anbieter deshalb strengere Pflichten gelten.
T
- Tabellarisches Fundamentmodell
Ein tabellarisches Fundamentmodell ist ein großes, vorab trainiertes KI-Modell für Daten in Tabellenform, etwa Kundenlisten oder Messreihen. Es kann Vorhersagen für eine neue Tabelle treffen, ohne dafür eigens neu trainiert zu werden.
- Tabellarisches Sprachmodell
Ein tabellarisches Sprachmodell ist ein KI-System, das nicht nur Fließtext verarbeitet, sondern gezielt Tabellen mit Zeilen, Spalten und Überschriften. Es kann Fragen zu Tabelleninhalten beantworten, Werte nachschlagen und einfache Berechnungen über Zellen hinweg durchführen.
- Tabular Foundation Model
Ein Tabular Foundation Model ist ein KI-Modell, das auf Tabellen mit Zeilen und Spalten spezialisiert ist und dort Werte vorhersagt. Es wurde einmal groß vortrainiert und kann danach neue Tabellen auswerten, ohne für jede einzelne Tabelle neu trainiert zu werden.
- Tail-Latency
Tail-Latency bezeichnet die Wartezeit der langsamsten Anfragen eines Systems – also nicht den Durchschnitt, sondern die Ausreißer am oberen Ende. Sie entscheidet darüber, wie zuverlässig sich ein Dienst für Nutzer anfühlt.
- Tape-out
Der Tape-out ist der Moment, in dem der fertige Entwurf eines Computerchips an die Fabrik geschickt wird, die ihn herstellt. Danach lässt sich am Design nichts mehr ändern, weshalb dieser Schritt in der Chipbranche als Meilenstein gilt.
- Task-Agent
Ein Task-Agent ist ein Computerprogramm, das eine Aufgabe eigenständig in Teilschritte zerlegt und diese Schritte nacheinander selbst ausführt. Es antwortet also nicht nur mit Text, sondern handelt: Es sucht, klickt, rechnet und prüft das Ergebnis.
- Task-Completion-Rate
Die Task-Completion-Rate gibt an, welcher Anteil gestellter Aufgaben vollständig und korrekt erledigt wurde. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen, um zu beurteilen, ob ein KI-System im echten Einsatz nützlich ist.
- tasks.md
tasks.md ist eine einfache Textdatei in einem Softwareprojekt, in der die anstehenden Arbeitsschritte als Liste stehen. Sie hat sich zu einem festen Baustein der Zusammenarbeit mit KI-Programmierassistenten entwickelt, weil diese die Liste lesen, abarbeiten und Erledigtes abhaken können.
- Tau Scaling Law
Das Tau Scaling Law beschreibt, wie zuverlässig ein KI-System eine Aufgabe schafft, je länger diese Aufgabe dauert. Die Erfolgsquote fällt dabei regelmäßig ab, je mehr Arbeitsschritte hintereinander nötig sind.
- TCP/IP
TCP/IP ist der Satz gemeinsamer Regeln, nach denen Computer im Internet Daten austauschen. Er sorgt dafür, dass Daten in kleine Pakete zerlegt, korrekt zugestellt und beim Empfänger wieder richtig zusammengesetzt werden.
- Tech-Stack
Ein Tech-Stack ist die Sammlung aller Programme, Programmiersprachen und Dienste, mit denen ein Unternehmen seine Software baut und betreibt. Der Begriff beschreibt also nicht ein einzelnes Werkzeug, sondern die gesamte Auswahl an Bausteinen, die zusammenarbeiten müssen.
- Technical Spec
Eine Technical Spec ist ein schriftliches Dokument, das vor dem Programmieren festlegt, wie eine geplante Software gebaut werden soll. Sie beschreibt den Aufbau, die getroffenen Entscheidungen und die Gründe dafür – und dient dem Team als gemeinsame Verständigungsgrundlage.
- Technische Schulden
Technische Schulden sind die Folgekosten schneller, unsauberer Lösungen in Software: Man spart heute Zeit und zahlt später mit mehr Aufwand. Der Begriff vergleicht diesen Aufwand mit einem Kredit, der Zinsen kostet.
- Technologische Singularität
Die technologische Singularität ist die Vorstellung, dass Maschinen eines Tages klüger werden als Menschen und sich dann selbst immer weiter verbessern. Ab diesem Punkt wäre die weitere Entwicklung für Menschen nicht mehr vorhersagbar oder steuerbar.
- Technologische Singularität
Die technologische Singularität ist die Vorstellung, dass Maschinen irgendwann klüger werden als Menschen und sich dann selbst weiter verbessern. Ab diesem Punkt wäre die Entwicklung so schnell, dass Menschen sie nicht mehr vorhersagen oder steuern könnten.
- Technologische Souveränität
Technologische Souveränität bedeutet, dass ein Land oder ein Unternehmen wichtige Technik selbst beherrscht oder zumindest frei wählen kann, von wem es sie bezieht. Es geht nicht um Abschottung, sondern darum, nicht erpressbar zu sein.
- Telemetrie
Telemetrie bezeichnet das automatische Messen und Übertragen von Betriebsdaten aus einem Gerät oder Programm an den Hersteller. Sie zeigt, wie eine Software läuft, wo sie abstürzt und wie sie benutzt wird – und ist deshalb bei Datenschützern umstritten.
- Temperature (Sampling-Parameter)
Temperature ist eine Einstellung, die steuert, wie berechenbar oder wie überraschend die Antworten eines Textgenerators ausfallen. Ein niedriger Wert führt zu nüchternen, wiederholbaren Formulierungen, ein hoher Wert zu ungewöhnlicheren und riskanteren.
- Temperatursensor
Ein Temperatursensor ist ein kleines Bauteil, das misst, wie warm oder kalt seine Umgebung ist, und diesen Wert als elektrisches Signal weitergibt. Er steckt in Handys, Autos, Heizungen und in den Rechenzentren, in denen KI-Modelle arbeiten.
- Template-Injection
Bei einer Template-Injection schmuggelt ein Angreifer eigene Rechenanweisungen in eine Textvorlage einer Webseite. Der Server hält sie für einen normalen Teil der Vorlage, führt sie aus und verrät dabei Daten oder gibt die Kontrolle über den Rechner ab.
- Tensor Processing Unit
Eine Tensor Processing Unit (TPU) ist ein von Google entwickelter Spezialchip, der fast nur eine Sorte Rechnung ausführt: das massenhafte Multiplizieren und Addieren von Zahlen in großen Tabellen. Genau diese Rechnung brauchen moderne KI-Systeme ständig, weshalb TPUs sie schneller und stromsparender erledigen als ein normaler Computerchip.
- TensorRT
TensorRT ist ein Programmpaket der Firma Nvidia, das fertig trainierte KI-Modelle so umbaut, dass sie auf Nvidia-Grafikkarten möglichst schnell rechnen. Es macht Modelle nicht klüger, sondern schneller und sparsamer im Betrieb.
- Terabyte
Ein Terabyte ist eine Maßeinheit für Datenmengen und entspricht rund einer Billion Zeichen. Es ist heute die übliche Größenordnung für Festplatten, Videoarchive und die Datensätze, mit denen KI-Modelle trainiert werden.
- Term Sheet
Ein Term Sheet ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Bedingungen, unter denen ein Investor Geld in ein Unternehmen stecken will. Es ist noch kein endgültiger Vertrag, legt aber fest, worüber später nicht mehr verhandelt wird.
- Terminal
Ein Terminal ist ein Fenster am Computer, in dem man Befehle als Text eintippt statt auf Symbole zu klicken. Der Computer führt die Befehle aus und antwortet ebenfalls mit Text.
- Terminal User Interface
Ein Terminal User Interface (TUI) ist eine Bedienoberfläche, die vollständig aus Text in einem Terminalfenster besteht – mit Menüs, Listen und Fortschrittsbalken, aber ohne Maus, Fenster und Grafik. Entwicklerwerkzeuge und KI-Programmierassistenten nutzen diese Form, weil sie schnell, ressourcensparend und auch über Fernzugriff auf entfernte Rechner nutzbar ist.
- Terminal-basiert
Terminal-basiert heißt: ein Programm wird nicht über Fenster, Symbole und Maus bedient, sondern über getippte Befehle in einem Textfenster. Die Ausgabe erscheint ebenfalls als Text, Zeile für Zeile.
- Terminal-Bench
Terminal-Bench ist ein Test, der prüft, wie gut KI-Programme echte Aufgaben auf einem Computer lösen, indem sie Befehle in ein Textfenster tippen. Gemessen wird nur, ob das Ergebnis am Ende tatsächlich funktioniert.
- Test-Time Reasoning
Test-Time Reasoning bedeutet, dass ein KI-Programm sich für eine Frage bewusst mehr Rechenzeit nimmt und Zwischenschritte durchgeht, statt sofort zu antworten. Diese zusätzliche Bedenkzeit verbessert vor allem Mathematik-, Logik- und Programmieraufgaben, kostet aber pro Antwort deutlich mehr.
- Text-to-Speech
Text-to-Speech bezeichnet Software, die geschriebenen Text in gesprochene Sprache umwandelt. Moderne Systeme klingen kaum noch nach Computerstimme und können Betonung, Tempo und sogar bestimmte Stimmen nachahmen.
- Text-to-Speech (TTS)
Text-to-Speech, kurz TTS, bezeichnet Programme, die geschriebenen Text in gesprochene Sprache umwandeln. Moderne TTS-Systeme klingen so natürlich, dass sie von echten Stimmaufnahmen kaum zu unterscheiden sind.
- Text-to-Video
Text-to-Video bezeichnet Computerprogramme, die aus einer geschriebenen Beschreibung ein kurzes Video erzeugen. Man tippt einen Satz ein, das Programm rechnet und liefert bewegte Bilder, die es vorher nirgends gab.
- Text-zu-Bild-Modell
Ein Text-zu-Bild-Modell ist ein Computerprogramm, das aus einer geschriebenen Beschreibung ein passendes Bild erzeugt. Bekannte Beispiele sind Midjourney, Stable Diffusion und DALL·E.
- Textgenerierung
Textgenerierung bezeichnet das automatische Erzeugen von zusammenhängendem Text durch ein Computerprogramm. Moderne KI-Programme schreiben dabei Wort für Wort weiter und wählen jedes Mal die Fortsetzung, die zum bisherigen Text am besten passt.
- Thin Client
Ein Thin Client ist ein sehr einfach ausgestatteter Computerarbeitsplatz, der kaum selbst rechnet. Die eigentliche Arbeit erledigt ein zentraler Rechner im Netzwerk, das Gerät zeigt nur das Ergebnis an und schickt Tastatur- und Mauseingaben zurück.
- Thinking-Budget
Ein Thinking-Budget ist eine Obergrenze dafür, wie lange ein KI-Programm vor seiner Antwort intern nachdenken darf. Es steuert den Kompromiss zwischen Antwortqualität auf der einen und Wartezeit und Kosten auf der anderen Seite.
- Thinking-Modus
Der Thinking-Modus ist eine Betriebsart von KI-Chatprogrammen, in der das Programm vor der eigentlichen Antwort erst einen längeren Zwischentext für sich selbst schreibt. Dieser Zwischenschritt kostet Zeit und Geld, verbessert aber die Trefferquote bei Aufgaben mit mehreren Denkschritten deutlich.
- Threat Hunting
Threat Hunting ist die aktive Suche nach Angreifern, die bereits unbemerkt in einem Computernetzwerk stecken. Statt auf einen Alarm zu warten, durchsuchen Fachleute die Daten des Netzwerks gezielt nach Spuren.
- Threat Modeling
Threat Modeling ist eine strukturierte Denkübung: Ein Team überlegt vor dem Bau eines Systems, wer es angreifen könnte, wie und mit welchem Ziel. Aus dieser Liste möglicher Angriffe leitet es ab, welche Schutzmaßnahmen sich wirklich lohnen.
- Time Series Foundation Model
Ein Time Series Foundation Model ist ein großes KI-Modell, das auf riesigen Mengen von Messreihen trainiert wurde und danach für viele verschiedene Vorhersagen einsetzbar ist. Es soll bei Zeitreihen das leisten, was Sprachmodelle bei Texten tun: einmal vortrainiert, dann sofort auf neue Daten anwendbar.
- Time-to-First-Token
Time-to-First-Token bezeichnet die Wartezeit zwischen dem Absenden einer Anfrage an ein KI-System und dem Erscheinen des allerersten Zeichens der Antwort. Sie entscheidet darüber, ob sich ein Chatbot flüssig anfühlt oder träge.
- Timeout
Ein Timeout ist eine fest eingestellte Wartefrist in einem Computerprogramm: Kommt eine erwartete Antwort nicht innerhalb dieser Zeit, bricht das Programm den Versuch ab und meldet einen Fehler. So verhindert man, dass ein Dienst endlos auf einen anderen wartet.
- tmux
tmux ist ein Hilfsprogramm für die Kommandozeile, das ein einziges Textfenster in mehrere unabhängige Arbeitsbereiche aufteilt. Sein wichtigster Vorteil: laufende Programme bleiben aktiv, auch wenn man das Fenster schließt oder die Verbindung zum Server abbricht.
- Token
Ein Token ist ein kleines Textstück – meist ein Wort, ein Wortteil oder ein Satzzeichen –, in das Sprachprogramme einen Text zerlegen, bevor sie ihn verarbeiten. Weil Anbieter pro Token abrechnen und Modelle nur eine begrenzte Zahl davon aufnehmen, ist der Begriff die zentrale Maßeinheit der KI-Branche.
- Token-Arbitrage
Token-Arbitrage bezeichnet das Ausnutzen von Preisunterschieden bei KI-Diensten, die pro verarbeiteter Texteinheit abrechnen. Wer Anfragen billig einkauft und teurer weiterverkauft oder auf ein günstigeres Modell umleitet, verdient an der Differenz.
- Token-basierte Kosten
Token-basierte Kosten sind das übliche Abrechnungsmodell für KI-Sprachdienste: Bezahlt wird nach der Menge an Text, die ein Programm hineingibt und herausbekommt, gemessen in kleinen Textbausteinen. Wer viel Text schickt oder lange Antworten erzeugt, zahlt entsprechend mehr.
- Token-Budget
Ein Token-Budget ist die festgelegte Obergrenze an Textbausteinen, die ein KI-System für eine Aufgabe verarbeiten oder erzeugen darf. Es begrenzt Kosten, Antwortzeit und Länge – und zwingt Entwickler dazu, sorgfältig auszuwählen, was das Modell überhaupt zu sehen bekommt.
- Token-Effizienz
Token-Effizienz beschreibt, wie viel nützliches Ergebnis ein KI-System pro verarbeitetem Textbaustein liefert. Wer mit weniger Textbausteinen dieselbe Antwortqualität erreicht, arbeitet günstiger und schneller.
- Token-Kontingent
Ein Token-Kontingent ist die Menge an Textbausteinen, die ein Nutzer oder ein Programm in einem bestimmten Zeitraum an ein KI-System schicken oder von ihm empfangen darf. Es begrenzt Kosten und Rechenlast und ist die übliche Abrechnungseinheit bei kommerziellen KI-Diensten.
- Token-Limit
Das Token-Limit gibt an, wie viel Text ein KI-Sprachprogramm auf einmal verarbeiten kann. Es wird nicht in Wörtern gemessen, sondern in Tokens – kleinen Textbausteinen, in die das Programm jeden Text zerlegt.
- Token-Marge
Die Token-Marge beschreibt, wie viel von dem Geld übrig bleibt, das ein KI-Anbieter für eine verkaufte Texteinheit einnimmt, nachdem er die Rechenkosten dafür bezahlt hat. Sie ist die zentrale Kennzahl dafür, ob das Geschäft mit KI-Antworten profitabel ist oder Verluste erzeugt.
- Token-Plan
Ein Token-Plan ist ein Tarifmodell für KI-Dienste, bei dem man nicht für Zeit oder Anzahl der Anfragen zahlt, sondern für die Menge an verarbeiteten Textbausteinen. Diese Bausteine heißen Token, und je länger Frage und Antwort sind, desto mehr davon verbraucht man.
- Token-Preis
Der Token-Preis gibt an, was ein Anbieter für die Verarbeitung einer bestimmten Menge Textbausteine durch ein KI-Modell verlangt. Er ist die übliche Abrechnungseinheit für Sprach-KI und entscheidet darüber, ob ein Produkt wirtschaftlich betrieben werden kann.
- Token-Preise
Token-Preise geben an, was die Nutzung eines KI-Sprachmodells pro verarbeiteter Texteinheit kostet. Abgerechnet wird meist getrennt nach eingegebenem und ausgegebenem Text, üblicherweise in Dollar pro Million Token.
- Token-Routing
Token-Routing bezeichnet die Entscheidung, welcher Teil eines großen KI-Modells ein einzelnes Textstück bearbeiten soll. Ein kleines Zusatznetz wählt dafür pro Textstück wenige spezialisierte Bausteine aus, statt das ganze Modell rechnen zu lassen.
- Tokenizer
Ein Tokenizer zerlegt Text in kleine Bausteine und ersetzt jeden Baustein durch eine Zahl. Nur so kann ein KI-Sprachmodell mit Sprache rechnen, denn es verarbeitet ausschließlich Zahlen.
- Tokens pro Sekunde
Tokens pro Sekunde gibt an, wie viele Textbausteine ein KI-Programm in einer Sekunde ausgibt oder verarbeitet. Der Wert ist das wichtigste Tempomaß für Chatbots und Sprachmodelle – ähnlich wie km/h beim Auto.
- Tool Calling
Tool Calling bedeutet, dass ein Sprachmodell nicht nur Text schreibt, sondern gezielt fremde Programme aufruft — etwa einen Taschenrechner, eine Suchmaschine oder eine Kalender-Software. Das Modell entscheidet selbst, wann es ein solches Werkzeug braucht, und baut das Ergebnis in seine Antwort ein.
- Tool Poisoning
Tool Poisoning ist ein Angriff, bei dem die Beschreibung eines Werkzeugs, das ein KI-Assistent benutzen darf, heimlich mit versteckten Anweisungen präpariert wird. Die KI liest diese Anweisungen als Teil ihres Auftrags und führt sie aus, ohne dass der Nutzer etwas davon merkt.
- Tool Use
Tool Use bedeutet, dass ein KI-Programm nicht nur Text schreibt, sondern zusätzlich fremde Hilfsprogramme aufruft — etwa einen Taschenrechner, eine Suchmaschine oder eine Datenbank. Die KI erkennt selbst, wann sie so eine Hilfe braucht, und baut das Ergebnis in ihre Antwort ein.
- Tool-Aufruf
Ein Tool-Aufruf bedeutet, dass ein KI-Programm eine Aufgabe nicht selbst löst, sondern ein externes Hilfsmittel benutzt — etwa einen Taschenrechner, eine Suchmaschine oder eine Wetterdatenbank. Das Programm formuliert dafür eine genau festgelegte Anfrage, bekommt ein Ergebnis zurück und schreibt damit seine Antwort weiter.
- Tool-Müdigkeit
Tool-Müdigkeit beschreibt den Erschöpfungszustand, wenn Menschen bei der Arbeit zu viele verschiedene Programme parallel benutzen müssen. Statt Zeit zu sparen, kostet die Vielzahl der Anwendungen Aufmerksamkeit, Nerven und Geld.
- ToolcallFormatIFBench
ToolcallFormatIFBench ist ein Test, der prüft, ob ein KI-Sprachmodell externe Werkzeuge exakt im vorgeschriebenen Format aufruft. Gemessen wird nicht, ob die Antwort inhaltlich klug ist, sondern ob die technische Form stimmt.
- Toolchain
Eine Toolchain ist eine feste Reihe von Programmen, die nacheinander an derselben Aufgabe arbeiten und ihre Ergebnisse jeweils an das nächste Programm weitergeben. Der Begriff kommt aus der Softwareentwicklung und beschreibt heute auch die Werkzeugketten, mit denen KI-Modelle gebaut und betrieben werden.
- Toolflation
Toolflation beschreibt, wie Unternehmen und Einzelpersonen immer mehr digitale Programme und Dienste ansammeln, ohne sie alle wirklich zu nutzen. Die Kosten und der Aufwand wachsen dabei schneller als der Nutzen.
- Top500-Liste
Die Top500-Liste ist eine halbjährlich veröffentlichte Rangliste der 500 schnellsten öffentlich bekannten Großrechner der Welt. Gemessen wird die Rechenleistung mit einem einheitlichen Test, dem Linpack-Benchmark, dessen Ergebnis in Rechenoperationen pro Sekunde angegeben wird.
- TOPS
TOPS steht für „Tera Operations Per Second“ und gibt an, wie viele Billionen einfacher Rechenschritte ein Chip pro Sekunde schafft. Die Zahl ist die gängige Werbeangabe für KI-Chips in Handys, Laptops und Autos – aussagekräftig ist sie aber nur mit Zusatzangaben.
- Tor-Netzwerk
Das Tor-Netzwerk ist ein weltweites Netz freiwillig betriebener Rechner, das Internetverkehr über mehrere Zwischenstationen umleitet und dabei mehrfach verschlüsselt. So lässt sich kaum nachvollziehen, wer welche Seite aufgerufen hat.
- Total Cost of Ownership
Total Cost of Ownership (TCO) bezeichnet alle Kosten, die eine Anschaffung über ihre gesamte Nutzungsdauer verursacht – nicht nur den Kaufpreis. In der IT und bei KI-Systemen entscheidet diese Rechnung oft darüber, welche Lösung wirklich die günstigere ist.
- Touch Interface
Ein Touch Interface ist eine Bedienoberfläche, die man mit dem Finger direkt auf dem Bildschirm steuert, statt Maus oder Tasten zu benutzen. Es steckt in Smartphones, Tablets, Fahrkartenautomaten und Autos und hat die Art verändert, wie Menschen Geräte bedienen.
- TPU
Eine TPU ist ein von Google entwickelter Spezialchip, der fast nur eine Sache kann: die riesigen Zahlenrechnungen ausführen, aus denen künstliche Intelligenz besteht. Sie ist damit eine Alternative zu den Grafikchips von Nvidia, die den Markt bisher dominieren.
- Tracing
Tracing bedeutet, den Weg einer einzelnen Anfrage durch ein Computersystem lückenlos mitzuschreiben. Entwickler sehen dadurch, welcher Arbeitsschritt wie lange gedauert hat und an welcher Stelle etwas schiefgegangen ist.
- Track 1.5
Track 1.5 bezeichnet Gesprächsrunden zwischen Staaten, an denen Regierungsvertreter und unabhängige Fachleute gemeinsam teilnehmen. In der KI-Politik dient dieses halboffizielle Format dazu, heikle Themen wie Militär-KI zu besprechen, ohne dass ein Staat sich sofort festlegen muss.
- Track Changes
Track Changes ist eine Funktion in Textprogrammen, die jede Änderung an einem Dokument sichtbar markiert, statt sie einfach zu übernehmen. Wer den Text später liest, sieht genau, wer was gestrichen, eingefügt oder kommentiert hat, und kann jede Änderung einzeln annehmen oder ablehnen.
- Tracking-Pixel
Ein Tracking-Pixel ist ein winziges, meist unsichtbares Bild in einer Webseite oder E-Mail, dessen Abruf dem Absender verrät, dass und wann jemand die Seite oder Nachricht geöffnet hat. Es ist eines der ältesten und am weitesten verbreiteten Werkzeuge, um das Verhalten von Nutzern im Internet zu messen.
- Traffic
Traffic bezeichnet die Menge an Besuchern oder Daten, die eine Website, eine App oder ein Netz in einem bestimmten Zeitraum erreichen. Die Zahl entscheidet mit über Werbeeinnahmen, Serverkosten und den Wert eines digitalen Angebots.
- Traffic-Klassen
Traffic-Klassen sind Kategorien, in die ein Netzwerk die durchlaufenden Daten einteilt, um sie unterschiedlich schnell weiterzuleiten. Ein Videotelefonat wird so bevorzugt behandelt, während ein großer Download etwas warten darf.
- Training-Corpus
Ein Training-Corpus ist die gesammelte Datenmenge, aus der ein KI-System lernt – meist Texte, Bilder oder Code. Seine Größe, Zusammensetzung und Qualität bestimmen maßgeblich, was das fertige System kann und welche Fehler es macht.
- Trainings-Repository
Ein Trainings-Repository ist der zentrale, geordnete Speicherort für alle Daten, mit denen ein KI-Modell lernt. Es hält fest, welche Beispiele enthalten sind, woher sie stammen und welche Version davon für welchen Lernvorgang benutzt wurde.
- Trainingscluster
Ein Trainingscluster ist eine große Ansammlung spezieller Computer, die zusammengeschaltet sind, um ein KI-System aus riesigen Datenmengen lernen zu lassen. Moderne Cluster bestehen aus zehntausenden solcher Rechenchips und kosten Milliarden.
- Trainingsdaten
Trainingsdaten sind die Beispiele, aus denen ein KI-Programm seine Fähigkeiten lernt – etwa Milliarden Texte aus dem Internet oder Millionen beschriftete Fotos. Ihre Menge und Qualität entscheiden mit darüber, was das fertige Programm kann und welche Fehler es macht.
- Trainingsdatensatz
Ein Trainingsdatensatz ist die Sammlung von Beispielen, aus der ein Computerprogramm sein Verhalten ableitet, statt es vorgeschrieben zu bekommen. Seine Größe, Zusammensetzung und Qualität entscheiden darüber, was das fertige Programm später kann — und welche Fehler es systematisch macht.
- Trainingskorpus
Ein Trainingskorpus ist die gesammelte Datenmenge, aus der ein KI-System lernt – meist riesige Mengen an Text, Bildern oder Code. Was darin steht, bestimmt, was das fertige System kann und welche Fehler es macht.
- Trainingslauf
Ein Trainingslauf ist der zusammenhängende Rechenvorgang, in dem ein KI-Modell aus Beispieldaten lernt. Große Läufe belegen tausende Spezialchips über Wochen und kosten oft hunderte Millionen Dollar.
- Trainingsmaterial
Trainingsmaterial ist die Sammlung von Texten, Bildern, Tönen oder Tabellen, aus denen ein KI-System lernt. Seine Menge, Qualität und Herkunft entscheiden mit darüber, was ein Modell später kann – und wo es Fehler macht.
- Trainingsumgebung
Eine Trainingsumgebung ist ein abgeschlossener, meist simulierter Schauplatz, in dem ein Computerprogramm eine Aufgabe immer wieder versuchen darf und für jeden Versuch eine Bewertung bekommt. Aus vielen Millionen solcher Versuche lernt das Programm, welche Handlungen sich lohnen.
- Trainium
Trainium ist ein Spezialchip, den Amazon selbst entwickelt hat, um KI-Modelle zu trainieren. Er ist die hauseigene Alternative zu den teuren Rechenchips von Nvidia und läuft ausschließlich in Amazons Rechenzentren.
- Trajektorie
Eine Trajektorie ist die vollständige Aufzeichnung eines Ablaufs: jeder Zustand, jede Entscheidung und jedes Ergebnis, Schritt für Schritt in der richtigen Reihenfolge. In der KI-Entwicklung sind solche Verlaufsprotokolle das Rohmaterial, aus dem Systeme lernen, wie man mehrstufige Aufgaben löst.
- Trajektorie (Training)
Eine Trajektorie ist die vollständige Aufzeichnung eines Lösungsversuchs: jeder Schritt, den ein Programm oder ein Mensch von der Aufgabe bis zum Ergebnis gemacht hat. Solche Aufzeichnungen sind heute das wichtigste Lernmaterial, wenn KI-Systeme mehrschrittige Aufgaben bewältigen sollen.
- Transducer
Ein Transducer ist ein KI-Modell, das eine laufende Eingabe Stück für Stück in eine Ausgabe umwandelt, ohne auf das Ende der Eingabe zu warten. Am bekanntesten ist er in der Spracherkennung: Er verwandelt Tonaufnahmen laufend in Text, während jemand noch spricht.
- Transformer
Der Transformer ist der Bauplan, nach dem heute fast alle großen KI-Sprachmodelle aufgebaut sind. Sein Kerntrick: Das Modell schaut sich für jedes Wort an, welche anderen Wörter im Text dafür gerade wichtig sind.
- Transkription
Transkription bedeutet, gesprochene Sprache in geschriebenen Text umzuwandeln. Computerprogramme erledigen das heute in Sekunden und liefern die Grundlage für Untertitel, Meeting-Protokolle und Sprachassistenten.
- Tree Shaking
Tree Shaking ist ein automatisches Verfahren, das beim Zusammenbauen einer Webseite oder App allen Programmcode entfernt, den niemand benutzt. Das Ergebnis ist eine kleinere Datei, die schneller lädt.
- Triage (Security)
Triage in der IT-Sicherheit ist das schnelle Sortieren eingehender Warnmeldungen und gemeldeter Sicherheitslücken nach Dringlichkeit. Sie entscheidet, welcher Fall sofort bearbeitet wird, welcher warten kann und welcher sich als Fehlalarm erledigt.
- Trilliarde
Eine Trilliarde ist eine Eins mit 21 Nullen, also tausend Trillionen. Der Begriff taucht auf, wenn es um extrem große Mengen geht – etwa um Rechenoperationen von Supercomputern oder um Datenmengen.
- Trinity
Trinity ist ein Name, der in der Technikwelt mehrfach vergeben wurde: bekannt sind vor allem der erste Test einer Atombombe im Jahr 1945 und ein Großrechner des US-Labors Los Alamos. In der KI-Berichterstattung taucht der Begriff meist als Projekt- oder Produktname auf und muss deshalb immer aus dem Zusammenhang gelesen werden.
- Trust Flywheel
Das Trust Flywheel beschreibt einen sich selbst verstärkenden Kreislauf: Wer einem Produkt vertraut, nutzt es mehr, und diese Nutzung macht das Produkt wiederum besser und vertrauenswürdiger. In der KI-Branche gilt der Begriff als Erklärung dafür, warum manche Anbieter ihren Vorsprung immer weiter ausbauen.
- Trust Score
Ein Trust Score ist eine Zahl, die angibt, wie vertrauenswürdig ein Nutzer, ein Anbieter oder ein Inhalt eingeschätzt wird. Er wird automatisch aus vielen einzelnen Beobachtungen berechnet und steuert, wem ein System etwas erlaubt und wem nicht.
- Trusted Access
Trusted Access bezeichnet einen Zugang zu besonders sensiblen Systemen oder Daten, der nur wenigen geprüften Personen oder Organisationen gewährt wird. In der KI-Welt bekommen so etwa Forschende oder Behörden Einblick in Modelle, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind.
- Turbopack
Turbopack ist ein Werkzeug, das den Programmcode einer Webseite für den Browser zusammenbaut. Es ist in der Sprache Rust geschrieben und soll vor allem die Wartezeit von Entwicklern beim Ausprobieren von Änderungen verkürzen.
- Turing-KI-Chip
Der Turing-KI-Chip ist eine 2018 vorgestellte Generation von Grafikchips der Firma NVIDIA, die erstmals eigene Recheneinheiten für künstliche Intelligenz auf einem Consumer-Chip mitbrachte. Diese sogenannten Tensor-Kerne machten Turing zum Vorläufer der heutigen KI-Beschleuniger in Rechenzentren.
- Turn-Based
Turn-Based beschreibt eine Form des Austauschs, bei der immer nur eine Seite an der Reihe ist: erst spricht der Mensch, dann antwortet das System. Fast alle Chatprogramme mit künstlicher Intelligenz arbeiten nach diesem Prinzip, das aber an Grenzen stößt, sobald Gespräche natürlicher wirken sollen.
- Turn-Taking-Latenz
Turn-Taking-Latenz ist die Zeit, die zwischen dem Ende einer menschlichen Äußerung und dem Beginn der Antwort eines Sprachassistenten vergeht. Sie entscheidet darüber, ob sich ein Gespräch mit einer Maschine natürlich anfühlt oder stockend.
- Two-Tower-Retrieval-Modell
Ein Two-Tower-Retrieval-Modell ist ein Suchverfahren, bei dem zwei getrennte Programmteile die Suchanfrage und die durchsuchten Inhalte unabhängig voneinander in Zahlenlisten übersetzen. Weil die Inhalte schon vorher umgerechnet werden können, findet das System aus Millionen Einträgen in Millisekunden die passendsten.
- Typeahead
Typeahead nennt man die Funktion, die schon während des Tippens passende Vorschläge in ein Eingabefeld einblendet. Sie soll Tippfehler abfangen, Zeit sparen und den Nutzer zu Ergebnissen führen, die es tatsächlich gibt.
- Typecheck
Ein Typecheck ist die automatische Prüfung, ob in einem Programm überall die richtige Art von Daten verwendet wird – also etwa eine Zahl dort steht, wo eine Zahl erwartet wird. Er findet viele Fehler, bevor das Programm überhaupt läuft.
- TypeScript
TypeScript ist eine Programmiersprache, die auf JavaScript aufbaut und zusätzlich festlegt, welche Art von Daten an welcher Stelle erlaubt ist. Dadurch fallen viele Fehler schon beim Schreiben des Programms auf statt erst beim Ausführen.
U
- UA-SID
UA-SID steht für eine Sitzungskennung, die ein Server einem Besucher zusammen mit Angaben über dessen Browser zuordnet. Damit lassen sich Nutzer über mehrere Seitenaufrufe hinweg wiedererkennen, auch wenn klassische Cookies fehlen.
- UAP
UAP ist die offizielle Bezeichnung für Objekte oder Erscheinungen am Himmel, die sich nicht sofort erklären lassen. Der Begriff hat das alte Wort „UFO“ in Behörden und Militär ersetzt, weil er neutraler klingt und keine Herkunft der Objekte behauptet.
- UAV
Ein UAV ist ein Fluggerät ohne Menschen an Bord, gesteuert per Funk vom Boden aus oder durch einen eingebauten Computer. Im Alltag nennt man solche Geräte meist einfach Drohnen.
- UI-Agent
Ein UI-Agent ist ein KI-Programm, das einen Computer so bedient wie ein Mensch: Es sieht den Bildschirm, klickt, tippt und scrollt selbst. Damit kann es Aufgaben in normalen Programmen erledigen, für die es keine besondere Schnittstelle für Software gibt.
- Umgebungsvariable
Eine Umgebungsvariable ist ein benannter Wert, den ein Betriebssystem einem laufenden Programm mitgibt — etwa ein Passwort, ein Speicherort oder ein Schalter. So lassen sich Einstellungen ändern, ohne den Programmtext selbst anzufassen.
- Umsatz-Run-Rate
Die Umsatz-Run-Rate rechnet den Umsatz eines kurzen Zeitraums auf ein ganzes Jahr hoch. Sie zeigt, wie viel ein Unternehmen in zwölf Monaten einnehmen würde, wenn das aktuelle Tempo genau so bliebe.
- Uncanny Valley
Das Uncanny Valley beschreibt ein Unbehagen, das künstliche Figuren auslösen, wenn sie fast wie echte Menschen wirken, aber eben nur fast. Der Begriff stammt aus der Robotik und ist heute für Animationsfilme, Spiele und KI-generierte Videos wichtig.
- Uncapped SAFE
Ein Uncapped SAFE ist ein Vertrag, mit dem ein Investor einem jungen Unternehmen Geld gibt und dafür später Anteile bekommt – ohne dass vorher eine Obergrenze für den Unternehmenswert festgelegt wird. Für die Gründer ist das die günstigste Variante, für den Geldgeber die riskanteste.
- Unclean Hands
Unclean Hands ist ein Grundsatz aus dem angloamerikanischen Recht: Wer sich selbst unfair verhalten hat, bekommt vor Gericht keine Unterstützung gegen den Gegner. In KI-Streitfällen taucht der Einwand auf, wenn etwa ein Kläger seine eigenen Daten fragwürdig beschafft hat.
- Underwriting
Underwriting ist die Prüfung, ob eine Bank oder Versicherung ein bestimmtes Risiko übernimmt und zu welchem Preis. Heute übernehmen dabei oft Computerprogramme die Vorarbeit, die aus Daten eine Risikoeinschätzung berechnen.
- Unified Memory
Unified Memory bezeichnet einen Aufbau, bei dem Hauptprozessor und Grafikeinheit denselben Arbeitsspeicher benutzen, statt jeweils einen eigenen zu haben. Das spart Kopiervorgänge und erlaubt es, große KI-Modelle auch auf Laptops laufen zu lassen.
- Unified Memory Architecture
Unified Memory Architecture bezeichnet einen Computeraufbau, bei dem Hauptprozessor und Grafikeinheit denselben Arbeitsspeicher benutzen, statt jeweils eigenen zu haben. Das spart das Hin- und Herkopieren von Daten und ist besonders bei KI-Anwendungen ein Geschwindigkeitsvorteil.
- UNII-4
UNII-4 ist ein Funkbereich rund um 5,9 Gigahertz, den die USA 2020 teilweise für WLAN freigegeben haben. Er war ursprünglich für die Kommunikation zwischen Autos reserviert und liefert heutigen Routern zusätzliche Frequenzen.
- Unit Economics
Unit Economics beschreibt, ob ein Unternehmen mit einem einzelnen Kunden oder einem einzelnen Verkauf Geld verdient oder verliert. Erst wenn diese Rechnung pro Einheit aufgeht, kann Wachstum ein Unternehmen profitabel machen.
- Unit-Test
Ein Unit-Test ist ein kleines Prüfprogramm, das einen einzelnen Baustein eines Programms automatisch auf richtiges Verhalten kontrolliert. Er läuft in Sekundenbruchteilen und meldet sofort, wenn eine Änderung etwas kaputt gemacht hat.
- Universal Commerce Protocol
Das Universal Commerce Protocol (UCP) ist ein gemeinsamer Satz technischer Regeln, mit dem Software-Assistenten in Online-Shops einkaufen können, ohne dass ein Mensch klickt. Es beschreibt einheitlich, wie ein Programm Produkte abfragt, einen Warenkorb füllt und eine Bestellung auslöst.
- Universal Jailbreak
Ein Universal Jailbreak ist ein Eingabetrick, der die eingebauten Regeln eines KI-Textsystems außer Kraft setzt – und zwar nicht nur einmal, sondern zuverlässig bei vielen Themen und oft sogar bei mehreren Anbietern. Solche Tricks gelten als schwerwiegendes Sicherheitsproblem, weil eine einzige Textvorlage reicht, um Schutzmaßnahmen großflächig zu umgehen.
- Universal-KI-Verhaltenskodex
Ein Universal-KI-Verhaltenskodex ist eine freiwillige Sammlung von Regeln, an die sich Firmen beim Bau und Betrieb von KI-Systemen halten sollen. Er ist kein Gesetz, sondern eine Selbstverpflichtung, die weltweit gelten soll und oft von internationalen Organisationen angestoßen wird.
- Untrusted Content
Untrusted Content bezeichnet Texte, Bilder oder Dateien, die aus fremder Quelle stammen und deshalb nicht als verlässlich gelten. In der KI-Sicherheit ist das ein zentraler Begriff, weil Sprachmodelle solche Inhalte lesen und darin versteckte Anweisungen befolgen können.
- Up-Skilling
Up-Skilling bedeutet, dass Beschäftigte neue Fähigkeiten für ihren bestehenden Beruf lernen, weil sich die Arbeit verändert. In der Tech-Branche geht es dabei meist um den Umgang mit KI-Werkzeugen und Daten.
- Upper Funnel
Upper Funnel bezeichnet die früheste Stufe im Weg eines Menschen zum Kauf: Er lernt eine Marke oder ein Produkt überhaupt erst kennen. Werbung in dieser Phase soll keine sofortigen Bestellungen bringen, sondern Bekanntheit aufbauen.
- Upscaling
Upscaling bezeichnet das Vergrößern eines Bildes oder Videos auf eine höhere Auflösung, also auf mehr Bildpunkte. Moderne Verfahren nutzen dafür KI-Modelle, die fehlende Details plausibel ergänzen, statt vorhandene Punkte nur zu vervielfachen.
- Uptime
Uptime ist der Anteil der Zeit, in dem ein Dienst tatsächlich erreichbar ist und funktioniert. Angegeben wird sie meist in Prozent, etwa 99,9 Prozent im Monat oder im Jahr.
- Uptraining
Uptraining bedeutet, ein bereits fertig trainiertes KI-Modell weiterzutrainieren, statt bei Null anzufangen. Meist wird es dabei gezielt umgebaut oder auf neue Daten angesetzt, um Rechenzeit und Geld zu sparen.
- URL-Batch
Ein URL-Batch ist eine Liste von Webadressen, die ein Programm gesammelt in einem Durchgang abarbeitet, statt jede Adresse einzeln anzustoßen. Solche Stapel sind die übliche Arbeitseinheit, wenn Suchmaschinen, Datensammler oder KI-Dienste große Mengen an Webseiten abrufen.
- URL-Pattern
Ein URL-Pattern ist eine Schablone für Webadressen: Statt einer einzelnen festen Adresse beschreibt es eine ganze Gruppe ähnlich gebauter Adressen. Programme nutzen solche Muster, um zu erkennen, welche Seite gemeint ist und welche Angaben in der Adresse stecken.
- Usage-Limit
Ein Usage-Limit ist eine Obergrenze dafür, wie viel ein Nutzer einen digitalen Dienst in einem bestimmten Zeitraum verwenden darf. Bei KI-Diensten begrenzt es typischerweise die Zahl der Anfragen oder der verarbeiteten Textmenge pro Stunde, Tag oder Monat.
- User Journey Map
Eine User Journey Map ist eine Darstellung, die alle Schritte eines Menschen bei der Nutzung eines Produkts oder einer Dienstleistung der Reihe nach zeigt. Sie hält zusätzlich fest, was die Person dabei denkt, fühlt und wo sie hängen bleibt.
- User Story
Eine User Story ist ein kurzer Satz, der beschreibt, was jemand mit einer Software erreichen will und warum. Softwareteams nutzen solche Sätze, um ihre Arbeit in kleine, überprüfbare Schritte zu zerlegen.
- UTM-Parameter
UTM-Parameter sind kleine Zusätze am Ende einer Internetadresse, die verraten, über welchen Weg ein Besucher auf eine Seite gekommen ist. Firmen nutzen sie, um zu messen, welche Werbung, welcher Newsletter oder welcher Social-Media-Beitrag tatsächlich Besucher bringt.
- UX
UX steht für User Experience und beschreibt, wie sich die Benutzung eines Produkts für einen Menschen anfühlt: leicht oder mühsam, verständlich oder verwirrend. Gemeint ist das gesamte Erlebnis, nicht nur das Aussehen einer App oder Webseite.
- UX Designer
Ein UX Designer gestaltet, wie sich die Benutzung einer App, einer Website oder eines Geräts anfühlt: welche Schritte nötig sind, was wo steht und ob man sein Ziel ohne Frust erreicht. Anders als beim reinen Aussehen geht es dabei vor allem um den Ablauf und die Verständlichkeit.
V
- Value Anchor
Ein Value Anchor ist ein fest formulierter Grundsatz, an dem sich das Verhalten eines KI-Systems ausrichten soll — etwa „sage die Wahrheit" oder „hilf niemandem bei Gewalt". Solche Anker werden in Regelwerken festgehalten und beim Training und im Betrieb als Maßstab genutzt.
- Value Trap
Ein Value Trap ist eine Aktie, die im Vergleich zu Gewinn oder Vermögen des Unternehmens billig aussieht, deren Kurs aber aus gutem Grund niedrig bleibt. Der scheinbare Schnäppchenpreis spiegelt kein Kaufsignal, sondern ein dauerhaft schrumpfendes Geschäft.
- Vektor-Suche
Die Vektor-Suche findet Texte, Bilder oder Töne, die inhaltlich ähnlich sind, statt nur nach exakt gleichen Wörtern zu suchen. Dazu wandelt ein KI-Modell jeden Inhalt in eine lange Zahlenreihe um, und die Suche vergleicht, welche Zahlenreihen nahe beieinanderliegen.
- Vektordatenbank
Eine Vektordatenbank ist ein Speichersystem, das Texte, Bilder oder Töne als lange Zahlenreihen ablegt und darin nach Ähnlichkeit sucht statt nach exakten Wörtern. Sie ist die Grundlage dafür, dass KI-Assistenten in großen Dokumentsammlungen passende Stellen finden.
- Vektorgrafik
Eine Vektorgrafik ist ein Bild, das nicht aus einzelnen Bildpunkten besteht, sondern aus Rechenanweisungen für Linien, Kurven und Flächen. Dadurch bleibt sie in jeder Größe gestochen scharf – vom Briefmarkenformat bis zur Hauswand.
- Velocity
Velocity ist eine Kennzahl aus der Softwareentwicklung: Sie gibt an, wie viel Arbeit ein Team in einem festen Zeitabschnitt tatsächlich fertigstellt. Sie dient dazu, künftige Zeitpläne realistisch zu schätzen – nicht dazu, Teams zu bewerten.
- Vendor Lock-in
Vendor Lock-in bezeichnet die Situation, in der ein Kunde von einem einzelnen Anbieter abhängig ist, weil ein Wechsel zu teuer oder zu aufwendig wäre. In der KI-Branche entsteht diese Abhängigkeit oft durch Rechenzentren, Datenformate und Software, die nur bei einem Hersteller zusammenpassen.
- Vera Rubin
Vera Rubin ist der Name einer kommenden Rechner-Generation der Firma Nvidia, die ab 2026 für das Training und den Betrieb großer KI-Systeme gebaut wird. Sie folgt auf die Generation Blackwell und kombiniert einen neuen Hauptprozessor namens Vera mit neuen Grafikchips namens Rubin.
- Vera-Rubin-Plattform
Vera Rubin ist der Name einer Rechnergeneration des US-Konzerns Nvidia, die ab 2026 in großen KI-Rechenzentren eingesetzt werden soll. Sie kombiniert neue Grafikchips mit einem eigenen Hauptprozessor und ist als komplettes Serversystem gedacht, nicht als einzelner Chip.
- Verhaltensbiometrie
Verhaltensbiometrie erkennt Menschen daran, wie sie etwas tun: wie sie tippen, wischen, das Handy halten oder die Maus bewegen. Banken und Onlinedienste nutzen das im Hintergrund, um Betrug zu erkennen, ohne dass Nutzer etwas eingeben müssen.
- Verhaltensdrift
Verhaltensdrift beschreibt, dass ein Computerprogramm, das aus Daten lernt, mit der Zeit andere Antworten gibt als früher – obwohl die Frage gleich bleibt. Ursachen sind Aktualisierungen des Programms oder eine Welt, die sich anders entwickelt als die Beispiele, aus denen es gelernt hat.
- Verhaltenskodex (EU AI Act)
Ein Verhaltenskodex im Sinne des EU AI Act ist ein freiwilliges Regelwerk, mit dem KI-Anbieter zeigen, dass sie die Vorgaben des Gesetzes einhalten. Wer unterschreibt, muss weniger selbst nachweisen — verpflichtet sich dafür aber zu konkreten Regeln bei Transparenz, Urheberrecht und Sicherheit.
- Verified Badge
Ein Verified Badge ist ein kleines Symbol neben einem Profilnamen in sozialen Netzwerken, das anzeigen soll, dass dieses Konto echt ist. Ursprünglich war es ein Echtheitsnachweis für bekannte Personen, heute ist es bei mehreren Plattformen ein kostenpflichtiges Abo-Merkmal.
- Verifier
Ein Verifier ist ein Programm oder ein zweites KI-Modell, das die Antwort einer KI überprüft und bewertet, ob sie richtig ist. Er urteilt nur über Lösungen, statt selbst welche zu erfinden — und macht KI-Systeme dadurch zuverlässiger.
- Verifier-Modell
Ein Verifier-Modell ist ein zweites Computerprogramm, das die Antworten eines KI-Systems bewertet, statt selbst Antworten zu erfinden. Es sortiert falsche Lösungen aus und macht dadurch besonders das Rechnen und Programmieren von KI-Systemen deutlich zuverlässiger.
- Verifikation
Verifikation bedeutet, ein Ergebnis nachträglich zu prüfen, statt ihm einfach zu glauben. In der KI-Entwicklung ist sie zentral, weil Programme Antworten erzeugen können, die überzeugend klingen und trotzdem falsch sind.
- Verilog
Verilog ist eine Sprache, mit der Ingenieure den inneren Aufbau von Computerchips beschreiben. Aus diesem Text entstehen später die Millionen winziger Schaltelemente, die in einem Prozessor oder Grafikchip stecken.
- Verteilungsgeometrie
Verteilungsgeometrie beschreibt, welche räumliche Form die Daten annehmen, mit denen ein KI-System arbeitet. Der Begriff hilft zu erklären, warum Modelle in manchen Bereichen zuverlässig arbeiten und in anderen plötzlich versagen.
- Vertex AI
Vertex AI ist die Plattform von Google, auf der Unternehmen Programme mit künstlicher Intelligenz bauen und betreiben. Sie stellt fertige Modelle, Rechenleistung und Werkzeuge zum Verwalten an einem Ort bereit, sodass Firmen keine eigenen Rechenzentren brauchen.
- Vertical AI
Vertical AI bezeichnet KI-Software, die für eine einzelne Branche gebaut ist – etwa für Arztpraxen, Anwaltskanzleien oder Banken. Sie kennt die Fachsprache, die Abläufe und die Vorschriften dieses Bereichs, taugt dafür aber kaum für andere Aufgaben.
- Vertikale Integration
Vertikale Integration bedeutet, dass ein Unternehmen mehrere aufeinanderfolgende Stufen seiner Wertschöpfung selbst übernimmt, statt sie einzukaufen. In der KI-Branche heißt das etwa: eigene Chips, eigene Rechenzentren, eigene Modelle und eigene Apps aus einer Hand.
- VHS
VHS war das ab den späten 1970er-Jahren weltweit verbreitete Format, um Filme und Fernsehsendungen auf Magnetband in einer Plastikkassette zu speichern. Es machte Aufnehmen und Abspielen von Bewegtbild erstmals massentauglich und gilt heute als Musterbeispiel dafür, wie sich ein Standard gegen technisch bessere Konkurrenz durchsetzen kann.
- Vibe Coding
Vibe Coding bezeichnet das Programmieren, bei dem man einem KI-System in normaler Sprache beschreibt, was das Programm tun soll, und den erzeugten Code kaum noch selbst liest. Der Begriff stammt von KI-Forscher Andrej Karpathy und wurde 2025 zum Schlagwort für eine neue, sehr schnelle, aber auch riskante Art der Softwareentwicklung.
- Vibecession
Eine Vibecession ist eine Lage, in der die Stimmung von Verbrauchern schlecht ist, obwohl die harten Wirtschaftszahlen gar keinen Abschwung zeigen. Der Begriff ist ein Kunstwort aus dem englischen „vibe" (Stimmung) und „recession" (Rezession).
- Vim
Vim ist ein Programm zum Schreiben und Bearbeiten von Text, das vollständig über die Tastatur bedient wird. Es gilt als extrem schnell für geübte Nutzer, aber als schwer zu erlernen, weil man Tasten je nach Modus unterschiedlich benutzt.
- Virtual Biology
Virtual Biology bezeichnet den Versuch, lebende Systeme wie Zellen, Proteine oder ganze Organe am Computer nachzubilden. Statt jedes Experiment im Labor durchzuführen, testet man es zuerst im Modell und geht nur mit den besten Kandidaten ins Reagenzglas.
- Virtual Machine
Eine Virtual Machine ist ein Computer, der nicht als Gerät existiert, sondern als Programm auf einem echten Computer läuft. Sie verhält sich wie eine eigenständige Maschine mit eigenem Betriebssystem, teilt sich aber die Hardware mit anderen virtuellen Maschinen.
- Virtual Private Cloud
Eine Virtual Private Cloud ist ein abgetrennter, nur für einen Kunden reservierter Bereich innerhalb eines großen gemieteten Rechenzentrums. Der Kunde teilt die Technik mit anderen, hat aber ein eigenes, nach außen abgeschottetes Netz mit eigenen Regeln.
- Virtual Reality
Virtual Reality ist eine vom Computer erzeugte Umgebung, die man über eine Brille mit zwei Bildschirmen räumlich erlebt. Bewegt man den Kopf, verändert sich das Bild passend dazu – der Eindruck, wirklich an einem anderen Ort zu sein, entsteht dadurch.
- VirtualBox
VirtualBox ist ein kostenloses Programm von Oracle, mit dem man einen zweiten Computer als Software auf dem eigenen Rechner laufen lässt. So kann man etwa Linux in einem Fenster unter Windows starten, ohne die eigene Festplatte neu einzurichten.
- Vision-Language-Action-Modell
Ein Vision-Language-Action-Modell ist ein KI-System, das Kamerabilder und Anweisungen in normaler Sprache entgegennimmt und daraus direkt Bewegungsbefehle für einen Roboter erzeugt. Es verbindet damit Sehen, Sprachverstehen und Handeln in einem einzigen Modell statt in getrennten Programmen.
- Vision-Language-Modell
Ein Vision-Language-Modell ist ein KI-System, das Bilder und Text gemeinsam verarbeitet. Es kann zu einem Foto eine Frage beantworten, weil es beide Arten von Eingaben in derselben internen Darstellung verrechnet.
- Vision-Modell
Ein Vision-Modell ist ein Computerprogramm, das aus Bildern oder Videos Informationen herausliest – etwa welche Gegenstände darauf zu sehen sind. Es lernt diese Fähigkeit aus Millionen Beispielbildern, statt nach festen Regeln programmiert zu werden.
- Visual Effects
Visual Effects, kurz VFX, sind Bildbestandteile in Filmen, Serien oder Werbung, die nicht vor der Kamera existierten, sondern nachträglich am Computer erzeugt und ins Bild eingefügt werden. Heute übernehmen zunehmend KI-Programme Arbeitsschritte, die früher Wochen an Handarbeit gekostet haben.
- Visual Intelligence
Visual Intelligence ist Apples Funktion, mit der das iPhone erkennt, was gerade in der Kamera oder auf dem Bildschirm zu sehen ist, und dazu Informationen liefert. Sie kombiniert Bilderkennung auf dem Gerät mit Suchdiensten wie Google und ChatGPT.
- Visual Search Enhancement
Visual Search Enhancement bezeichnet die Verbesserung von Suchsystemen, bei denen man mit einem Bild statt mit Wörtern sucht. Ziel ist es, dass das System auf dem Foto das Richtige erkennt und passende Treffer liefert – etwa das Produkt, das man gerade sieht.
- Visual Studio Code
Visual Studio Code ist ein kostenloses Programm von Microsoft, mit dem man Programmtexte schreibt und bearbeitet. Es ist der weltweit am häufigsten genutzte Editor für Software und lässt sich durch Erweiterungen an fast jede Programmiersprache anpassen.
- Visual Studio Code
Visual Studio Code, kurz VSCode, ist ein kostenloses Programm von Microsoft, mit dem man Programmtexte schreibt und bearbeitet. Es ist heute das meistgenutzte Werkzeug dieser Art und der Ort, an dem viele Entwickler KI-Assistenten beim Programmieren einsetzen.
- Vite
Vite ist ein Werkzeug, mit dem Entwickler moderne Webseiten und Web-Anwendungen bauen. Es sorgt dafür, dass Änderungen am Programmcode im Browser fast sofort sichtbar werden, und packt das fertige Projekt am Ende in eine kompakte Form für den Server.
- VLA-Modell
Ein VLA-Modell ist ein KI-System, das Kamerabilder und sprachliche Anweisungen entgegennimmt und daraus direkt Bewegungsbefehle für einen Roboter erzeugt. Es verbindet damit Sehen, Sprachverstehen und Handeln in einem einzigen trainierten System.
- Voice Cloning
Voice Cloning bezeichnet Verfahren, die aus Aufnahmen einer echten Stimme eine künstliche Kopie erzeugen, die beliebige neue Sätze sprechen kann. Schon wenige Sekunden Originalmaterial reichen heute für ein hörbar ähnliches Ergebnis.
- Voice Commerce
Voice Commerce bezeichnet das Einkaufen per gesprochenem Befehl, etwa über einen smarten Lautsprecher oder das Handy. Statt zu tippen und zu klicken, sagt man laut, was man kaufen möchte.
- Voice Mode
Voice Mode ist die Sprachfunktion moderner KI-Assistenten: Man spricht ins Mikrofon und bekommt eine gesprochene Antwort, ohne etwas tippen zu müssen. Neuere Varianten verarbeiten den Ton direkt und können deshalb fast ohne Verzögerung antworten und mitten im Satz unterbrochen werden.
- Voice OS
Ein Voice OS ist ein Betriebssystem, bei dem gesprochene Sprache die wichtigste Bedienform ist statt Tippen und Wischen. Der Nutzer sagt, was passieren soll, und das System sucht selbst die passende App oder Funktion heraus.
- Voice-Agent
Ein Voice-Agent ist ein Computerprogramm, das ein gesprochenes Gespräch selbstständig führt: Es hört zu, versteht das Gesagte, antwortet mit einer künstlichen Stimme und kann dabei Aufgaben erledigen. Typische Einsatzorte sind Telefon-Hotlines, Bestellannahmen und Terminvergaben.
- Voice-Bot
Ein Voice-Bot ist ein Computerprogramm, das gesprochene Sprache versteht und selbst spricht, um ein Gespräch mit Menschen zu führen. Firmen setzen solche Programme vor allem in Telefon-Hotlines ein, wo sie einfache Anliegen ohne menschliche Mitarbeiter bearbeiten.
- Vollduplex
Vollduplex bezeichnet eine Verbindung, bei der beide Seiten gleichzeitig senden und empfangen können. Ein Telefonat ist das klassische Beispiel; bei Sprach-KI ist es die Voraussetzung dafür, dass man dem Computer ins Wort fallen kann.
- Volumengewichteter Durchschnittskurs
Der volumengewichtete Durchschnittskurs, kurz VWAP, ist der Durchschnittspreis einer Aktie über einen Zeitraum, bei dem große Handelsmengen stärker zählen als kleine. Er zeigt, zu welchem Preis das Geld an einem Handelstag tatsächlich geflossen ist.
- Von-Neumann-Algebra
Eine Von-Neumann-Algebra ist eine bestimmte Sammlung von Rechenoperationen, die man auf unendlich viele Zahlen gleichzeitig anwenden kann. Sie ist das mathematische Grundgerüst, mit dem Physiker die Quantenmechanik beschreiben, und taucht heute in der Theorie des Quantencomputings auf.
- Von-Neumann-Architektur
Die Von-Neumann-Architektur ist der Grundbauplan fast aller Computer: Rechenwerk und Speicher sind getrennt, und im selben Speicher liegen sowohl die Daten als auch das Programm. Weil alles über eine gemeinsame Verbindung laufen muss, entsteht ein Engpass, der bei KI-Anwendungen besonders spürbar wird.
- Vorhersagemarkt
Ein Vorhersagemarkt ist ein Handelsplatz, auf dem Menschen mit echtem Geld auf den Ausgang künftiger Ereignisse setzen. Der Preis eines solchen Vertrags gilt als Schätzung dafür, wie wahrscheinlich das Ereignis eintritt.
- Vorzugsaktien
Vorzugsaktien sind Anteile an einem Unternehmen, deren Besitzer meist nicht mitbestimmen dürfen, dafür aber bei der Gewinnausschüttung bevorzugt werden. Sie sind das Gegenstück zur gewöhnlichen Stammaktie, die ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung mitbringt.
- VPC
Eine VPC ist ein abgetrennter, privater Bereich innerhalb der Rechenzentren eines Cloud-Anbieters, den nur ein einziger Kunde nutzt. Sie funktioniert wie ein eigenes Firmennetzwerk, läuft aber auf fremder Hardware.
- VPN
Ein VPN leitet den Internetverkehr eines Geräts verschlüsselt über einen Zwischenserver, sodass niemand auf dem Weg mitlesen kann. Firmen nutzen es für den sicheren Zugriff auf interne Systeme, Privatnutzer vor allem für Datenschutz und für Inhalte, die im eigenen Land gesperrt sind.
- VS-Code-Fork
Ein VS-Code-Fork ist eine eigenständige Kopie des weit verbreiteten Programmier-Editors Visual Studio Code, die von einer anderen Firma weiterentwickelt und verändert wird. Fast alle bekannten KI-Programmierwerkzeuge wie Cursor oder Windsurf sind auf diese Weise entstanden.
- Vulnerability Patch Wave
Eine Vulnerability Patch Wave ist der geballte Ansturm von Sicherheitsupdates, der losbricht, sobald eine schwere Sicherheitslücke in weit verbreiteter Software bekannt wird. Innerhalb von Stunden bis Tagen müssen Hersteller Korrekturen liefern und unzählige Betreiber sie einspielen — oft im Wettlauf mit Angreifern.
W
- Wafer
Ein Wafer ist eine dünne, spiegelglatte Scheibe aus hochreinem Silizium, auf der Computerchips gefertigt werden. Auf einer einzigen Scheibe entstehen gleichzeitig dutzende bis hunderte Chips, die am Ende auseinandergesägt werden.
- Wafer Scale Engine
Die Wafer Scale Engine ist ein Computerchip der Firma Cerebras, der so groß ist wie ein ganzer Essteller. Statt eine runde Siliziumscheibe in hunderte kleine Chips zu zersägen, bleibt sie ein einziges riesiges Stück – das macht sie besonders schnell beim Training von KI-Modellen.
- Wafer-Scale-Chip
Ein Wafer-Scale-Chip ist ein einzelner Computerchip, der so groß ist wie die runde Siliziumscheibe, aus der normalerweise hunderte kleine Chips geschnitten werden. Solche Chips werden vor allem gebaut, um sehr große KI-Berechnungen ohne langsame Verbindungen zwischen einzelnen Bauteilen durchzuführen.
- Wafergroßer Chip
Ein wafergroßer Chip ist ein einzelner Computerchip, der so groß ist wie die runde Siliziumscheibe, aus der sonst hunderte kleine Chips geschnitten werden. Er wird vor allem für das Training von KI-Modellen gebaut, weil er sehr viele Rechenwerke ohne langsame Verbindungen zwischen Bauteilen vereint.
- Wake Word
Ein Wake Word ist ein festgelegtes Wort, das ein sprachgesteuertes Gerät aus dem Ruhezustand holt, zum Beispiel „Alexa“ oder „Hey Siri“. Erst danach schickt das Gerät das Gesagte zur eigentlichen Auswertung weiter.
- Walled Garden
Ein Walled Garden ist ein geschlossenes digitales Ökosystem, in dem ein einzelner Anbieter bestimmt, welche Geräte, Programme und Inhalte zusammenarbeiten dürfen. Nutzer bekommen dafür Bequemlichkeit und Sicherheit, verlieren aber Wahlfreiheit und können nur schwer zu einem anderen Anbieter wechseln.
- Wasserfall-Modell
Das Wasserfall-Modell ist eine Methode, Software in festen Schritten nacheinander zu entwickeln: erst planen, dann bauen, dann testen, dann ausliefern. Jeder Schritt wird abgeschlossen, bevor der nächste beginnt — das schafft Klarheit, macht spätere Änderungen aber teuer.
- Wasserzeichen (KI-Modelle)
Ein Wasserzeichen ist ein verstecktes Erkennungsmerkmal, das ein Computerprogramm in Texte, Bilder oder Töne einbaut, damit man später nachweisen kann: Das hat eine Maschine erzeugt. Für Menschen ist es unsichtbar, mit dem passenden Prüfwerkzeug aber auffindbar.
- Wasserzeichen für KI-Inhalte
Ein Wasserzeichen für KI-Inhalte ist ein verstecktes Erkennungsmerkmal, das ein Computerprogramm beim Erzeugen von Bildern, Texten, Tonaufnahmen oder Videos einbaut. Später kann eine passende Prüfsoftware daran erkennen, dass der Inhalt maschinell erstellt wurde.
- Wasserzeichen für KI-Texte
Ein Wasserzeichen für KI-Texte ist ein verstecktes Muster, das ein Computerprogramm beim Schreiben eines Textes gezielt einbaut. Wer den passenden Schlüssel besitzt, kann später mit hoher Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass der Text von einer Maschine stammt.
- Weak-to-Strong Supervision
Weak-to-Strong Supervision beschreibt den Versuch, ein sehr leistungsfähiges KI-System von einem schwächeren Lehrer anleiten zu lassen. Die Idee steht hinter der Frage, wie Menschen künftige KI-Systeme noch kontrollieren können, wenn diese in vielen Aufgaben besser sind als sie selbst.
- Wearables
Wearables sind kleine Computer, die man am Körper trägt – etwa Smartwatches, Fitnessarmbänder, smarte Ringe oder Datenbrillen. Sie messen laufend Körperdaten und Bewegungen und schicken diese an ein Handy oder an Rechenzentren im Internet.
- Web Model Context Protocol
Das Web Model Context Protocol ist eine geplante Web-Technik, mit der eine Internetseite einem KI-Assistenten direkt mitteilt, welche Funktionen er auf ihr ausführen darf. Statt Knöpfe auf dem Bildschirm zu suchen, ruft der Assistent klar benannte Aktionen der Seite auf.
- Web Platform Tests
Web Platform Tests sind eine gemeinsame Sammlung von Prüfaufgaben, mit denen Browser-Hersteller kontrollieren, ob ihre Programme sich an die vereinbarten Regeln des Internets halten. Sie sorgen dafür, dass eine Webseite in Chrome, Firefox und Safari möglichst gleich aussieht und funktioniert.
- Web Scraping
Web Scraping bedeutet, Inhalte von Webseiten automatisch von einem Programm auslesen und in eine geordnete Datensammlung überführen zu lassen. Es ist die wichtigste Methode, um große Mengen öffentlich sichtbarer Internetinhalte für Preisvergleiche, Forschung oder das Training von KI-Systemen zu beschaffen.
- Web-Crawler
Ein Web-Crawler ist ein Programm, das automatisch Internetseiten aufruft, deren Inhalt speichert und dabei den Links auf diesen Seiten folgt. So entstehen die Datenbestände hinter Suchmaschinen und die Textsammlungen, mit denen KI-Systeme trainiert werden.
- Web-Fetch
Web-Fetch bezeichnet die Fähigkeit eines KI-Assistenten, eine angegebene Internetadresse selbst aufzurufen und den Inhalt der Seite zu lesen. Das Programm holt sich damit aktuelle Informationen, die es aus seinem Lernmaterial nicht kennen kann.
- Web-Navigation
Web-Navigation bezeichnet die Fähigkeit eines KI-Programms, eine Internetseite selbst zu bedienen: klicken, tippen, scrollen, Formulare ausfüllen. Statt nur Text zu erzeugen, erledigt das Programm damit mehrschrittige Aufgaben im Browser, etwa eine Recherche oder eine Buchung.
- WebArena
WebArena ist eine Testumgebung, in der Computerprogramme selbstständig echte Webseiten bedienen müssen, um Aufgaben wie eine Bestellung oder eine Suche zu erledigen. Sie dient als Messlatte dafür, wie zuverlässig heutige KI-Systeme im Internet handeln können.
- WebAuthn
WebAuthn ist ein technischer Standard, mit dem man sich auf Webseiten ohne Passwort anmelden kann – etwa per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Sicherheitsstick. Das Gerät beweist der Webseite die Identität, ohne dass ein Geheimnis übertragen wird, das jemand stehlen könnte.
- Webhook
Ein Webhook ist eine automatische Benachrichtigung, die ein Onlinedienst an eine vom Nutzer hinterlegte Internetadresse schickt, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. So erfahren Programme sofort von Neuigkeiten, ohne selbst ständig nachfragen zu müssen.
- WebTransport
WebTransport ist eine Technik, mit der eine Webseite im Browser dauerhaft Daten mit einem Server austauschen kann – in beide Richtungen und mit sehr geringer Verzögerung. Sie gilt als moderner Nachfolger älterer Verfahren für Live-Verbindungen und wird vor allem für Spiele, Videokonferenzen und Echtzeit-Anwendungen genutzt.
- WeChat
WeChat ist eine chinesische Smartphone-App, die Nachrichten, Bezahlfunktion und tausende kleine Zusatzprogramme in einer einzigen Oberfläche bündelt. Sie gilt als bekanntestes Beispiel für eine sogenannte Super-App und hat weit über eine Milliarde aktive Nutzer.
- Weltmodell
Ein Weltmodell ist eine interne Vorstellung eines Computerprogramms davon, wie sich seine Umgebung verhält und was als Nächstes passieren wird. Damit kann das Programm Folgen im Voraus durchspielen, statt jede Handlung erst in der Realität auszuprobieren.
- Wet-Lab
Ein Wet-Lab ist ein Labor, in dem echte Substanzen wie Zellen, Chemikalien oder Blutproben verarbeitet werden. Es ist der Gegenpol zum Dry-Lab, wo nur am Computer gerechnet und simuliert wird — und die Stelle, an der Vorhersagen von KI-Modellen sich in der Wirklichkeit beweisen müssen.
- White-Hat-Hacker
Ein White-Hat-Hacker sucht mit Erlaubnis des Besitzers nach Sicherheitslücken in Computersystemen, um sie melden und schließen zu lassen. Der Unterschied zu kriminellen Angreifern liegt nicht im Können, sondern in der Erlaubnis und im Ziel.
- Wi-Fi 6
Wi-Fi 6 ist die 2019 eingeführte Generation des kabellosen Internets im Haushalt und im Büro. Ihr wichtigster Fortschritt liegt nicht in der reinen Höchstgeschwindigkeit, sondern darin, dass viele Geräte gleichzeitig störungsfrei funken können.
- Windows-Kernel
Der Windows-Kernel ist der innerste Teil des Betriebssystems Windows. Er verteilt Rechenzeit und Speicher an die Programme und ist die einzige Stelle, die direkt mit der Hardware sprechen darf.
- Wissensgraph
Ein Wissensgraph ist eine Sammlung von Fakten, die als Netz aus Dingen und ihren Beziehungen gespeichert sind. Suchmaschinen, Sprachassistenten und Unternehmensdatenbanken nutzen ihn, um Zusammenhänge nachschlagen zu können statt nur einzelne Stichwörter.
- Workflow-Orchestrierung
Workflow-Orchestrierung bedeutet, dass ein Programm viele einzelne Arbeitsschritte automatisch in der richtigen Reihenfolge startet, überwacht und bei Fehlern wiederholt. In KI-Systemen sorgt sie dafür, dass Datenaufbereitung, Modellaufrufe und Weiterverarbeitung zuverlässig zusammenspielen.
- Workflow-Schicht
Die Workflow-Schicht ist die Software zwischen dem Nutzer und einem KI-Modell. Sie legt fest, in welcher Reihenfolge Arbeitsschritte ablaufen, welche Daten dazukommen und wer das Ergebnis prüft.
- Working Memory bei KI-Agenten
Working Memory ist der Notizzettel eines KI-Programms, das mehrere Arbeitsschritte hintereinander erledigt: Dort stehen Auftrag, Zwischenergebnisse und der aktuelle Stand. Ohne diesen Zettel würde das Programm bei jedem Schritt vergessen, was es gerade tut.
- Workslop
Workslop bezeichnet Arbeitsergebnisse, die mit KI-Hilfe schnell erzeugt wurden, professionell aussehen, aber inhaltlich leer sind. Der Aufwand verschwindet dadurch nicht, er verschiebt sich nur zu den Kolleginnen und Kollegen, die den Text nachbessern müssen.
- Workspace Agents
Workspace Agents sind KI-Programme, die selbstständig Aufgaben in den Büroprogrammen eines Unternehmens erledigen — etwa E-Mails beantworten, Termine planen oder Tabellen auswerten. Sie warten nicht auf jeden einzelnen Befehl, sondern zerlegen einen Auftrag in Schritte und führen ihn aus.
- World Model
Ein World Model ist ein Computerprogramm, das gelernt hat, wie sich eine Umgebung verhält, und das vorhersagen kann, was als Nächstes passiert. Es dient Robotern, Spielfiguren und Videogeneratoren als eine Art innere Simulation der Welt.
- Wrapper
Ein Wrapper ist ein Programm, das die KI eines fremden Anbieters nutzt und drumherum eine eigene Oberfläche und eigene Funktionen legt. Der Begriff wird in der Tech-Branche oft abwertend benutzt, weil solche Produkte leicht kopierbar sind.
- Wright's Law
Wright's Law besagt: Jedes Mal, wenn sich die insgesamt produzierte Menge eines Produkts verdoppelt, sinken die Stückkosten um einen festen Prozentsatz. Die Regel stammt aus dem Flugzeugbau von 1936 und wird heute genutzt, um Preisentwicklungen bei Batterien, Solarzellen und Computerchips vorherzusagen.
- WSL
WSL ist eine Funktion von Windows, mit der man Linux-Programme direkt unter Windows ausführen kann, ohne den Computer neu zu starten oder ein zweites Gerät zu benutzen. Für Entwickler ist WSL heute der übliche Weg, auf einem Windows-Rechner in der gewohnten Linux-Umgebung zu arbeiten.
X
- XGBoost
XGBoost ist ein Programm, das aus Tabellendaten Vorhersagen macht, indem es viele einfache Entscheidungsregeln kombiniert. Es gilt seit Jahren als Standardwerkzeug für Daten aus Tabellen, etwa bei Kreditrisiken oder Preisprognosen.
- Xtacking
Xtacking ist ein Fertigungsverfahren des chinesischen Speicherherstellers YMTC, bei dem die Steuerelektronik eines Speicherchips getrennt gefertigt und danach auf die eigentlichen Speicherzellen aufgesetzt wird. Dadurch werden Chips schneller und dichter, ohne dass beide Teile denselben Fertigungskompromiss eingehen müssen.
Y
- YAML
YAML ist ein Textformat, in dem Menschen Einstellungen für Programme aufschreiben. Es verzichtet auf Klammern und arbeitet stattdessen mit Einrückungen, damit die Struktur direkt sichtbar bleibt.
Z
- Zehn blaue Links
„Zehn blaue Links" ist das klassische Aussehen einer Suchmaschinen-Ergebnisseite: eine Liste von Verweisen auf fremde Webseiten, die der Nutzer selbst anklickt. Der Ausdruck steht heute vor allem für das Geschäftsmodell, das durch KI-Antworten direkt in der Suche unter Druck gerät.
- Zentauren-Konfiguration
Die Zentauren-Konfiguration bezeichnet eine Arbeitsweise, bei der ein Mensch und ein Computerprogramm eine Aufgabe gemeinsam lösen, statt dass einer von beiden allein entscheidet. Der Name stammt aus dem Schach, wo solche Teams zeitweise stärker spielten als der beste Mensch und der beste Computer für sich genommen.
- Zero Data Retention
Zero Data Retention ist die Zusage eines Anbieters, die Eingaben und Ausgaben eines KI-Dienstes nach der Bearbeitung nicht zu speichern. Die Daten werden nur für die Antwort verarbeitet und danach verworfen.
- Zero Trust
Zero Trust ist ein Sicherheitsprinzip für Computernetzwerke: Kein Gerät und kein Nutzer wird automatisch als vertrauenswürdig behandelt, nur weil er sich schon im Firmennetz befindet. Jeder Zugriff muss einzeln geprüft und genehmigt werden.
- Zero-Day
Ein Zero-Day ist ein Sicherheitsfehler in einer Software, den der Hersteller noch nicht kennt und für den es deshalb keine Korrektur gibt. Angreifer, die einen solchen Fehler entdecken, können ihn ausnutzen, bevor sich jemand dagegen schützen kann.
- Zero-Day-Discovery
Zero-Day-Discovery bezeichnet das Aufspüren einer Sicherheitslücke in einer Software, die dem Hersteller noch unbekannt ist und für die es deshalb keine Reparatur gibt. Der Name kommt daher, dass dem Hersteller null Tage bleiben, um zu reagieren, bevor die Lücke ausgenutzt werden kann.
- Zero-Day-Exploit
Ein Zero-Day-Exploit ist ein Angriff, der einen bislang unbekannten Programmierfehler ausnutzt. Weil der Hersteller die Lücke noch nicht kennt, gibt es kein Update, das schützt.
- Zero-Day-Lücke
Eine Zero-Day-Lücke ist ein Programmierfehler in einer Software, der Angreifern bekannt ist, dem Hersteller aber noch nicht. Solange kein Update existiert, sind alle Nutzer dieser Software ungeschützt.
- Zero-Knowledge-Proof
Ein Zero-Knowledge-Proof ist ein mathematisches Verfahren, mit dem jemand beweisen kann, dass eine Aussage stimmt, ohne die zugrunde liegenden Daten preiszugeben. Man zeigt also, dass man etwas weiß oder besitzt – aber nicht, was genau.
- Zero-Shot
Zero-Shot bedeutet, dass ein KI-System eine Aufgabe löst, für die es kein einziges Beispiel gesehen hat — es genügt eine Anweisung in normaler Sprache. Die Fähigkeit stammt aus dem allgemeinen Vortraining des Modells, nicht aus einer speziellen Übung für diese Aufgabe.
- Zero-Shot-Learning
Zero-Shot-Learning bedeutet, dass ein Computerprogramm eine Aufgabe löst, für die es kein einziges Übungsbeispiel gesehen hat. Es überträgt dafür Wissen aus seinem allgemeinen Training auf die neue Aufgabe.
- Zero-Talent-Production
Zero-Talent-Production bezeichnet die Herstellung von Filmen, Musik, Werbung oder Texten ohne mitwirkende Menschen vor der Kamera oder am Mikrofon. Stimmen, Gesichter und Körper entstehen dabei vollständig am Computer.
- Zero-Width-Zeichen
Zero-Width-Zeichen sind Schriftzeichen, die beim Anzeigen keinen Platz einnehmen und deshalb unsichtbar bleiben. Sie stecken trotzdem als echte Daten im Text und lassen sich für versteckte Markierungen oder für Täuschungsversuche gegenüber Filtern und KI-Systemen nutzen.
- Zielfunktion
Die Zielfunktion ist die Rechenvorschrift, die einem Computerprogramm sagt, wie gut oder schlecht es seine Aufgabe gerade löst. Sie liefert eine einzelne Zahl, und das Programm verändert sich beim Lernen so, dass diese Zahl besser wird.
- Zirkularität
Zirkularität beschreibt Geschäfte, bei denen Geld im Kreis zwischen wenigen Firmen fließt: Ein Unternehmen investiert bei einem Kunden, der mit diesem Geld die eigenen Produkte kauft. In der KI-Branche wird der Begriff kritisch verwendet, weil so Umsätze entstehen, die nach echter Nachfrage aussehen, aber teils selbst finanziert sind.
- Zombie-Code
Zombie-Code sind Teile eines Programms, die niemand mehr braucht, die aber trotzdem noch im Projekt liegen und manchmal sogar noch mitlaufen. Er kostet Zeit, verwirrt Entwickler und kann in seltenen Fällen unerwartet wieder aktiv werden.
- Zombie-Unternehmen
Ein Zombie-Unternehmen ist eine Firma, die dauerhaft so wenig verdient, dass sie nicht einmal die Zinsen für ihre Schulden aus eigener Kraft bezahlen kann. Sie geht trotzdem nicht pleite, weil Banken oder der Staat sie mit immer neuem Geld am Leben halten.
- Zufallsbaseline
Die Zufallsbaseline ist das Ergebnis, das man beim reinen Raten erreichen würde. Sie dient als Vergleichsmaßstab: Ein Computerprogramm hat erst dann etwas gelernt, wenn es deutlich besser abschneidet als diese Grenze.
- Zugriffskontrolle
Zugriffskontrolle regelt, wer in einem Computersystem welche Daten sehen und welche Aktionen ausführen darf. Sie besteht aus zwei Schritten: der Prüfung, wer jemand ist, und der Entscheidung, was diese Person tun darf.
- Zweckgesellschaft
Eine Zweckgesellschaft ist ein eigenes Unternehmen, das nur für eine einzige, genau festgelegte Aufgabe gegründet wird – etwa den Bau eines Rechenzentrums. Sie hat eigene Schulden und eigenes Vermögen, wodurch die Risiken vom Mutterkonzern getrennt bleiben.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung reicht ein Passwort allein nicht aus, um sich anzumelden. Man muss zusätzlich etwas nachweisen, das man besitzt oder ist — zum Beispiel einen Zahlencode aus einer App auf dem eigenen Handy.
Τ
- τ-Bench
τ-Bench ist ein Test, der prüft, wie gut ein KI-Assistent echte Kundengespräche führt und dabei Aufgaben in einem simulierten Firmensystem erledigt. Er misst nicht Wissen, sondern zuverlässiges Handeln über mehrere Gesprächsschritte hinweg.